Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: H. I. H.; High-Wycombe; Hijar; Hilâli; Hilarien; Hilarion; Hilarität; Hilarius; Hilarodie; Hilarotragödie; Hilchenbach; Hilda; Hildburghausen

167

High-Wycombe - Hildburghausen (Stadt)

Ende des 18. Jahrh. auf den Landstraßen, namentlich in der Nähe von London, ihr Unwesen trieben. Sie traten an die Stelle der sog. Brigands, die namentlich im 14. Jahrh. verbreitet waren, und unter denen Robin Hood am bekanntesten ist. Gadshill in der Nähe von Rochester (wo bereits Falstaff seine berühmte Begegnung mit den Männern in Steifleinen hatte) und Hounslow Heath in der Nähe von London waren beliebte Aufenthaltsorte der H. Manche H. waren als Heroen romantischer Abenteuer gefeiert, z. B. Parsons, Dick Turpin, Jack Sheppard und Claude Duval.

High-Wycombe (spr. hei weikömm), s. Chipping-Wycombe.

H. I. H., Abkürzung für His (oder Her) Imperial Highness, d. h. Seine (Ihre) kaiserl. Hoheit.

Hijar (spr. ichahr), Distriktshauptstadt in der span. Provinz Teruel (Aragonien) unweit der Linie Saragossa-Escatron, hat (1887) 3258 E. und ist der Stammort der Herzöge von H. - Die 5 km im N. gelegene Puebla de H. zählt 2152 E.

Hilâli, Badr ud-din, pers. Dichter, stammte aus einer osttürk. Familie in Astrabad, wurde zu Herat gebildet und 1531 von dem usbekischen Eroberer Obaid Chan als schiitischer Ketzer umgebracht. Er hinterließ zwei epische Gedichte: "Schah und Derwisch" und "Eigenschaften der Liebenden", sowie einen "Diwan" (lyrische Gedichte), der in Kanpur (Cawnpore) 1864 vom Stein gedruckt worden ist.

Hilarien hieß bei der orgiastischen Festfeier zu Ehren der großen (Idäischen) Mutter (s. Kybele) und des Attis (s. d.), welche in der röm. Kaiserzeit im Frühling begangen wurde, der freudige Festtag am 25. März, an dem der wegen seiner Selbstentmannung und seines Todes leidenschaftlich betrauerte Attis der Mutter wiedergeschenkt sein sollte.

Hilarion, der Heilige, Begründer des Mönchswesens in Palästina und Syrien, geb. 291 zu Tabatha bei Gaza in Palästina, wurde in Alexandria fürs Christentum gewonnen und hielt sich darauf einige Zeit beim heil. Antonius in der Wüste auf. 306 kehrte H. in seine Heimat zurück, verschenkte sein Vermögen an Arme und lebte als Einsiedler in der Wüste zwischen Gaza und Ägypten 22 Jahre und wurde in Palästina und Syrien als Wunderthäter und Heiliger geehrt. Dem Andrang des Volks zu entgehen, ging H. kurze Zeit nach Ägypten, später nach Cypern. Hier starb er 371. Sein Beispiel führte in Palästina und Syrien viele dem mönchischen Leben zu. Das Leben H.s von Hieronymus ist ein historisch unzuverlässiger Roman. - Vgl. Israel, Die Vita Hilarionis des Hieronymus (in der "Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie", 1880).

Hilarität (lat.), Heiterkeit.

Hilarius, der Heilige, lat. Kirchenvater, Bischof von Pictavium (Poitiers), eifriger Gegner des Arianismus, geb. um 300 zu Pictavium von heidn. Eltern, wurde mit Frau und Tochter Christ und um 350 Bischof seiner Vaterstadt. Er widersetzte sich den Bemühungen "des Kaisers Constantius, den Ariamsmus in Gallien zur Anerkennung zu bringen, wurde deshalb 356 nach Phrygien verbannt, durfte jedoch 360 zurückkehren und verwaltete sein Amt unbehelligt bis zu seinem Tode, 13. Jan. 366. Papst Pius IX. rechnete H. zu den Kirchenlehrern (s. d.). Als erstem lat. Hymnendichter wird ihm das "Lucis largitor splendidae" zugeschrieben. Von seinen Werken sind neben Kommentaren zu Schriften des Alten und des Neuen Testaments be-

^[Spaltenwechsel]

sonders zu nennen: "De trinitate L. XII" und "De synodis adversus Arianos". Beste Ausgabe seiner Werke von den Benediktinern (Par. 1693; neue Ausg. 1844-45). - Vgl. Reinkens, H. von Poitiers (Schaffhausen 1864).

Hilarius, der Heilige, geb. 401, seit 429 Bischof von Arelate (Arles), gest. 449, ist bekannt durch die Verteidigung seiner Metropolitanrechte gegen den röm. Bischof Leo d. Gr.

Hilarius, röm. Bischof (461-468), ein Sardinier, erreichte die Oberhoheit des röm. Stuhles über die meisten gallischen und span. Bischöfe und erließ 465 auf einer Synode strenge Verordnungen betreffs Erlangung der kirchlichen Weihen.

Hilarodie (grch.), Freudengesang.

Hilarotragödie (grch., d. h. heitere Tragödie), in der griech. Litteratur eine von Rhinthon aus Tarent (300 v. Chr.) erfundene Gattung des Dramas, welche tragische Mythen durch Einmischung komischer Scenen travestierte. - Vgl. Völker, Rhinthonis fragmenta (Lpz. 1887).

Hilchenbach, Stadt im Kreis Siegen des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, an der Ferndorf, in 350 m Höhe, in engem, von bewaldeten Bergen umgebenen Thal, an der Nebenlinie Marburg-Kölbe-Kreuzthal der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Arnsberg), hat (1890) 1876 E., darunter 65 Katholiken und 19 Israeliten, Post, Telegraph, auf dem Marktplatze das Denkmal des im nahen Dorfe Grund geborenen Jung-Stilling, eine Rektoratschule, ein Schullehrerseminar und eine Präparandenanstalt; Lohmühlen, Leimsiedereien und Sohllederfabriken.

Hilda, der 153. Planetoid.

Hildburghausen. 1) Kreis im Herzogtum Sachsen-Meiningen, hat 777,51 qkm, (1890) 53710 (26305 männl., 27405 weibl.) E., darunter 52338 Evangelische, 799 Katholiken und 510 Israeliten, 11605 Haushaltungen und umfaßt die Amtsgerichtsbezirke H., Römhild, Themar, Heldburg und Eisfeld. - 2) Kreisstadtim Kreis H., ehemalige Residenzstadt des Herzogs von Sachsen-Hildburghausen, liegt rechts an der Werra, in 372 m Höhe, am südl. Saume des Thüringerwaldes, in einem fruchtbaren Hochthale, an der Linie Eisenach-Lichtenfels der Werrabahn und an der H.-Heldburger Nebenbahn, Sitz der Kreisbehörden, eines Amtsgerichts (Landgericht Meiningen), Aichamtes sowie einer Handels- und Gewerbekammer, besteht aus der Altstadt, der Neustadt und zwei Vorstädten und hat (1890) 5958 (3308 männl., 2650 weibl.) E., darunter 189 Katholiken und 103 Israeliten, in Garnison (516 Mann) das 2. Bataillon des 95. Infanterieregiments, Post erster Klasse, Telegraph, ein Denkmal der Königin Luise von Preußen im Schloßgarten (Irrgarten), Kriegerdenkmal in der Neustadt, ein herzogl. Gymnasium (Georaianum), 1812 gegründet (Direktor Rittweger, 12 Lehrer, 7 Klassen, 147 Schüler), Landesschullehrerseminar, 1827 gegründet und seit 1843 mit einer Taubstummen- und Blindenanstalt verbunden, Technikum für Maschinenbauer (1892/93: 354 Schüler), Baugewerken (202) und Bahnmeister (159), 1877 mit 34 Schülern vom Ingenieur Rathke gegründet, der jetzt herzogl. Direktor derselben An-