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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hühenkultus - Hohenlohe
Höhenkultus, s. Höhendienst.
Höhenkurorte, s. Klimatische Kurorte.
Hohenleuben, Flecken im Landratsamt Gera
des Fürstentums Reuß j. L., an der Nebenlinie
Weida-Mehltheuer (Station Loitzsch-H., 3 km ent-
fernt) der Sächs. Staatsbahnen, ^itz eines Amts-
gerichts (Landgericht Gera) und Rentamtes, hat
(1890) 1963 eväng. E., Post, Telegraph, ein Schloß,
einen Altertumsverein mit wertvollen Samm-
lungen und Bibliothek, Nettungshaus, eine Spar-
kasse; Cigarren-, Strumpfwarenfabrikation und We-
berei. In der Nahe die Schlohruine Reichenfels.
Hohenlimburg oder Limburg an der
Lenne, Stadt im Kreis Iserlohn des preuß. Reg.-
Bez. Arnsberg, 9 km von Iserlohn, links an der
Lenne und an der Linie Hagen-Siegen-Betzdorf
der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Ämtsgerichts
(Landgericht Hagen), hat (1890) 6204 (3154männl.,
3050 weibl.) E., darunter 995 Katholiken und 140
Israeliten, Post erster Klasse, Telegraph, evang.
und kath. Pfarrkirche, höhere Stadtschule für Knaben
und Mädchen; Puddlings- und Walzwerke, Draht-
ziehereien und -Webereien, Leinweberei und Tuch-
fabrikation. H. ist der Hauptort der Grafschaft Lim-
burg des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg-Rbeda,
dessen Schloß H.auf steiler bewaldeter Anhohe liegt.
Hohenlinden, Dorf in Oberbayern, im Bezirk
Ebersberg, 34 km östlich von München, ist wegen
des 3. Dez. 1800 von Moreau über den Erzherzog
Johann errungenen Sieges merkwürdig. Nach dem
Ablaufdes Waffenstillstandes zu Parsdorf, 13. Nov.,
hatten die Armee Morcaus auf der Hochebene zwi-
fchen Ifar und Inn und das österr. Heer am rechten
Innufer Stellung genommen. Am 3. Dez. fetzte
die österr. Armee ihren Marsch auf München in
drei Kolonnen fort. Die Mittelkolonne, aus dem
Hauptkorps der Österreicher und den Bayern be-
stehend, rückte auf der großen, zum Teil durch Wäl-
der führenden Hauptstraße unter Schneegestöber
und auf grundlosen Wegen gegen H. vor, griff die
Korps von Grenier und Grouchy mit Heftigkeit an
und suchte sie zu umgehen. Aber diese Korps erhiel-
ten zu rechter Zeit Verstärkung und warfen die österr.
Kolonne in den Wald zurück. Ineinander verwickelt
und von dem General Richepanse in der Flanke an-
gegriffen, löste sich diefe Kolonne bei einem Angriff
Neys auf, wodurch auch die (^eitenkolonnen zum
Rückzüge gezwungen wurden. Diefer Sieg führte
25. Dez. zu dem Waffenstillstand von Steyer. (S.
Französische Revolutionskriege, Bd. 7, S. 195 d.) -
Vgl. Schleifer, Die Schlacht von H. (Erding 1885).
^ Hohenlohe, früher eine Graffchaft und später
ein etwa 1800 ^km umfassendes Fürstentum im
Fränkischen Kreise, wurde 1806 durch die Rhein-
bunds-Akte mediatisiert und größtenteils unter
würNemb., zum Teil unter bayr. Hoheit gestellt.
Das alte Herrenge schlecht H. war früh-
zeitig in dem frank. Kocher-, Jagst-, Tauber- und
Gollachgau begütert. Die Grafen Heinrich und
Konrad sind aus Urkunden Kaifer Friedrichs I.
von 1153 bis 1156 bekannt. Die Brüder G o ttfried
und Konrad gehörten zu den Vertrauten Kaiser
Friedrichs II., der sie 1229 mit der Graffchaft Ro-
magniola in Italien belehnte; Gottfried ist der
Stammvater des jetzt blühenden Geschlechts, dessen
Nebenlinien zu Vrauneck 1390, zu Speckfeld 1410
erloschen. Die Söhne Georgs (gest. 1551), Lud-
wig Casimir und Eberhard, stifteten die beiden
Linien Z.-Neuenstein und H.-Waldenburg.
Die Linie H.-Neuen st ein, die sich zur prot.
Kirche bekennt und feit 7. Jan. 1764 dem Reichs-
fürstenstande angehört, teilte sich wieder in die Äste
H.-Neuenstein-Öhringen (erloschen 1805) und H.-
Neuenstein-Langenburg, welche 1805 die Besitzungen
von H.-Ohringen ererbte und außer dem Stannn-
ürstentum auch die obere Graffchaft Gleichen unter
sachsen-coburg-gothaischer Hoheit besitzt und sich
m drei Zweige spaltete: 1) H.-Langen bürg, re-
präsentiert durch den Fürsten Hermann von
H.-Langenburg (s. d.). 2) H.-Ohringen (sonst
H.-Ingelfingen), repräsentiert durch den Fürsten
riedr. Wilh. Eugen Karl Hugo von H.-
hringen (s.d.). Sein Oheim, Prinz Adolf von
H.-Ingelfingen, geb. 29.Jan. 1797 zuBreslau,
Besitzer von Koschentin im schles. Reg.-Bez. Oppeln,
preuh. General der Kavallerie, Chef des 23. Land-
wehrregiments, früher Mitglied des preuh. Staats-
rates, seit 12. Okt. 1854 des preuh. Herrenhauses, das
ihn zum Präsidenten erwählte, stand vom 18. März
bis 23. Sept. 1862 als Ministerpräsident an der
Spitze des preuß. Kabinetts und starb 24. April 1873
zu Koschentin. Dessen Vater war Friedrich Ludwig
Fürst zu H.-Ingelftngen (s. d.), sein Sohn der General
Kraft zu H.-Ingelfingen (s. d.). 3) H.-Kirchberg,
erloschen 16. Dez. 1861 mit dem württemb. General-
lieutenant Fürsten Karl (geb. 2. Nov. 1780).
Die Linie H.-Waldenburg, die sich zur kath.
Kirche bekennt, seit 21. Mai 1744 dem Reichsfürsten-
stande angehört und 1754 den Phönixorden stiftete,
der noch gegenwärtig an Familienglieder vergeben
wird, teilte sich in zwei Aste: 1) H.-Waldenburg-
Barten st ein, welchem Aste der Fürst Ludwig
Aloysius von H. (geb. 18. Aug. 1765) angehörte.
Derselbe war ein entschiedener Gegner Napoleons
und trat nach dessen Falle 1814 in franz. Dienste.
Als Generallieutenant und Commandeur eines von
ihm geworbenen und nach ihm benannten Regi-
ments beteiligte er sich am span. Feldzuge von 1823,
nach dessen Beendigung er zum Marschall und Pair
erhoben wurde. Er starb 31. Mai 1829. Schon
1806 hatte er das Fürstentum H. - Bartenstein
(385 hkm) seinem Sohne Karl August Theodor
(geb. 9. Juni 1788) abgetreten. Mit letzterm erlosch
1844 der Bartensteiner Ast, dessen Besitz dann an
den vom Bruder des Fürsten Ludwig Aloysius ab-
stammenden Zweig H.-Bartenstein-Iagstberg
kam. Dieser wird repräsentiert durch Fürst Albert,
geb. 22. Nov. 1842, der seinem Vater, dem Fürsten
Ludwig zu H.-Bartenstein und Iagstberg (geb. 5. Juni
1802, gest. 22. Aug. 1850), in dem Fürstentume H.-
Iagstberg folgte, während der ältere Sohn des letzt-
genannten, Fürst Karl (geb. 2. Juli 1837), ver-
möge hausgesetzlicherBestimmungen in dem ererbten
Fürstentume H.-Bartenstein folgte. Nach dessen Tode
(23.Mai 1877) folgte ihm sein Sohn Fürst Johan-
nes, geb. 20. Aug. 1863. 2) Der Ast H.-Walden-
burg-Schillingsfürst, der sich mit den Brüdern
KarlÄlbrecht (gest. 15. Juni 1843) und Franz Joseph
(gest. 14. Jan. 1841) in zwei Zweige teilte. Dem er-
stern zu Waldenbnrg, auf Kupferzell im Württem-
bergischen, gehörte der Fürst Friedrich Karl von
H.-Waldenburg-Schillingsfürst an (geb.
5. Mai 1814 zu Stuttgart, gest. 26. Dez. 1884),
feiner Zeit Senior des fürstl. Gefamthaufes H. und
als folcher Erb-Neichsmarschall des Königreichs
Württemberg, Generallieutenant und Generaladju-
tant des Kaisers von Ruhland. Derselbe hat sich litte-
rarisch durch zahlreiche vorzügliche sphragistische und