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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hooch - Hooft
willigen genannt, welche auf einige Wochen oder
2. F^öxkiemiZ (d. h. bis zum Siege) angeworben
und gegen Serben und Kroaten geschickt wurden.
Als sich jedoch später der Kamps hauptsächlich
gegen Osterreich richtete, eine Anzahl der alten
regulären Regimenter zu den Ungarn übertraten
und jene Freiwilligen teils diesen Regimentern ein-
verleibt, teils in neue reguläre Regimenter gebracht
wurden, diente der Name H. zur Bezeichnung sür
alle Angehörigen der nationalen Strcitkraft. Bei
der Neugestaltung der österr.-ungar. Armee nach
1866 hat die Landwehr der Stephanskrone (Ungarn,
Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien) den Na-
men Honvedseg (spr. hönnwehdschehg, d.h. Land-
wehrschaft) erhalten, wird jedoch im gewöhnlichen
Sprachgebrauch die H. genannt, während der ein-
zelne Mann der H. heißt. Als einzige rein natio-
nale Truppe ist die H. die Lieblingsinstitution der
Ungarn. Die Dienst- und Kommandosprache der H.
ist die ungarische bez. sür die kroat.-slawon. Tnlp-
penteile di'e kroatisch-slawonische. Desgleichen führt
die H. ungar. bez. kroat.-slawon. Fahnen. Am
21. Mai 1893 wurde in Budapest zur Erinnerung
an die Thaten der ungar. Nationalarmee in der Re-
volution 1848-49 das sog. Honvöddenkmal ent-
hüllt. <S. auch Österreichisch-Ungarisches Heerwesen.)
Hooch, seltener Hoogh, Pieter de, Holland.
Genremaler, geb. 1630, war im Haag, zu Delft und
in Amsterdam thätig, wo er 1677 starb. Seine Bil-
der gehören heutzutage zu den am höchsten geschätzten
der Holland. Kunst. Das Einfallen hellen Lichtes
in Binnenräume, in denen einzelne Personen bei
häuslicher Arbeit zu gewahren sind, ist das Problem,
das ihn besonders beschäftigt hat und das er mit
feinstem koloristischen Gesühl in der reizvollsten
Weise löste. Seine der Komposition nach sehr ein-
fachen Werke finden sich in den Galerien zu Amster-
dam, London, Berlin, München, Frankfurt a. M.
und in engl. Privatsammlungen.
Hood, Robin, s. Robin Hood.
Hood (spr. hudd), Samuel, Viscount, brit. Ad-
miral, geb. 12. Okt. 1724, trat als Schiffsjunge in
die königl. Marine und hatte sich beim Ausbrucke
des Siebenjährigen Krieges bereits zum Kapitän
der Flotte emporgeschwungen. 1758 zum Befehls-
haber der Fregatte Vestalin ernannt, nahm er teil
an der Blockade der franz. Küsten und wurde dann
im Mittelländischen Meere stationiert. Nachdem er
darauf verschiedene Kommandos geführt hatte und
1778 zum Baronet erhoben worden war. wurde er
1780 zum Admiral befördert und mit emer Flotte
zur Verstärkung Nodneys nach Westindien gesandt.
Im Verein mit diesem schlug er den franz. Admiral
Grasse bei der Insel St. Christoph 21. Febr. 1782,
aber noch weit entscheidender bei Guadeloupe
14. April. Georg III. erhob ihn darauf 1782 zum
irländ. Peer als Baron H. von Catherington. 1784
trat er ins Unterhaus, wo er durch freimütige Oppo-
sition große Popularität gewann; 1788 trat er als
Lord der Admiralität in das Ministerium Pitt ein,
dem er bis 1793 angehörte. Beim Beginn des
Kampfes mit der franz. Republik erhielt er den
Oberbefehl im Mittelmeer und nahm mit dem span.
Admiral Langara 27. Aug. 1793 das gegen den
Konvent empörteToulon inBesitz. Von dem republi-
kanischen Velagerungsheer durch die (Inergie des
jungen Napoleon Bonaparte gedrängt, mußte H.
18. Dez. die Reede von Toulon verlassen. Er segelte
in die ital. Gewässer und eroberte :m Mai 1794
Corsica. Nach England zurückgekehrt, wurde er 1796
mit dem Titel eines Viscount H.von Whitley Gouver-
neur des Hospitals zu Greenwich. Er starb 27. Jan.
1816 zu Bath. - Sein Bruder, Alexander H.,
geb. 1727, ebenfalls engl. Admiral und Peer, zeich-
nete sich auch in den Seekämpfen gegen Frankreich
aus und starb 3. Mai 1814 als Viscount Bridport.
Hood (spr. hudd), Thomas, engl. Humorist, geb.
23. Mai 1799 zu London, war erst Kaufmann, dann
Kupferstecher, widmete sich aber seit 182l aus-
schließlich der Schriftstellers, besonders als Mit-
arbeiter und Herausgeber verschiedener Zeitschriften.
Er starb 3. Mai 1845 in London. Gleich seine erste
Gedichtsammlung "^Vliimg and oääiti68" (1827)
zeigte ^eine vorzügliche Begabung als Humorist;
die folgenden Werke "I^tioiiki tales" (1827) und
der Roman "liine^ H^I" (1834: deutsch von
R. Grant, Vautzen 1842) sind weniger bedeutend:
um so gelungener waren seine Poet. Arbeiten "1^6
pi69.olt.1i6inil!3uiiiiiioi' f^ii-ieL" (1827) und nament-
lich sein "Orekui ok^uFsne ^i-am" (1829; deutsch
von von Franck und Ruhe, Vromb. 1841). Seinen
Ruf als Humorist behauptete er durch die Heraus-
gabe des "(üoinie ^nnuHl" und durch sein "Hp tlic
Hkw6" (1839), eine Satire auf die engl. Touristen.
Die "^VAiin8ic3iiti68, 9. pklrioäical ZattisrinF"
(2 Bde., 1843) waren zum größten Teil schon aus
dem Aen- NoiMI^ N^^^iiis bekannt. Seine letzten
erwähnenswerten Gedichte sind der "8onA ok tk6
8bilt" (im "I>uiic1i" 1843, schildert das Elend der
Londoner Näherinnen) und "'Ilik driäZe ol 8iZ1i8"
(1845). Eine vollständige Ausgabe seiner Werke
erschien zuletzt 1870-73 in 10Bdn. (London); seine
"?06IN8>> haben zahlreiche Auslagen erlebt; eine
"?60pi6'8 eäition" erschien 1866 (2 Bde.). Eine
Auswahl seiner Gedichte gab deutsch Herrn. Harrys
(Hannov. 1857) heraus. - Vgl. NkinoriH^ ol ^k.
II. coUectkä, arranFeä anä eäiteä d)' K13 äau^uter
(2 Bde., Lond. 1860).
Sein Sohn, Thomas H. der Jüngere, be-
kannt als Tom H., geb.19.Ian.1835in'Wanstead
(Esser), gest. 20. Nov. 1874 in London, hat sich
gleichfalls als Schriftsteller bekannt gemacht. Er
schrieb: "?6n auä pencii picwr68" (1853), "lüaptain
Na8t6r'8 diiitiren" (3 Bde., 1865), "Verk V6l6k6r'8
v6NA6aiic6" (1865), "^ golden lisai't" (Roman,
3 Bde., 1867), "II16 1o8t link" (Roman, 3 Bde.,
1868), "N0N6/8 nortii" (Roman, 3 Bde., 1870),
"L0V6 g>nä valour" (3 Bde., 1871) u. a. Seine
"^avoulitß P06M8" gab seine Schwester heraus (mit
Biographie, Boston, Massachusetts, 1877).
Hoofd (niederländ., d. i. Haupt), eine ins Meer
ragende Landspitze mit Steilufer.
Hooft, Pieter Corneliszoon, Holland. Geschicht-
fchreiber und Dichter, geb. 16. März 1581 zu Amster-
dam, bildete sich durch das Studium der alten Klas-
siker und durch Reisen in Italien. Nach seinerZurück-
kunft bekleidete er von 1609 an bis zu seinem Tode,
der im Haag 21. Mai 1647 erfolgte, das Amt eines
Drosten von Muiden. Tacitus, den er ins Hollän-
dische übertrug (hg. von Brandt 1684), war ihm als
Geschichtschreiber Vorbild. Er schrieb: "Hot Ikvsn
van X011W3 Ilßnälik IV." (Amsterd. 1626-52)
und eine "Geschichte des Hauses Medici" (ebd. 1649);
den größten Wert hat seine "><6ä6i'iHQä8c1i6 Ki8to-
ri6Q" (2 Bde., ebd. 1642-54; neuere Ausg. von
Hecker, 5 Bde., Grön. 1843-46), die von 1556 bis
1587 geht. Als Dichter glänzte er besonders in der
erotischen Gattung, weniger im Drama; überall ist