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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hauchbilder - Hauenstein
terdirektor, 1860 Theatercensor. Er stard 4. März
1872 in Rom. Schon in seinen ersten dramat. Ver-
suchen ("Contrasterne", 1816, und "Nosaura",1817)
entwickelte H. ein Talent, das mehr in die Tiefe ging
als der Gewandtheit der Form nachstrebte. Hervor-
ragend durch gute Charakterzeichnung sind seine Tra-
gödien "Basazet", "Tiberius" (1828; deutsch, Lpz.
1880), "Gregor VII." und "Don Juan", ferner "Karl
den Femtes Död", "Maastrichts Beleiring" (1832;
deutsch, Lpz. 1834), "Svend Grathe" (1841), "Marsk
Stig" (1850), "Kongens Undling" (1858) und
"Henrik af Navarra" (1863). Zwei kleinere dramat.
Stücke, "Mren tabt og vunden" (Kopenh. 1851) und
"Söstrene paa Kinnekullen" (ebd. 1849), wurden
mit Beifall auch in Teutschland und Schweden auf-
geführt. Eine Sammlung seiner "Dramatiske Voer-
ker" (3 Bde., 1852-59) hat H. selbst veranstaltet.
Durch das episch-dramat. Gedicht "Hamadryaden"
(1830; 2. Aufl. 1856) erwarb er sich die Anerken-
nung Tiecks und Schuberts. Auch seine "Lyriske
Digte" (Kopenh. 1842), "Lyriske Digte og Roman-
cer" (186l) und "Nye Digtninger" (1869) enthalten
viel Gelungenes. Ebenso bekundete H. als Roman-
schriftsteller in "Wilhelm Zabern" (1834), "Guld-
mageren" (Kopenh. 1836; 2. Aufl. 1851), "En polsk
Familie" (2Bde.,1839),"SlottetvedMinen"(2Bde.,
Kopcnh. 1845), "Robert Fulton" (2 Bde., 1853),
"Valdemar Seier" (1862), "Charles de laBussiere"
(1860) u. s. w. ein ungewöhnliches Talent. Die
autobiographischen "Minder) (2 Bde., Kopenh. 1867
-71) behandeln seine Jugend. In Deutschland er-
schien "Die nordische Mythenlehre" (Lpz. 1848).
Eine Sammlung seiner ästhetisch-kritischen Arbeiten
gab er in drei Bänden (1855 - 69) heraus. Nach
H.s Tode erschienen "Samlede Ncmaner og For-
tällinger" (7 Bde., Kopenh. 1873-74), "Samlede
Digte" kamen 1890 fg. heraus. - Vgl. G. Bran-
des, Danske Digtere (Kopenh. 1877).
Hauchbilder,verschiedenephysik.Erscheinungen.
DieeineArtH. oderTaubildcr, 1842vonMoser
entdeckt und später von Waidcle erklärt, entstehen,
wenn man z. V. ein Petschaft auf eine polierte Me-
tallplatte stellt, dasselbe nach einiger Zeit entfernt
und hierauf jene Verührungsstellen anhaucht; es
zeigt sich dann auf der Platte ein Taubild der Gra-
vierung des Petschaftes. Dies kommt daher, das;
durch das Aufliegen der Petfchaftfläche verschiedene
Änderungen in der Lufthaut (f. Absorption) an der
Oberfläche der Platte sich ergeben haben, wodurch
bewirkt wird, daß die angehauchten Wasserdämpfe
sich an jenen Berührungspunkten und an der frei
gebliebenen Fläche der Platte in entsprechend ver-
schiedenen Graden kondensieren. Erhitzt man das
Petschaft und jene Platte und befreit sie dadurch
von der Lufthaut, so können die H. nicht zu stände
kommen. Anderer Art sind die elektrischen H.
<S. Elektrische Bilder.) . Milder.
Hauchfiguren, elektrische, s. Elektrische
Hauck, Albert, luth. Theolog, geb. 9. Dez. 1845
zu Wassertrüdingen in Mittelsranken, studierte in
Erlangen und Berlin, wurde 1874 Pfarrer in
Frankenheim, 1878 außerord., 1882 ord. Professor
in Erlangen, 1889 in Leipzig, 1891 ordentliches
Mitglied der königl. Gesellschaft der Wissenschaften.
Er schrieb: "Tertullians Leben und Schriften" (Er-
langen 1877), "Die Vischofswahlen unter den Mero-
wingern" (ebd. 1883), "Kirchengeschichte Deutsch-
lands" (3 Tle., Lzp. 1887-93). Nach Plitts Tode
trat h. 1881 in die Redaktion der neuen Bearbei-
tung der "Rcalcncyklopädie sür prot. Theologie und
Kirche" ein, die er nach Herzogs Tode seit 1883
allein herausgab (Bd. 11-18).
Haue, Werkzeug, soviel wie Derel (s. d.).
Haue, in der Müllerei, s. Mahlmaschinen
Hauen der Feilen, s. Feile (Bd. 6, S. 633H).
Hauendes Schwein, in der Jägersprache Be-
zeichnung sür drei- und mehrjährige Keiler (männ-
liche Schweine), sonst auch gleichbedeutend mit
Hauptschwein (über fünfjähriger Keiler).
Hauenschild, Richard Georg Spill er von,
als Dichter bekannt unter dem Namen Max Wal-
dau, geb. 10. März 1825 zu Breslau, widmete sich
daselbst dem Studium der Rechte, das aber bald
gegen neuere Sprachen, Geschichte und Philosophie
in den Hintergrund trat. Nachdem er seine Stu-
dien in Heidelberg fortgesetzt, bereiste er Deutsch-
land, die Schweiz, Frankreich, Belgien und Italien
und besuchte dann noch eine Zeit lang die Land-
wirtschaftliche Akademie zu Proskau, bis ihn die Be-
wegung von 1848 auf sein Familiengut Tscheidt bei
Vauerwitz in Oberschlesien zurückrief, wo er 20.Jan.
1855 starb. H. gehörte zu den begabtesten Dichtern
aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, deren
Werken die Nachwirkungen des Wiener Kongresses
und die Iulirevolution, zuletzt das 1.1848, die eigen-
tümliche Färbung gaben. Außer der Jugendarbeit
"Ein Elfenmärchen" (Heidelb. 1847) erschienen von
ihm "Blätter im Winde" (Lpz. 1847), "Kanzonen"
(ebd. 1848), die elegischen Verse "O diese Zeit! Kan-
zonen" (Hamb. 1850), ferner die kleinen Epen "Cor-
dula. Graubündner Sage" (ebd. 1851; 2. Aufl. 1855)
und "Nahab" (ebd. 1855), die sich alle durch Pracht
der Sprache und Wahrheit des Gefühls auszeichnen.
Die allgemeine Aufmerksamkeit aber erregten H.s
humoristische Romane "Nach der Natur" (3 Bde.,
Hamb. 1850; 2. Aufl. 1851) und "Aus derIunker-
welt" (2 Bde., ebd. 1850). Schriftstellerisches Vor-
bild war für sie Jean Paul; in socialer und polit.
Beziehung gehören sie der freisinnigsten Richtung
an; H. will Aristokratie und Demokratie in edlem
Menschentum vereinigen. Seine Nachbildung der
provencal. "Sirvente von Pcyre Cardinal" (Hamb.
1850) bekundet eingehende Studien über das Zeit-
alter der Troubadours.
Hauenstein, zweiIurapässe auf der Grenze der
schweiz. Kantone Basel und Solothurn. Die Straße
über den ObernH., 31 kin lang, führt von Liestal
(s. d.) als Straßenbahn zu dem alten Städtchen
Waldenburg, steigt dann als Poststraße zu dem
Kurorte Langenbruck aus der Pahhöhe (718 m) hin-
auf, senkt sich südwestlich in das Thal der Dünnern
und erreicht durch die malerische Valsthalcrklus die
Station Önsingen der Centralbahnlinie Olten-
^olothurn-Viel. DieUntere Hauensteinstrahe steigt
von Liestal südöstlich durch das Thal der Ergolz
nach Sissach, wendet sich nach S., erreicht die Paß-
höhe (695 m) bei dem Eolothurner Dorfe H. und
senkt sich in Windungen über Trimbach nach Ölten.
Früher eine der belebtesten Poststraßen der Schweiz,
dient sie seit Eröffnung der Linie Bafel-Ölten,
die zwischen Läufelfingen und Trimbach mit einem
2700 ui langen Tunnel (Hauensteintunnel) den
Untern H. durchbricht, nur dem Lokalverkehr.
Hauenstein, Stadt im bad. Kreis und Amts-
bezirk Waldshut, am Rhein und an der Linie Bafel-
Schaffhausen (Station Albert-H.) der Vad.Staats-
bahncn, bat (1890) 152 E., Postagentur und Fern-
sprechverbindung. H. ist die kleinste Stadt Deutsch-