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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Huercal-Overa - Huet (Coenraad Busken)
Calanas, Tharsis, Sta. Catalina und (in Portugal)
San Domingos. Der südöstl. Teil, insbesondere
der Distrikt La Palma und ein Teil von Moguer
hat fruchtbares Hügelland mit Feld- und Weinbau
und gehört zur andal. Tiefebene. Bergbau, ins-
besondere auf kupferhaltige Schwefelkiese, Schwefel-
kiese, Mangan- und Bleierze, ist der Haupterwerbs-
zweig; ferner Wein- und Ölbau. Die immergrünen
Eichenwälder liefern viel Kork, namentlich in der
Sierra de Aracena, und im Winter Eicheln für die
Schweinemast. An der Küste findet Seesalzgewin-
nung und ansehnlicher Fischfang statt. - 2) Haupt-
stadt der Provinz H., das alte Onuba, am linken
Ufer des Odiel, da, wo dieser sich zu einem Astua-
rium, der Ria de H., erweitert, 5 1cm ober- ,
halb der Einmündung des Nio Tinto, an den
Linien Sevilla-H. (110 km), Zafra-H. (179 1cm),
Minas de Nio Tinto (86 km) und Tharsis-H., hat
(1887) 18195 E. H. ist eine saubere, gesunde Stadt,
besitzt einen schönen Hafen mit eisernem Molo, den
die Nio Tinto-Vergwerksgesellschaft angelegt hat,
eine bedeutende Maschinenfabrik und Marmorschnei-
derei. Die unterirdische Wasserleitung erinnert an die
Nömerzeit, die San Pedrokirche (ehemals Moschee) !
andieHerrschaftderMauren.Am12.Okt.1892 wurde
in H. ein von N. Velasquez entworfenes kolossales
Columbusdenkmal enthüllt. ^>ehr bedeutend ist der
Handel. Die Einfuhr im Werte von 10 Mill. M.
erstreckt sich vornehmlich auf Kohlen und Koks (1891:
84,29 Mill. kF), Roheisen (30,79 Mill. KZ), Vahn-
material, Holz, Kreosot und Sprit; die Ausfuhr im
Werte von 92 Mill. M. auf Bergwerkserzeugnisse,
wie Kupferpyrite (643,18 Mill/kZ), Eifenpyrite
(276,46), Cementkupfer (32,32), Manganerz (3,88),
Quecksilber(0,82), Antimonerz (0,i3 Mill. KZ); ferner
auf Wein (49,00 Mill. KZ), Olivenöl, Korkholz und
Stopfet. Es liefen (1891) 831 Dampfermit 629782 t
ein, darunter 536 unter brit. Flagge. H. ist Sitz
eines deutschen Konsuls. - Im Mttelalter war H.
ein bescheidenes Fischerstädtchen und stand hinter
Ayamonte am Guadiana weit zurück. Der gewaltige
Auffchwung des Bergbaues der Provinz brachte der
Hauptstadt neues Leben. Die Einwohnerzahl hat
sich seit 1845 mehr als verdoppelt.
Huercal-Overa (spr. uer-), Bezirkshauptstadt
im östl. Teil der span.Provinz Almeria (Andalusien),
an einem linken Nebenstuß des Almanzora und am
Nordabhang der Sierra Almagro mit fruchtbarer
Umgebung, zählte (1887) 15631 E., welche vor-
nehmlich Ackerbau und Viehzucht treiben.
Huerta (span., spr. uer-, "Garten"), in Süd-
spanien Bezeichnung einer gut bewässerten und
angebauten Gegend, namentlich der Gärten mit
Landhäusern in der Umgegend großer Städte.
Huerta (spr. uer>), Vincente Garcia de la, span.
Dichter und Kritiker, geb. 9. März 1734 zu Zafra,
studierte zu Salamanca, wurde frühzeitig Beamter
der königl. Vivliothst, des Staatsfekretariats und
bald auch Mitglied der Königl. Spanifchen Aka-
demie sowie der königl. Akademien der Geschichte
und von San Fernando. Er trat als Verfechter des
altspan. Nationalgeschmacks gegen den franz. Klassi-
cismus auf. Er starb 12. März 1787 zu Madrid.
Im Druck erschienen von ihm die "Lidlioteca militar
63MÜ01N" (Madr. 1760), "Odi-a.8 postier" (2 Bde.,
ebd. 1778-79; wieder abgedruckt in der "Vidlio-
tecg. äs 3.uwi'68 68paü0i68", Bd. 61) und "leatro
68pNüo1" (17 Bde., edd. 1785-86), eine wenig glück-
liche Auswahl altspan. Bühnenstücke. Als Lyriker
ist er kaum beachtenswert; seine Tragödie "Rayiiel"
(1778; abgedruckt in Ochoas "leatro 63Mno1",
Bd. 5, Par. 1838), welche die Liebe des Königs Al-
fons VIII. zu der schönen Jüdin Rahel zum Gegen-
stand hat, ist die beste der Zeit; der Stoff ist Dia-
mante entnommen.
Huesea (spr. uch-). 1) Provinz des König-
reichs Spanien (Aragonien), hat 15149 ykm und
(1887) 255137 (130936 männl., 124201 weibl.) E.,
d. i. 17 anf 1 ykm, darunter 211 Ausländer und um-
faßt 8 Gerichtsbezirke. Analphabeten waren 180748.
H. grenzt im NW. an Navarra, im W. und S. an
Saragossa, im O. an Lerida, im N. an Frankreich.
Hier bildet der Kamm der Pyrenäen dre Grenze.
Von den granitdurchsetzten Kämmen aus alten
Schiefern und den wundersam geformten, steil-
wandrgen Kalkbergen der angrenzenden Jura- und
Kreidezone ellen die zahlreichen Quellbäche, um sich
im eocänen Hügellande weiter südlich zu vereinigen
und ihr Wasser als Nio Aragon, Gallego, Cinca
dem Ebro zuzuführen. Hauptprodukte sind Holz,
Vieh, Wolle und Getreide. - 2) Hauptstadt der
Provinz.H., Sitz eines Bischofs, liegt 73 km im
NO. von Saragossa, in dem künstlich bewässer-
ten, mit Reben und Olivenpflanzungen bedeckten,
30 km weiten, von Bergen umgebenen Kessel von
H. (Höya de H.), amphitheatralisch an einem
60 m hohen Hügel, an den Linien H.-Tardienta
(22 km) und H.-Ayerbe der Nordbahn. H. ist alter-
tümlich gebaut, mit Mauern umgeben, hat (1887)
13041 E., eine schöne got. Kathedrale (13. Jahrh.),
ein Priesterseminar, ein Instituto, zwei Colegios,
ein Theater, einen Stiergefechtscirkus und zwci
Kafernen. - H. ist das alte Osca. Sertorius er-
richtete daselbst 76 v. Chr. griech. und lat. Schulen
und ward hier 72 ermordet. Cäsar gab der (^tadt
den Beinamen der Siegreichen; die Araber erober-
ten sie 713, umgaben sie mit 99 Türmen, machten
sie zum Bollwerk im Norden und zum Königssitz
und nannten sie Weschka oder W asch aka. Diesen
entriß sie Pedro I. 1096. Derselbe erhob sie zur
Residenz und verlegte das Bistum von Iaca dahin.
Die 1354 von Pedro IV. gestiftete Universität Ser-
torio wurde 1845 mit der in Saragossa verein:.
Der ehemalige Königspalast dient jetzt einer Schule.
Noch zeigt man im Gewölbe die durch die Sage
berühmte Glocke (1a camMna äo llu^Feg.). Eine
Wegstunde von H. erhebt sich an der Straße nach
Barbastro der Monre-Aragon, gekrönt mit dem
zerfallenen Monasterio Real mit dem Grabmal von
Alonfo el Vatallador.
Huescar (spr. ueß-), Bezirkshauptstadt der span.
Provinz Granada, am Fuße der Sierra de la Sagra,
an dem zum Guadiana Menor gehenden Guardal,
in fruchtbarer Hochebene, hat (1887) 7528 E. und
Tuchindustrie. In der Nähe eine der ergiebigsten
warmen Quellen des südl. Spanien, die Fuenca-
liente, d. h. Warme Quelle. H. liegt an der Stelle
einer alten karthag. Stadt. - Der Kanal vonH.
ist nur zu 29 km Länge gediehen und erhält nur
die Wässer des Guardal; er sollte nach Murcia und
Cartagena geführt werden, ist aber bei der Wasser-
armut der Flüsse unausführbar.
Hnet (fpr. hüett), Coenraad Busken, Holland.
Schriftsteller, geb. 28. Dez. 1826 im Haag, studierte
in Leiden Theologie und wurde 1851 Pastor der
wallonisch-reform. Gemeinde zu Haarlem. Dieser
Stelle entsagte er 1862 und war seitdem bis 1862
als Mitredacteur des "n^rißmmsr (Üoui-Hil.tv thä-