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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Houdeng-Goegnies – Houssaye (Arsène)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Houdanhuhn'

eignen sich andererseits vortrefflich zur Mästung. Das H. ist ein ausgezeichnetes Nutzhuhn.

Houdeng-Goegnies (spr. udáng gonnjih), Dorf in der belg. Provinz Hennegau, im NO. von Mons, an den Linien Braine-le-Comte-Erquelinnes und H.-Soignies (14 km) der Staatsbahn, hat (1890) 6033, mit dem anstoßenden Houdeng-Aimeries (spr. äm’rih) 12853 E. Beide Orte haben bedeutende Walzwerke und Gießerei.

Houdetot (spr. udĕtoh), Elisabeth Francoise Sophie de Lalive de Bellegarde, Gräfin von, geistreiche Französin, geb. 1730, gelangte besonders durch ihre Bekanntschaft mit Rousseau, der ihrer oft in seinen Schriften gedenkt und ihr viele poet. Anregungen verdankt, zu einer litterar. Berühmtheit. Sie starb 22. Jan. 1813 als die letzte aus dem Kreise der Encyklopädisten.

Houdon (spr. udóng), Jean Antoine, franz. Bildhauer, geb. 1741 zu Versailles, war Schüler von Pigalle und Lemaire, ging neunzehnjährig mit dem Rompreise auf zehn Jahre nach Italien und ließ sich dann in Paris nieder, wo die marmorne Gestalt des Morpheus (jetzt in der Pariser Kunstschule) ihm die Aufnahme in die Akademie verschaffte. Eine Vestalin, eine Minerva und die große anatom. Studie, die unter dem Namen L’écorché in den Schulen Musterbild für die Muskelstruktur des menschlichen Körpers wurde, begründete seinen Ruf. Die Vereinigten Staaten von Amerika übertrugen ihm die Verfertigung einer Marmorstatue Washingtons, in der National Hall of Statuary des Kapitols zu Washington. Die im leichten Lauf hinschwebende nackte Diana, auf Bestellung der Kaiserin Katharina II. von Rußland für die Eremitage in Petersburg gearbeitet (eine Wiederholung in Bronze im Louvre zu Paris), das kleine Mädchen mit dem naiven Ausdruck des Frierens, den Winter vorstellend (kam in den Besitz des Königs von Preußen), und das Seitenstück dazu: der Sommer, versinnbildlicht durch ein reizendes, blumenbekränztes Mädchen, steigerten seinen Ruf aufs höchste. In der Revolution vor das Revolutionstribunal gestellt, weil er eine heilige Scholastika arbeitete, wurde er durch seinen Verteidiger gerettet, der sie für die Philosophie erklärte. H. starb 16. Juli 1828 in Paris. H. war wesentlich Naturalist und ziemlich frei von der akademischen Manier seiner Zeit. Ausgezeichnet sind auch seine Bildnisbüsten der Kaiserin Katharina II. von Rußland, des Prinzen Heinrich von Preußen, Ludwigs XVI., Voltaires (s. Tafel: Französische Kunst IV, Fig. 1), Rousseaus, Diderots, D’Alemberts, Buffons, Glucks, Franklins, Lafayettes, Mirabeaus, Barthélemys, Napoleons und der Kaiserin Josephine u. a. Auch seine Porträtstatuen haben gleiche Vorzüge. Berühmt ist die sitzende Marmorfigur Voltaires im Foyer des Théatre français zu Paris. – Vgl.Dierks, H.s Leben und Werke (Gotha 1887).

Houghton (spr. haut’n oder hoht’n), Richard Monckton Milnes, Lord, engl. Dichter und Politiker, geb. 19. Juni 1809 zu Fryston Hall in Yorkshire, erlangte als konservativer Kandidat einen Parlamentssitz für Pontefract und wirkte seitdem in konservativem Sinne bis 1846, wo er sich der Fraktion der Peeliten anschloß. Später trat er zu der von Lord John Russell geführten liberalen Partei über. 1863 wurde er mit dem Titel Baron H. ins Oberhaus versetzt. Von H. wurde 1846 die erste Bill zur Begründung von Besserungsanstalten ↔ jugendlicher Verbrecher eingebracht. H. bekämpfte Gladstones russenfreundliche Politik 1879–80; eine Versöhnung mit Irland strebte er an. Er starb 11. Aug. 1885 in Vichy. Von H.s lyrischem Talent zeugen «Memorials of a tour in Greece, chiefly poetical» (1834), «Memorials of a residence on the continent and historical poems» (1838), «Poems of many years» (1838), «Poems, legendary and historical» (1842) und «Palm leaves» (1844); eine Auswahl seiner Dichtungen erschienen als «Poetical works of Lord H.» (2. Aufl., 2 Bde., 1877). Außerdem erschienen «Life, letters and literary remains of John Keats» (1848), «Real union of England and Ireland» (1845), «Monographs, personal and political» (1873) u. s. w.

Houghton-le-Spring (spr. haut’n oder hoht’n), Stadt in der engl. Grafschaft Durham, im NO. von Durham, hat (1891) 6476 E., bedeutenden Bergbau auf Kohlen und Eisenwerke.

Hougue, La (spr. uhg), früherer Name für Kap Hague (s. d.).

Hounslow (spr. haunsloh), Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, 3 km im SSW. von Brentford, links der Themse, hat als Kirchspiel (1891) 12863 E. In der Hounslow-Heide (Hounslow-Heath) liegen Artilleriekasernen und Pulvermühlen.

Houplines (spr. uplihn), Stadt im Kanton Armentières, Arrondissement Lille des franz. Depart. Nord, an den Linien Comines-H. der Belg. Staatsbahnen und H.-Armentières (2 km) der Franz. Nordbahn, hat (1891) 6578, als Gemeinde 7499 E., Baumwollspinnerei und Wollfärberei.

Hourvari (frz., spr. urwari), ein bei der Parforcejagd geblasenes Hornsignal, das der nachfolgenden Jagd anzeigt, daß die Meute oder einzelne Hunde derselben aus falscher Fährte jagen. Im ersten Falle muß gestoppt und die Meute auf die richtige Fährte gebracht werden; im letztern reitet ein Jäger an die Hunde heran und muntert sie unter dem Zurufe H. und durch Blasen der betreffenden Fanfare zum Anschluß an die Meute an.

House (engl., spr. haus), Haus. H. of Commons, s. Commons, House of; H. of Lords, s. Lords, House of.

Household Words (spr. haushohld wörds, «Alltagsworte»), aus Shakespeares «Heinrich V.» (4,3), von Ch. Dickens (s. d.) zum Titel eines Unterhaltungsblattes gewählt.

Houses of Convocation (spr. hauses ŏf konwokehsch’n), das Parlament für die innere Gesetzgebung der anglikan. Kirche, besteht in jeder der zwei Kirchenprovinzen York und Canterbury aus einem Ober- und einem Unterhaus; ersteres setzt sich aus den Bischöfen, letzteres aus den Diakonen und je zwei, in jeder Diöcese gewählten Klerikern zusammen. Die Befugnisse sind gering.

Houška (spr. hoúschka), Bad bei Alt-Bunzlau (s. d.).

Houssaye (spr. ussäh), Arsène, franz. Romanschriftsteller und Kritiker, geb. 28. März 1815 zu Bruyère bei Laon (Aisne). Seine Studien über das 18. Jahrh. begründeten seinen Ruf als Kritiker; er wurde 1849 zum Administrator der Comédie française ernannt und brachte während seiner Verwaltung (bis 1856) die Bühne, die unter seinen Vorgängern sehr gelitten hatte, zu hohem ökonomischen und künstlerischen Gedeihen. 1856 wurde H. zum Generalinspektor der schönen Künste ernannt und widmete sich von nun an mit erneutem Eifer litterar. Arbeiten. 1858 wurde er zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. H. war

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 378.