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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hartmann (Ernst) - Hartmann (Julius von)
deutschen Apothekervcreins gewählt, beteiligte er sich
an der Verschmelzung desselben mit dem Süddeut-
schen Apothekerverein und gehörte daun dem Vor-
stande des Gesamtvereins an. 1874 wurde er in
die Reichs-Enquetekommission berufen, welche zeit-
g^ssmfte Reformen des Apothekerwesens beraten
sollte, wegen mangelhafter Vorbereitung aber resul-
tatlos verlief, wie H. in seiner Schrift "Beiträge
zur Ordnung des Apothekerwesens" (Magdeb.
1874) nachwies. In der Schrift: "Beleuchtung der
Denkschrift des Deutschen Pharmaceutenvereius"
sMagdeb. 1893) wendet er sich gegen die auch in
diesem Stand auftretenden soeialistischen Bestre-
bungen. H. machte sich auch durch seine "Hand-
verkaufstaxe für Apotheker" (7. Aufl., Magdeb.
1890) und seine "Apotheken-Buchführung" (Wien
und Lpz. 1888) verdient.
Hartmann, Ernst, s. Hartmann, Helene.
Hartmann, Gustav, Jurist, geb. 31. März 1835
zu Vechelde im Herzogtum Vraunschweig, studierte
zu Göttingen Rechtswissenschaft, habilitierte sich
1860 daselbst und wurde 1864 als ord. Professor
des röm. Rechts nach Basel, 1872 nach Freiburg,
1878 nach Göttingen, 1885 nach Tübingen berufen.
Von seinen Schriften sind zu erwähnen: "Zur Lehre
von den Erbverträgen und von den gemeinschaft-
lichen Testamenten" (Vraunschw. 1860), "über den
rechtlichen Begriff des Geldes und den Inhalt von
Geldschulden"'(ebd.1868), "Die Obligation" (Erlan-
gen 1875), "Internationale Geldschulden" (Freib.
i. Vr. 1882), "Jurist. Casus und seine Prästation"
(Jena 1884), "Leibniz als Jurist und Nechtsphilo-
soph" (Tüb. 1892).
Hartmann, Helene, geborene Schneeberg er,
Schauspielerin, geb. 14. Sept. 1845 in Mannheim,
debütierte daselbst 1860, kam 1864 an das Thalia-
theater in Hamburg, gastierte 1865 am Wiener
Burgtheater und ist seit 1867 Mitglied desselben.
Sie ist eine der besten Naiven der deutschen Bühne.
Grille, Hermance ("Kind des Glücks"), Helene ("Vor-
nehme Ehe"), Lorle ("Dorf und Stadt") gehören zu
ihren vorzüglichsten Rollen. Seit 1868 ist sie ver-
mählt mit dem Schauspieler Ernst H. Dieser, geb.
8. Jan. 1844 auf dem Gute die Verne bei Hamburg,
betrat 1861 die Bühne, bereiste mit einer kleinen
Gesellschaft die Ostfeeprovinzen und wurde 1864 für
das Vurgtheater engagiert, an dem er seit 1869 als
Regisseur wirkt. Clavigo, Prinz ("Emilia Galotti"),
Bolz, Heinrich V. sind seine Hauptrollen.
Hartmann, Jakob, Freiherr von, bayr. General
der Infanterie, geb. 4. Febr. 1795 zu Maikammer
in der Pfalz, wurde in den franz. Militärinstituten
zu Bonn und St. Cyr erzogen und trat 1811 als
Lieutenant in das 1. Regiment des Großherzogtums
Berg. Bei der Entwaffnung der Truppen des Rhein-
bundes 1814 kam H. in das franz. 27. Infanterie-
regiment und nahm an den Feldzügen 1814-15
gegen die Verbündeten teil. 1816 trat er als Ober-
lieutenant in bayr. Dienste, wurde 1818 zum Topo-
graphischeu Bureau und 1824 in den Generalstab
verscüt,ausdem er 1827 als Hauptmann zum Kriegs-
ministerium übertrat. Nach seiner Beförderung zum
Major wurde H. 1842 Adjutant des Kronprinzen,
1848 als Generalmajor Flügeladjutant des Königs,
1849 Brigadecommandeur und 1861 Generallieute-
nant. Als solcher führte er 1866 die 4. Infanterie-
division, mit der er 4. Juli selbständig das Gefecht
bei Roßdorf gegen die preuft. Brigade des Generals
von Wrangel lieferte, dessen Ausgang für ihn un-
glücklich war. Am 27. Juli war er bei der Be-
schießung von Würzburg beteiligt und lieferte tags
zuvor bei den Hettstä'dter Höhen ein Reitergefecht.
1867 zum Inhaber des 14. Infanterieregiments
ernannt und 1869 zum General der Infanterie be-
fördert, führte H. 1870-71 das 2. bayr. Armee-
korps. Am 4. Aug. erstürmte er Weißenbnrg und
veranlaßte zwei Tage darauf durch fein energisches
Vorgehen auf dem rechten Flügel den Beginn der
vom Oberkommando erst für den nächsten Tag be-
absichtigten Schlacht bei Wörth, in der er Frösck-
Weiler und Niederbronn nahm. Am 14. Aug. zwang
H. tne Festung Marsal zur Übergabe; an der Schlacht
bei ^edan 1. Sept. nahm er rühmlichen Anteil. Am
16., 17. und namentlich 19. Sept. errang er bei Cor-
beil und Petit-Vicetre die ersten Erfolge vor Paris
und eroberte das durch General Ducrot verteidigte
Plateau MoulindelaTour(Chatillon). Der König
von Bayern erhob ihn 1871 in den erblichen Frei-
hcrrenstand. Nach Beendigung des Krieges führte
H. das Generalkommando des 2. bayr. Armeekorps
in Würzburg und starb 23. Febr. 1873. Ihm zu
Ehren führt feit 1884 das Fort II vor Ingolstadt
den Namen Fort Hart mann.
Hartmann, Johan Peter Emilius, dän. Kom-
ponist, geb. 14. Mai 1805 in Kopenhagen, studierte
Jurisprudenz, dann Musik als Schüler von Weyse
und Siboni; von den Ausländern übten Spohr und
Marschner auf ihn den größten Einfluß. . H. folgte
dem Vater als Orgauist der Garnisonskirche seiner
Vaterstadt, erhielt nach Weyses Tode denselben
Posten an derFrueKirke und ward zugleich als Lehrer
der Musiktheorie und des Orgclspiels am dortigen
Konservatorium angestellt. Als Dirigent (seit 1839)
des 1836 gegründeten Musikvereins sowie des Stu-
dentengesangvereins (seit 1842) hat er zur Hebung
des musikalischen Lebens in Dänemark Bedeutendes
geleistet. Von seinen Werken, von denen die meisten
sich durch einen anziehenden nationalen Klang aus-
zeichncn, sind hervorzuheben: die Opern "Ravnen"
(1832), "Corsarerne" (1835) und "Liden Kerstin"
(1846), das Melodrama "Gnldhornene" (1832), die
Ballette "Valkyrien" (1861) und "Thrymskirden"
(1868), die Ouvertüre zu "Axel og Valborg" und
"Correggio"; ferner "Dryadens Vryllup" für Soli,
Chor und Orchester; Sonaten, Kantaten, Suiten
für Piano und Violine u. a.
Hartmann, Julius von, preuh. General der Ka-
vallerie, geb. 2. März 1817 zu Hannover, trat 1834
in Aschersleben in das preuh. 10. Husarenregiment
ein, wurde 1835 zum Offizier ernannt, war 1839
-42 zur Allgemeinen Kriegsschule, 1844-47 zum
Topographischen Bureau und 1848 zum Großen
Generalstabe kommandiert. Als Hauptmann nahm
er 1849 im Generalstabe am Feldzuge in Baden
teil. 1850 befand sich H. im Auftrage des prcuß.
Ministeriums des Auswärtigen in Schleswig-
Holstein, worauf ihn verschiedene militär. Komman-
dos nach Böhmen, Sachsen und Schlesien führten.
Im Febr. 1851 kam er zum Stäbe des 3. Armeekorps,
1853 als Major zum Großen Generalstabe, 1856
wurde er Commandeur des 2. Dragonerregiments,
das er bis 1857 befehligte, worauf er als Chef der
Abteilung für Armeeangelegenheiten im Kriegs-
ministcrium den Armeereorganisationsplan bear-
beiten half, den er auch als Regierungskommissar
im Landtag vertrat. Nach der Ernennung Roons
zum Kriegsminister wurde H. Juni 1860 Chef des
Generalstabes beim 6. Armeekorps. Am I.Iuli