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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hollabrunn - Holland (Geschlecht)
London, trat 1861 in die königl. Kunstakademie und
stellte 1863 sein erstes Bild in der Akademie aus:
Das Opfer Isaaks. Diesem folgten Die Farnkraut-
sammler (1865) und Der Rekonvalescent (1867).
1868 gewann er das Reisestipendium der Akademie
mit der Familienscene: Der Herr hat es gegeben, der
Herr hat es genommen. Später pflegte er mit be-
sonderm Erfolge das Genre; von derartigen Bildern
sind zu nennen: Das Dorfbegräbnis (1872), Ein
Sitz in einer Eisenbahnstation (1873), Verlassen
(1874), Der Erstgeborene (1876), Auf der Heimkehr
(1877), In Newgate verhaftet (1878). 1883 wurde
H. Mitglied der königl. Kunstakademie. In den
letzten Jahren hatte sich H. auch als Porträtmaler
ausgezeichnet. Er starb 31. Juli 1888 in London.
Hollabrunn, Oberhollabrunn. 1) Bezirks-
hallptmannschaft in Niederösterreich, hat 1008,50
hkm und (1890) 77097 (37 536 männl., 39561
weibl.) meist kath. deutsche E., 13 873 Häuser,
18455 Wohnparteien in 129 Gemeinden und 150
Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke Haugs-
dorf, H., Ravelsbach und Netz. - 2) Stadt und Sitz
der Bezirkshauptmannschaft, am Göllersbach und
an der Linie Wien-Zellerndorf der Österr. Nordwest-
bahn, hat (1890) 3383, als Gemeinde 3508 E.,
Post, Telegraph, ein Bezirksgericht (442,83 ykm,
50 Gemeinden, 68 Ortschaften, 28 933 E.), Haupt-
steueramt, Aichamt, Staatsgymnasium, fürstbischöft.
Knabenseminar, gewerbliche Fortbildungsschule,
Sparkasse, Krankenhaus; Ackerbau und Viehzucht.
Hier besiegten 16. Nov. 1805 die Franzosen unter
Murat die Russen unter Vagration.
Holland, im weitern Sinne Bezeichnung für
die frühere Republik der sieben vereinigten Pro-
vinzen und das gegenwärtige Königreich der Nieder-
lande. Im engern Sinne versteht man darunter
die zwei nordwestlichsten Provinzen (s. Nordholland
und Südholland) dieses Königreichs, welche im W.
und N. an die Nordsee, im O. an den Zuidersee
und die Provinzen Utrecht und Geldern, im S. an
Nordbrabant und Seeland grenzen und fast ganz
dem Umfange der alten Grafschaft H. entsprechen.
Die G ras sch aft H. bildete sich erst im 11. Jahrh.,
namentlich dadurch, daß ein Herrschergeschlecht, wel-
ches in Friesland die grast. Würde besaß und dessen
Stammsitz um Egmond lag, sein Gebiet nach Süden
ausbreitete und einer der Grafen, Dietrich III. (1018),
fogar sich einer dem Bischof von Utrecht zugehörigen
Strecke Landes bemächtigte, wo er die Burg Dord-
recht gründete und einen Zoll zu erheben ansing.
Auch erwarb sich dieses Grafengeschlecht (um 1007)
von Flandern den südl. Teil Seelands in Afterlehen,
worüber es aber mit den ftandr. Grafen (bis 1322)
in fortwährender Fehde lag. Während des ganzen
10. Jahrh, versuchten sowohl der Bischof von Utrecht
wie der Herzog von Lothringen, ja der Kaiser selbst
wiederholt, aber vergebens, die Gründung dieser
unabhängigen grast. Macht zu verhindern. Der
Name "Graf von H." kommt zuerst vor in einem
Briefe vom I. 1064; der Name H. soll Holzland
bedeuten, weil das Land um Dordrecht sehr holz-
reich war. Bereits die Gründung H.s, des fpä-
tern Hauptlandes der Niederlande, bezeichnet die
Trennung derfelben von Deutschland; je mehr H.
sich hob, desto mehr ging die Bedeutung der Bischöfe
von Utrecht, der Vertreter der Reichsgewalt, zurück.
Schon die Grafen vor Dietrich III. verfuchten sich
die Westfriesen zu unterwerfen; im Kampfe gegen
sie siel auch der zum deutschen König erhobene Wil-
helm von H. 1256; vollständig gelang ihre Unter-
werfung erst Floris V. 1287. Mit dem Tode des
Sohnes dieses letztern, Johann I., starb das hollän-
dische gräfl. Haus aus (1299). Das Land siel nun
durch Erbschaft an Johann II. von Avesnes und
Grasen von Hennegau. In der Mitte des 14. Jahrh,
entstanden große innere Unruhen, veranlaßt durck
den Streit zwischen Margareta, der Gemahlin Kaiser
Ludwigs des Bayern, welcher nach ihres Bruders,
des Grafen Wilhelm IV. (in Hennegau II.) Tode
das Land durch Erbschaft zugefallen war, und ihrem
Sohne Wilhelm V. Es bildeten sich zwei Parteien,
die Hoeksche (s. d.) und Kadeljausche, deren Streitig-
keiten erst am Ende des 15. Jahrh, aufhörten. Das
bayr. Haus regierte bis 1433, worauf die Lande
der Erbin Iacobäa (s. d.) in Besitz Philipps von
Burgund übergingen. Durch die Heirat der letzten
Erbin der Burgunder, Maria, kam das Land 1477
an die Habsburger. (S. Burgund und Niederlande.)
Holland, Peerstitel in der Familie Fox. Der
erste Lord H. war Henry Fox (geb. 1705), der 1762
zu dieser Würde erhoben wurde. Er starb 1. Juli
1774. Von seinen vier Söhnen folgte ihm der
älteste Stephen Fox (gest. 26. Nov. 1774) als
zweiter Lord H., der dritte war der berühmte Charles
James Fox (s. d.). Dem zweiten Lord H. folgte
fein einziger Sohn, der Staatsmann und Schrift-
steller Henry Richard Fox, dritter Lord H., geb.
23. Nov. 1773 zu Winterslow-Houfe (Wiltshire).
Er studierte in Eton und Oxford, reiste auf dem
Festlande und machte in Italien die Bekanntschaft
Elisabeth Vassalls, der Gemahlin Sir Godfrey
Websters, die er 1797 nach einem skandalösen Ehe-
scheidungsprozeß heiratete, worauf er seinen Fa-
miliennamen mit dem ihrigen, Vassall, ver-
tauschte (1800). Seit 1797 hielt er im Oberhaus
zur Opposition gegen Pitt und bekämpfte dessen
kriegerische Politik gegen Frankreich. 1802-5 weilte
er in Spanien, wo er die span. Litteratur und Ge-
schichte studierte und seine Bücher: "soms accouur
ok tke 1iv68 anä ^ritinFs okl^opL äs VeZa" (Lond.
1806; 2. Aufl. mit "^ liks ok (-uilißn ä6 0a8tro",
2 Bde., 1817) und "^Kr66 Ooin6äi68 trom tde 8pa-
Qi3w> (ebd. 1807) verfaßte. Nach seiner Rückkehr
trat er 1806 in das Kabinett Grenville, das sog.
"Ministerium aller Talente", als Geheimsiegel-
bewahrer, schied aber mit dessen Zerfall 1807 auv.
Er stand in Opposition zu den folgenden Tory-
regierungen in ihrer innern und äußern Politik.
An den Verhandlungen des Kongresses zu Wien
1814 nahm er als Privatmann einen so lebhaften
Anteil, daß ihm die Weifung zu teil wurde, sich aus
Wien zu entsernen. In dem Reformministerimn
Grey (1830) wurde H. zum Kanzler des Herzog-
tums Lancaster ernannt; denselben Posten beklei-
dete er auch 1835 in dem Ministerium Melbourne.
H. starb 22. Okt. 1840 zu London. Er schrieb eine
Biographie seines Oheims Fox, die er mit dessen
Werke "Histor^ ok tk6 eai-i^ part ok tk6 rsi^n ok
XinZ <iNin68 II." (Lond. 1808) veröffentlichte; auch
ist er der Herausgeber der "Nsuioi^ ot I^orä
>Va.1ä6Fi-3,v6" (2 Bde., ebd. 1822). über seine par-
lamentarische Thätigkeit vgl. Moylans Opiniong
okl^orä II., K8 rscoräsä in tk6 ^oui'N3.i8 ok t1i6
II0U86 ok I.0lä8 troui 1797 to 1840 (Lond. 1841).
Sein Sohn, Henry Edward Fox, Lord H.,
geb. 7. März 1802, gest. 18. Dez. 1859, gab die
pikanten Reiseerinnerungen seines Vaters ("l'o-
rsiZu. rsmim3c6kc62", Lond, 1850) und dessen
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