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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hydromyelus - Hydropneumatische Lafetten

weitere Drehung der Stange schließt rechtzeitig das Dampfzulaßventil, läßt den eingetretenen Dampf kondensieren und gewährt durch ein Ventil in der Schiffswand dem Wasser wieder Zutritt zu dem Vakuum in dem geleerten Cylinder. Dadurch geht der Schwimmer in die Höhe und das Spiel beginnt mit den übrigen Cylindern alternierend aufs neue. Ein auf der Kommandobrücke leicht und sicher zu regierender Hebelapparat seht den wachhabenden Offizier in den Stand, ohne irgend welchen nach der Maschine erteilten Befehl dieselbe sofort umzukehren, d. h. das Wasser an einer oder an beiden Seiten des Schiffs vorwärts, statt rückwärts ausströmen zu lassen und dadurch das Schiff schnell zu drehen. So einfach auch die Einrichtung dieses H. ist, hat er sich doch nicht mit den vorzüglichen Leistungen der Propellerschraube (s. d.) messen können, da bei geringer Geschwindigkeit der Kohlenverbrauch bereits ein sehr großer ist.

Hydromyelus (grch.), Rückenmarkswassersucht, eine meist angeborene Wasseransammlung im Centralkanal des Rückenmarks mit pathol. Erweiterung desselben.

Hydroncus (grch.), Wassergeschwulst.

Hydronephrose (grch.), die Wassersucht des Nierenbeckens (s. Nieren).

Hydronette (frz.), Pflanzenspritze mit Saugeschlauch, s. Gartengeräte (Bd. 7, S. 557 a).

Hydrooxygengas, Gemenge von zwei Volumen Wasserstoffgas mit einem Volumen Sauerstoffgas.

Hydrooxygengaslicht, s. Drummonds Kalklicht und Knallgas.

Hydrooxygengasmikroskop, eine Art Bildmikroskop (s. d.).

Hydropath (grch.),Wasserarzt; Hydropăthie, Wasserheilkunde (s. Kaltwasserkur); hydropāthisch, auf die Wasserheilkunde bezüglich, dazu gehörig.

Hydropericardium (grch.), die Herzbeutelwassersucht (s. d.).

Hydrophan, ein matter und an der Zunge klebender Opal von Hubertusburg in Sachsen, der, in Wasser gelegt, sich damit vollsaugt, ganz durchscheinend wird und ein dem Edelopal ähnliches schönes Farbenspiel erlangt. Durch Verdunsten des Wassers tritt die frühere matte Undurchsichtigkeit wieder ein. Der Stein hieß bei den alten Mineralogen auch Oculus mundi ("Weltauge").

Hydrophidae, s. Seeschlangen.

Hydrophiler Verbandstoff, Verbandmull, locker gewebtes Baumwollzeug, dient an Stelle der Charpie zu Verbandzwecken.

Hydrophiliden (Hydrophilidae), eine Gruppe der pentameren Käfer mit acht- oder neungliedrigen Fühlern, ovalem kräftigen Körper. Einzelne Formen erreichen eine ansehnliche Größe, die meisten leben im Wasser, andere, besonders kleinere (Sphaeridium), in frischem Mist. Der bekannteste Repräsentant ist der sog. Karpfenstecher oder Kolbenwasserkäfer (Hydrophilius aterrimus L.; s. Tafel: Käfer I, Fig. 16), ein schwarzer, 35-44 mm langer Wasserkäfer, der schlecht schwimmt, sich von Vegetabilien ernährt, während seine fleischige Larve ein kühner, von Wassertieren lebender Räuber ist. Die Eier werden in einem, in eine Röhre ausgezogenen, auf dem Wasser flottierenden Cocon abgelegt. Häufig in Mitteleuropa. Die H. zeigen im innern Bau wie auch in der Form der Fühler Verwandtschaft mit den Blatthornkäfern.

Hydrophobie (grch.), die Wasserscheu oder Hundswut (s. d.).

Hydrophon (grch.), ein telephonischer Apparat, durch welchen zur Verteidigung von Reeden, Ankerplätzen und Minen die Annäherung eines Torpedobootes oder andern feindlichen Fahrzeugen bei Nacht durch ein sichtbares oder hörbares Signal gemeldet werden soll. Er wurde seit 1887 in der franz. Marine erprobt, in England 1892 von Kapitän M'Evoy vorgeschlagen und durch einen beim Fort Gilkicker aus einer Entfernung von etwa 270 m angestellten Versuch als brauchbar erwiesen. In einer Tiefe von 9 bis 30 m wird ein glockenförmiger eiserner Kasten am Meeresboden befestigt, an welchem oben eine in Schwingungen versetzbare Platte angebracht ist. Kommt ein Boot aus etwa 800 m im Umkreise in seine Nähe, so versetzen die von der Schiffsschraube hervorgerufenen Wellen die Platte in Schwingungen, welche elektrisch aus den Apparat an der Küste übertragen werden. Das H. soll ferner auch in gefährlichen Umgebungen von Landzungen angewendet werden. In Frankreich hat man auch vom fahrenden Schiff aus Versuche mit einem am Bug des Schiffs ins Wasser gesenkten H. gemacht, die als Vorläufer einer submarinen Telephonie betrachtet werden können. - Vgl. Banaré, Les collisions en mer (Par. 1889).

Hydrophorien (grch., d. h. Wassertragefeste), von den Griechen insbesondere in Athen und auf der Insel Ägina gefeierte Feste. In Athen hingen die H. mit dem Totenkult zusammen und wurden zunächst den in der Deukalionischen Flut Umgekommenen zu Ehren, aber wohl im Zusammenhang mit dem allgemeinen Totenfest, wahrscheinlich an einer Kluft begangen, in welche das Wasser der Flut zuletzt abgeflossen sein sollte. Auf Ägina bestand das Fest in einem Wettlauf von Jünglingen, die mit Wasser gefüllte Amphoren trugen, und wurde zu Ehren des Apollon Delphinios gefeiert.

Hydrophthalmus (grch.), eine meistens angeborene, seltener während des Lebens entstehende, mitunter sehr bedeutende Vergrößerung der Hornhaut des Auges, die immer mit beträchtlicher Vertiefung der vordern Augenkammer, meistens mit andern Krankheiten des innern Auges verbunden ist. (S. Megalophthalmus.)

Hydrophyllaceen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Tubifloren (s. d.) mit gegen 150 fast ausschließlich nordamerik. Arten. Es sind einjährige oder ausdauernde krautartige Gewächse mit meist gelappten oder zerteilten Blättern und lebhaft gefärbten Blüten mit fünflappiger Blumenkrone, fünf Staubgefäßen und einem unterständigen Fruchtknoten mit fadenförmigem Griffel. Die Blüten sind zu reichblühenden, einseitswendigen, wickelartigen Blütenständen vereinigt. Mehrere Arten sind ihrer schönen Blüten wegen häufig Zierpflanzen.

Hydrophyten, s. Stromatoporen.

Hydropisch (grch.), wassersüchtig; Hydropĭsie oder Hydropismus, Wassersucht.

Hydropneumatische Bremse, eine Bremse, bei der sowohl der Widerstand einer Flüssigkeit (Glycerin; s. Hydraulische Bremsen) als auch der von eingeschlossener Luft zum Bremsen des Rücklaufs eines Geschützes benutzt wird; am besten bei den hydropneumatischen Moncriefflafetten (s. d.) ausgebildet; die Elasticität der gepreßten Luft wird zugleich dazu benutzt, das Geschütz wieder vorzubringen.

Hydropneumatische Lafetten, eine Art von Verschwindungslafetten lf. d.), bei denen die Gewalt des Rückstoßes beim Schuß dazu benutzt wird, Luft