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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Holzzucker - Homburg (Stadt)
per 1 Festmeter; e. in der Längsachse gesägt; nicht
gehobelte Bretter, gesägte Kanthölzer und andere
Säge- und Schnittwaren 1 M. per 100 kß (80 Pf.)
oder 6 M. (4,8o) per 1 Festmeter. In Österreich-
Ungarn geht Werkholz frei ein. Holzeinfuhrzolle
bestehen weiter in Frankreich, Schweiz, Dänemark,
Belgien u. s. w. Rußland hat nur einen Einfuhrzoll
auf behauenes und geschnittenes .holz. - Vgl.
Danckelmann, Die deutschen Nutzholzzölle (Perl.
1883); Handwörterbuch der Staatswissenschaften,
Bd. 3 (Jena 1892), S. 627 fg.
Holzzucker, Hylose, eine leicht krystallisierende
Zuckerart von der Zusammensetzung (^ll^^; sie
gehört also zu den sog. Pentosen (s. d.) und steht
der Arabinose nahe. Erhalten wird der H. durch
Erwärmen von Holzgummi (s. d.) mit verdünnter
Schwefelsäure.
Holzzunge, s. Aktinomykose. ^
//o/n., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Sir Everard Home (s. d.).
Noina.Ti'Ulu (mittellat., von donio, in der Be-
deutung von Lehnsmann, Vasall), Lehnseid, Huldi-
gungseid (Homagiäleid) des Vasallen (s. Hul-
digung). ^Projektion.
Homalogräphische Projektion, s. Karten-
HolnalopsiäHS, s. Nasserschlangen.
Homann, Joh. Bapt., Kartenstecher und Geo^
graph, geb. 20. März 1663 zu Kamlack im jetzigen
bayr. Kreise Schwaben, war in einer Iesuitenschule
erzogen, trat aber zum Protestantismus über und
wurde 1687 Notar in Nürnberg. Bald aber wandte
er sich dem Kupfer- und Landkartenstich zu und be-
gründete 1702 einen förmlichen Landkartenhandel,
der bald eine große Ausbreitung gewann. Er lie-
ferte allmählich gegen 200 Karten, darunter den
großen Atlas über die ganze Welt in 126 Blättern
(1716) und den "^tias meUwäicus" in 18 Blättern
(1719). Auch fertigte er kleine Globen, Armillar-
sphären und andere mechan. Kunstwerke. Die Königl.
Akademie der Wissenschaften zu Berlin erwählte ihn
1715 zu ihrem Mitgliede. H. starb 1. Juli 1724.
Das Institut ging auf seinen Sohn Johann
Christoph H. lgeb. 1703, gest. 1730) über, der
seinen bisherigen Geschäftsführer Joh. Georg Ebers-
berger und seinen Universitätsfreund Joh. Mick.
Franz zu Erben der Handlung einsetzte, die unter
der Firma "Homannsche Erben" fortgeführt wurde;
sie erlosch 1848 mit dem Tode des letzten Besitzers,
Georg Christoph Franz Feinbo. Neben H. machte sich
besonders Franz (geb. 14. <^ept. 1700 in Ohringen,
gest. 1761) um die Geographie verdient durch Grün-
dung der ersten geogr. Gesellschaft (1740) und Her-
ausgabe der ersten kritischen Karte von Deutschland
(1750) u. a. - Vgl. Sandler, I. B. H. Ein Beitrag
zur Geschichte der Kartographie (in der "Zeitschrift
der Gesellschaft für Erdkunde", Jahrg. 1886, Ber-
lin); ders., Die H.schen Erben (in der "Zeitschrift für
wissenschaftliche Geographie", Bd. 7, Weim. 1889);
Rüge, Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte
der Erdkunde (Dresd. 1888).
ülloinarns, s. Hummer.
Homatropin, ein dem Atropin (s. d.) homologes
und ähnliches künstliches Alkaloid von der Zusam-
mensetzung (^Htzi^OZ, dessen dromwasjerstoff-
saures Salz wegen seiner weniger andauernden
pupillenerweiternden Wirkung an Stelle des Atro-
pins in der Augenheilkunde Anwendung findet.
Wie das Atropin, das durch Varytwasser in Tropin
und Tropasäure gespalten wird, aus diesen Ver-
bindungen durch Eindampfen der vermischten ver-
dünnt-salzsauren Lösungen wieder entsteht, so ist
das H. in gleicher Weise aus Tropin und der der
Tropasäure ähnlichen Mandelsäure (s. d.) zusam-
mengesetzt, mithin der Mandelsäureester des Tropins,
Os 11,4 X - 0 - 00 - 0? N7 0 (Phenylglykolyltropem).
Homberg. 1) Kreis im preuh. Reg.-Vez. Cassel,
hat 320,42 <^m, (1890) 21453 (W136 männl.,
11317 weibl.) E., 2 Städte, 60 Landgemeinden und
10 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im Kreis H., 9 kni
von Borken, auf einer Anhöhe unweit der Efze, an
der Linie Treysa-Leinefelde der Preuß. ^taats-
bahnen, Sitz des Landratsamtes und eines Amts-
gerichts (Landgericht Marburg), hat (1890) 3402 E.,
darunter 85 Katholiken; Post zweiter Klasse, Tele-
graph, ein evang. Lehrerseminar, eine ständische
Taubstummenanstalt; Fabrikation von Nähmaschi-
nen, landwirtscha tlichen Maschinen und Geräten.
Über der Stadt au
einem Basalt Neste der Burg H.
In H. hielt 1526 Landgraf Philipp der Großmütige
die erste evang. Landessynode in Deutschland. -
3) Stadt im Kreis Alsfeld der Hess. Provinz Ober-
hessen, an der Ohm, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Gießen), hat (1890) 1238 E., Post und
Telegraph. - 4) Dorf im Kreis Mors des preuß.
Reg.-Bez. Düsseldorf, am Rhein, Ruhrort gegen-
über, an den Lmien Krefeld-Ruhrort und Mörs-H.
(6,7 km) der Preuß. Staatsbahnen, ist Dampfer-
station, hat (1890) 5099 E., 1155 Katholiken; Post
und Telegraph; Fabrikation von feuerfesten Stei-
nen, Dampfmaschinen und Farbstoffen, bedeutende
Reedereien, zwei Dampfmühlen und Steinkohlen-
bergbau. ^L'Hombre.
Hombre (frz., spr. ongbr), Kartenspiel, s.
Homburg. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez.
Pfalz, hat 546 qkin, (1890) 54 726 (26 642 männl.,
28 084 weibl.) E., 78 Gemeinden mit 181 Ortschaf-
ten, darunter 2 Städte. - 2) Bezirksstadt im Be-
zirksamt H., am Erbach und an den Linien Neun-
kirchen-Landstuhl und H.-Zweibrücken (11,i km) der
Pfalz. Eisenbahnen, Sitz hes Bezirksamtes, eines
Amtsgerichts (Landgericht Zweibrücken) und Rent-
amtes, hat (1890) 4273 E., darunter 1675 Katholiken
und 186 Israeliten, Posterpedition, Telegraph, eine
Lateinschule, höhere Mädchenschule, Waisenhaus;
Weberei, Gerberei, Wurst- und Thonwarenfabrik,
Kunstmühlen und Bierbrauereien. Dabei die Burg-
ruinen H. und Karlsberg. - 3)H. vorderHöhe,
so genannt, weil es an und vor der Höhe oder dem
Taunus liegt, Kreisstadt im Obertaunuskreis des
preuß. Reg.-Bez. Wiesbaden und
besuchter Badeort, 18 km im
NW. von Frankfurt a. M., in
195 m Höhe auf einem Vorhügel
des Taunus, an der Homburger
Eisenbahn, ist Sitz des Landrats-
amtes des Obertaunuskreises,
eines Amtsgerichts (Landgericht
Frankfurt a. M.), zweier Ober"
förstereien und eines Bezirksgremiums für Han-
del und Gewerbe und bat (1890) 8863 E., darunter
2088 Katholiken und 432 Israeliten, in Garnison
(448 Mann) das 3. Bataillon des 80. Füsilierregi-
ments von Gersdorff, Postamt erster Klasse, Post-
agentur,Telegraph, je eine evang. und kath. (ehemals
franz.-reform.) Stadtkirche, neue Synagoge, ein ehe-
mals landgrä'fl. Schloß auf einer Anhöhe, Anfang
des 18. Jahrh, erbaut, 1835 erweitert und seit 1866
für die preuß. Königsfamilie eingerichtet, mit einem