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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Horneburg - Hornfels
Kämpfen derselben mit Spanien teil. Er bereiste
die Vereinigten Staaten von Amerika und kehrte
1828 nach England zurück. Sein erstes bedeuten-
des Werk war die kritisch-satir. "-Nxposition ot'
tk6 kai86 meäiuiii, anä d^rriers exciudinZ M6N
ok F6niu8 krom t^.6 pudlio" (1833), dem 1834
die allegorisch - satir. Dichtung "8pirit8 ok p66rg
Hnä p60iii6" folgte. 1837 veröffentlichte er die
Tragödien "^osino äs Neäici" (Neudruck 1875),
1838 "Iks äkHtii ol Nar1o^6" und 1840 "ttr6-
ßor^VII.", 1841 "I,it6 ok Napoieon", 1843 das
vortreffliche Epos "Orion" (10. Aufl. 1874), 1846
folgte ein Band "ValikäL anä romances", 1848
"^vläaä iZCHliot, 2. Niracik'piH^", 1850 "^lie
äuc1i638 ol ^.maiü" (Tragödie), 1851 der Roman
"1b 6 äreamer ^nä tds ^orlcsi-" (2 Bde.). 1852
begleitete H.William Howitt nach Australien, wo
er die Amter eines Kommissars der Kronlände-
reien für die Goldfelder und eines Registrators der
Bergwerke bekleidete. In Australien schrieb er die
Werke "I'loiiietiiEiiL tli6 ürs-drinFkr, a I^rical
äraiQ"." (Edinb. 1864) und "1d6 8outd-36H 8i8t6r8'>
(Melbourne 1866). 1869 kehrte er nach England
zurück. Seitdem erschien von ihm: "I^uravidalöo"
(Tragödie, 1880), "NnF MKii'8 rounä tadle, or tbe
r6^iciä6'8 ^mpogium" (1881), t<Vidi6-ti'HF6äi68"
(1881) und "äitkrou, tlis 8tar.8ti-ic^6N)) (1883).
Er starb 13. März 1884 in Margate.
Horneburg, Flecken im preuß. Neg.-Bez. und
Kreis Stade, am Eintritt der Lühe in die Marsch
und an der Linie Harburg-Cuxhaven der Preuß.
Staatsbahnen, hat (1890) 1560 meist evang. E.,
Post, Telegraph, Lohgerbereien, Schuhwarenfabri-
kation, Holzsägerei und Holzhandel. Imark.
Horneck, Ottokar von, s. Ottokar von Steier-
Hornegg, Bergschloß, s. Gundelsheim.
Hornellsville (spr.-will), Stadt im County
Steuben des nordamerik. Staates Neuyork, zwischen
Elmira und Buffalo, Eisenbahnknotenpunkt, hat
lebhaften Handel, Möbel-, Schuh-, Wagenfedern-
fabriken, Gerbereien, Eisenbahnwerkstätten und
(1890) 10996 E.
Hh^nen"., s. ^07-n.
Hörnen Siegfried, Gedicht aus dem Kreise
der Nibelungensage; auf alten Liedern beruhend,
die im Nibelungenliede nur zum kleinsten Teil be-
nutzt wurden, erzählt es die ersten Thaten Siegfrieds
ausführlich und abweichend. Siegfried, der durch
die geschmolzene Hornhaut eines von ihm getöteten
Wurmes unverwundbar geworden ist, befreit die von
einem Drachen gefangene Königstochter Kriemhild,
indem er erst den Riesen Kuperan, dann den Dra-
chen besiegt. Als Ganzes sicher schon um 1400 vor-
handen, ist das Gedicht doch nur in Drucken des
16. Jahrh, erhalten (Nürnberg, um 1540 u. s. w.;
neuhg.vonGolther,HallischeNeudruckeNr.81u.82).
Auf ihm beruht Hans Sachsens Tragödie und das
junge Volksbuch "Eine wunderschöne Historie von
dem gehörnten Siegsried u. s. w." (Braunschw. und
Lpz. 1726; hg. von Golther, a. a. O.), das sich fälsch-
lich auf eine franz. Quelle beruft.
Horner), Hornsilber, Silberhornerz,
Kerargyrrt, Chlorsilber, eins der reichsten
Silbererze, krystallisiert regulär (wie auch die künst-
lich dargestellte Verbindung), namentlich im Rhom-
bendodekaeder, erscheint aber meistens in Drusen-
Häuten und Krusten von gelblichgrauer oder licht-
oräunlicher, auch bläulichgrauer Farbe, diamant-
<^<MM Fettglanz, gwßer Geschmeidigkeit (Härte
1-1,5) und ist eigentümlich durchscheinend (wie
Kuhhorn, daher der alte bergmännische Name).
Spec. Gewicht 5,58 bis 5,6. Chemisch ist es Chlor-
silber, ^F^I, mit 75,3 Silber und 24,7 Chlor, doch
in der Regel durch Eisenoxyd, Thon und andere
Stoffe verunreinigt. Es schmilzt sehr leicht und re-
duziert sich in der innern Flamme mit Soda rasch
zu Silber; von Säuren kaum angreifbar. Mit ge-
diegenem Silber findet sich das H. hauptsächlich in
den obern Teufen der Gänge, weshalb es denn auch
auf dem Erzgebirge (Freiberg, Johanngeorgenftadt)
im 16. Jahrh, in reichen Anbrüchen vorkam; auch
zu Kongsberg in Norwegen, Schlangenberg im Altai,
in Nevada, Arizona, Idaho, Mexiko, Chile, Peru.
Hornes, Graf von, s. Hoorn.
Hörne Tooke (spr. hohrn tuhk), John, s. Tooke.
Hornfasanen ((^rawruinak), auch Trago-
pane genannt, eine Gattung der Fasanvögel, die
den Namen von einem auf dem Hinterkopfe stehenden
Hornpaar haben. Die Färbung des Männchens ist
vorherrschend rot mit weißen Äugenstecken, die des
Weibchens braun. Jenes hat am Halse Hautlappen,
die gewöhnlich völlig von den Federn verdeckt sind,
im Zustande der Erregung und speciell beim Balzen
hervortreten und durch ihre prächtige blaue und
gelbe Färbung zum besondern Schmuck dienen. In
den dickten Waldungen Südchinas leben die H. nach
der Art der übrigen Fasanen. Man kennt 5 Arten,
die bereits alle lebend m europ. Tiergärten gehal-
ten sind. Am häusigsten ist das Hornhuhn
(Oratoi-niZ ^6inininckii 6>az/), das mit etwa
300 M. das Paar bezahlt wird, seltener schon das
Satyrhuhn ((^ratoi'iiig 83,t^i-g. ^,.), das etwa
500 M. kostet, und noch seltener die drei übrigen
Arten, von denen der Hastings-Tragopan der
schönste und teuerste ist. März 1893 wurde das
Paar in Antwerpen mit 1265 Frs. bezahlt. Die
Haltung in der Gefangenschaft gleicht völlig der
der Fasanen (s. d.).
Hornfels, ein eigentümliches Kontattgebilde,
das sich vielorts da zeigt, wo das Schiefer- oder
Grauwackengebirge von Graniteruptionen durch-
brochen wurde. Es hat sich daselbst um den Granit
durch Umwandlung des Thonschiefers aus diesem
eine sehr feinkörnige oder dichte Masse mit splitteri-
gem, zuweilen undeutlich muscheligem Bruch, von
großer Härte und Zähigkeit, von grauer, bläulich-
oder bräunlichgrauer Farbe herausgebildet,die in der
Regel nach außen in einen mit eigentümlichen Knöt-
chen versehenen stark glimmerigen Schiefer, weiter-
hin in einen knötchenführenden Thonschiefer ver-
läuft, worauf dann erst in einer gewissen Entfer-
nung von dem Granit, bis wohin die Umwandlung
sich nicht mehr fortzufetzen vermochte, der gewöhn-
liche unveränderte Thonschiefer vorliegt. Der H.,
das Produkt der am meisten gesteigerten Metamor-
phose, besteht, wie erst die mikroskopische Unter-
suchung der scheinbar homogenen Masse ergiebt,
vorwiegend aus Quarz, Magnesiaglimmer, Magnet-
eisen, wozu sich oft in beträchtlicher Menge Anda-
lusit (lokal auch Granat, Turmalin oder Cordierit)
gesellt. In chem. Hinsicht hat in diesenKontakthöfen
der Schiefer kaum eine erhebliche Veränderung er-
fahren, die Umwandlung hat sich also ohne Zufuhr
oder Abfuhr von Stoffen vollzogen, höchstens sind
die am stärksten umgewandelten Hornfelspartien
etwas ärmer an Wasser und kohliger Materie als
der unveränderte Schiefer. Solche Zonen von H.
erscheinen z. B. ausgezeichnet um die Granite des