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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hub - Huber (Alfons)
dem Trocknen durch überziehen mit dünnflüssigem
Thon ein weihlicher, mehr oder minder glänzender
Grundton gegeben worden, auf dem dann Muster
sehr eigenartigen Stils aufgetragen wurden. Als
besonders charakteristische Formen sind hervorzu-
heben: Henkel, Kruge in Melonenform (Fig. 14) und
solche von Tiergestalt. Eine Sammlung von huar-
tekischen Altertümern, die erste, die nach Europa
kam, hat Seler von seinen Reisen heimgebracht
(jetzt im königl. Museum für Völkerkunde zu Berlin).
Hub, Weiler im Amtsbezirk Bühl des bad. Krei-
ses Baden, zu dem 4 km östlich gelegenen Otters-
weier gehörig, 20 km im SW. von Nastatt, hat
eine Kochsalztherme und war früher Bad, seit 1874
Bezirksarmenanstalt.
Hubald, s. Hucbald.
Hubbard (spr. übbahr), Nicolas Gustave, franz.
Nationalökonom, geb. 1828 zu Fourqueux (Seine-
et-Oise), besuchte die Nools ä'^äminiäti-Htion und
schrieb bei deren Unterdrückung "Dkleuäe äs I'^colo
ä'aämiiiiZtrHtioii" (1849). Hierauf wurde er Ad-
vokat und 1851 Sekretär des Komitees für d.ie Pro-
paganda der 8oci6t68 äo pi-^vo^uce. Er starb
21. Febr. 1888 in Paris. Er fchrieb: "vs I'oi^aiü-
8I.tioQ ä63 8oei6t68 äs pr6V0MQc6 6t ä63 86C0UI'3
Uiuw6i8" (1852, von der Akademie gekrönt), "83.illt-
3iui0ii" (1857), "Hi8t0il6 eoutsmporHius ä'N3>
P3.FU6" (6 Bde., 1869-83) und "lli8t0ir6 äs lg.
1itt6i9.tl11'6 C0Ut6II1p0I'3.il16 6N N8P3.ZQ6" (1875).
Auch war er Redacteur des Journal "I/Illäii8tri6"
und der "Ii.6Md1iyu6 ^1193.186".
Hübbe, Heinrich, Wasserbautechniker, geb.
23. Sept. 1803 zu Hamburg, wurde 1837 Wasser-
baumeister daselbst und entwarf die Pläne zum
Wiederaufbau Hamburgs nach dem großen Brande
1842. Er trat 1864 in preuh. Dienste und leitete
die Hafenbauten zu Stolpemünde, Rügenwalde und
Leba; 1867 wurde er in das Handelsministerium zu
Berlin berufen und ihm das Wasserbauwefen der
Provinzen Sachsen und Schleswig-Holstein sowie
des Elbstroms unterstellt. Er starb I.Iuni 1871 zu
Hamburg. H. schrieb: "Reisebemerkungen hydro-
technischen Inhalts" (Hamb. 1844), "Beiträge
zur Kunde des Flutgebiets der Elbe" (ebd. 1845),
"Erfahrungen und Beobachtungen im Gebiete der
Strombaukunst" (Tl. 1, ebd. 1853) u. a.
Hübbe-Schleiden,Wilh.,Reisender,geb.20.Okt.
1846 zu Hamburg, studierte Volkswirtfchaft und
Jurisprudenz, wurde 1869 in feiner Vaterstadt
Rechtsanwalt und während des Krieges 1870 und
1871 dem deutschen Generalkonsulat in London
attachiert, bereiste darauf Westeuropa und lebte
1875-77 in West-Aquatorialafrika, wo er ein eige-
nes Handelshaus gründete. Seine hier gemachten
Studien veröffentlichte er u. d. T. "Ethiopien"
(Hamb. 1879). Mit diesem Namen bezeichnet H. das
d^ch sremde Kultur noch nicht in Besitz genommene
Afrika. Befonders hat sich H. bekannt gemacht als
Vorkämpfer für die deutschen Kolonialbestrebungen
durch seine "überseeische Politik" (2 Tle., Hamb.
1881 - 83). H. schrieb ferner: "Deutsche Koloni-
sation" (ebd. 1881), "Motive zu einer überseeischen
Politik Deutschlands" (1881), "Weltwirtschaft und
die sie treibende Kraft" (Hamb. 1882), "Kolonifations-
politik und Kolonifationstechnik" (ebd. 1882), "Das
Dasein als Lust, Leid und Liebe" (Braunschw. 1891).
Seit 1886 giebt er die Monatsschrift "Sphinx"
heraus, die sich mit Theosophie, Mystik und ind.
Religionsphilosophie befaßt.
Hubbrücken, bewegliche Brücken, bei denen die
von Pfeiler zu Pfeiler reichenden hölzernen oder
eisernen Balken um so viel parallel zur ursprüng-
lichen Lage senkrecht gehoben werden, als der unter
der Brücke hindurch geleitete Verkehr, die Höhe
der durchfahrenden Schiffe, fordert. H. sind nur
dort verwendet worden, wo das Maß der Hebung
nicht zu bedeutend zu sein braucht, also besonders
dort, wo Schiffe ohne stehende Masten verkehren.
Handelt es sich bei den H. nur um eine Hebung
weniger Centimeter oder Decimeter, so schraubt
man die Brücke wohl nur um ein entsprechendes
Maß in die Höhe. Bei größeren Hebungen pflegt
man von den vier Ecken der zu hebenden Brücken-
tafel Drahtfeile oder Ketten lotrecht aufwärts zu füh-
ren, in entsprechender Höhe über Rollen oder Räder
zu leiten und jenseit dieser Rollen mittels Gegen-
gewichte zu belasten, deren Gewicht demjenigen des
zu hebenden Brückenteils gleich ist. Dadurch ist die
Brücke ausbalanciert und der zur Bewegung er-
forderliche Kraftaufwand braucht nur der Größe der
Reibungswiderstände in den Rollen zu entsprechen.
Hübe, Romuald, poln. Rechtsgelehrter, aeb.
7. Febr. 1803 zu Warschau, studierte in Warschau
und Berlin die Rechte und Philosophie, war dann
bis 1832 Professor des Kriminalrechts an der War-
schauer Universität und hierauf in hervorragender
Weife an der Gesetzgebung für Ruhland (H. war
Hauptredacteur des neuern russ. Kriminalgesetz-
buches) und Polen thätig. 1846 und 1867 begleitete
er den Grafen Bludow in Specialmifsionen nach
Rom; 1877 wurde er zum Mitglied des Reichsrates
in Petersburg ernannt; er starb 6. Aug. 1890 in
Warschau. H. schrieb (meist in poln. Sprache): "Über
Strafrechtstheorien" (1828), "Poln. Kriminalisten"
(1830), "Grundsätze des Strafrechts" (1830), "^.Qti>
Hui88iink6 e0Q8tituti0Q63 8)^0ä3.i68 proviucias
6Q68U6Q8i3" (Petersb.1856), "I.013a1i<iu6" (Warsch.
1867), "lliZtoirs ä6 1a. kormation äs 1a loi Lour-
guiFQomis" (Par. 1867), "Das poln. Recht im
13. Jahrh." (1874), "Droit i-omain 6t Fi-seo-d^kn-
tin ödes 168 p6upi68 3I2.V68" (Par. und Toulouse
1880), "Poln. Recht im 14. Jahrh.: die Gesetz-
gebung Kasimirs" (1881), wo er die Aufstellungen
Helcels mit Erfolg bekämpfte und neue Texte heran-
zog; "Sammlung der ältesten gerichtlichen Eidfor-
meln" (Warsch. 1888).
Huber, Alfons, Historiker, geb. 14. Okt. 1834
zu Fügen in Trrol, studierte an der Universität zu
Innsbruck befonders Gefchichte, habilitierte sich da-
selbst 1859 als Privatdocent, wurde 1863 zum Pro-
fessor ernannt und 1887 in gleicher Eigenschaft nach
Wien berufen. Er verfaßte außer zahlreichen Ab-
handlungen: "Die Wald statte Uri, Schwyz und
Nnterwalden bis zur festen Begründung der Eid-
genossenschaft" (Innsbr. 1861), "Geschichte der Ver-
einigung Tirols mit Osterreich" (ebd. 1864), "Ge-
schichte des Herzogs Rudolf IV. von Österreich" (ebd.
1865), "Die Politik Kaiser Josephs II. beurteilt von
seinem Bruder Leopold von Toscana" (ebd. 1877),
"Geschichte der österr. Verwaltungsorgamsation bis
zum Ausgange des 18. Jahrh." (ebd. 1884), "Ge-
schichte Österreichs" (Bd. 1-4, Gotha 1885-92;
für Heeren und Ukerts "Geschichte der europ. Staa-
ten"). Außerdem gab er aus I. F. Böhmers Nach-
laß heraus: "^ont68 rsruiu Asi-inkiiicki'iiin", Bd. 4
(Stuttg. 1868) und "Die Regesten des Kaiserreichs
unter Kaiser Karl IV. 1346-78" (Innsbr. 1877;
mit einem "Ergänzungshefte", 1890).