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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hedera - Hedwig (die Heilige)
Causerien "X3.i6iä08il0i)" und auch "va^^rö-
nikor" bekannt gemacht. Neben diesen schreibt er
lebendige, auf Selbstudium und wirkliches Mit-
fühlen gegründete Schilderungen aus dem schwed.
Bauernleben. In Buchform erschienen: "Kkisi-
äoLkop. <Hvää6n oeli 0livää6n" (3. Aufl., Stockh.
1885), "I<iuä ock oijuä (ikvLi- växiauäs äinnkn" (ebd.
1886), "Vstt ocli ovßtt" (ebd. 1887), "8v6N8ka dil-
ä6i- 0ck vi-HNAdiläer" (ebd. 1888), "Viä ti6mm6t8
d5rä" (2. Aufl., ebd. 1889), "^ru ^Vkstei'd61-33
inHelioräOrillFar" (4. Aufl., ebd. 1890), "I 8V6N8ka
donäkkkm" (4. Aufl., ebd. 1890), "Xoinmin^tßi-n
i (Hvi8iinF6" (2. Aufl., ebd. 1891), ".loua"I)nrman8
t68tHM6nt6)) (ebd. 1892) und "I^röken ^61111^8 Kon-
äitiouLl" (ebd. 1893). Eine Sammlung "I ^^61-
ä08k0p" wurde von P. Hansen (Kopenh. 1888) ins
Dänische übersetzt, eine andere ins Deutsche u. d.T.
"Allerlei Leute" von Alex. v. Krusenstierna (Lpz.
1892;4. Aufl. 1893).
"sützra,, Pflanzengattung, s. Epheu.
Hederich (Ii9.pi19.11u8 rapliani^tinin ^.), Pstan-
zenart, s. Rettich; H. wird auch der Ackersenf (s. 81-
napi8) genannt.
Hödervar, Klein-Gemeinde iin ungar. Komitat
Raab, auf der kleinen Schüttinsel, hat (1890) 928
magyar. E., Post und ein schönes Schloß mit an-
sehnlicher Bibliothek. H., ursprünglich Hedrichs-
burg, wurde der ungar. Stammsitz eines 1141 aus
Tirol eingewanderten Adelsgeschlechts, derGrafen
vonHöoervary, die in der männlichen Linie er-
loschen sind. Den Namen führt der Schwiegersohn
des letzten Hcdervary als Khuen-Hedervary (seit
1883 Banns von Kroatien) fort. ^S. 860d).
Hedefpinnerei, s. Flachsspinnerei (Bd. 0,
Hedio (Heid), Kasp., Mitbegründer der Refor-
mation in Straßburg, geb. 1494 zu Ettlingen in
Baden, studierte zu Freiburg und Basel, winde in
Basel durch Capito für die Reformation gewonnen
und ging 1523 als Leutpriester am Münster nack
^traßburg. Hier wirkte er im Verein mit Matthias
Zell, Capito und Vucer eifrig für die Einführung
der Reformation. Auch führte er die Reformation
im Gebiete des Grafen von Fürstcnberg durch, nahm
(1529) am Marburger Gespräch teil sowie 1543 an
der Kölner Reformation. Als Straßburg 1548 das
Interim annahm, legte H. sein Amt am Münster
nieder und wurde Nachmittagsprcoiger am Domi-
nikanerkloster. Er starb 17. Okt. 1552 an dcr Pest.
H. übersetzte Schriften von Ambrosius. Augustinu^,
Chrysostomus, gab das "(^ironi^on Il!"i"cr^6N86))
(von ihm von 1230 bis 1535 fortgesetzt) und das
"Oin-onicon t^6rin3.nic"iln" heraus. - Vgl. Spind-
ler, II., 688^1 dwArapinline (Straßb. 1864).
Hedionda, La, Schwefelbad, s. Cascnes.
Hedlinger, Joh. Karl, Stempelschneider, geb.
28. März 1691 zu Schwyz, erlernte die Anfänge der
Kunst bei dem Münzmeister Krauer, dem cr nach
Luzern und nach Pruntrut folgte, wo er sich zuerst
in Porträtmedaillen versuchte. Zu seiner weitern
Ausbildung ging er hierauf nach Nancy, dann nach
Paris, 1718 nach Stockholm, wo er Direktor der
königl. Münze wurde. Von 1726 bis 1728 hielt er
sich auf Urlaub in Italien, 1735-37 in Petersburg
auf. Von 1741 bis 1744 lebte er in der Schweiz,
wohin er auch 1745, nachdem er in Stockholm seine
Entlassung genommen hatte, zurückkehrte. Er starb
14. März 1771 in Schwyz. H. war einer der größ-
ten Meister seines Fachs, in der Technik vielleicht
der ausgezeichnetste seit dem Erlöschen der antiken
Kunst. Gute Abbildungen seiner Werke enthalten
die "(Luvl68 äu cksvÄlier H." (hg. von Mechel,
2 Tle., Bas. 1776-78). - Vgl. Amberg, Der Me-
dailleur Joh. Karl H. (Einsiedeln 1887).
Hedonik, Hedonismus, die Begründung der
Ethik auf das Princip der Lust (grch.kEäone); ins-
besondere die Lehre der Kyrenaiker (s. d.), die danach
auch Hedonik er hießen.
Hedoniker, Hedonismus, s. Hedonik.
Hödouin (spr. edüäng), Edmond, franz. Maler
und Radierer, geb. 16. Juli 1820 zu Voulogne-sur-
Mer, war in Paris Schüler von Nanteuil und Dela-
rocke. Zu seinen bekanntesten Gemälden gehören:
Die Holzhacker in den Pyrenäen (1844), Arabisches
Kaffeehaus, Frauen im Ossauthal (1850), Ahren-
leserinnen vom ^turm überrascht (1857; im Lurem-
bourg zu Paris), Schweinemarkt in St. Iean-de-Luz
(1875). Als Radierer lieferte er fünf Blätter nach
Bidas Zeichnungen zu den Evangelien, sechs Blätter
zu Sternes "Empfindsame Reise" u. s. w. Er starb
12. Jan. 1889 zu Paris.
Hedrich, Frauz, s. Meißner, Alfred.
Hedschas oder Hidschäz, Landschaftim nördl.
Teil der arab. Westküste, am Roten Meer vom Golf
von Akabah an bis etwa 19" nördl. Br., bildet ein
türk. Wilajet mit 250000 ykm und 300000 E.
Im O. begrenzt durch die unabhängigen Central-
staaten und die Sandwüstc Nefud, umfaßt H. die
^üstcncbt'ne von El-Lith im ^. bis Akra im N.
sowie den Abfall des Hochlandes des Innern, mit
1800-1900 m hohen Bergen. Im allgemeinen
von granitischem Untergrund, besitzt es auch zahl-
reiche Decken von Eruptivgestein, z. B. zwischen
Mekka und Medina. Zahlreiche Wadis, Trocken-
bctten, durchziehen H. Das Klima ist heiß und
trocken, die Vegetation drängt sich in den wenigen
Oasenlandschasten zusammen. Eine Menge unab-
hängiger Bedninenstämme bewohnen das Land,
zum Teil vom Raube der Karawanen lebend, im
ganzen etwa 27000 Köpfe stark. Die türk. Regie-
rung unterhält in H. eine starke Macht von 13 Ba-
taillonen Infanterie und Gendarmerie, sowie 1 Re-
giment Festungs- und 1 Regiment Fußartillerie im
Gebirge; 6 Kriegsschiffe kreuzen im Roten Meer.
Die Verwaltung erfordert einen Zuschuß von
23984971 Piaster setwa 4440000 M.). Für die
Unterhaltung der Land- und Seemacht werden
14^2 Mill. Piaster ausgegeben, für die der heiligen
Orte 6 Mill. Piaster.
Hedschr, El-Hcdschr, s. Hidschr.
Hedschra, s. Hidschra.
^se^,/'., s. Hki.t/.
Hedwig oder Iadwiga, Königin von Polen,
Tochter des Königs Ludwig d. Gr. von Ungarn und
Polen. Durch Verfügung des Vaters (gest. 1382)
sollte das Reich ungeteilt auf ihre älteste Schwester
Maria, die Verlobte des spätern Kaisers Sigis-
mund, übergehen; aber die Polen erhoben, um selb-
ständig zu bleiben, H. zu ihrer Königin und ver-
mählten sie 1386 mit dem Großfürsten Iagelw von
Litauen. Iagello, der nun das röm. Christentum und
den Namen Wladislaw annahm, und H. (gest. 1399)
wurden so die Stammeltern der bis 1572 über Polen
regierenden Iagellonischen Dynastie.
Hedwig, die Heilige, Herzogin von Schlesien,
geb. 1174, Tochter des Grafen Berthold IV. von
Meran, aus dem Geschlecht der Grafen von Andechs.
Erzogen im Kloster Kitzingen, wurde sie im 12. Jahre
mit Herzog Heinrich I., dem Bärtigen, von Nieder-