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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Henlein; Henley; Henna; Henne; Henne am Rhyn; Henneberg

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Henlein - Henneberg (Grafschaft)

Vorträge" (Heft 1 - 2, Braunschw. 1876 - 80), "Grundriß der Anatomie des Menschen" (mit Atlas, ebd. 1880; 2. Aufl. 1883), "Das Wachstum des menschlichen Nagels und des Pferdehufs" (mit 5 Tafeln, Gött. 1884). Außerdem lieferte H. die Berichte über Pathologie 1838 - 42 in Müllers "Archiv für Anatomie, Physiologie u. s. w.", in Cannstatts "Jahresbericht" die über allgemeine Anatomie 1846 - 49, über specielle und allgemeine Anatomie 1838 - 55. Letztere setzte er in der von ihm 1841 mit Pfeufer begründeten "Zeitschrift für rationelle Medizin" (bis 1871) fort. -Vgl. Merkel, Jakob H. (Braunschw. 1891).

Henlein, Peter, s. Hele.

Henley (spr. hennlĕ), H. upon Thames, Stadt und Municipalborough an der Südgrenze der engl. Grafschaft Oxford, an der Themse, von den Höhen der Chiltern Hills umgeben, hat (1891) 4913 E. und ist bekannt durch die von London aus viel besuchten Ruderwettfahrten (Anfang Juli).

Henna, Farbstoff, s. Alkannawurzel.

Henna, alte Stadt in Sicilien, s. Enna.

Henne, das Weibchen des Hahns, s. Hühner; überhaupt Name für das Weibchen hühnerartiger Vögel.

Henne am Rhyn, Otto, Kulturhistoriker, geb. 26. Aug. 1828 zu St. Gallen (Schweiz) als Sohn des Historikers und Dichters Anton Henne (geb. 1798, gest. 1870), studierte in Bern, wurde 1852 Sekretär bei der Regierung des Kantons St. Gallen, 1857 Professor an der Kantonsschule, 1859 Staatsarchivar. H. siedelte 1872 nach Leipzig über, wo er die Freimaurerzeitung redigierte, leitete 1877 - 79 den "Boten aus dem Riesengebirge" zu Hirschberg und trat dann in die Redaktion der "Neuen Züricher Zeitung". Er habilitierte sich 1882 an der Universität Zürich und ist seit 1885 wieder Staatsarchivar in St. Gallen. Er schrieb: "Geschichte des Kantons St. Gallen" (St. Gallen 1863), "Geschichte des Schweizervolks und seiner Kultur" (3 Bde., Lpz. 1865 - 66; 3. Aufl. 1879), "Kulturgeschichte der neuern Zeit" (3 Bde., ebd. 1870 - 72), "Die deutsche Volkssage" (2. Aufl., Wien 1879), "Darstellung des positiven Freimaurerrechts" (im Verein mit andern, Lpz. 1877), die Bearbeitung des 4. (Supplement-) Bandes des "Handbuchs der Freimaurerei" (ebd. 1879), "Allgemeine Kulturgeschichte von der Urzeit bis zur Gegenwart" (6 Bde., ebd. 1877 - 79), sein Hauptwerk, "Kulturgeschichte des Judentums" (Jena 1880; 2. Aufl., u. d. T. "Kulturgeschichte des jüd. Volks", 1892), "Das Jenseits" (Lpz. 1881), "Die Kreuzzüge und die Kultur ihrer Zeit" (ebd. 1883 - 84), "Gottfried Kinkel. Ein Lebensbild" (Zür. 1883), "Kulturgeschichte des deutschen Volks" (2 Bde., Berl. 1886; 2. Aufl. 1893), "Kulturgeschichtliche Skizzen" (2. Aufl., ebd. 1889), "Das Buch der Mysterien" (3. Aufl., Lpz. 1890), "Die Kultur der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" (2 Bde., 2. Aufl., Danz. 1890; neue Ausg., Königsb. 1892), seine Autobiographie ("Deutsche Denker", Bd. 8, Danzig 1890), "Die nationale Einigung der Deutschen" (Hannov. 1891), "Der Teufels- und Hexenglaube" (Lpz. 1892), "Das Christentum und der Fortschritt" (ebd. 1892), "Die Frau in der Kulturgeschichte" (Berl. 1892), "Die Gebrechen und Sünden der Sittenpolizei" (Lpz. 1893), "Eine Reise durch das Reich des Aberglaubens" (ebd. 1893).

Henneberg, ehemalige gefürstete Grafschaft in Franken, verdankt ihren Ursprung den Popponen, einem alten Gaugrafengeschlecht im Grabfelde, welche seit Anfang des 11. Jahrh. ihr aus Stücken jenes aufgelösten Gaues gebildetes Territorium nach ihrer 9 km südwestlich von Meiningen, seit dem Bauernkriege 1525 in Trümmern liegenden Burg H. nannten, dasselbe bald erweiterten, bald aber auch durch Erbteilungen und Veräußerungen schmälerten. Ein Sohn des Grafen Poppo I. (gest. 1078) von H., Gottwald I., erwarb dazu im Anfange des 12. Jahrh. das Burggrafentum Würzburg und vererbte es auf seine Nachkommen, die ihre Besitzungen verschiedentlich teilten. So stiftete der als Minnesänger unter dem Namen Otto von Botenlauben (s. d.) bekannt gewordene Graf Otto II. (gest. 1244) zu Ende des 12. Jahrh. die bald wieder erloschene Nebenlinie zu Bodenlaube. Poppo VII., der seit 1211 allein die Regierung führte, vermählte sich in zweiter Ehe mit Jutta, der Tochter des Landgrafen Hermann von Thüringen und Witwe des Markgrafen Dietrich von Meißen, und erhielt dadurch das Erbfolgerecht der thüring. Allodialgüter. Von seinen Söhnen wurde Hermann I., der 1260 die Herrschaft Schmalkalden erhielt, Stifter der Henneberg-Coburger Linie, die aber schon 1291 erlosch, während Heinrich III. (gest. 1262) die Stammlinie weiter führte. Die Söhne Heinrichs III. stifteten 1274 die Linien Henneberg-Hartenberg-Römhild (erloschen 1378), Henneberg-Aschach (später, nach Absterben der ältern Linie, Henneberg-Römhild genannt und 1549 erloschen), aus der Graf Berthold (s. d.), der Sohn Georgs I., 1484 Erzbischof von Mainz wurde, und Henneberg-Schleusingen, welche letztere bei weitem die bedeutendste wurde. Heinrichs III. Enkel, Berthold VII. (geb. 1272, gest. 1340), von der Schleusinger Linie, war einer der bedeutendsten Staatsmänner seiner Zeit. Er diente schon unter König Albrecht dem Reiche, war 1308 Bevollmächtigter Kurbrandenburgs und Kursachsens bei der neuen Königswahl, wurde von Heinrich VII. nebst dem Erzbischof Peter von Mainz mit der Verwaltung Böhmens betraut und bewährte sich unter Ludwig dem Bayern als Statthalter Brandenburgs,als Vormund des kaiserl. Prinzen Ludwig, als Vermittler zwischen dem Kaiser und Friedrich von Österreich sowie als Hauptstütze des Kaisers im Kampfe gegen die Kirche. Sein Land erhielt die Reichsfürstenwürde, die jedoch nie in den Titel aufgenommen wurde, brachte 1312 die 1291 an Brandenburg gefallenen Landesteile der Henneberg-Coburger Linie wieder an sich, wovon jedoch das meiste, namentlich die "Pflege Coburg", bald wieder durch Erbtöchter dem Hause entfremdet wurde, und führte 1340, um Zersplitterungen vorzubeugen, die Majoratsfolge ein. Endlich beerbte diese Linie 1549 noch kurz vor ihrem eigenen Erlöschen den tiefverschuldeten Aschach-Römhilder Zweig. Graf Wilhelm V., der auf diese Weise den ganzen Länderkomplex seines Hauses vereinigte, schloß, um sich von Schulden zu befreien, 1554 mit Herzog Johann Friedrich dem Mittlern von Sachsen, dessen Brüdern und Hessen einen Erbvertrag, durch den das Ernestinische Haus die Anwartschaft auf H. erhielt. Demzufolge nahm, als 1583 mit seinem Sohne Georg Ernst, dem Stifter des Schleusinger Gymnasiums, das Hennebergische Haus erlosch, Kurfürst August von Sachsen, der 1573 Anwartschaft auf fünf Zwölfteile der Erbschaft erhalten hatte, das Land (etwa 1870 qkm) für sich und seine Mündel, die Herzöge von Sachsen-Weimar, in Besitz. Nur Schmalkalden wurde kraft Recesses von 1521 an Hessen überlassen, nachdem es diese Herrschaft seit 1360 mit den Grafen von H. in