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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hefner-Alteneck – Hegel (Georg Wilh. Friedr.)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Heffter (Mor. Wilh.)'

«Der Weltkampf der Deutschen und Slawen» (Hamb. und Gotha 1847), «Die Religion der Griechen und Römer» (2. Aufl., Brandenb. 1848), «Geschichte des Klosters Lehnin» (ebd. 1851), «Geschichte der lat. Sprache» (ebd. 1852; Zusätze 1855).

Hefner-Alteneck, Friedrich von, Sohn des folgenden, geb. 27. April 1815 zu Aschaffenburg, besuchte die technischen Hochschulen in München und Zürich. Von 1867 bis 1890 bei Siemens + Halske in Berlin thätig, zuletzt als Oberingenieur, ist er der Urheber vieler aus dieser Firma hervorgegangenen Konstruktionen. Die hervorragendsten derselben sind: der 1873 aus dem Siemensschen Cylinder-Induktor entstandene Trommel-Anker für Dynamomaschinen (s. d., Bd. 5, S. 652a): mehrere elektrische Lampenkonstruktionen, darunter vornehmlich 1879 die sog. Differentiallampe (s. Bogenlicht), ferner 1883 die zu allgemeiner Benutzung gelangte und als «Hefner-Licht» bekannte Lichteinheit (s. Normalkerze), endlich 1890 die Vereinigung von elektrischem Uhrenbetrieb und Regulierung mit centralen Anlagen für elektrische Beleuchtung u. s. w.

Hefner-Alteneck, Jak. Heinr. von, Kultur- und Kunsthistoriker, geb. 20. Mai 1811 zu Aschaffenburg, widmete sich dem Studium der Kunstgeschichte, insbesondere der des Mittelalters. 1885 erhielt er den Titel als Professor der Zeichnungskunde; 1853 wurde er Konservator der vereinigten Kunstsammlungen zu München und Mitglied der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, 1863 Konservator des königl. Kupferstich- und Zeichnungskabinetts, 1868 Generalkonservator der Kunstdenkmale Bayerns und Direktor des Bayrischen Nationalmuseums. 1886 trat er in den Ruhestand. Er veröffentlichte: «Trachten des christl. Mittelalters» (3 Abteil., Mannh. und Frankf. a. M. 1840–54), im Verein mit Becker «Kunstwerke und Gerätschaften des Mittelalters und der Renaissance» (Frankf. a. M. 1848–62; beide Werke in 2. Aufl. zu einem verschmolzen, 10 Bde., ebd. 1879–90), «Hans Burgkmaiers Turnierbuch nach Maximilians I. Anordnung» (ebd. 1854–56), «Die Burg Tannenberg und ihre Ausgrabungen» (mit Wolf, ebd. 1850), «Eisenwerke oder Ornamentik der Schmiedekunst des Mittelalters und der Renaissance» (2 Bde., ebd. 1861–87), «Original-Entwürfe deutscher Meister für Prachtrüstungen franz. Könige» (Münch. 1865), «Originalzeichnungen deutscher Meister des 16. Jahrh.» (Frankf. a. M. 1889), «Die Kunstkammer des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern» (Münch. 1866–73), «Ornamente der Holzskulptur von 1450 bis 1820 aus dem bayr. Nationalmuseum» (Frankf. a. M. 1881), «Deutsche Goldschmiedewerke des 16. Jahrh.» (ebd. 1890).

Hefteisen, s. Glas (S. 41a).

Heftlade, s. Buchbinderei (Bd. 3, S. 650a).

Heftpflaster (Emplastrum adhaesivum), ein Pflaster von besonderer Klebkraft. Nach dem Deutschen Arzneibuch wird es bereitet aus 100 Teilen einfachem Bleipflaster, je 10 Teilen gelbem Wachs, Dammarharz und Kolophonium und 1 Teil Terpentin. Die größern Fabriken stellen H. oft nach eigenen, gut bewährten Vorschriften her. Das H. findet als Verbandmittel zur Vereinigung getrennter Teile, zur Applikation von Druckverbänden, zum Festhalten von Verband- und Arzneistoffen sowie als Schutz- und Deckmittel der Haut Anwendung.

Heftzwecken, s. Reißnägel.

Hegar, Alfred, Arzt und Kliniker, geb. 6. Jan. 1830 zu Darmstadt, studierte in Heidelberg, Berlin ↔ und Gießen Medizin, ließ sich 1852 als praktischer Arzt in seiner Vaterstadt nieder und wurde 1864 ord. Professor der Gynäkologie und Direktor der gynäkologischen Klinik an der Universität Freiburg i. Br., in welcher Stellung er sich wesentliche Verdienste namentlich um die Gynäkologie erwarb. Außer zahlreichen Journalaufsätzen veröffentlichte er im Verein mit Kaltenbach: «Operative Gynäkologie» (3. Aufl., Stuttg. 1886); ferner «Die Kastration der Frauen vom physiol. und chirurg. Standpunkt aus» (Lpz. 1878), «Ignaz Philipp Semmelweiß, sein Leben und seine Lehre" (Freiburg 1882).

Hegar, Friedrich, Komponist, geb. 11. Okt. 1841 in Basel, erhielt in seiner Vaterstadt den ersten Musikunterricht, die weitere Ausbildung am Leipziger Konservatorium und später in London und Paris. Nachdem er 1860 in Warschau als Konzertmeister bei Bilse, hierauf in Gebweiler (Elsaß) Musikdirektor gewesen war, siedelte er 1863 nach Zürich über, wo er als Direktor der Abonnementskonzerte der Allgemeinen Musikgesellschaft, des «Gemischten Chor Zürich» sowie der von ihm gegründeten Musikschule sich hervorragende Verdienste erwarb, deren Anerkennung 1889 ihren Ausdruck dadurch fand, daß ihn die philos. Fakultät der Universität Zürich zum Doktor honoris causa ernannte. H. ist als Komponist bekannt geworden durch Balladen für Männerchor, die in ihren kühnen und packenden Malereien ebenso neu als bedeutend sind. Von größern Werken H.s sind gedruckt: ein Violinkonzert und ein Oratorium «Manasse». Beachtung verdienen auch seine Lieder mit Klavierbegleitung.

Hegau, Landschaft im südl. Schwaben, zwischen dem Bodensee, dem Rhein und der Donau, jetzt größtenteils zu Baden gehörig, mit vielen Burgruinen auf den Basaltkegeln, wie Hohenhöwen, Hohenstoffeln, Hohenkrähen, Hohentwiel u. s. w.

Hege, in der Jägersprache die Wildpflege.

Hegel, Georg Wilh. Friedr., Philosoph, geb. 27. Aug. 1770 zu Stuttgart, wurde teils durch Privatlehrer, teils auf dein dortigen Gymnasium für die Universität vorbereitet und widmete sich dann in dem theol. Stift zu Tübingen 1788–93 dem theol. und philos. Studium. In das Studium der Philosophie wurde er teils durch die Alten, teils durch die Kantischen Schriften eingeführt. Nachdem er seine Studien durch das theol. Kandidatenexamen abgeschlossen hatte, lebte er als Hauslehrer in Bern (1793–96), dann in Frankfurt a. M. (1797–1800). Diese Zeit war für seine Entwicklung einflußreich durch histor. und polit. Studien. Allmählich jedoch wurde die Philosophie, die damals nach einer kurzen Alleinherrschaft des Kantischen Kriticismus einen raschen Umschwung durch Fichte und Schelling erfahren hatte, immer entschiedener der Mittelpunkt seiner Arbeiten. Anfang 1801 habilitierte er sich in Jena als Docent der Philosophie, wurde daselbst 1806 außerord. Professor der Philosophie, ging aber noch in demselben Jahre, nachdem die Schlacht von Jena alle dortigen Verhältnisse gestört hatte, nach Bamberg, wo er eine polit. Zeitung redigierte, bis er im Herbst 1808 Rektor des Gymnasiums zu Nürnberg wurde. Im Herbst 1816 wurde er Professor der Philosophie in Heidelberg und 1818 berief man ihn an Fichtes Stelle nach Berlin. Er starb daselbst 14. Nov. 1831 an der Cholera. 1871 wurde ihm zu Ehren in Berlin hinter der Universität ein Denkmal (Bronzebüste von Bläser) errichtet.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 946.