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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Holzbeizen - Holzbiegmaschinen
Bauholz und Nutzholz besteht zunächst in einem
Herausarbeiten der für diese Zwecke gangbarsten
Grundformen der Hölzer (Balken, Bohlen, Bretter,
Latten). Balken werden aus dem runden Stamm
entweder mit der Zimmermannsaxt gehauen oder
mit Sägemaschinen geschnitten; letzteres Verfahren
dient auch zur Bildung der Bohlen, Bretter und
Latten. Fournierbretter stellt man mit der Hand
durch Sägen oder mit Maschinen (s. Fourniersäge
und Fournierschneidemaschine) her. Die Oberstäche
der roh vorgeschnittenen Hölzer wird durch Hobel
(s. d.) oder Hobelmaschinen (s. d.) geebnet. Größere
Glätte wird mit den Sandpapiermaschinen (s. d.)
und durch Polieren (s. d.) erreicht. Rotations-
körper von beliebigem Profil stellt man auf der
Drehbank (s. d.) her. Die fabrikmäßige For-
mung unrunder Stücke, wie Schuhleisten, Flinten-
schäfte u. s. w., wird auf Kopiermaschinen (s. d.)
erreicht. Runde Löcher erzeugt man durch Bohrer
(s. d.) oder Bohrmaschinen (s. d.). Vertiefungen von
rinnenförmiger oder prismatischer Form werden
durch Stemm- und Stechzeug (s. d.), Stemmmaschi-
nen (s. d.) oder Fräsmaschinen (s. d.) erzeugt. Pro-
silierte Stäbe und Leisten können durch Handarbeit
mit Profilhobeln (s. Hobel) oder auf der Ziehbank
(s. d.) sowie fabrikmäßig auf Hobelmaschinen her-
gestellt werden. Zur Holzschnitzerei (s. d.) bedarf es
mehrerer verschieden gestalteter Werkzeuge. Fabrik-
mäßig erzeugte Nachahmungen der durch Hand-
arbeit geschaffenen Erzeugnisse der Holzschnitzerei
liefert die Holzpressung, die Pyrotypie ls. d.) und
die Neoskulptur (s. d.). Oft werden gekrümmte Holz-
stücke, wie Stuhl- und Tischbeine, Nadfelgen u. s. w.
durch Biegen hergestellt, wozu besondere Holzbieg-
maschinen (s. d.) konstruiert sind. Eigenartige Her-
stellungsmethoden erfordern die in großen Mengen
fabrizierten Zolzstifte (s. d.) und die Holzwolle (s. d.).
Gewisse Fabrikationszweige, wie die Faßfabrikation
(s. d.), zeichnen sich ebenfalls durch oesondere Ma-
schinen aus.
Die Erfindung der zur H. dienenden Maschinen
datiert, abgesehen von der Holzdrehbank und von
den verschiedenen Systemen der Gattersäge, aus
den letzten vier Jahrzehnten. Zuerst kamen dieselben
in dem holzrcichen Amerika in allgemeinen Ge-
brauch. Die ersten in Deutschland bekannt gewor-
denen Holzbearbeitungsmaschinen waren amerik.,
engl. oder auch franz. Fabrikat; gegenwärtig sind
jedoch die Konstruktionen der einheimischen Industrie
so vervollkommnet, daß der Bedarf Deutschlands an
Holzbearbeitungsmaschinen durch seine Produktion
vollständig gedeckt wird. Hervorragende Fabrikanten
von Holzbearbeitungsmaschinen sind in Deutsch-
land: Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik, Kappel-
Chemnitzer Stickmaschinenfabrik, Gebrüder Schmaltz
in Offenbach a. M. und Deutsch-Amerikanische
Maschinenfabrik von Ernst Kirchner & Comp. in
Sellerhausen-Leipzig; in Osterreich: G. Topham
in Wien, Gebrüder Israel in Wien, G. Tönnies in
Laiback; in Frankreich: F. Arbey in Paris; in Eng-
land: A. Ransome & Comp. und S. Worssam &
Comp. in Chelsea (London); in Amerika: I.A.Fay
H Comp. in Cincinnati (Ohio). Einen überblick
über die durch die H. erzeugten Halbfabrikate und
Gebrauchsgegenstände giebt Artikel Holzwaren.
Litteratur f. Werkzeugmaschinen.
Holzbeizen, Flüssigkeiten, die namentlich aus
Abkochungen der Farbhölzer bestehen, zuweilen aber
auch Mineralfarben enthalten.
Holz-Berufsgenofsenschaften und Holz-
industrie-Verujsgenossenschaften. 1) Säch-
fifche Holz-Berussgenossenschaft für das
Königreich Sachsen mit dem Sitz in Dresden, ohne
Sektionsbildung: 2) Norddeutsche Holz-Be-
rufs gen off enschaft für die deutschen Staaten
nördlich der Mainlinie, jedoch ohne Sachsen. Sitz
ist Berlin; Sitz der 9 Sektionen: Danzig, Breslau,
Berlin sfür Brandenburg und Pommern) und Ber-
lin (nur für den Stadtbezirk), Hamburg, Bremen,
Magdeburg, Gotha, Köln; 3)Bayrifche Holz-
industrie-Veru/fsgenossenschaft für Bayern
mit dem Sitz in München, ohne Sektionsbildung;
4) Südwestdeutsche Holz-Berufsgenossen-
schaft für Württemberg, Baden, Hessen, Hohen-
zollern, Elsaß-Lothringen. Sitz der Berufungs-
genossenschaft ist Stuttgart; Sitz der 4 Sektionen:
Stuttgart, Karlsruhe, Mainz, Straßburg.
Das Geschäftsjahr 1892 ergiebt folgende Zahlen:
triebe '^^
2922
21354
3 860
7119
20474
128 714
21769
36 794
Anzu-
rechnende
Jahres-
löhne
ZS Ein-
nahme
>^3
13 540 048
95 933 139
15 803 081
20 207 208
Aus-
gabe
Reserve-
fondsam
Jahres-
schluß
M. M. M.
165850' 171135 345014
1515 4511399 352
296146 286 94?> 567137
248335 246 857, 538 353
Sa.35 255j207 751>145 488 476j 700 >2 225 782<2104 291!4116 359
An schwerern Unfällen waren von den 4 Be-
rufsgenossenfchaften zu entschädigen:
mtschädigte Unfälle
l auf
über- 1000 Ver-
Haupt sich^te
121
1288
247
189
Gezahlte
Ent-
schädigungen
M.
5,91
9,94
11,34
5,13
91805
804380
171986
134634
Sa. 1845 i 8,88 > 1202805
tödlichem
Ausgang
Unfälle mit
voller
Erwerbs-
unfähigkeit
7
64
12
10
2
3
16
20
93
41
Mit Einschluß dieser 1845 gelangten 7097 Un-
fälle l34,ii auf 1000 versicherte Personen) zur An-
zeige, darunter also die größere Zahl leichter und
leichtester Art. (S. Berufsgenossenschaft.)
Holzbiegmafchinen, Maschinen zum Biegen
des Holzes, derart, daß es dauernd die gebogene
Form beibehält. Junges und saftreiches Holz läßt
sich ohne Schwierigkeit biegen und behält die ihm
dabei erteilte Gestalt, wenn es im gebogenen Zu-
stande getrocknet wird. Bereits getrocknetes Holz
wird für den Zweck des Biegens zuerst der Ein-
wirkung von heißem Wasser oder Wasserdampf aus-
gefetzt und dann um Formen gebogen und getrocknet.
Die zum Biegen um Formen geeigneten H. bestehen
im wesentlichen aus einem kräftigen Gestell, auf
welchem die Form befestigt ist, während, etwas von
ihrer äußersten Kante entfernt, zwei Schienen mit
dem einen ihrer Enden drehbar gelagert sind. Um
ihre andern Enden sind Seile oder Ketten geschlun-
gen, die durch eine Windevorrichtung angezogen
werden und dadurch die Schienen der Form nähern
können. Das zu biegende Holz wird zwischen der
Form und den Schienen eingespannt und hieraus
durch Drehen der Windevorrichtung um die erstere
gelegt. Auf dem gleichen Princip beruhen die
schweren Maschinen zum Biegen der sog. gespreng-
ten und ähnlicher Balken.