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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hofmann (Joh. Christian Konrad von) - Hofmann (Leop. Friedr., Freiherr von)
durch eine "Ungar. Suite" bekannt. Dieser folgten:
"Frithjofsinfonie", die Chorwerke "Die schöne Me-
lusine" und "Aschenbrödel", viele Werke für Klavier,
Gesang u. s. w. Großen Beifall fanden seine Opern
"Armin" (1876), "Annchen von Tharau" (1878) und
"Donna Diana" (1886). Von neuern Orchester-
werken sind zu nennen: "Im Schlohhof" und "Irr-
lichter und Kobolde", ferner "Editha", "Prome-
theus" und "Waldfräulein" für Soli, Chor und
Orchester, "Sinnen und Minnen" und "Lenz und
Liebe", beide für vier Singstimmen mit Piano,
außerdem "Haralds Brautfahrt" und "Johanna
von Orleans" für Soli, Männerchor und Orchester.
Hofmann, Joh. Christian Konrad von, luth.
Theolog und Historiker, geb. 21. Dez. 1810 zu Nürn-
berg, studierte in Erlangen und Berlin Gefchichte
und Theologie, ward 1833 Lehrer am Gymnasium
zu Erlangen, wo er 1835 Repetent bei der theol.
Fakultät, 1838 Privatdocent, 1841 außerord. Pro-
fessor wurde; 1842 folgte er einem Rufe als ord.
Professor nach Rostock, kehrte jedoch 1845 nach Er-
langen zurück, wurde 1857 geadelt und starb 20. Dez.
1877. H. war das Haupt der sog. Erlanger Schule,
welche die heilsgeschichtliche Theologie Bengels wei-
ter bildete und in ihren Resultaten wesentlich mit
der luth. Kirchenlehre übereinstimmte. Seinen polit.
Einfluß als Mitglied der bayr. Zweiten Kammer
hat H. nachdrücklich für die Einheit Deutschlands
geltend gemacht und war deshalb trotz seines kirch-
lichen Konservativismus polit. Mitglied der Fort-
schrittspartei. Von seinen histor. Schriften sind zu
nennen: "Gefchichte des Aufruhrs in den Cevennen"
(Nördl. 1837) und das "Lehrbuch der Weltgeschichte"
(2 Tle., ebd. 1839; 2. Aufl. 1843). Seine theol.
Hauptwerke sind: "Weissagung und Erfüllung"
O Bde., Nördl. 1841-44), "Der Schriftbeweis"
(2 Bde., ebd. 1852-56; 2. Aufl., 3 Bde., 1857-60),
"Die Heilige Schrift Neuen Testaments, zusammen-
hängend untersucht" (Tl. 1-8, zum Teil in 2. Aufl.,
ebd. 1862-78; Tl. 9-11, bearb. von Volck, 1881
-86). Seit 1846 war H. Mitherausgeber der "Zeit-
schrift für Protestantismus und Kirche". Aus feinem
Nachlaß wurden noch veröffentlicht: "Theol. Ethik"
(Nördl. 1878), "Encyklopädie der Theologie" (hg.
von Bestmann, ebd. 1879), "Biblische Hermeneutik"
(hg. von Volck, ebd. 1880). - Vgl. Grau, Aug.
Friedr. Chr. Vilmar. Joh. Chr. Konrad von H.
Erinnerungen (Gütersloh 1879).
Hofmann, Karl von, Staatsmann, Bruder des
Malers Heinr.H., geb. 4. Nov. 1827 zu Darmstadt,
studierte in Gießen und Heidelberg die Rechte und
trat 1857 in dem Ministerium des Auswärtigen in
den Hess. Staatsdienst. Er begleitete 1864 als Sekre-
tär den sächs. Minister von Beust zu den Londoner
Konferenzen, im Aug. 1866 den Hess. Minister von
Dalwigk zu den Friedensunterhandlungen nach
Berlin. Dort blieb er als Hess. Gesandter und nahm
an der Ausarbeitung der Verfassung des Norddeut-
schen Bundes und an deren Beratung im Nord-
deutschen Reichstage teil. Zusammen mit Dalwigk
führte er 1870 in Versailles die auf Hessens Anschluß
an das Deutsche Reich bezüglichen Verhandlungen.
Nach Berlin zurückgekehrt, blieb H. dort als Hess.
Gesandter und stimmführender Bevollmächtigter
Hessens im Bundesrate. Am 13. Sept. 1872 trat er
als Präsident an die Spitze des Hess. Staatsministe-
riums und führte nun eine vollständige Reform der
Verwaltung, die gesetzliche Regelung der Verhält-
nisse zwischen Staat und Kirche, eine neue Verfassung
der evang. Landeskirche und ein neues Wahl-, Pen-
sions- und Schulgesetz durch. 1876 wurde H. zum
Präsidenten desReichskanzleramtes und zugleichzum
preuß. Staatsminister ohne Portefeuille ernannt;
1879 übernahm er auch das Ministerium für Handel
und Gewerbe, wurde 1880 zum Staatssekretär in der
Regierung von Elsaß-Lothringen ernannt und
29. April 1882 vom Kaiser in den Adelstand er-
hoben. Seine Wirksamkeit in Elsaß-Lothringen trat
besonders in den Verhandlungen des Landesaus-
schusses hervor, wo er die Regierung gegenüber den
franz. und klerikalen Tendenzen zu vertreten hatte.
Nach dem Tode des Statthalters von Manteuffel
(17. Juni 1885) führte er interimistisch die Statt-
haltereigeschäfte bis zur Übernahme des Statthalter-
postens durch den Fürsten zu Hohenlohe (15. Okt.
1885). Als trotz seiner Bemühungen, die Elsaß-
Lothringer für die Militärvorlage zu gewinnen, bei
den Wahlen vom 21. Febr. 1887 lauter Protestler
gewählt wurden, nahm H. 9. März seine Entlas-
sung und wurde in den Ruhestand versetzt. Als Vor-
standsmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft
beteiligte er sich an der kolonialen Bewegung; 1891
wurde er in den Kolonialrat berufen.
Hofmann, Konrad, Germanist und Romanist,
geb. 14. Nov. 1819 auf Schloß Vanz bei Bamberg,
studierte seit 1837 in München und Erlangen Me-
dizin, seit 1840 in München, Leipzig und Berlin
Philologie, wurde nach längern Studienreisen 1852
Beamter an der Staatsbibliothek in München, 1853
außerord., 1856 ord. Professor der german. und
roman. Philologie an der Universität in München.
Er starb 1. Okt. 1890 in Waging bei Traunstein.
Dem german. Gebiet gehört unter anoerm an die von
ihm in Gemeinschaft mit Vollmer beforgte Ausgabe
des "Hildebrandsliedes" (Lpz. 1850), des Gedichtes
"Adam und Eva" von Lutwin (mit W. Meyer in
der "Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stutt-
gart", Tüb. 1881), seine Festrede "über die Gründung
der Wissenschaft altdeutscher Sprache und Littera-
tur" (Münch. 1857), seine Denkrede "Joh. Andr.
Schmeller" (ebd. 1885), der Aufsatz "Zur Textkritik
der Nibelungen" (ebd. 1872) und andere meist in
den Sitzungsberichten und Abhandlungen der
Münchener Akademie niedergelegte, vorwiegend
textkritische Arbeiten. An den "Quellen und Er-
örterungen zur bayr. Geschichte" beteiligte er sich
durch seine Ausgabe der "Quellen zur Geschichte
Friedrichs des Siegreichen" (2 Bde., Münch. 1862
-63). Von roman. Dichtwerken gab er heraus:
"^mi8 6t ^mii68" und "^ouräain äs L1kivi63" (Er-
langen 1852), "(^irart^ äe HoLsillio" (in Mahns
"Werken der Troubadours", Verl. 1855), den "Mün-
chener Brüt", mit K. Vollmöller (Halle 1877), ".lou-
troig" (ebd. 1880) sowie die span. "I>i-iin3,v6i-g. x
^lor ä6 Noiu9.iie68" (mit Ferd. Wolf, 2 Bde, Verl.
1856) u. a.; eine Ausgabe der "OI1H118011 ä6 Ii.0i3.1ili"
ist gedruckt, aber nie veröffentlicht worden.
Hofmann, Leop. Friedr., Freiherr von, österr.
Staatsmann, geb. 4. Mai 1822 Zu Wien, studierte
daselbst die Rechte, trat 1842 in denIustizdienst bei
den niederösterr. Landrechten ein und wurde 1845
Konzeptsbeamter in der k. k. Haus-, Hof- und Staats-
kanzlei. 1847 ging H. als Gesandtschaftsattache'
nach der Schweiz, wurde 1848 an das damals nach
Olmütz verlegte Hoflager berufen und war bei den
Dresdener Konferenzen 1850 Mitglied der kaiserl.
Kommission. Hierauf wurdeH. dem deutschen Bureau
des Ministeriums des Äußern bleibend attachiert