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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Helmhühner - Helmstadt

gesammelt erschienen (Lpz. 1882‒83). Eine neuere in Weimar gehaltene Rede ist: «Goethes Vorahnungen kommender naturwissenschaftlicher Ideen» (Berl. 1892).

Helmhühner, Haushühner mit nicht sehr voller, nach oben zugespitzter und nach vorn überneigender Haube, z. B. das Brabanter Huhn (s. Haubenhühner).

Helmichthyīden, s. Kahlbäuche.

Helmina, Dichtername von Wilhelmine Christiane von Chézy (s. d.).

Helmínth, Helmintholith (von Volger nach seinen wurmförmigen Gestalten so benannt), eigentümliches chloritähnliches Mineral, das in der Form ganz kleiner, gewundener und verdrehter, rhombischer oder sechsseitiger Prismen häufig dem Bergkrystall, Adular, Periklin, Titanit u. s. w., namentlich bei den alpinen Vorkommnissen dieser Mineralien auf- oder eingestreut ist; es ist grün und fettglänzend auf den prismatischen, silberweiß und metallartig perlmutterglänzend auf den basischen Flächen, nach denen es leicht spaltet.

Helminthen, s. Eingeweidewürmer.

Helminthiăsis, s. Wurmkrankheiten.

Helmintholīth, Mineral, s. Helminth.

Helmintholŏgie (grch.), die Lehre von den Eingeweidewürmern.

Helmkakadu, s. Rabenkakadus.

Helmkasuar, s. Kasuar.

Helmkleinod, Zimier, Helmschmuck, Helmzeichen, Helmzier, in der Heraldik ein auf dem Helm plastisch angebrachtes Unterscheidungsmittel der Wappen, das oft auch in geistigem und bildlichem Zusammenhang mit dem bezüglichen Wappen steht. Als unmittelbare Vorläufer der Kleinodhelme sind die bis zu Anfang des 13. Jahrh. mit Figuren bemalten Topfhelme (s. Helm, S. 17 a und 18 b) anzusehen. Das Kleinod tritt erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. als feststehender Bestandteil der Geschlechtswappen auf. Die Verbindung desselben mit dem Helm wird durch den kranzartigen farbigen Wulst oder durch die Krone hergestellt.

Helmkolibri (Oxypogon Lindeni Gould; s. Tafel: Kolibris, Fig. 8) heißt eine wenig farbenprächtige Art der Kolibri (s. d.), oben und unten von ziemlich gleichmäßiger graubrauner, mattgrün überflogener Färbung mit geringem Metallschimmer. Beim Männchen erhebt sich auf dem Kopfe eine hohe, spitze Haube, die in der Mitte aus weißen, an den Seiten aus schwarzen Federn besteht. Von den Schnabelwinkeln herab reichen bartartig verlängerte weiße Kehlfedern. Die Länge beträgt 14 cm, die des Schwanzes 7 cm. Der H. bewohnt die hohen Gebirge Venezuelas zwischen 3000 und 4000 m.

Helmkraut, s. Utricularia.

Helmkrone, in der Heraldik die ausschließlich zur Krönung der Wappenhelme verwendete Krone. Ursprünglich königl. Gnadenzeichen, zeigt die H. die Form der alten einfachen königl. Krone (s. Kronen), übereinstimmend mit der norddeutschen Adelskrone. (S. Tafel: Kronen Ⅱ, Fig. 1.)

Helmlin (Visierhelm), s. Helm (S. 17 b).

Helmold, Geschichtschreiber des 12. Jahrh., wurde in Holstein geboren und war Landpfarrer zu Bosau am Plönersee. Von seinem Lehrer Gerold, dem ersten Bischof von Lübeck, wurde er aufgemuntert, die Bekehrung der benachbarten Slawen historisch darzustellen. Er that dies in dem Werke «Chronica Slavorum», worin er über die Predigt des eifrigen Vicelin, die Thaten Heinrichs des Löwen, die Kolonisation der eroberten Wendenländer und die Begründung der neuen Bistümer wertvolle Nachrichten giebt, wenngleich oft ohne hinreichende Prüfung der ihm mündlich zugehenden Erzählungen. Sein Werk schließt 1171 und ist bis 1209 fortgesetzt von Arnold, dem ersten Abt des Lübecker Johannisklosters. Die Chronik ist 1868 neu herausgegeben von Lappenberg im 21. Band der «Monumenta Germaniae» und im Separatabdruck der «Scriptores rerum Germanicarum» (Hannov. 1868), übersetzt von Laurent (Berl. 1852; 2. Aufl. von Wattenbach, Lpz. 1889). – Vgl. die Dissertationen von Voelkel (Gött. 1873), Hirsekorn (Halle 1874), Regel (Jena 1883); ferner: Wattenbach, Geschichtsquellen, Bd. 2 (6. Aufl., Berl. 1893).

Helmond, wohlhabender Ort in der niederländ. Provinz Nordbrabant, unweit der Aa, dem Süd-Wilhelmskanal und der Bahnlinie Eindhoven-Venlo, hat (1891) 9328 E., bedeutende Kattunfabriken und Färbereien, Cigarrenmanufaktur und ein 1492 erbautes Schloß.

Helmont, Joh. Bapt. van, Arzt und mystischer Theosoph, geb. 1577 zu Brüssel, studierte in Löwen mit solchem Erfolg Medizin und Chirurgie, daß er daselbst bereits in seinem 17. Jahre als öffentlicher Lehrer auftreten konnte. Doch gab er bald die Medizin auf, verließ sein Vaterland und irrte 10 Jahre in der Welt umher, 1609 zog er sich auf sein Gut Vilvorde bei Brüssel zurück. Hier beschäftigte er sich bis zu seinem Tode mit chem. Arbeiten und mit dem Studium kabbalistischer und anderer mystischer Schriften. Dies führte ihn dahin, eine mystische, aus naturphilos. und mediz. Elementen gemischte Theorie aufzustellen. Er entdeckte das Laudanum des Paracelsus, den Hirschhorngeist und die Kohlensäure, auch führte er den Namen «Gas» in die chem. Terminologie ein. Schließlich wollte er die ganze schulwissenschaftliche Medizin umstoßen; aber was er an deren Stelle setzte, war noch unsicherer als alles Bisherige. Er nahm Geister bei seinen Erklärungen zu Hilft, ließ alles durch chem. Prozesse entstehen und berücksichtigte in seiner Krankheitslehre vorzugsweise den Magen und Unterleib. Nach ihm wird das Leben von einer Grundkraft, die er Archeus nennt, und von andern untergeordneten Kräften regiert. Er starb 30. Dez. 1644. Seine Werke erschienen u. d. T. «Ortus medicinae» zu Amsterdam (1648 u. ö.; die beste Ausgabe ist die von 1652). – Vgl. Spieß, H.s System der Medizin (Franks. 1840); Rommelaere, Études sur J. B. van H. (Brüss. 1868); Kopp, Geschichte der Chemie, Bd. 1 (Braunschw. 1843).

Sein jüngster Sohn, Franciscus Mercurius van H., geb. 20. Okt. 1614, gest. 1699 in Berlin, hinterließ mehrere theosophische Schriften, erwarb sich auch um die Physiologie der Sprache und um den Unterricht der Taubstummen Verdienste. – Vgl. Broeckx, Le baron François Mercure van H. (Antwerp. 1870).

Helmrose, s. Helm (S. 18 a).

Helmschmuck, s. Helmkleinod.

Helmsiegel, in der Heraldik Siegel, die nur den Helm, nicht den Wappenschild berücksichtigen.

Helmstadt, Marktflecken im Bezirksamt Marktheidenfeld des bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, 7 km von der bad. Grenze, 16 km westlich von Würzburg, in 320 m Höhe, hat (1890) 1072 kath. E., Postexpedition, Fernsprechverbindung, Kriegerdenkmal; bedeutenden Weizen- und Gerstebau, Schweine- ^[folgende Seite]