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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hartblei - Härte
männl., 20 827 weibl.) deutsche kath.E., 8874 Häuser
und 9248 Wohnparteien in 93 Gemeinden mit
100 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke
Friedberg, H., Pöllau und Vorau. - 2) Stadt und
Sitz der Bezirkshauptmaunschast, nahe der ungar.
Grenze im Hügellande, in 447 in Höhe, an der
Linie H.-Fehring (511<m) der Osterr. Staatsbahnen,
Sitz eines Bezirksgerichts (358,58 <^km, 51 Gemein-
den, 72 Ortschaften, 25998 E.), ist zum Teil noch
mit Mauern und Türinen versehen und hat (1890)
1297, als Gemeinde 2060 (5., Post, Telegraph, eine
Pfarrkirche mit interessanten Denkmälern und sebr
schönem Turm, ein neues Schulhaus, ^das schönste
im Lande, und ein fürstl. Paarsches schloß. Die
Stadt hat ihren Namen von der setzt mit Wein-
gärten besetzten Höhe, an welcher sie liegt und die
ehemals Wald war. Nach den erheblichen röm.
Funden in der Umgegend lag H. an der Nömer-
straße, die von der Donau (Vindodona) über die
Vorberge des Wechsel an die Mur führte. Mit der
Erbschaft des letzten Grafen von Putten 1158 kam ihr
Gebiet an die Tranngauer Markgrafen von Steier.
Der Wohlstand H.s sank, als die alte .Handelsstraße
dem weitern, aber bequemern Weg über den Sem-
mering weichen mußte. Bei H. erhebt sich der Nin g
(785 m), ein Berg mit prachtvoller Aussicht.
Hartblei oder Antimonb l e.i entsteht entweder
durch Zusammenschmelzen von Blei mit Antimon
oder bei der Bleigcwinnung als Nebenprodukt aus
dem sog. Abstrich (s. d.). Es ist bedeutend härter
als gewöhnliches Blei und wird bei der Zusammen-
setzung des Schriftgießermetalls sowie verschiedener
Arten von Zapfenlagermetall, ferner bei Klempner-
arbeiten zum Gießen mancher Bestandteile (Lampcn-
füße, Leuchter u. s. w.), sowie als Material für Ven-
tile und Hähne, die der Einwirkung von Säuren
ausgefetzt sind, benutzt. Je mehr Antimon in der
Legierung enthalten ist, desto härter, aber auch desto
speeifisch leichter wird dieselbe. Enthält das H. mehr
als 25 Proz. Antimon, so kann es wegen seiner
Sprödigkeit und Zerbrechlichkeit zu diesen Zwecken
nicht verwendet werden. Man gebraucht es endlich
aber auch zu den Bleimäntcln der Granaten sowie
zu Shrapnel-und Kartätschkugeln, in welchem Falle
vielfach noch Zinn hinzugefügt wird. In Deutsch-
land ist hierfür ein H. von 60 Proz. Blei, 20 Proz.
Antimon, 20 Proz. Zinn eingeführt.
Hartbronze, f. Gcschützbronze (Bd. 7, S. 924a).
Harte (spr. hahrt), Franeis Brct, amerik. Dichter
und Novellist, geb. 25. Aug. 1839 zu Albany im
Staate Neuyork, wanderte 1854 nach Kalifornien
aus, wo er in den Goldminen als Lehrer und Ezpreß-
bote lebte, bis er 1857 als Setzer bei der Zeitung
"6nlä0n Nra" in San Francisco eintrat. Für
diefes Blatt lieferte er verfchiedene Skizzen aus
dem kaliforn. Leben. Sein großes Talent er-
kennend, ernannte^ihn der Herausgeber zum Mit-
redactcur, welche Stellung er bald darauf mit der
Redaktion des "^iUikorinan", einer littcrar. Wochen-
schrift, vertauschte. 1804-70 war H. als Sekretär
der Zwcigmünze der Vereinigten Staaten in San
Francisco angestellt. Seine gelegentlichen Poet.
Beiträge für Zeitungen und Monatsschriften er-
warben ihm einen geachteten Namen; die Gedichte
(<^QL 80016^ UMN tQ6 8tHni^ÄU", ""l1i6 llio
C0N6 3icnN" und "^olin Lu!'N8 0 k Oett^Ldui'";"
fanden großen Beifall. Im Juli 1808 trat er an
die Spitze des neubegründeten "OvorlHuä^Iontili)'",
in dessen Augustheft seine bedeutendste Novelle "^Ko
Wc1< of NoHi-mss (^mp" erschien, der im Jan. 1869
die "OntcH8t,8 ol I'ok^i' I^t" folgten. Im Sept.
1870 erschien sein humoristisches Gedicht "^lain
IlN1^U3^'0 t'roM tl'Ntdklli .I^M08" oder "^QL ULlUllt'N
^iiin66". Um dieselbe Zeit ward er als Professor
der neuern Litteratur an der kaliforn. <Htaatsuni-
versität angestellt, gab jedoch diese Stelle und die
Redaktion des "OvLi-wuci Nontill^" im Frühjahr
1871 auf und kehrte nach dem Tsten znrück, wo er
sich dancrnd in Nenyorkniederließ. PräsidentHayes
ernannte ihn 1877 zum Konsul in Krefeld, von wo
er 1880 in derselben Stellung nach Glasgow über-
siedelte. 1885 verlegte er seinen Wohnort nach
London. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen:
<((.'0uä0N86(In0V0l8))(i867),"1^06IN8)'(l870),"?06ti-
Clli >V01'1(8" (1873), "Ni'8.8Ii^g'F8'8 Ini8dan(i8v (187'!),
"^('1w68 0k UiL ^00t1n1i8" (1874), "^al63 ok Ui6
^i'F0N3.ut8" (1875), "1>V0 IN^II 0k8linlI^Lllr" (1870),
"'IIiHnIit'ui 1)I0880M" (1876), "^N6 8tor^ ollr NNN6"
(1877), "Drift ti'0m t^vo 8li0i'O8" (1879), "^N6 UvinZ
ok tli6 ^adio Nmintkin" (1879), tti^lii), c^n<I ^0UN(I
lU Lia^iu^ 8tHi'" (1.882), "Iu tko ^llixiniuLx ^vc"0(l8"
(l883), "Ou tiw fi'ontioi'" (1884), "1^ 8Q0i'6 aml
8Lä^6" (1835), "^Illi'UM" (1885), "Zno^dounli 3.t
6^I"'8" (1880), "^ iniI1i0n^ir6 ok Ilou^ii auä
1^6lUi)''> (1887), <c'1'1i6 (1N60N ()l t1i6 ?ir^t6 I8i6"
(l887, Kindergeschichte, von Kate Greenaway illu-
striert), (d'Qo/Vr^0Nllut8 ol^oi'tii I.idsrt)'" (1888),
"^ I'1i7i1i3 0k Ui0 8iL1'1-H8)> (1888), (c^i'6887" (1889),
"liio korita^L 0k I)0äi0>v NHr8ii" (1889), "^ ^V5lik
0k tiiö I)lain8" (1890), "^ ^arä ok t1i6 F0iä6n ^att?"
(1891), "^ 8^)1io ak (-r66n spring" (1891), "^
Kl8t tclinil)' 0k 4^8^Ä1'H)) (1892), "(^oionei 8t3,r-
1)0ttlL'8 cliLQt" (1892). Gesamtausgaben erschienen
t881 in London und 1891 in Boston; einzelne Werke
wurden ins Deutsche übersetzt von Hertzberg, Busch,
Schmidt, Brachvogel u. a.; eine deutsche Gesamt-
ausgabe ist im Erscheinen begriffen (seit 1892).
Härte, diejenige Eigenschaft der Körper, ver-
möge deren sie einem in dieselben eindringenden
ritzenden Körper Widerstand leisten, lim zu prüfen,
welcher von beiden Körpern der härtere fei, versucht
man, welcher von beiden den andern mit einer schar-
fen Kante zu ritzeil vermag. Mohs hat hiernach eine
durch Mineralien von sehr bestimmten Härtegraden
gebildete sog. Härteskala aufgestellt, die aus zehn
Graden besteht: 1) Talk, 2) Gips oder Steinsalz,
3) Kalkspat, 4) Flußspat, 5) Apatit, 0) Feldspat,
7) Quarz, 8) Topas, 9) Korund und 10) Diamant.
Wenn also in Mineralog. Büchern die H. eines
Minerals (abgekürzt durch II) ^ 0 genannt wird,
so bezeichnet dies Feldspathärte, ^8 - 9 eine H.
zwischen Topas und Korund. Man kann die H.
auch dadurch prüfen, daß man den zu prüfenden
Körper und dann die angeführten Normalkörper
nacheinander auf einer guten Feile streicht; aus der
Höhe des dabei entstehenden Tons und der Menge
des abgefeilten Pulvers läßt sich die H. ungefähr
fchätzen. Der härteste der bekannten Körper ist der
Diamant. Da bei den Krystallen der innere Zu-
sammenhalt der kleinsten Teilchen nach verschiede-
nen Richtungen hin verschieden ist, so werden auch
die Flächen, die ihrer krystallographischen Bedeu-
tung nach nicht zusammengehören, einen abweichen-
den Grad von H. anfweisen; ja auf einer und der-
selben Krystallfläche zeigen sich Differenzen der H.,
je nachdem man in dieser oder in einer andern Rich-
tung zu ritzen versucht. Nach den neuern feinern
Untersuchungen, die Exner mit dem sog. Sklero-