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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Höhlentiere - Hohlspiegel
Elura, Karli und die auf der Insel Elephanta.
iS. die betreffenden Artikel und Indische Kunst.)
Aber auch in Ägypten, z. B. zu Abu Simbel (s. d.
und Tafel: Ägyptische Kunst II, Fig. 8), finden
sich solche H.
Höhlentiere, Bezeichnung für die unterirdisch
in Höhlen lebenden Tiere, deren bekannte Zahl be-
reits eine beträchtliche ist und von Jahr zu Jahr
wächst. Ausgezeichnet sind alle wahren H. durch
zwei Hand in Hand gehende negative Charaktere,
Mangel der Farben (normale Albinos) und Man-
gel oder doch sehr geringe Entwicklung der Augen
(soweit solche bei den betreffenden Tiergruppen
überhaupt vorkommen). Sie sind rückgebildet in-
folge des Fehlens von Licht; indessen werden die
Augen bisweilen durch besondere Tasthaare ersetzt.
Tiere der verschiedensten Ordnungen nehmen an
der Bildung der Höhlenfauna teil: von Wirbel-
tieren der Olm (s. d., ?rot6U3 anFuinug //an?'.)
und ein Fisch, der nordamerik. Höhlenfisch (^m>
di^opZig 8p6iÄ6u3 Deka?/), der zu den Hetero-
pygiern gehört und nach Putnam, dem besten Ken-
ner der nordamerik. Höhlenfauna, von Seefifchen,
aber nicht von Süßwasserfischen abstammen soll,
da keine verwandte Form sonst in der Gegend
lebt und ein auf ihm schmarotzender Krebs einer Fa-
milie echter Seekrebse angehört. Neuerdings sind
in den Höhlen der westind. Inseln und des konti-
nentalen Ostindiens noch weitere Fische entdeckt
worden. Gliedertiere sind die zahlreichsten H. und
verteilen sich in den Krainer Höhlen nach Joseph
auf die Ordnungen der Insekten (52 Arten), Tau-
sendfüßer (5 Arten), Spinnen (26 Arten) und Cru-
staceen (17 Arten). Außerdem kennt man einige
Höhlenmollusken, und Joseph entdeckte in den
Krainer Höhlen einen Süßwasserpolypen und einen
Süßwasserschwamm (spong-iiia Lt^ii). Außer den
Krainer Höhlen wurden besonders die nordameri-
kanischen, westindischen, neuerdings auch einige ost-
mdische und die der Pyrenäen untersucht und in
ihnen ein ähnliches Tierleben nachgewiesen.
Höhlenwohnungen, s. Höhlenfunde.
Hohle Perlen, s. Glasperlen.
Hohle See, Hülle, Dünung, Aufdeh-
nung oder Schwall, in der Seemannssprache die
hohen schweren Wellenberge, die, oft bis zu 4 m
ansteigend, sich langfam, aber stark erheben. Diefe
Erscheinung kommt nach einem Sturme, dauert aber
auch manchmal noch bei eingetretener Windstille
eine Zeit lang fort und ist der Schisfahrt sehr lästig;
bei ruhiger See und schwachem Winde ist sie bis-
weilen, wenn auch nicht sichtbar, doch am Schwanken
und Schlingern des Schiffs bemerkbar.
Hohle Wand, bei Pferden eine Trennung
des natürlichen Zusammenhangs der Hornteile am
Hufe. Diese Trennung besteht zwischen der innersten
Schicht des Wandhorns und der äußern Schicht
desselben. DieH. W. ist häufig eine Folgeerscheinung
schwerer entzündlicher Prozesse an dem Hufe (eiternde
Wandsteingallen). Zweckmäßiger Beschlag verhin-
dert die unangenehmen Folgen der H. W.
Hohlfalle, s. Fallen.
Hohlflitter, s. Flitter.
Hohlfutz (?68 MutHi-is), diejenige Abnormität
des Fußes, bei welcher die Fußsohle übermäßig aus-
gehöhlt ist; gesellt sich häufig zum Klumpfuß fowie
zum Pferdefuß.
Hohlgefchotz, ausgehöhltes Geschoß, welches
Pulverladung, Brandsatz oder auch kleinere Ge-
schosse aufnimmt und hiernach als Granate, Vrand-
aranate oder als Chrapnel bezeichnet wird. Der
Form nach ist ein H. entweder eine Hohlkugel bei
glatten Rohren oder ein cylindrisches H. bei gezoge-
nen Rohren. (S. Geschoß.) In der österr. Artillerie
wird mit H. allein die Granate (s. d.) bezeichnet.
Hohlgeschwür, s. Geschwür.
Hohlglas, s. Glas III, ^.
Hohlheringe, s. Fischkonservierung und Hering.
Hohlhörner, s. Cavicornier.
Hohlkehle, ein sehr häusig vorkommendes Bau-
glied, das im Querschnitt entweder die Form eines
lonkaven Viertel- oder eines Halbkreises hat oder
aus zwei Viertelkreisen von verschiedenem Halb-
messer zusammengesetzt ist. Sie kommt teils an
einzelnen Architekturtcilen, namentlich Gesimsen,
Säulenfüßen u. s. w., in Verbindung mit andern
Gliedern, wie Plättchen und Nundstäben, teils als
Vermittelung des Übergangs von der Wand- zur
Deckenstäche zur Anwendung.
Hohlklingen, Klingen von Messern, Hieb- und
Stichwaffen, die längs ihrer Seitenflächen mit einer
rinnenförmigen Aushöhlung, dem Hohlschliff,
verfehen sind, um sie leicht zu machen. Bei ihnen
wird der Klingenteil vom untern Ende des Hohl-
schliffs bis zur Klingenfpitze Feder genannt.
Hohlkugel, kugelförmiges Hohlgeschoß, s. Ge-
schoß (Bd. 8, S. 903d fg.).
Hohlmaße. 1) Gefäße von gesetzlich vorge-
schriebenem Inhalt und gesetzlich bestimmter Form
(Cylinder, Prisma, abgestumpfter Kegel), die zum
Messen von Flüssigkeiten und schüttbaren festen
Körpern dienen. 2) Diejenigen Größen der Kör-
permaße (Einheiten, Teilgrößen und Mehrheits-
größen), für die es besondere Meßwerkzeuge (also
Gemäße der unter 1 angeführten Art) giebt und die
daher konkrete H. heißen (z. B. das Liter, Deciliter
und Hektoliter), im Gegenfatz zu den abstrakten
Körpermaßen (z. B. dem Kubikmeter, Kubikdeci-
meter, Kiloliter u. s. w.).
Hohlmünzen, s. Brakteaten.
Hohlnafe (^ctoriä), Gattung der Fledermäuse
(s. d.) aus der Familie der N6Faä6ruiata (s. d.), mit
auf der Oberseite bis zur Stirn durch eine tiefe Furche
ausgehöhlter Schnauze, Ohren sehr groß, im untern
innern Teil auf der Mitte der Stirn verwachsen.
Schwanz lang, ganz von der Zwischenschenkelhaut
umgeben. Mehrere Arten bewohnen die äthiop.
Region von Oberägypten an, andere die indische bis
zu den Molukken.
Hohlpfennige, s. Vrakteaten.
Hohlroller, Harzer, s. Kanarienvogel.
Hohlrützler (^leonus), Gattung der Rüsselkäfer
(s. d.), mit kurzen dicken Fühlern, kurzem, oben abge-
flachtem, unten tief gefurchtem Rüffel, langgestreck-
ten Flügeldecken. Von den zahlreichen, die Alte
Welt bewohnenden Arten kommen 26 in Deutsch-
land auf niedern Pflanzen (den Rüben bisweilen
fchädlich) und Bäumen vor.
Hohlschliff, s. Hohltlingen.
Hohlschutz, in der Jägersprache ein unmittel-
bar unter dem Rückgrat oder zwischen den Rippen
durchgehender ungefährlicher Schuß.
Hohlfonde, f. Sonde.
Hohlspat, ungebräuchlich gewordene Bezeich-
nung Werners für das Mineral Chiastolith (s. d.).
Hohlspiegel, ein aus Metall, versilbertem Glas
u. s. w. hergestellter Spiegel, der den Teil einer
an der bohlen Seite spiegelnden Kugelstäche bildet.