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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Holz- und Strohinstrument - Holzwaren
Ware werden hauptsächlich Bretter und Latten zu
eigenen Flößen in sehr verschiedener Weise mit
Zengelstangen gebunden. - über die gesetzlichen
Vorschriften der Flößerei s. d.
Litteratur. Schuberg, Der Waldwegebau und
feene Bearbeiten (2 Bde., Verl. 1873 - 74); Ex-
ner, Das moderne Transportwesen im Dienste der
Land- und Forstwirtschaft (Weim. 1877); Stötzer,
Waldwegebaukunde (Franks, a. M. 1877; 2. Aufl.
1885); Runnebaum, Die Waldeisenbahnen (Berl.
1886); Gayer, Forstbenutzung (7. Aufl., ebd. 1888);
Förster, Das forstliche Transportwesen (2. Aufl.,
Wien 1888).
Holz- und Strohinstrument, s. Strohfiedel.
Holzung, Bezeichnung für Wald überhaupt, ge-
wöhnlich aber für kleinere Waldungen oder einzelne
Gruppen von Waldbäumen, für dle auch der Aus-
druck Gehölz oft angewendet wird.
Holzverband, .holzVerbindungen<die Ver-
bindung zweier Hölzer (Verbandstücke) durch eine
geeignete Form ihrer Berührungsflächen derart, daß
sie entweder für sich allein oder mittels besonderer
Vefestigungsteile (Dübel, Nägel, Schrauben, Bol-
zen, Klammern) den auf ihre Trennung wirkenden
Kräften widersteht. Man unterscheidet bezüglich der
Richtung, in welcher die Hölzer zusammengefügt
werden sollen, vier Hauptgattungen der H.
1) Die Verlängerung der Hölzer. Sie ist
ein Zusammenfügen von horizontalen oder vertika-
len Hölzern in achsialer Richtung und wird erreicht
durch den Stoß, das Blatt (Blattung) und die
Pfropfung. (Näheres s. Verlängerung der Hölzer.)
2) Die Verstärkung der Hölzer, ebenfalls
für horizontale und vertikale Hölzer angewendet, ist
ein seitliches Aneinanderfügen gleichlaufender Höl-
zer zum Zwecke derTragfähigkcitsvermehrung. Hier-
her gehört der verdübelte Balken, der verzahnte
Balken, der armierte Balken, die Gitter-(Fachwerks-)
Träger, der linfenförmige oder Lawesfche Träger
und die Verstärkung stehender Hölzer; unter letztern
die (veraltete) Verschränkung. (Näheres s. Verstär-
kung der Hölzer; über armierte Balken, Gitter- und
linsenförmige Träger s. Träger.)
3) DieVerbreiterung derZölzer. Sie dient
zur Herstellung größerer Holzftächen für Fußböden
(s. d.), Dachschalungen (s. Dachdeckung) und hölzer-
ner Wände. Der Verband geschieht hier durch das
Fugen, das Spunden und die Federung.
(Näheres s. Verbreiterung der Hölzer.)
4) Die Verknüpfung der Hölzer. Sie um-
faßt die Verbindung derjenigen Hölzer, deren Achsen
unter einem rechten, spitzen oder stumpfen Winkel
zusammenstoßen, wobei die Achsen in einer und der-
selben Ebene oder in verschiedenen Ebenen liegen
können. Sie kommt namentlich bei der Verbindung
'der einzelnen Teile der Dachstühle (Sparren, Rah-
men, Streben, Kopfbänder u. s. w.) in Anwendung.
Man unterscheidet die Verknüpfung durch Ver-
zapfung, überblattung, Verkämmung, Verfatzung,
Aufklauung, Schiftung und Verzinkung. (Näheres
s. Verknüpfung der Hölzer.) - Vgl. Kretzschmar,
Die Holzverbindungen (Wien 1885).
Holzwanze (X^iocoriF), Gattung der Landwan-
zen (s. Wanzen) mit4 Arten, von denen eine, 3-4 mm
lange braune mit Hellern Gliedmaßen (X^Iocoi-ig
ä0N68tica FMi.) an Pappeln, in Schwalbennestern,
gelegentlich auch in Wohnhäusern und bisweilen
in Bettstellen vorkommt. Unterscheidet sich durch
schlankern Bau und im ausgebildeten Zustande durch
den Besitz von Flügeln und Flügeldecken sofort von
der Bettwanze.
Holzwaren, im weitesten Sinne die Bezeichnung
nicht nur für alle aus Holz gefertigten Gegenstände,
sondern auch für das Holz als Ärbeitsmaterial selbst,
sofern es durch vorbereitende Zurichtung
in eine der eigentlichen Verarbeitung bequeme Ge-
stalt gebracht ist. Dies geschiebt nun teils durch Zer-
spalten, teils durch Zerschneiden mittels Handsägcn
oder auch mittels durch Dampf getriebener Säge-
maschinen (s. d.). Hiernach unterscheidet man Spalt-
holz und Schnittholz. Die vorzüglichsten Spalt-
hölzer sind: Latten, Bühnen (halbrunde Dach-
latten, durch einmaliges Aufspalten dünner Nadel-
holzstangen gewonnen), Nahm- oder Riegelholz (zu
Fensterstöcken und Fensterrahmen), Zaunstöcke und
Weinpfähle, Schachtel- und Siebränder, Faßstäbe,
Faßreifen und Faßbodenholz, Wagenachsm, Felgen
und Speichen zu Wagenrädern, Klaviaturbolz oder
Resonanzholz (zu Pianoforten, Violinen, Guitarren
u. s. w.), Schuhmacher- und Buchbinderspäne, schie-
nen (dünne, schmale Streifen) zu hölzernen Sieb-
böden. Schnitthölzer werden in breite und
kantige unterschieden, je nachdem ihre Breite die
Dicke bedeutend übertrifft oder nicht. Zu erstern
gehören Bohlen, Dielen, Parketts und Fourniere;
zu letztern die Latten, die Stollen oder Säulen und
verschiedenes kleines, zum Teil krummes Schnittholz
für Wagner, Böttcher u. s. w., als Radfelgen, Rad-
speichen, Faßstäbe u. dgl. m.
Die durch eigentliche Verarbeitung des
Holzes hervorgehenden, mehr oder weniger künstlich?
Arbeitsmethoden erfordernden H. lassen sich am be-
quemsten nach den Klassen der mit ihrer Darstellung
beschäftigten Gewerbsleute abteilen. Es sind zu
nennen die Arbeiten des Zimmermanns, Böttchers,
Wagners, Tischlers (Bautischler und Möbeltischler),
Drechslers, Instrumentenmachers, Bildhauers,
Büchsenschäfters, Holz- und Formschneiders, Holz-
knopsmachers, Parkettfabrikanten, Fässerfabrikantcn,
der Marqueterie (oder Holzmosaik), ferner die grobem
und feinern gefchnitzten Waren, welche sich zum Teil
deu Erzeugnissen des Holzbildhauers anreihen, end-
lich die Korbmacherarbeiten, welche man als grobe
Korbflechterei (im Fichtelgebirge besonders aus-
gebildet) und feine Korbstechterei (mit ihrem ßaupt-
sitz in Berlin) unterscheidet. In dem engern und
gebräuchlichsten Sinne umfaßt der Ausdruck H.
nur zwei Kategorien von Erzeugnissen der Holz-
verarbeitung, nämlich einerseits die gröbern und
einfachern Artikel, welche durch Spalten, Sägen,
Veyauen, Schnitzen, Drechseln und Raspeln herge-
stellt werden, als Schindeln, Löffel, Teller, Milch-
gefäße, Schuhe, Schaufeln, Mulden, Wasch- und
Backtröge, Hühnerbauer, Vogelbauer, Kisten und
Kasten, Rechen und Heugabeln, Peitschenstiele,
Spazierstöcke u. s. w.; andererseits jene zahllosen
feinern und kleinern Gerätschaften, welche aus Holz
geschnitzt oder gedrechselt und meistenteils zu Kinder-
spielzeug bestimmt sind, häusig mit Farben an-
gestrichen, gebeizt, lackiert, vergoldet, überhaupt auf
mannigfaltige Art verziert werden. Die Fabri-
kation hölzerner Spielwaren blüht in Thüringen
(Sonneberg), Nürnberg-Fürth, Sachsen (Erzgebirge)
und Württemberg.
Eine moderne Art H. sind die Holzgalanterie-
waren (Geldkassetten, Handschuhkästen, Schreib-
pulte, Photographierahmen, Lichtschirme), in deren
Anfertigung Nürnberg, Dresden, Berlin mit Wien