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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hartwig - Hartzenbusch
Schlesien und 1834 zum Rcgicrungs- und Baurat
in Danzig ernannt. In dieser Stellung vollendete
er die Molenbauten in der Ostsee bei Neufahrwasser
und die mit dem Durchbruch der Weichsel in die Ost-
see bei Neusähr verbundenen Arbeiten, baute das
bischöfl. Schloß in Pelplin und restaurierte die Kirche
daselbst. 1845 bereiste H. Belgien, England und
Frankreich und schied behufs Übernahme des Baues
der Stargard-Posener Eisenbahn aus dem Staats-
dienst. 1849 wurde er zum Mitglied der Oberbau-
deputation und zum Oberbaurat und vortragenden
Rat im Handelsministerium, sodann 1855 zum Geh.
Oberbaurat ernannt. Zur Übernahme der Erweite-
rungsbauten der Rheinischen Eisenbahn schied H.
1856 zum zweitenmal aus dem Staatsdienst. Diese
Stelle bot ihm Gelegenheit zur Entfaltung einer aus-
gedehnten Thätigkeit (Bogenbrücke über den Rhein
bei Koblenz, Seiltrajekte bei Griethausen und Bonn)
und die Möglichkeit, zahlreiche Neuerungen in das
Leben zu rufen, die teils seiner eigenen Erfindungs-
gabe, teils unmittelbarer Anschauung der engl. Eisen-
bahnverhältnisse ihren Ursprung verdankten, so die
Verwendung der von ihm erfundenen sog. Hartwich-
Schiene, welche auf Lokalbahnen ausgedehnte An-
wendung gefunden hat, und die Einführung von
Centralweichenapparaten nach engl. Vorbild auf der
Rheinischen Bahn. 1870 wurde H. als Wirkl. Geh.
Oberregierungsrat in das Bundes-, resp. Reichs-
kanzleramt berufen, woselbst er vorwiegend mit der
Beschaffung des Eisenbahnmaterials für Kriegs-
zwecke und später für die Reichseifenbahnen in El-
saß-Lothringen thätig war. Von 1872 bis 1875
wirkte H. als Vorsitzender der Deutschen Eisenbahn-
Baugesellschaft für die .Verstellung der Berliner
Stadtbahn und einer größern Zahl noch fehlender
Bahnverbindungen Deutschlands, welche in den
folgenden Jahren fast durchgängig von der preuh.
Regierung gebaut wurden. Er starb 17. März 1879
in Berlin. In Broschüren und Zeitschriften, ins-
besondere in der "Zeitschrift für Bauwesen" hat H.
eine große litterar. Thätigkeit über das Eisenbahn-
wesen entwickelt. Außerdem veröffentlichte ernament-
lich: "Die Brücke über die Wartbe bei Wronke" lvon
H. entworfen, Wien 1852), "Erweiterungsbauten
der Rheinischen Eisenbahn" (3 Abteil., Berl. 1864
-67; Abteil. 1: "Die Rheinbrücke bei Koblenz",
2. Aufl. 1869), "Denkschrift, betreffend die Herstel-
lung einer Eisenbahn, welche Berlin durchschneidet,
u. s. w." (ebd. 1872), "Bahn durch Berlin über Char-
lottenburg nach Potsdam" (anonym, ebd. 1873),
"Aphoristische Bemerkungen über das Eisenbahn-
wesen" (2. Aufl., ebd. 1874), "Bemerkungen über die
Schiffahrts- und Vorfluts-Verhältnisse in und bei
Berlin" (ebd. 1874), "Mitteilungen über die Unter-
nehmungen der deutschen Eisenbahngesellschaften
und deren jetzige Lage; insbesondere mit Rücksicht
auf den Bau der Berliner Stadtbahn" (ebd. 1876),
"Bemerkungen über den bisherigen Gang der Ent-
wicklung des Eisenbahnwesens u. s. w." (ebd. 1877).
Hartwig, Otto Peter Konrad, Geschichtsforscher
und Literarhistoriker, geb. 16. Nov. 1830 zu Wich-
mannshausen in Hessen, studierte in Marburg, Halle
und Göttingen Theologie und Philologie, wurde
1857 zweiter und kurz darauf erster Repetent an der
theol. Stipendiatenanstalt zu Marburg und folgte
1860 einem Rufe an die deutsch-evang. Gemeinde
zu Messina, wo er bis 1865 als Prediger und Lehrer
wirkte. 1866 wurde H. Lehrer am Gymnasium zu
Rinteln, 1867 Sekretär und später Unterbibliothekar
der Universitätsbibliothek in Marburg, 1876 Vor-
steher der Universitätsbibliothek zu Halle, seit 1889
mit dem Titel als Geh. Regierungsrat. H. ver-
öffentlichte: "ll6nricu8 äo I^Qgonswin, äiew8 än
IiÄLäiH" (Marb. 1857), "Aus Sieilien. Kultur-
und Geschichtsbilder" (2 Bde., Cass. 1867 -69),
"lüoäex ^uri8 municipal^ 8ici1mo" (Heft 1: "Das
Stadtrecht von Messina", Gott. 1867), "Die Über-
setzungslitteratur Unteritaliens in der normann.-
staufischen Epoche" sLpz. 1886), "8u11a äiita. äs^i
8poii8g1i 6i ^rri^o VI con 1a ^08tgnx3, 6tc." (mit
Amari, Rom 1878), "Quellen und Forschungen zur
ältesten Geschichte der StadtFlorenz" (2Bde., Marb.
und Halle 1875 - 80). Außerdem besorgte H. eine
Ausgabe der Briefe der Charlotte Diede (f.d.) fowie
des Gedichtes "Die Zukunft" von Fr. L. von Stol-
berg, einer Florentiner Chronik, der von Laura Gon-
zenbach gefammelten "Sicil. Märchen" (2 Bde.,
Lpz. 1870) mit einer Einleitung und der nach-
gelassenen Auffätze R. Paulis mit dessen Bio-
graphie. Auch giebt H. (anfangs mit K. Schulz)
das von ihm gegründete "Centralblatt für Biblio-
thekswefen" heraus sLpz. 1884 fg.).
Hartzenbusch, Juan Eugenio, span. Dichter,
geb. 6. Sept. 1806 zu Madrid, wo sein Vater, aus
Schwadorf in der Nähe von Köln gebürtig, als
Kunsttischler lebte und mit einer Spanierin ver-
heiratet war. H. studierte erst Theologie, wandte
sich aber der Malerei zu und versuchte sich daneben
in lyrischen Gedichten. Als der Vater in Geistes-
zerrüttung verfiel, erarifs H. das Tischlerhand-
werk. Dabei übersetzte er aber mehrere Stücke aus
dem Französischen und Italienischen und bearbei-
tete einige altspan. Komödien, von denen zwei mit
Beifall aufgeführt wurden. Der Bürgerkrieg zwang
ihn zur Aufgabe feines Gewerbes; er erlernte die
Tachygraphie und wurde 1835 als Schnellschreiber
der Regierungszeitung angestellt. Da sein Drama
"1.08 KIU3M68 äo Israel" (1837) eine günstige Auf-
nahme fand, widmete er sich von nun an ausschließ-
lich der Litteratur; durch eine Anstellung bei der
kö'nigl. Bibliothek zu Madrid erhielt er später eine
gesicherte Stellung. 1847 ward H. Mitglied der
Akademie und
welchen Posten er bis zu seinem Tode, 2. Aug. 1880,
bekleidete. H. ist einer der talentvollsten unter dcn
neuern dramat. Dichtern Spaniens. Unter seinen
Stücken sind nächst den "^nimit63 dei^ruLi" (Madr.
1836; deutsch von Seubert, Lpz.1873) hervorzuheben:
das Drama "Dona Nenoia." (1838), die Komödien
"I^a. reäoma "ncg.ntg.ci3." (1839), "1^08 po1vo3 ä61a.
ilig.äro ^oleLtina" (1839), "1.3. vi^onkria" (1840),
die Dramen "^150^80 61 ca.8to" (1841), "^riniöro
50" (1842), "Honoris (1842), "N1 dackillei' ^Isil-
äa.riä,8" (1842); die Komödien "1.3. co^a, ^ oi eu-
coFiäo" (1843), ""luan äs 1a8 Viüg.8" (1844; Gotha
1865), "1^2. ingcire äs I'sia^o" (1846), "1^ ^rclii-
<1nciiio3itH" (1854) und die Dramen "Vidu. por
Iiom-g." (1854) und "N1 mal az)08w1 ^ ei Iinon 1a.-
clron" (1860). Nach H.s Tode erschien noch "1i6-
lioäoill. 0 61 amui' 6N3.iiim'Hä0" (1880). Um das
altspan. Theater machte H. sich verdient durch die
Ausgaben der Werke des Tirso de Molina (12 Bde.,
Madr. 1839-50), des Calderon (4 Bde., ebd. 1848
-50), des Ruiz de Alarcon (ebd. 1852) und des Lope
de Vega (4 Bde., ebd. 1853-60). Später veröffent-
lichte H. auch "Ou6nto8 ^ t'Hduig.8" (2 Bde., Madr.
1861), sowie "Odi-a.8 6800^163.8" (nebst Biographie
H.s, 2 Bde., ^pz. 1865; 2. Aufl. 1876) und "Odras