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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Honig

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Honig

wird, 7 km lang aus und lehnt sich mit ihren saubern, aber unregelmäßigen Straßen an die steil emporsteigenden Höhen an. Die schönste Straße ist Queen’s Road mit dem Stadthaus, dem Theater, den Banken und zahlreichen Verkaufshäusern. Im O. liegt das Chinesenviertel. H. besitzt einen schönen Gouverneurpalast, eine St. Johns-Kathedrale, eine Sternwarte und einen großen botan. Garten. Die 117 öffentlichen Schulen wurden (1891) von 7672 Kindern, die 111 Privatschulen von 2474 Kindern besucht. Zahlreich sind die Militärgebäude, Arsenale und Kasernen; das Marinedepot, die Kohlenmagazine u. a. befinden sich jetzt auf Kaulung, wo auch die brit. Kriegsschiffe des chines. Geschwaders vor Anker gehen. Die Zugänge zur Reede wie zum eigentlichen Hafen sind durch Batterien gedeckt.

Die Bedeutung H.s als Handelsplatz war zwar seit dem Emporkommen Shang-hais und der andern Vertragshäfen zurückgegangen, es ist aber immer noch ein Stapelplatz von hervorragender Wichtigkeit. H. ist Freihafen; am Handel sind Großbritannien mit über der Hälfte des Gesamtumsatzes, der auf 6 Mill. Pfd. St. geschätzt wird, daneben Indien, Australien, die Vereinigten Staaten und Deutschland beteiligt. Hauptgegenstände des Handels sind Opium, Zucker, Salz, Töpferwaren, Öl, Baumwolle und Baumwollwaren, Sandelholz, Elfenbein, Nahrungsmittel aller Art, Betelpfeffer und Bernstein. Sehr wichtig ist auch die Seiden- und Theeausfuhr über H. Der deutsche Absatz leidet neuerdings unter japan. Konkurrenz. 1892 liefen 4396 Dampfer, 103 Segler mit zusammen 5,16 Mill. t in die Häfen der Insel ein; davon kamen 3,64 Mill. t aus chines. Häfen; von den 5,12 Mill. t der Ausfuhr gingen nach diesen 3,95 Mill. t. Außerdem liefen noch 31971 Dschunken mit 2,03 Mill. t ein.

Die eigene Industrie (meist mit chines. Arbeitern) erstreckt sich vornehmlich auf Zuckerfabrikation, Sägewerke, Seilerei, Maschinenbau und Ziegelei; daneben besteht Bootsbau, Fabrikation von Zündhölzchen, Färberei und Glasbläserei. Außer der Hauptstadt ist besonders noch Aberdeen an der Südküste zu erwähnen, das seiner gesunden Lage wegen vielfach von H. aus aufgesucht wird.

H. wurde nach Aufgabe von Macao (1839) Hauptstützpunkt der brit. Streitkräfte gegen Kanton und das östl. China. Endgültig im Frieden von Nanking (1842) den Engländern abgetreten, hob sich der Platz schnell als Station der Kriegsmarine und als Mittelpunkt des Opiumhandels. – Vgl. Die Seehäfen des Weltverkehrs, hg. von Dorn, Bd. 2 (Wien 1892); Hong-kong Almanac (Hong-kong 1892).

Honig, die süße Substanz, die die Bienen, besonders die Honigbiene (Apis mellifica L., s. Biene), aus den Nektarien der Blüten sammeln, in ihrem Organismus verarbeiten und in ihrem Wachsbau (Waben) aufbewahren. Farbe und Güte des H. hängt von den Pflanzen ab, aus deren Blüten er gesammelt ist; auch ist die Art und Weise seiner Bearbeitung durch Menschenhand darauf von Einfluß. So ist der Kleehonig weiß wie Schmalz, der Buchweizenhonig gelb, der Heidehonig braun. Fast immer bewahrt der H. das Aroma der Pflanze, von deren Blüten er gesammelt wurde. Den Linden-, den Akazienhonig erkennt man sofort. Der Narbonner und der spanische H. duften nach Rosmarin, Thymian, Lavendel u. s. w. Frischer H. ist viel aromatischer als älterer, weil sich das Aroma durch Verdunstung verliert. Wachsen in der Gegend, wo Bienenzucht getrieben wird, viele giftige Pflanzen mit nektarreichen Blüten (Aconitum, Rhododendron, Azalea, Oleander), so kann der H. giftige Eigenschaften bekommen. Der beste (reinste) H. ist der Schleuderhonig, der mittels der Honigschleuder (Centrifuge) aus den Waben herausgebracht wird. Imker, welche Mobilzucht betreiben, d. h. Bienenwohnungen mit beweglichen Waben benutzen, gewinnen ihren sämtlichen H. mittels der Schleuder. Der Stabil-Imker dagegen, der den Strohkorb mit festem Bau benutzt, muß den H. auf andere Weise von dem Wachs scheiden, d. i. ihn auslassen und seimen. Dies geschieht entweder auf kaltem oder auf warmem Wege. Den auf kaltem Wege gewonnenen H., der an Reinheit und Güte dem Schleuderhonig kaum nachsteht, nennt man ausgelassenen Jungfernhonig, weil er ebenso gut und schön ist wie der in zarten Waben stehende sog. Jungfernhonig. Allen auf warmem Wege ausgelassenen H. nennt man Seimhonig. Durch dieses Verfahren wird der H. sowohl in Farbe wie in Geschmack beeinträchtigt. Endlich hat man noch den Preßhonig. Bei dem Auslassen des H. bleibt immer noch etwas H. in den Rückständen; um diesen auch noch auszuscheiden, bringt man die erwärmten Rückstände in einen leinenen Beutel und bringt sie unter eine Presse. Dieses Produkt ist natürlich das schlechteste. Der Scheibenhonig kommt mit den Waben in den Handel. Sind die Waben jung und zart, so ist der Scheibenhonig sehr wohlschmeckend und daher ziemlich teuer.

Honigfälschung kommt nicht selten vor; so wird der mit Recht gerühmte Alpenkräuterhonig künstlich hergestellt. Fälschungen mit Mehl, mit Stärke und Malzsirup sind nicht selten. Auch füttert man Stärkesirup, und wenn er von den Bienen in den Zellen bedeckt ist, verkauft man die Waben als Scheibenhonig. Guter H. muß dick, aber klar und rein sein. Der ungereinigte H. ist stets ein Gemenge von mehrern Zuckerarten (Traubenzucker und Schleimzucker oder Chylariose) und Säuren, wie es scheint, etwas Ameisensäure. Aus neuern Untersuchungen folgt, daß die Bienen die Beschaffenheit des Zuckers, den sie zu H. verarbeiten, nicht zu verändern vermögen, es sei denn, daß der von den Bienen gesammelte Zucker eine Spaltung in Rechtstraubenzucker und Linksschleimzucker erlitte. Guter H. kann Jahr und Tag aufbewahrt werden. Den ausgeschleuderten und ausgelassenen H. bewahrt man in gut glasierten Töpfen oder Glashäfen auf, schützt ihn vor dem Zutritt der Luft und der Feuchtigkeit durch einen 1 cm dicken Wachsüberguß und bindet die Gefäße mit Pergamentpapier oder besser noch mit einer Schweinsblase zu. Der Aufbewahrungsort muß kühl und luftig sein; die Temperatur des Raums darf im Sommer nicht über 15° R. steigen. Alter H., der stark krystallisiert ist, wird durch Einstellen ins warme Wasserbad wieder flüssig und dadurch schmackhafter.

Wenngleich ziemlich überall H. gewonnen wird, so bildet derselbe doch nur in Norddeutschland, in der Schweiz, Rußland, Polen, auf Malta, in Spanien und Frankreich sowie neuerdings in Amerika einen bedeutenden Handelsartikel. Der H. wird verspeist, besonders auf Brot, und ist ein gesundes, insonderheit Kindern dienliches Nahrungsmittel. Seine größte Verwendung findet der H. in der Fabrikation von Lebkuchen oder Pfefferkuchen und in der Bereitung des Met. Letzterer wird in großen Mengen