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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hechte - Hocker (Friedr. Karl Franz)
Fleisch ist geringer als das des Kabeljaus (s. d.)
und wird meist zu Stockfisch verarbeitet.
Hechte (^Lociä^) bilden jetzt unter den Fischen
eine besondere Familie der Schlundblasenfische (s. d.).
Die hierher gehörigen Fische sind sehr gefräßig,
leben vom Raube und haben einen kurzen Darm-
kanal ohne anhängende Blinddärme. Die Rücken-
flosse steht sehr weit nach hinten, meist gerade über
der Afterflosse, und die Oberkinnlade wird vorn
durch den Zwischenkiefer, hinten durch den Oberkiefer
gebildet. Die Gattung Hecht (^80x) ist durch flache,
stumpfe Schnauze, kleine Zähne im Zwischenkiefer,
große Zechelzähne im Gaumen und lange Zähne im
Unterkiefer ausgezeichnet. Aus dieser Gattung, von
welcher es in Nordasien und Nordamerika noch viele
Arten giebt, ist der gemeineHecht (^8ox woins
L.-, s. Tafel: Fisch e I, Fig. 1) im mittlern und nördl.
Europa allgemein verbreitet, kommt aber in Spanien
und Süditalien nicht vor; dagegen wird er noch
in Nordasien und Nordamerika gefunden. Seine
Gefräßigkeit, Kühnheit und Stärke weisen ihm un-
ter uusern Raubsischen des süßen Wassers die erste
Stelle an, denn er wird nicht allein allen mäßig
großen Fischen gefährlich, sondern fällt auch junge
Schwimnwögel und Wasserratten an. Man fängt ihn
meist mit Angeln oder harpuniert auch die großen
H. bei Fackelschein. Sein Wachstum geht schnell vor
sich; am Ende des ersten Jahres ist er bereits 26 cm,
im dritten Jahre 50 cm lang, im höchsten Falle wird
er bis gegen 2 in lang. Junge einjährige H. sind
meist von vorherrschend grünlich er Färbung (Gras -
hechte). Die größten H. werden jetzt in Südruh-
land, besonders in der Wolga gefangen, wo sie nicht
selten 15-20 kx schwer sind. Auch soll der Hecht
ein sehr hohes Alter erreichen. Die Fruchtbarkeit
des Hechtes ist gleichfalls bedeutend; in einem acht-
pfundigen Hecht hat man 148 000 Eier gezählt. Zum
Laichen geht er im März oder April gern in seichte
Bäche und Gräben. Da, wo der Hecht sehr häusig ist,
wie in der Oder, Spree, Havel und an den deutschen
Ostseeküsten, wird er auch eingesalzen (Salzhecht)
und ist ein nicht unbedeutender Handelsartikel.
Hechtgebiß, bei Pferden eine Gebihform, bei
der die Schneidezähne des Unterkiefers über die des
Oberkiefers hinwegstehen. ^s. Alligator.
Hechtkaiman,hechtschnauzig erAlligator,
Hechtkopf beim Pferde ist durch eine Einbiegung
der Nase charakterisiert und stellt somit den Gegen-
satz des Namskopfes (s. d.) vor. Der H. sindttsich
nur bei edlern Pferden.
Heck, unseemännisch auch Spiegel genannt, die
hintere Fläche eines Schiffs. Bis zur Mitte des
17. Jahrh, waren die H. platt und eckig aufgebaut,
dann begann man ihre Ecken abzurunden und sie
zu wölben, nicht allein wegen des bessern Aus-
sehens, sondern auch aus Sicherheitsrücksichten, da
eine bei Sturm von hinten auflaufende und gegen
das H. prallende See dieses bei platter Form
leichter zerschmetterte als bei runder. Die H. um-
schließen die Kajüten des Kapitäns und wurdeu
deshalb vielfach mit Fenstern, auf größern Kriegs-
schiffen auch außen mit Galerien versehen, auf
denen man sich in freier Luft ergehen konnte. Die
runde Form des H. ist seit den letzten Jahrhunderten
beibehalten, nur bei den Panzerschiffen und den
modernen Kreuzern baut man das Hinterteil der
Schiffe spitz und in ähnlicher Form wie das Vorder-
teil, damit die feindlichen Geschosse nur unter einem
spitzen Winkel aufschlagen können und dadurch be-
deutend an Durchschlagskraft verlieren. Die neuen
Schnelldampfer haben ein sog. Schildtrötendeck
am H., um das Ablaufen der von hinten das Schiff
überflutenden Wellen zu erleichtern. Am H. ist ge-
wöhnlich eine Verzierung und der Name des Schiffs
angebracht. Unter dem H. liegen der Hintersteven
und bei Schraubendampfern noch der Rudersteven
(s. Steven). Einzelne Kriegsschiffe haben im H.
einen Schraubenbrunnen, worin die Schiffsschraube
geheißt wird, wenn das Schiff segeln will.
^eek., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Joh. Jak. Hecket (s. d.).
Hecke oder lebendigerZaun,s. Einfriedigung.
Heckel, Joh. Jak., Ichthyolog, geb. 22. Jan.
1790 zu Mannheim, wurde 1820 Präparator am
Hofnaturalienkabinett zu Wien, 1836 erster Auf-
seher, 1851 Kustosadjunkt an demselben und starb
1. März 1857 zu Wien. Er veröffentlichte außer
zahlreichen Abhandlungen in Fachzeitschriften:
"Fifche aus Kaschmir" (mit von Hügel, Wien 1838)
und die "Sühwasserfifche der österr. Monarchie" (mit
Kner, Lpz. 1858).
Heckemünze (Heckemünzstätte), die in
Deutschland im 17. Jahrh, sehr häusigen unberech-
tigten Münzstätten, in denen die Geldfabrikation
als gewinnbringendes Geschäft oft mit den un-
lautersten Mitteln und in großem Maßstabe be-
trieben wurde. Da zur Beschaffung des nötigen
Edelmetalls Bergwerke nicht zur Verfügung standen,
wurden die ältern guten Münzsorten massenhaft
aufgewechfelt, eingeschmolzen und bedeutend gering-
haltiger wieder ausgeprägt. Die gegen dieses Un-
wesen erlassenen kaiserl. Edikte blieben in den un-
ruhigen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges und
bei der Parteinahme vieler Landesfürsten und son-
stigen Münzstttnde wirkungslos, da die Einnahmen
aus der Verpachtung der Münzstätten für die fürstl.
Hofhaltungen sehr bedeutend waren. Die Blütezeit
der H. war die Periode des tiefsten Verfalls des
deutschen Münzwesens. (S. Kipper und Wipper.)
Heckenbraunelle, s Braunelle.
Heckenfeuer, auch Nottenfeuer, hieß im
Gegensatz zum gleichzeitigen Feuer oder der Salve
einer Infanterieabteilung diejenige Feuerart, bei
der die einzelnen Rotten ihr Feuer ohne Rücksicht
auf die Nebenrotten und ohne jedesmaliges Kom-
mando, jedoch fo abgaben, daß die Leute derselben
Rotte miteinander abwechselten.
Heckenkirschen, s. ^ouicsi-a.
Heckenrose oder Hundsrose, s. Rose (botan.).
Heckenfame, s. Ui6x.
Heckensänger (8)'1via. FHiactoäoL ^em.),
Baumnachtigall, ein lerchengroßer, die Länder
um das Mittclmeer bewohnender Singvogel.
Heckenschere, s. Gartengeräte (Bd. 7, S. 556a).
Heckensträucher, diejenigen Gehölze, die wegen
ihrer reichen Verästelung schon von unten auf, fowie
wegen ihrer Bewaffnung und ihrer Willigkeit, sich
unter der Schere in bestimmten Grenzen zu halten,
zur Anlage von Grünzäunen zum Schutze der Gär-
ten geeignet sind. (S. Einfriedigung.)
Heckenweißling, s. Baumweisiling.
Heckenwinde, s. (^ouvoivuwL. Wedigung.
Heckenzaun oder lebendiger Zaun, f. Ein-
Hecker, Friedr. Karl Franz, Führer der bad.
Revolution, geb. 98. Sept. 1811 zu Eichtersheim
im Vadifchen, studierte in Heidelberg die Rechte
und wurde im Dez. 1838 Obergerichtsadvokat zu
Mannheim. Im Juli 1842 in die bad. Kammer