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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hofmann (Eduard, Ritter von) - Hofmann (Heinrich)
haben die weiteste Verbreitung gefunden. Das un-
ter dem Namen Fuchsin bekannte Anilinrot wurde
zuerst von H. beobachtet, dessen Arbeiten über die
Zusammensetzung und den chem. Charakter dieser
Verbindung für die Erkenntnis der Natur der Teer-
farbstoffe grundlegend gewesen sind und daher auch
zur Entwicklung der für Deutschland so wichtig ge-
wordenen Industrie der künstlichen Farbstoffe her-
vorragend beigetragen haben. Ein von ihm ent-
deckter violetter Farbstoff ist unter dem Namen "Hof-
manns Violett" (f. Dahlia) im Handel. Von seinen
litterar. Arbeiten sind außer der oben genannten
"Einleitung" zu erwähnen sein gemeinschaftlich mit
Bence Iones herausgegebener "Jahresbericht der
Chemie" in engl. Sprache (4Bde., Lond. 1850-53),
das "llanädook ol or^nio anai^is" (ebd. 1853),
"^1i6 1il6>v0i'k 0t I^ißdiF in 6xp6rim6nt9i anä plii-
logoptne c1i6iui8tr^" (ebd. 1876), "Die Frage der
Teilung der philos. Fakultät" (2. Aufl., Verl. 1881),
worin H. der klassischen Vorbildung für das Stu-
dium auch der Naturwissenschaften das Wort redet,
und "Chem. Erinnerungen aus der Berliner Ver-
gangenheit" (2. Aufl., ebd. 1882). Nack dem Tode
Liebigs trat er in die Redaktion der "Annalen der
Chemie" ein. In dem Werk "Zur Erinnerung an
vorangegangeneFreunde" (3 Bde., Braunschw.1889)
hat H. Lebensskizzen einer größern Anzahl ihm be-
ler, Kirchhosf, Buff, Eella, Dumas, Wurtz u.a.)
veröffentlicht.
Hofmann, Eduard, Ritter von, Mediziner, geb.
27. Jan. 1837 zu Prag, studierte dort, wurde 1861
promoviert und habilitierte sich 1865 als Docent für
gerichtliche Medizin; 1869 wurde er Professor der
Staatsarzneikunde in Innsbruck und 1875 Professor
der gerichtlichen Medizin in Wien; feit 1888 ist er
Präsident des obersten Sanitätsrates. H. führte in
die gerichtliche Medizin die Hilfsmittel der modernen
Mikroskopie und das Tiererperiment in ausgedehn-
ter Weise ein und förderte wefentlich die Begrün-
dung einer wissenschaftlichen forensischen Medizin.
Von seinen zahlreichen Arbeiten ist, außer vielen Auf-
sätzen in Fachzeitschriften, hervorzuheben: "Lehrbuch
der gerichtlichen Medizin" (6. Aufl., Wien 1893).
1843 zu München, studierte in München und war
dann mehrere Jahre Assistent amPhysiologischenIn-
stitut der dortigen Nniversitär. 1872 außerord. Pro-
fessor und Vorstand des Laboratoriums für pathol.
Chemie an der Universität Leipzig, 1878 ord. Pro-
fessor der Hygieine und Direktor des Hygieinischen
Instituts daselbst. Von seinen Schriften, die größten-
teils in Fachzeitschriften, namentlich in der "Zeit-
schrift für Biologie" und dem "Archiv für Hygieine",
dessen Mitherausgeber er ist, fowie in der deutschen
"Vierteljahrschrift für öffentliche Gesundheitspflege"
publiziert wurden, sind hervorzuheben: "über den
Übergang von freien Säuren durch das alkalische
Blut in den Harn" und "Der Übergang von Nah-
rungsfett in die Zellen des Tierkörpers" (beide in
der "Zeitschrift für Biologie", 1871 u. 1872), "über
traumatische Conjunctivitis bei Bergarbeitern",
"Grundwasser und Bodenfeuchtigkeit", "über das
Eindringen von Verunreinigungen in Boden und
Grundwasser" (im "Archiv für Hygieine", 1883
u. 1884), "Über Ernährung und Nahrungsmittel
der Kinder", "Über Desinfektionsmahregeln", "über
die hygieinischen Anforderungen an Anlage und Be-
nutzung der Friedhöfe", "Moderne Desmfektions-
technik", "Kühlräume für Fleifch und andere Nah-
rungsmittel" (in der "Vierteljahrschrist für öffent-
liche Gesundheitspflege", 1879,1880,1882,1887,
1892), "Über das Vorkommen von Arsenik in einer
Wasserleitung" (Lpz. 1878), "Die Wasserversorgung
der Stadt Leipzig" (Gutachten, ebd. 1877), "Die
Bedeutung der Fleischnahrung und Fleischkonserven
mit Bezug auf Preisverhältmsse" (ebd. 1880).
Hofmann, Friedr., Schriftsteller, geb. 18. April
1813 in Coburg, studierte in Jena und siedelte 1841
nach Hildburghausen über, wo er 14 Jahre an der
Redaktion von Meyers "Konversations-Lerikon" be-
teiligt war und später dessen "Universum" fortsetzte.
Seit 1858 redigierte er in Leipzig "Paynes Pano-
rama des Wissens und der Gewerbe", 1864-66
F. Stolles "Illustrierten Dorsbarbier". Seit 1878
war er Mitredacteur, seit 1883 verantwortlicher Re-
dacteur der "Gartenlaube", zu deren ständigen Mit-
arbeitern er seit 1861 gehörte; 1886 trat er in den
Ruhestand und starb 14. Aug. 1888 zu Ilmenau, wo
ihm 1891 ein Denkmal errichtet wurde. H. schrieb
u. a.: "Die Schlacht bei Focksan" (Schauspiel,Jena
1838), "Die Feste Coburg" (Dichtungen, hildburgh.
1854), "Kinderfeste" (4Hefte; mit Musik von I.Otto,
^chleusingen 1853-75),"KoborgherQuackbrünnlä"
(500 mundartliche Schnaderhüpfel u. dgl., Hild-
burgh. 1857), "Deutfchlands Erniedrigung und Er-
hebung. Ein Stück Geschichte in Wort und Lied"
(Coburg 1862), "DieHarfe im Sturm. Erinnerungen
an unsere große Zeit" (Lpz. 1871), "Drei Kämpfer.
Festspiel" (ebd. 1873), "Der Kinder Wundergarten.
Märchen" (ebd. 1874 u. ö.), "Die Eselsjagd. Ein
fröhliches Heldengedicht" (2. Aufl., ebd. 1874),
"Dichterweihe. Dramolett" (ebd. 1875), "Geister-
spuk auf der Feste Coburg. Fröhliches Helden-
gedicht" (ebd. 1877), "Der Rattenfänger von Ha-
meln. Operntext nach Iul.Wolffs Aventiure" (kom-
poniert von V. E. Neßler, 1879), "Der wilde Jäger.
Operntert nach I. Wolff" (komponiert von Neßler,
1882), "Nach fünfundfünfzig Jahren. Ausgewählte
Gedichte" (Lpz. 1886).
Hofmann,Heinrich,Maler,VruderKarlsvonH.,
geb. 19. März 1824 in Darmstadt, besuchte 1842-44
die Akademie zu Düsseldorf als Schüler von Th.
Hildebrandt und Schadow, dann die in Antwerpen,
lebte einige Zeit in München, Dresden und Rom.
Nach dreijährigem Aufenthalt in Darmstadt (1859
- 62) ging er nach Dresden, wo er 1870 Professor
an der Akademie wurde. Zum Teil entnahm H. seine
Stoffe aus Poesie und Mythologie, wie Othello
und Desdemona, Shylok und Iessica, Nymphe und
Schwan, die Apotheose der Helden des Altertums
(Vestibül des Dresdener Hoftheaters). Von seinen
biblischen Gemälden sind hervorzuheben: Gefangen-
nehmung Christi (1856; Galerie in Darmstadt), Die
Ehebrecherin vor Christus (1869; Dresdener Ga-
lerie), Predigt Christi am See Genezareth (1876;
Berliner Nationalgalerie), Der zwölfjährige Jesus
im Tempel (1882- Dresdener Galerie), Christus
und der reiche Jüngling (1889), Christus in Geth-
semane (1890). Ferner schuf er in der Albrechtsburg
zu Meißen das große Wandgemälde: Verlobung des
Herzogs Albrecht des Beherzten mit der Prinzessin
Sidonie von Böhmen.
Hofmann, Heinrich, Komponist, geb. 13. Jan.
1842 zu Berlin, besuchte das Kullaksche Kon-
servatorium daselbst und lebt in seiner Vaterstadt
als Mitglied der Akademie der Künste mit dem
Professortitel. Als Komponist wurde H. zuerst 1873