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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hermann (Karl Heinr.) - Hermannsdenkmal
meisten Verbreitung unter seinen Arbeiten erhielt
das treffliche "Lehrbuch der griech. Antiquitäten",
welches in drei Teilen die Staatsaltertümer (Heidelb.
1831), die gottesdienstlichen Altertümer (ebd. 1846)
und die Privataltertümer (ebd. 1852) behandelt und
in vier Bänden von Blümner, Dittenberger, H.
Droysen, A. Müller, Thalheim und Thumser neu
herausgegeben wurde (Freib.i.Vr. 1882 fg.). Ferner
veröffentlichte er "Geschichte und System der Plato-
nischen Philosophie" (Bd. 1, Heidelb. 1839) und
eine Ausgabe der Platonischen Schriften (6 Bde.,
Lpz. 1851-52) u. a. Seine "Kulturgeschichte der
Griechen und Römer" gab K. G. Schmidt heraus
<2 Bde., Gott. 1857-58). - Vgl. Lechner, Zur Er-
innerung an Karl Friedrich H. u. a. (Berl. 1864).
Hermann, Karl Heinr., Maler, geb. 6. Jan.
1802 zu Dresden, machte dort seine ersten Studien,
die er seit 1821 in München und in Düsseldorf unter
Cornelius fortsetzte. Später begleitete er Cornelius
nach München. Unter seinen eigenen Kompositio-
nen sind besonders die Fresken zu Wolfram von
Eschenbachs "Parzival" im Königsbau zu nennen.
H. wurde 1844 nach Berlin berufen, um die Ent-
würfe Schinkels für die Vorhalle des Museums
auszuführen. Doch trat er bald von dieser Arbeit
zurück und malte Fresken in der Klosterkirche zu
Berlin und in der Stadtkirche zu Oschatz und ein
umfängliches Ölgemälde: Ostermorgen, in der
Matthäikirche zu Berlin. Von H. erschien (Gotha
1852) ein Cyklus von Zeichnungen, "Bilder zur
deutschen Geschichte", in 15 Blättern. Er starb
30. April 1880 zu Berlin.
Hermann, Konrad, Philosoph, Sohn von Gott-
fried H., geb. 30. Mai 1819 zu Leipzig, studierte
in Leipzig und Berlin, habilitierte sich 1849 als
Privatdocent der Philosophie an der Universität
Leipzig und wurde 1860 außerord., 1881 ord.
Honorarprofessor daselbst. Er schrieb: "Grundriß
einer allgemeinen Ästhetik" (Lpz. 1857), "Philos.
Grammatik" (ebd. 1858), "Geschichte der Philosophie
in pragmatischer Behandlung" (ebd. 1867), "Philo-
sophie der Geschichte" (ebd. 1870), "Die Ästhetik in
ihrer Geschichte und als wissenschaftliches System"
(ebd. 1875), "Die Sprachwissenschaft nach ihrem
Zusammenhange mit Logik, menschlicher Geistes-
bildung und Philosophie" (ebd. 1875), "Der Gegen-
satz des Klassischen und des Romantischen in der
neuern Philosophie" (ebd. 1877), "Hegel und die
logische Frage der Philosophie in der Gegenwart"
(ebd. 1878), "Die deutschen Studenten. Ein dra-
mat. Gedicht" (ebd. 1877).
Hermann, Luoimar, Physiolog, geb. 21. Okt.
1838 zu Berlin, studierte daselbst 1855-59 Medi-
zin, habilitierte sich 1865 dort als Privatdocent
der Physiologie, wurde im Herbst 1868 ord. Pro-
fessor der Physiologie an der Universität Zürich
und Herbst 1884 inKönigsberg. Er schrieb: "Grund-
ris; der Physiologie" (Berl. 1863; 10. Aufl. als
"Lehrbuch", ebd. 1892), "Lehrbuch der erperimen-
tellen Toxikologie" (ebd. 1874), "Untersuchungen zur
Physiologie der Muskeln und Nerven" (3 Hefte, ebd.
1867-68). Auch gab er in Gemeinschaft mit zahl-
reichen Physiologen heraus das "Handbuch der
Physiologie" (6 Bde., Lpz. 1879-83).
Hermannsbad, f Lausigk.
Hermannsburg, Dorf im Kreis Fallingbostel
des preuh. Neg.-Vez. Lüneburg, in der Lünevurger
Heide, im Örtzethal, hat (1890) 1578 E., Post, Tele-
graph, eine alte, von Hermann Billung erbaute !
Kirche, mit Glocken von 1496 und 1681, 2 Kreuz-
kirchen (1878 und 1886), 2 Missionshäuser mit
Druckerei und Buchhandlung, Missionsschule, Wai-
senhalls, landes- und freikirchliche Schulen; Spar-
und Vorschußverein, Holzhandel mit den See-
städten und in der Nähe bedeutende Kieselgurlager.
H., 825 vom Mönch Landolf gegründet, ist bekannt
durch die von Ludwig Harms hier begründeten Mis-
stonsanstalten und durch die hier vollzogene Sepa-
ration von der luth. Landeskirche Hannovers. (S.
Hermannsburger Mission und Separation.)
Hermannsburger Mission und Separa-
tion. Ludwig Harms (s. d.) trennte sich 1819 von
der norddeutschen Heidenmission und nahm den Mis-
sionsbetricb selbständig in die Hand. Seine Kolo-
nialideen mußten aber bald als unausführbar aufge-
geben werden, doch bestehen Stationen in Natal, in
Australien, Neuseeland und Indien. (Vgl. Her-
mannsburger Missionsblatt, und Speckmann, Die
Hermannsburger Mission in Afrika, Hamb. 1876.)
Sein Bruder und Nachfolger Theodor Harms
(s. d.) weigerte sich, die aus Anlaß des Civilstands-
gesetzes vom Konsistorium veränderte kirchliche Trau-
ordnung anzuerkennen, weil er die kirchliche Trauung
allein als gültige Kopulation ansehen wollte. 1877
des Amtes entsetzt, trat er mit seiner Gemeinde aus
der hannov. Landeskirche und bildete eine separiert-
liith. Gemeinde. Da auch noch an andern Onen sein
Beispiel Nachahmung fand, entstand ein Syno-
dalverband separiert-luth.
Gemeinden, von denen
Hermannsburg die größte
ist. 1878 untersagte das
Konsistorium die übliche
landeskirchliche Kollekte
für die Hermannsburger
Mission und sagte sich da-
mit offen von ihr los.
Seit 1885 sind die alten
Verbindungen mit derLan-
destirche wiederhergestellt
und die Hermannsburger
Mission wird wieder von
den landestirchlichen Ge-
meinden unterstützt. Da-
gegen haben sich 1892 zwei
von Hermannsburger Ko-
lonisten begründete Ge-
meinden in Afrika und eine
Hermannsburger Ge-
meinde in Neufeeland, un-
zufrieden mit dieser Wen-
dung der Dinge, von der
Hermannsburger Mis-
sionsleitung losgesagt, mit
der hannov. luth.Freikirche
verbunden und eigene
Missionen begonnen.
Hermannsdenkmal,
das von Bändel (s.d.) dem
Cheruskersürsten Armi-
nius (s. d.) auf der Groten-
burg bei Detmold aus
freiwilligen Beiträgen des
deutschen Volks errichtete
Denkmal. Die aus Kupfer gefchmiedete Figur Ar-
mins (s. beistehende Abbildung) mißt bis zur
Spitze des Helmschmucks 17,3^, bis zur rechten er-
bodenen Hand 19, bis zur (^chwertspitze 26,7 w.