Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

840
Hartgipsdielen - Hartig (Franz, Graf)
5)2 1cm uordnordöstlich von New-Haven, rechts des
bis hier für kleinere Dampfer schiffbaren Connecti-
cnt, an der Einmündung des Park-River, hat (1890)
53230 E., gegen 42 551 E. im 1.1880. Die Stadt
ist schön gebant, nnter den öffentlichen Gebänden ist
das Staatshans das hervorragendste; ferner das
^rinitv ^oU6F6 (200 Studenten) und 11i^> sclwu^
das Postamt, Stadthaus, Athenäum mit Bibliothek
und Sammlungen, die Episkopalkirche Zum guten
Hirten und zahlreiche Vankgebände. Wohlthätig-
keitsanstalten sind: das Taubstummenasyl, das
Krankenhans, Waisenhaus und die Irrenanstalt.
H. ist Sitz großer Feuer- und Lebensversichernngs-
gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 150
Mill. Doll.; die Industrie erstreckt sich vornehmlich
auf Maschinenban, Fabriken von Äxten, Schrauben,
Sämaschinen, Teppichen, Silberwaren und Stein-
gut. Berühmt ist Colts Feuerwasfenfabrik. - H.
wurde 1635 gegründet. Bis 1875 war die Gesetz-
gebung des Staates in geraden Jahren in New-
Haven, in ungeraden in H.; seitdem ist es die ein-
zige Staatshauptstadt.
Hartgipsdiclen, s. Gipsdielen.
Hartgummi, Ebonit, s. Gummiwarenfabri-
kation (S. 558 d).
Hartguß, Schalengusi oder Kapselgnß,
derjenige Eisenguß, welcher durch Eingicßen des
flüssigen Gußeisens in metallene Formen, sog.
Schalenformen oder Coquillen, hergestellt wird.
Durch die rasche Abkühlung des geschmolzenen Me-
talls an den Wänden der Form entsteht an der Ober-
stäche des Abgusses eine Schicht weihen, glasharten
Eisens, die nicht schwächer oder stärker als 10-
15 inm, im Bruch nicht scharf abgegrenzt sein, son-
dern strahlig in die weiche graue Grundmasse über-
gehen soll. Der H. findet zu den verschiedensten
Gegenständen, als Ambossen,Wagenrädern, Walzen,
Herzstücken für Weichen u. s. w. Verwendung; feit
1870 auch in großartigem Maßstabe zur Herstellung
schwerer, geschosisichercr Panzer für Vefesligungs<
zwecke. Das Grusonwerk in Vuckau, durch H. Gru-
son gegründet, verdankt insbesondere der Erfindung
und Ausbildung dieser zuletzt genannten Verwen-
dung des H. (Grusonmetall) seinen Weltruf.
Da die Hartgußgegenstände nur an einzelnen
Stellen hart fein, in ihren übrigen Teilen aber die
geringere Sprödigkeit und Leichtbearbcitbarkeit des
gewöhnlichen Gußeisens besitzen sollen, so pflegen
die zur Herstellung benutzten Gußformen auch nur
teilweise aus Gußeisen, im übrigen aus Sand, Masse
oder Lehm (s. Formerei und Gußformen) gefertigt
zu werden. Eine Gußsorm zu einer Hartgußwalze
besteht nur in dem mittlern Teile aus Gußeisen,
in den Zapfen aus Masse oder Lehm; bei jenen er-
wähnten Panzern wird nur diejenige Seite, welche
bei der Benutzung nach anßen gekehrt und der Ge-
schoßwirkung preisgegeben ist, in der gußeisernen
Form gegossen, während die übrigen Begrenzungen
der Gußform aus Masse gebildet werden. Nur die
eiserne Gußschale (Schalenform) läßt sich daher zu
mehrern Güssen benutzen; der übrige Teil der Gust-
form muß, wie alle derartige Gußformen, nach jedem
Gusse erneuert werden.
Hartgußgranaten, Granaten aus Eiscnhart-
gnsi (s. Hartguß) zum Schießen gegen Panzerplatten
(s. Geschoß, Bd. 7, S. 907 ii). Sie besitzen gegen-
über den jetzt vielfach statt der fchmiedeeifernen ge-
brauchten Platten aus Stahleisen (Compound-
platten) und aus reinem und Nickel- oder Chrom-
stahl nicht die genügende Haltbarkeit und müssen den
Stahlgranaten,die sich viel besser bewähren, weichen.
Hartha, Stadt in der Amtshauptmannschast
Döbeln der fächs. Kreishauptmannschaft Leipzig,
in 260 m Höhe, an der Nebenlinie Rvch^itz-Wald-
heim der Sächs. Staatsbahnen, hat (1890) 4235 E.,
darunter 47 Katholiken und 11 Israeliten, Post,
Telegraph; Leinen-und Varchentweberei, Stuhl-und
Wagenbauerei, Filzwaren-, Cigarren-, Perlmutter-
knopf- und Drahtlitzenfabrikation und Gneisbrüche.
Harthaknut, Hardeknut, König von Däne-
mark (1035-42) und von England (1040-42), der
rechtmäßige Erbe Knuts d. Gr. aus dessen Ehe mit
Emma, der Witwe Ethelreds des Nnberatenen, folgte
seinem Vater 1035 in Dänemark und ward im Süden
Englands als König anerkannt, während der Norden
sich für feinen Halbbruder Harold I. erklärte und auch
in Norwegen ein Sproß des alten Königshauscs den
Thron bestieg. Norwegen anfgebend, war H. im Be-
griff, sich gegen Harold zu wenden, als diefer starb
(1040) und ihm den Weg znm engl. Thron freimachte.
Die Unfähigkeit und Roheit diefer Söhne Knuts be-
reiteten der dän. Herrfchaft in England ein Ende.
Als H. beim Trunk, dem er sehr ergeben war, 8. Juni
1042 gestorben war, riefen die Großen den letzten
Sproß des westfächf. Haufes, Eduard (s. d.) den Ve-
kenner, auf den Thron.
Harthäutigteit des Rindes, auch Leder-
bindigkeit genannt, besteht darin, daß die Haut
ein struppiges, glanzloses Haarkleid trägt, sowie daß
eine emporgehobene Stelle derselben einige Zeit als
Falte stehen bleibt, anstatt, wie bei gesunden Tieren,
sich augenblicklich wieder zu verflachen. Die H. ist
ein Zeichen chronischer Ernährungsstörnng und wird
besonders bei dem schleichenden Verlaufe derTuber-
kulofe und Lecksucht (s. d.) beobachtet.
Hartheu, s. H^Lvicum.
Hartig, Franz, Graf, österr. Staatsmann, geb.
5. Juni )789 zu Wien, diente als Hofrat bei der
polit. Hofkanzlei, feit 1825 als Gouverneur von
Innerüsterreich. Befreundet mit Erzherzog Johann,
beförderte er das Wohl der Steiermark, übernahm
1830 die Verwaltung des Lombardisch-Venetiani-
schen Königreichs und wurde 1840 Staats- und
Konferenzminister. Sehr populär in Mailand,
wurde er 1848 zu fpät dorthin als königl. Kommissar
gesendet. Bald darauf ließ er anonym sein berühmt
gewordenes Buch "Genesis der Revolution in Aster-
reich" (3. Aufl., Lpz. 1851) erscheinen. Dies hatte
die Wirkung, daß H. nicht mehr im Staatsdienste
verwendet wurde; er zog sich in den Ruhestand zu-
rück, bis er 1860 in den verstärkten Neichsrat ge-
wählt ward, wo er eine hervorragende Rolle spielte.
In das ö'sterr. Herrenhaus 1861 berufen, gehörte
er bis zu feinem Tode, 11. Jan. 1865, der libera!-
centralistischen Partei an.
Sein Sohn Edm und, GrafH., geb. 2.Nov. 1812,
widmete sich zuerst der innern Verwaltung, dann
dem diplomat. Dienste (in Florenz, Paris, Cassel),
war 1852-56 Gesandter in Kopenhagen, dann bis
1859 in München. Seit 186l war er Mitglied des
böhm. Landtags und des Abgeordnetenhauses, 1867
- 68 Oberstlandmarschall von Böhmen, seit 1867
Mitglied des Herrenhauses. Er nahm hervorragen-
den Anteil an allen Debatten im Sinne des libe-
ralen Centralismns und war auch Berichterstatter
über wichtige Gesetze (Schulgesetz, Wehrgesetz). Er
starb 30. März 1883 in San Remo