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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Härte (des Wassers) - Härten
meter (.Härtemesser) angestellt hat, treten solche
Gegensätze in der H. überhaupt nur an denjenigen
Krystallen hervor, die eine Spaltbarkeit besitzen.
Im allgemeinen sind die Krystallflächen, die der
vollkommensten Spaltbarkeit parallel gehen, am
wenigsten hart, diejenigen, aus denen die Spaltbar-
keit senkrecht steht, am härtesten; beim Flußspat
sind also die Oktaederflächen weicher als die Würfel-
flächen. Neuerdings hat F. Kick eine schärfere Be-
stimmung der H. für technische Zwecke versucht, in-
dem er die H. als Abscherungsfestigkeit definiert. -
über die H. des Stahls s. Härten.
Härte d es Wassers,der Gehalt des Wassers an
alkalischen Erden (Kalk und Magnesia). Die Bezeich-
nung hartes Wasser im Gegensatz zu weichem
Wasser rührt her vom Verhalten des Wassers gegen
Seife. Wäscht man die Hände mit Seife in reinem
(destilliertem oder Regen-) Wasser, so wird die Haut
durch das bei der Zersetzung der Seife mit viel
Wasser frei werdende Alkali schlüpfrig, weich; ver-
wendet man jedoch Wasser, welches reich an Kalk-
oder Magnesiasalzen ist, so wird die Seife zunächst in
der Weise zersetzt, daß sich unlösliche fettsaure Kalk-
oder Magnesiasalze bilden, die Haut bleibt rauh,
"hart", wird nicht schlüpfrig oder erst, wenn ein Über-
schuß von Seife gebraucht wird, weil erst dann die
Abspaltung des freien Alkalis erfolgt.
Auf dieses Verhalten des Wassers zu Seife wurde
von Clark zuerst eine Methode der Bestimmung
der H. eines Wassers begründet. Gegenwärtig be-
stimmt man die H. des Wassers dadurch, daß man
gewichtsanalytisch den Gehalt desselben an alka-
lischen Erden bestimmt und denselben auf Kalk
(Calciumoryd) oder kohlensauren Kalk berechnet.
1 Teil Kalt in 100000 Teilen Wasser giebt 1 Härte-
grad. Es ist das der deutsche Härtegrad. Der franz.
Härtegrad bedeutet 1 Teil kohlensauren Kalt auf
100000 Teile Wasser, der englische 1 Teil kohlen-
sauren Kalk auf 70000 Teile Wasser.
Das gegenseitige Verhältnis der 3 Härtegrade ist:
1 deutscher ^ 1,25 engt. ^ 1,79 franz. Härtegrade
0,8 " -^ 1 " - 1,43 " "
0,56 " ^ 0,7 " -^ l " "
Da talkreiche Wässer beim Kochen meist einen
Teil des Kaltes durch Unlöslichwerden desselben
verlieren, so verändert sich die H. eines Wassers ge-
wöhnlich beim Kochen, es wird weicher. Man unter-
scheidet daher eine vorübergehende und (nach
dem Kochen) bleibendeH. Die H. eines Wassers
zu kennen ist von großer Bedeutung, da harte Wässer
gewisse Nachteile besitzen. Einmal bedingen sie einen
gesteigerten Verbrauch an Seife, dann machen sie
es unmöglich, Hülsenfrüchte weich zu kochen, da sich
in den Schalen derselben unlösliche Kalkverbindun-
gen bilden, endlich geben sie in Dampfkesseln Ver-
anlassung zur Bildung von Kesselstein.
Im allgemeinen wünscht man, daß ein branch-
bares Trink- oder Nutzwasser nicht mehr als 18-20
Härtegrade zeigt. Ist die H. größer, so empfiehlt
es sich dieselbe zu verringern, was je nach der Art,
in welcher die alkalischen Erden im Wasser gelöst
sind, aus verschiedene Weise geschehen kann. Meist
macht man Zusätze von kohlensaurem Natrium oder
gelöschtem Kalk, durch welche die im Wasser ent-
haltenen alkalischen Erden als unlösliche kohlen-
saure Salze ausgefällt werden.
' Hart ist banvtsäcklich Wasser aus kalkreichen Ge-
birgsformationen (Jura, Alpen), während Wasser
aus Urgebirgsformationen stets weich ist.
Hartebeest (Holland., "Hirschtier"), Kaama,
Ochsenantilope (LndaUg eaaina. Ouv., s. Tafel:
Antilopen III, Fig. 1), ein etwa 2 rn langer und
1,5 ui hoher Wiederkäuer aus der Familie der Anti-
lopen (s. d.) von hell rotbrauner Färbung, langem
und schmalem Kopfe; das Maul ist dem des Rindes
ähnlich. Beide Geschlechter haben an der Wurzel
dicke, schraubenförmige und zweimal geknickte Hörner
mit stumpfen Spitzen. Das H. bewohnt in mehrern
lokalen Nassen herdenweise ganz Afrika.
Härtefeld, f. Härtfeld. ^S. 105d).
Harte Haut, f. Auge (des Menschen, Bd. 2,
Harte Hirnhaut, s. Gehirn (Bd. 7, S. 677a).
Hartel, Wilh. Aug., Ritter von, Philolog, geb.
28. Mai 1839 zu Hof in Mähren, studierte in Wien,
war dann zwei Jahre Erzieher im Hause des Gra-
fen Lanckoroüsli und habilitierte sich 1866 in Wien
für klassische Philologie. 1868 erhielt er die Leitung
des philol. Proseminars, wurde 1869 zum außer-
ord. Professor ernannt, 1870 zum Mitglied der Prü-
fungskommission für Kandidaten des Gymnasial-
lehramtes, 1872 zum ord. Professor; 1874 übernahm
er die Redaktion der "Zeitschrift für österr. Gym-
nasien" und wurde Mitglied der Direktion des philol.
Seminars; 1879 gründete er mit Schenkt die "Wie-
ner Studien", eine Zeitschrift für klafsische Philo-
logie. 1882 wurde er durch Verleihung des Or-
dens der Eisernen Krone in den Adelstand erhoben,
1890 zum Direktor der k. k. Hofbibliothet und zum
lebenslänglichen Mitglied des Herrenhauses er-
nannt. H. veröffentlichte: "Homerische Studien"
(3 Tle., Wien 1871-74; Tl. 1 in 2. Aufl., Verl.
1873), "Demosthenische Studien" (2 Tle., Wien
1877-78), "Studien über attisches Staatsrecht
und Nrkundenwesen" (ebd. 1879), "über die griech.
Papyri Erzherzog Rainer" (ebd. 1886), "Kritische
Versuche zur 5. Dekade des Livius" (ebd. 1888),
"Patristische Studien" (4 Hefte, ebd. 1890). Ferner
gab er heraus das "Ni'eviarwin" des Eutropius
(Berl. 1872), Cyprians "Opera omnia" (3 Bde.,
Wien 1868-74), die "Opei-a" des Ennodius (ebd.
1882) sowie die "OpuZcnia" des Lucifer von Cagliari
(ebd. 1886). Die drei letzten Ausgaben sind Teile
des von der Wiener Akademie edierten "Oorpn^
gcriptoi-um 6cci68ia8tic0i'um", dessen Herausgabe
H. in Verbindung mit drei andern Mitgliedern der
Akademie leitet. Endlich bearbeitete H. die "Lidlio-
tN6(H pktl'UM Illtinoi nm lli8MN16N8i8", Bd. 1
(Wien 1887) und unterzog die "Griech. Schulgram-
matik" von Curtius in 17. bis 20. Aufl. (Lpz. 1888
-90) einer Umgestaltung. s(s. d.).
Härtet, Teilhaber der Firma Breitkopf &Härtel
Härten oder Härtung des Stahls, das Ver-
fahren, dem (^tahl den für manche Zwecke notwen-
digen hohen Grad von Härte zu erteilen. Dasselbe
besteht in dem Glühendmachen und darauffolgenden
raschen Abkühlen des Stahls. Die Art des Er-
hitzens (ob im Schmiedefeuer, in Muffelöfen, mit-
tels einer Gasflamme oder auf andere Weise) hängt
davon ab, wozu die zu härtenden Gegenstände ver-
wendet werden, welche Ausdehnung und Form sie
haben sollen, und ob man einen oder mehrere der-
selben zugleich härten will. Abkühlende Substanzen,
in die der zu härtende Stahl eingetaucht wird, sind
Wasser, schwache Sänren, Salzlösungen, Eis,
Siegellack, auch wohl ein kalter Luftstrom und, wo
sehr große Härte gewünscht wird, Quecksilber. Zur
Veurteilnng des sür irgend eine Stahlart ana.e?