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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Idrîs - Idylle
dige Knollen von blätterigem Gefüge, teils Anflüge
auf dem Ganggestein bildet; chem. Zusammensetzung:
Idrialin (s. unten) mit Zinnober, etwas Kiesel-
säure, Thonerde, Eisenkies und Kalk gemengt; Härte
1 bis 1,5, spec. Gewicht 1,4 bis 1,6. I. ist milde,
pistaziengrün, gewöhnlich aber verunreinigt durch
Gangschiefer mit Zinnober und dann graulich- bis
bräunlichschwarz, matt bis fettglänzend, löslich in
konzentrierter heißer Schwefelsäure mit tief indigo-
blauer Farbe; beim Verbrennen oder Destillieren
giebt er ein seinschuppiges strohgelbes Destillations-
produkt (^II.,, Idrialin), wobei die Verunreini-
gung als braunrote Asche zurückbleibt.
Idris, s. Idrisiden.
Idrifi, Abu Abdalläh Muhammed, al-Scherif
al-Hdrisi, auch unter dem Namen El-Edrisi be-
kannt, arab. Geograph, stammte aus dem Geschlecht
der Idrisiden (s. d.) und wurde gegen 1100 in Ceuta,
wo sein der Herrschaft beraubter Ahn Zuflucht ge-
sunden hatte, geboren. Schon in früher Jugend
kam er nach Cordoba, wo er sich mit Eifer den
Studien hingab, durchwanderte einen Teil von
Spanien, Nordafrika und Kleinasien und folgte
spater einer Einladung des Königs von Sicilien,
Roger II., in dessen Auftrage er auf Grund eigener
Kenntnisse sowie der Berichte zuverlässiger Reisender
sein 1154 vollendetes geogr. Werk verfaßte, welches
als erklärender Text für die dem Könige gewidmete
silberne Landkarte dienen sollte. Der europ. Wis-
senschaft wurde dies bedeutende Werk erst durch die
an vielen Mängeln leidende franz. Übersetzung A.
Iauberts (2 Bde., Par. 1836-40) zugänglich, denn
die in Rom 1592-97 veranstaltete Ausgabe und
die von zwei Maroniten, Gabriel Sionita und Johs.
Hesronita, u. d. T. "(^oZrapKig. ^udwusig" (Par.
1619) erschienene lat. Übersetzung bieten nur einen
Auszug. Einzelne Teile des arab. Textes haben
I. M. Hartmann (^kiica, Gott. 1796, und Ili^-
pania, Bd. 1 u. 2, Marb. 1802), Rosenmüllcr
(871-19., Lpz. 1828), Gildemeister (rai^tina. 6t 8^1-ia.
in "^nHlöcta. Hra,die3.", III, Bonn 1885), Dozy
und de Goeje ("Dt^cliption äß I'^tliyue 6t ä6
1'V8pa,FN6",Leid. 1866), den auf Italien bezüglichen
Teil Amari und Coelest. Schiaparelli (Rom 1878)
herausgegeben; Tomascheks Werk, "Zur Kunde der
Hämus-Halbinsel" (2 Tle., Wien 1881-86), ist das
bezügliche Kapitel des I. zu Grunde gelegt. Auch
in der mediz. Wissenschaft und der Botanik hat sich
I. hervorgethan und als gründlicher Beobachter er-
wiesen. Das Todesjahr des I. ist unbekannt.
Idrisiden (auch Edrisiden), arab. Dynastie,
die im westl. Nordafrika 791-926 herrschte. Sie
führt ihren Ursprung auf Idris, einen Abkömm-
ling des 'Ali zurück, welcher 784 vor der Verfolgung
der 'Abbäsiden nach dem nordwestl. Afrika ftoh und
viele Verberstämme von seinen Chalifenrechten über-
zeugte, andere mit Gewalt unterwarf und sogar vom
Fürsten von Tlemsen als der rechtmäßige Imam
(s. d.) anerkannt wurde. Nach kurzer Regierungs-
dauer wurde er 791 auf Veranlassung des Harun
al-Raschid vergiftet. Idris'einziger Sohn Idris II.
(nach des Vaters Tode geboren), der Erbauer der
nunmehrigen Residenzstadt Fes, erweiterte durch
Eroberungen die Grenzen des Staates der I. und
starb nach erfolgreicher Regierung 829. Unter seinem
Sohn und Nachfolger Mohammed wurde das
ganze Reich unter den Söhnen Idris II. geteilt und
so der Keim zum Verfalle desfelben gelegt. 916
unterlag Iahja, ein durch Gelehrsamkeit und Herr-
schertugenden ausgezeichneter Fürst, den Truppen
des Begründers der Fätimidischen Dynastie; Iahjä
wurde entthront. Nur kurze Zeit konnte sein Nach-
folger Hasan, der sich 926 wieder der Hauptstadt Fes
bemächtigte, den Fatimiden widerstehen. Nur einige
Küstenstädte blieben noch in der Gewalt verschiedener
Idrisidenfürsten, welche, von den span. Omajjaden
und den Fatimiden abhängig, dieselben nicht lange
mehr behaupten konnten.
lÄri" ^2.3!^, s. Citronellaöl.
Idrosee, See in der ital. Provinz Brescia,
vom Chiese gebildet, ist 10 km lang und bis 2 km
breit, gegenüber von Rocca d'Anfo 122 m tief und
bedeckt 1410 da; er ist sehr reich an Forellen.
Idrijl, s. Fluoranthen.
Idschmä' (arab., d. i. Übereinstimmung), in der
Mohammed. Theologie die Übereinstimmung der ge-
samten Mohammed. Welt in Bezug auf irgend ein
Moment des Glaubens oder der religiösen Übung
(lat. c0N86Q8u8 6cci68ia6). Der Umsang, den das
I. umfaßt, ist in verschiedenen Kreisen verschieden
definiert worden. In den theol. Schulen hat man
in späterer Zeit das I. auf die übereinstimmende
Entscheidung einer Frage in den orthodoxen Schul-
richtungen (s. Haneftten) bezogen; andere beschränken
das I. auf die im Kreife der "Genossen" des Pro-
pheten nachweisbare übereinstimmende Meinung
oder Übung. Das I. wird als eine der vier Quellen
der Gesetzwnde im Islam betrachtet. (S. Fikh.) -
Vgl. Snouck Hurgronje, ^li6u^6 V^äraF6n tot äe
K6nni8 van ä6u Islam (1883).
Idstedt, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und Kreis
Schleswig, 8 km nördlich von Schleswig, hat (1890)
etwa 250 E., Postagentur, Fernsprechverbindung,
ist bekannt durch die Schlacht vom 24. und 25. Juli
1850, in welcher die Schleswig-Holsteiner (27 000
Mann) unter dem preuß. General von Willisen den
Dänen (38000 Mann) unter General von Krogh
das Schlachtfeld überließen. Der zur Erinnerung
an die Schlacht von den Dänen 1853 errichtete sog.
"Flensburger Löwe" wurde 1864 von den Preußen
erobert und ist jetzt vor dem Kommandanturgebäude
der Kadettenanstalt in Lichterfelde aufgestellt.
Idstein, Stadt im Untertaunuskreis des preuß.
Reg.-Vez. Wiesbaden, am Wörsbach und an der Linie
Frankfurt a. M.-Limburg der Hess. Ludwigsbahn,
Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Wiesbaden),
Untersteueramtes, einer Landesbankagentur und
zweier Obersörstereien, hat (1890) 2536 E., dar-
unter 314 Katholiken und 69 Israeliten, Post
zweiter Klasse, Telegraph, ein schönes Schloß
(16. Jahrh.), dessen Archiv nach Wiesbaden ver-
legt ist, eine Realschule, Baugewerkenschule, Idioten-
anstalt und eine Safsianfabrik.
Idumäa, im allgemeinen die griech. Bezeich-
nung des von den Edomitern (s. d.) bewohnten Ge-
bietes, wurde im besondern auch gebraucht, um das
von jenen im 4. oder 3. Jahrh. v. Chr. besetzte Ge-
biet im W. des Toten Meers, die Umgebung von
Hebron, zu bezeichnen. In diesem Sinn wird I. häusig
neben Iudäa (s. d.) genannt oder dazu gerechnet.
Idüna, Göttin, s. Idhun.
Idunlum, ein dem Vanadium verwandtes Ele-
ment von zweifelhafter Existenz.
Idunna, der 176. Planetoid.
IÄU8, im Kalender, f. Iden.
lÄus, Fischgattung, s. Aland.
Idylle (grch. 6i(Mion, d.i. kleines Bild), Be-
zeichnung für die dichterische Darstellung einfach-