Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

209
Hirschwurz - Hirt (Emil)
Ferdinand H., geb. 18. Nov. 1828, und seit 1873
derSohn Abers, Albert Aber, geb. 12. Mai 1842.
Die Specialität des Geschäfts bildet Medizin, mit
Epoche machenden Werken, wie Virchows "Ccllu-
larpathologie" (1858; 4. Aufl. 1871), desselben
"Vorlesungen über die krankhaften Geschwülste"
(3 Bde., 1863-67), F. von Niemeyers "Lehrbuch
der speciellen Pathologie und Therapie" (1858;
11. Aufl. 1885); ferner mit Werken von Du Bois-
Reymond, von Helmholtz, L. Hermann ("Lehrbuch
der Physiologie", 1863; 10. Aufl. 1892), Hoppe-
Seyler, R. Koch, H. Munk, Pringsheim; in Patho-
logie und Therapie: Binz ("Grundzüge der Arznei-
mittellehre", 1866; 11. Aufl. 1891), Casper, Cohn-
heim, Ewald, von Hrerichs, Griesinger, Henoch,
Leyden, Nothnagel, Romberg, Senator, Westphal;
in der Chirurgie: von Vardeleben, von Bergmann,
Billroth, von Esmarch, Gurlt, König ("Lehrbuch
der speciellen Chirurgie", 1875; 6. Aufl. 1893), von
Langenbeck, W. Noth; in der Gynäkologie: Credo,
Gusserow, Martin, Winckel, Zweifel; in der Tier-
heilkunde: von Dieckerhoff, Ellenberger, Gerlach,
Gurlt, Hertwig, C. F. Müller, Noloff, Schütz, Spi-
nola u. s. w. Dazu kommen die "Berliner klinische
Wochenschrift" (1864 fg.), das "Centralblatt für die
mediz. Wissenschaften" (1863 fg.), das "Archiv für
Tierheilkunde" (1875 fg.) und elf andere mediz.
Fachzeitschriften, endlich der "Medizinalkalender
für den preuß. Staat" (1850 fg.). - Mit dem Ver-
lag ist eine Sortiments- und Antiquariatsbuch-
handlung für Medizin und Naturwissenschaften
unter der Mrma "Hirschwaldsche Buchhandlung"
verbunden.
Hirschwurz, s. ?6uc6äanuui.
Hirschzeichen (Iägerspr.), s. Hauptzeichen.
Hirschziegenantilope, s. Sassi.
Hirfchzunge, Pilz, s. H^änum.
Hirse oder Fennich (?anicuili ^,.), Gattung
aus der Familie der Gramineen (s. d.), von der
mehrere einjährige Arten als Getreidepflanzen an-
gebaut werden. Man baut sie teils der Körner, teils
der Futtergewinnung wegen; es sind dies nament-
lich folgende: die gemeine, echte, Fennich- oder
Rifpenhirfe (?anicuin uiiliaceuin 2^., s. Tafel:
Getreidearten, Fig. 20, a Nispe, d Korn), die
Klumphirse (?Hnicuiu miliaceum var. contrao
wm), die Finger-, Manna- oder Bluthirse,
auch Blutfennich, Vlutfingergras oder
Himmels tau (lanicum 8anFuiQ6uiu _^.). Das
Gedeihen der H., deren erfolgreiche Kultur nur
innerhalb des Gebietes des Mais- und Weinbaues
möglich ist, begünstigt ein warmes, trocknes Klima,
sowie ein sandiger oder sandig-lehmiger Boden in
warmer Lage. Da die H. große Trockenheit ver-
trägt, so ist sie besonders für das östliche, beziehungs-
weise kontinentale Europa geeignet und wird des-
halb namentlich in Österreich-Ungarn und dem östl.
Mitteldeutschland in vielen sich durch die Farbe der
Samen unterscheidenden Varietäten angebaut. Der
Acker muß möglichst unkrautfrei fein und auch wäh-
rend der Vegetation der H. ebenso gehalten werden;
frische Düngung fagt der H. weniger zu als alte
Kraft. Die Saat erfolgt am besten mittels der Drill-
maschine, und zwar Anfang bis Mitte Mai, zu
einer Zeit, in welcher Nachtfröste nicht mehr zu be-
fürchten sind. Die Ernte wird, je nach der höbern
oder niedrigern Temperatur des Sommers, Ende
August oder September vorgenommen, und der Er-
ttag belauft sich auf 15-30 Kl Samen im Gewicht
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.
IX.
von 65-75 kß pro Hektoliter und auf 1-2000KF
Stroh pro Hektar. Die Samen, welche 10-12 Proz.
Eiweißstoffe, 3-4 Proz. Fett und 58 Proz. Stärke
enthalten, werden entweder als Viehfutter im un-
enthülsten Zustande oder nach vorherigem Enthül-
sen als menschliches Nahrungsmittel in Form von
Mehl, Graupen oder Grütze verwendet; das Stroh
ist als Viehfutter wertvoll. Deutschlands Einfuhr
an H. betrug (1892) 107206 Doppelcentner im
Werte von 1320000 M. Von Pilzen, die die H.
heimsuchen, ist besonders zu nennen der Hirse-
brand (Ü8tiiNF0 ä68ti-ii6Q8 ^?.), der die Rype
der Rispenhirse zerstört. Ebenfalls der Körner
wegen wird in Ägypten I^uicuiu wr^iäuui I^st.,
als Futterpflanze das Guineagras oder Moha
(I'anicuia^umsiitoi'iiiii^eT's. oder ni3,xiuiuiii "Tacg.)
in Amerika, Ostindien und neuerdings in Frank-
reich, sowie kanicum frumentHcsuiii Honb. in Ost-
indien angebaut. Die Borstenhirse gehört der
Gattung Lewrig. (s. d.), die Mohr- oder Durra-
hirse der Gattung Zoi-Zimiii (s. d.) an.
Hirfebrand, s. Hirse und Brand (des Getreides).
Hirfenfink, s. Grünsink.
Hirsenmontag, s. Blauer Montag.
Hirfefucht, Krankheit der Haustiere, soviel wie
Finnenkrankheit, namentlich bei Schweinen, auch
soviel wie Tuberkulose bei Rindern.
Hirsingen, Dorf und Hauptort des Kantons H.
(11994 E.) im Kreis Altkirch des Bezirks Oberelfaß,
6 km füdlich von Altkirch, links an der III in 303 ui
Höhe, an der Nebenlinie Altkirch - Psirt der Elsaß-
Lothr. Eisenbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Mülhausen), hat (1890) 1245 E., darunter
42 Evangelische und 96 Israeliten, Postagentur>
Telegraph, kath. Dekanat; bedeutende Reste röm.
Ansiedelungen. - H. besaß ein 1793 zerstörtes
Schloß der Grafen von Montjoie, von dem nur
geringe Spuren erhalten sind. - Vgl. Fueß, Die
Pfarrgemeinden des Kantons H., ihre Altertümer
u. s. w. (Rixheim 1879).
Hirson (spr. irsöng), Hauptort des Kantons H.
(192,32 li^m, 13 Gemeinden, 18946 E.) im Arron-
dissement Vervins des franz. Depart. Aisne, an
der Oise, Station der Linien Laon-Anor und Valen-
ciennes-H. (88 ^m) und Solesmes-H. (75 km) der
Nordbahn sowie der Linien Mszieres-Charleville-
H. (56 km) und Amagne-H. (62 km) der Ostbahn,
hat (1891) 5829, als Gemeinde 6294 E.; Maschinen-
bau, Töpferei, Spitzenfabrikation und Brennerei.
Hirsöva, rumän. UarßovI., Stadt im rumän.
Kreis KüstendZe in der Dobrudscha, rechts an der
hier durch ein vorspringendes Steilufer begrenzten
Donau, hat (1888) 2171 E., zur Hälfte Türken, und
ein kleines verfallenes Kastell.
Hirsvogel, Künstlerfamilie, s. Hirschvogel.
Hirt, Emil, Archäolog und Kunsthistoriker, geb.
27. Juni 1759 im Dorfe Vehla in Baden, studierte
in Nancy und seit 1779 in Wien, verweilte 1782
-96 in Italien, wurde darauf Mitglied der Aka-
demie der Wissenschaften und der Künste zu Berlin
sowie Professor der Archäologie an der neu errich-
teten Universität. 1816-17 bereiste er nochmals
Italien und hierauf auch Belgien und Holland. Er
starb 29. Juni 1837. H.s Hauptwerke sind: "Die
Baukunst nach den Grundsätzen der Alten" (Berl.
1809; mit 50 Kupfern), "Geschichte der Baukunst
bei den Alten" (3 Bde., ebd. 1820-27; mit 32
Kupfern) und "Geschichte der bildenden Künste bei
den Alten" (ebd. 1833).
14