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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hexagonales Krystallsystem - Hexameter
Pyramiden, krystallographisches Zeichen: ?), bei
denen die Mittelecken, und in solche zweiter Ord-
nung (Deuteropyramiden, krystallographisches
Zeichen: ?2), bei denen die Halbierungspunkte je
zweier gegenüber liegender Mittelkanten durch dre
Nebenachsen verbunden werden. (S. Tafel: Kry-
stalle II, Fig. 1 u. 2.)
Hexagonales Krystallfyftem, das einzige
vierachsige Krystallsystem, s. Krystalle.
Hexagonales Prisma, Krystallform des hera-
gonalen Systems, eine offene, von sechs Rechtecken
begrenzte Säule darstellend. Krystallographisches
Zeichen:oo?. (S.Tafel: Krystalle II, Fig. 3 u. 4.)
Hexagonales Skalenoeder, Krystallform des
heragonalen Systems, Hä'lftflächner der diherago-
nalen Pyramide, umschlossen von zwölf ungleich-
seitigen Dreiecken. Die 6 Mittelkanten der H. S.
liegen, wie jene des Rhomboeders, nicht in einer
Ebene, sondern steigen im Zickzack auf und ab; die
Polkanten sind schärfer und stumpfer, eine obere
schärfere liegt über einer untern stumpfern, und um-
gekehrt. Krystallographisches Zeichen: m^n, statt
^. (S.Tafel: Krystalle II, Fig. 9.)
Hexagonälzahlen, s. Figurierte Zahlen.
Üsxa.ß^nus (grch., d. i. sechsweibig) oder h e r a -
gynisch nennt man die Blüten, die sechs Griffel
oder Narben besitzen. Il6x^)'n^ ist im Linn^schen
System die 6. Ordnung in den Klassen I-XIII.
Hexakisoktaeder (grch.) oder Achtund-
vierzig flachn er, Krystallform des regulären
Systems, begrenzt von 48 ungleichseitigen Drei-
ecken. Krystallographisches Zeichen: in0u. (S.
Tafel: Krystalle I, Fig. 7.)
Hexäkistetraeder (grch.), Krystallform des re-
gulären Systems, die von 24 ungleichseitigen Drei-
ecken umschlossen wird und die hemie'drische Gestalt
des Hexakisoktaeders(s.d.) nach dcssen in den abwech-
selnden Oktanten gelegenen sechszäbligen Flächen-
komplexen darstellt. Krystallographlsches Zeichen:
-^-. H. treten z. V. am Diamant selbständig, am
Fahlerz und Boracit in Kombination mit andern
tetraedrisch-hemiedrischen Formen auf. (S.Tafel:
Krystalle I, Fig. 20.)
Hexaktinelliden (llexactinLiliäae), Ordnung
der Schwämme, s. Glasschwämme.
Hexaktinien oderZoantharien (AoaiMHi-ig.),
eine Ordnung der Korallenpolypen oder Anthozoen
(s. d.), deren Tentakelzahl sechs oder ein Mehr-
faches von sechs ist, welcher Zahl auch diejenige der
Magentaschen des Polypen entspricht. Es gehören
hierher die sechsstrahligen Rindenkorallen der Gat-
tung ^utiMli68, welche gleich den Gorgoniden
(s. Oktaktinien) eine biegsame, hornige Achse be-
sitzen, die von der weichern polypentragenden Rin-
denschicht umgeben ist und von einigen Arten als
sog. schwarze Edelkoralle zu Schmucksachen
verarbeitet wird. Ferner die Steinkorallen
(^Ikäreiwi'ln'ia), eine überaus formenreiche und her-
vorragende Gruppe von Korallentieren, welche teils
als Ein;elindividuen, teils zu Stöcken vereinigt leben
und sich durch die massenhafte Entwicklung ihres
Kalkskeletts auszeichnen. Bei diesen Tieren, deren
zahlreiche Gattungen sich in erster Linie an der
Bildung der Koralleninseln und Riffe in den tropi-
schen Meeren beteiligen, verkalken die untern Teile
des Polypenleibes in der Weise, daß sowohl das die
Basis bildende Fußblatt als auch die angrenzende
Körperwand samt den Scheidewänden der Magen-
taschen durch Kalkablagerungen erhärten. Es ent-
steht so ein gefächerter Becher, in dem der Polyp
mit seiner Unterhälfte steckt. Ebenso verkalkt auch
das die Einzeltiere verbindende Gewebe, wodurch
die Stöcke im Laufe ihres beständig fortschreitenden
Wachstums und bei ihrer großen Widerstandskraft
jene gewaltigen Bildungen in den Korallenmeeren
hervorgebracht haben (s. Korallenbauten). Die
Familien der Steinkorallen werden in die zwei
Hauptgruppen der i^koi-ktH oder Durchbohrten
und der ^poroLa oder Porenlosen geteilt. Die
erstern bilden die geologisch ältere Gruppe und sind
durch die unvollkommene Entwicklung ihrer Scheide-
wände und die zahlreichen Poren, welche die ge-
samte Kalkmasse durchsetzen, charakterisiert. Die
vielen Arten derVuschkoralle (N^älLpor^), deren
weiße, verästelte Skelette in Museen und Naturalien-
handlungen so häufig zu sehen sind, gehören zu
dieser Gruppe. Auch (^oniopora oowmng. Dama
(s. Tafel: Cölente raten I, Fig. 6) ist eine durch-
bohrte Steinkoralle. Zu den Porenlosen, welche in
der Triasperiode zuerst auftreten, gehören die kuge-
ligen und massigen Stöcke der Sternkorallen
(^Ltraea), deren mit vollkommen entwickelten Sep-
ten versehene Kelche wie die Zellen einer Bienen-
wabe aneinander liegen, die Hirnkorallen (z. B.
Nakanärina. ckledriformiZ ^m/c., s. Tafel: Cölen-
teraten I, Fig. 2), bei denen durch Verschmelzung
der Kelche den Windungen eines Gehirnes ähnliche
Figuren entstehen, und viele andere Formen, deren
Gestalten wiederum durch die verschiedenartigen
Vcrkaltungsprozesse, die Art der Vereinigung der
Polypen und der Knospenbildung bedingt werden.
Einzeltiere von bedeutender Größe, welche sich
durch abfallende Knofpen vermehren, sind die Pilz -
korallen (^ui^ig.). - Eine dritte, und zwar die
höchstentwickelte Unterordnung der H. sind die See-
rosen oder Aktinien (s. d.).
Über Korallentiere vgl. Dana, Oorais anä oorai-
i8i2uä8 (neue Aufl., Lond. 1879); Haeckel, Arab.
Korallen (Berl. 1876); Darwin, ^do Ltrucwre anä
äistridution ok corki-rsokä (2. Aufl., Lond. 1874;
deutsch von Carus, Stuttg. 1876).
Hexameron (grch.), Titel von Sammlungen
von Novellen, die an sechs Tagen erzählt werden.
Bekannt ist Wielands "H. von Nosenhayn".
Hexameter (grch.), ein von den Griechen er-
fundener Vers, wegen der frühesten Anwendung
rm Heldengedicht auch Heroischer Vers genannt,
gehört zu den daktylischen Versen und besteht aus
sechs Versfüßen, nämlich fünf Daktylen (-<>^)
und einem Spondeus oder Trochäus (____oder
___^). Die ersten vier Daktylen können beliebig
durch Spondeen ersetzt werden, beim fünften Dak-
tylus findet das nur selten statt; Verse letzterer Art
pflegt man Lponäaioi oder Lponäi^ci zu nennen.
Das regelmäßige Schema eines H. ist also z. B.:
Sei mir gegrüßt mein Verg mitdem rötlich strahlenden Gipfel
Notwendig ist in jedem H. eine Cäsur (s. d. und
Bukolisch). Von den Griechen kam der H. zu den
Römern, wo ihn zuerst Ennius anwandte, und ver-
drängte den alten volkstümlichen veräUL 3awi'inii3
vollständig. Fast alle modernen Litteraturen haben
den Versuch gemacht, in Nachahmung der antiken
Poesie den H. bei sich einzubürgern; es mußte dieser
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