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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ihlen - Ikonographie

Ihlen, s. Hering (S. 67 b).

Ihlow, Christian von, s. Ilow.

Ihlower Fehnkanal, s. Tabelle zum Artikel Fehn- und Moorkolonien (Bd. 6, S. 629).

Ihna (Große I.), Fluß in Pommern, Reg.-Bez. Stettin, kommt aus dem Enzigsee im N. von Nörenberg, nimmt oberhalb Starqard, wo sie auf 60 km für Kähne schiffbar wird, die Faule I. auf und mündet nach einem Laufe von 112 km in den Dammschen See.

Ihne, Wilhelm, Philolog und Altertumsforscher, geb. 2. Febr. 1821 zu Fürth, studierte in Bonn, lebte einige Jahre als Erzieher in England, war 1847‒49 am Gymnasium zu Elberfeld thätig und kehrte dann nach England zurück, wo er als Direktor eine Schule zu Liverpool leitete. Seit 1863 lebt I. in Heidelberg, wo er seit 1873 als Honorar-Professor an der Universität thätig ist. Er schrieb: «Forschungen auf dem Gebiet der röm. Verfassungsgeschichte» (Frankf. 1847; englisch Lond.1853), eine «Rechtfertigung des Kaisers Tiberius» (Plea for the Emperor Tiberius, Liverpool 1856; übers. von W. Schott, Straßb. bei Trübner 1892) und eine «Röm. Geschichte» (8 Bde., Lpz. 1868‒90; die beiden letzten Bände sind zum größern Teil das Werk von A. W. Zumpt). I. gab auch durch Einspruch gegen den ital. Charakter des Archäologischen Instituts in Rom den Anstoß zur Umgestaltung desselben (1885).

Ihr, veraltete Anredeform, s. Duzen.

Ihrâm (arab.), das Pilgergewand, welches die Mohammedaner zur Zeit des Haddsch (s. d.) beim Betreten des Gebietes des mekkanischen Haram (s. d.) anlegen und erst nach Beendigung aller Ceremonien ablegen.

I H S (grch. IΗΣ, wo Η das lange e bedeutet), ein Christusmonogramm (s. d.), das von den Jesuiten angenommen wurde, bei denen es auch nach lat. Schrift, wo Η also h bezeichnet, als Abkürzung für «Jesum habemus socium» (Wir haben Jesus zum Bundesgenossen) oder Jesus hominum salvator (Jesus der Menschen Heiland) gedeutet wird; auch ist es Abkürzung für In hoc signo [vinces] (s. Hoc signo vinces).

Ijjar, in der biblischen Sprache Ziv, der zweite Monat der alten Israeliten, hat 29 Tage und entspricht ungefähr Mitte April bis Mitte Mai.

Ijolīth, ein durch Ramsay und Berghell 1891 in seiner Selbständigkeit erkanntes Gestein, das das große Massiv des Berges Iiwaara (an den Quellen des Flusses Iijoki und dem See Iijärvi) im nördl. Finland bildet. Das Gestein, wesentlich ein mittelkörniges Gemenge von grauweißem oder rötlich-grauem Eläolith und schwarzem Augit, entspricht unter den alten granitisch-körnigen Massengesteinen seiner Mineralkombination nach dem tertiären Nephelinit. Eingemengt ist viel Apatit und partienweise ein dunkler, metallisch glänzender titansäurereicher Kalkeisenoxyd-Granat (Iiwaarit).

Ik, zwei Flüsse in Rußland. 1) Linker Nebenfluß der zur Wolga gehenden Kama, 465 km lang, nicht schiffbar, bildet im Oberlauf die Grenze zwischen den Gouvernements Ufa und Samara und gehört im Unterlauf ganz dem erstern an. – 2) Rechter Nebenfluß der zum Ural gehenden Sakmara im Gouvernement Orenburg.

Ikaamaui (Te-Ika-a-Maui, d. h. der Fisch des Maui), auch Ahinomaui, die Nordinsel von Neuseeland (s. d.).

Ikarĭa, Insel, s. Ikaros.

Ikarĭer, s. Icariens.

Ikarĭos oder Ikăros, der Heros des attischen Demos Ikaria, nahm den nach Attika kommenden Dionysos freundlich auf, wofür ihm dieser die Kenntnis des Weinbaues mitteilte. Nachdem er den ersten Wein gekeltert hatte, fuhr er ihn in Schläuchen umher, um ihn zu verschenken. Da aber einige Hirten und Bauern berauscht wurden, so tötete man ihn in der Meinung, daß er sie vergiftet habe, und warf ihn in einen wasserlosen Brunnen oder vergrub ihn unter einem Baume. Sein Grab findet endlich mit Hilfe des treuen Hundes Maira seine Tochter Erigone und erhängt sich aus Kummer an dem Baum. Sie wird von Zeus oder Dionysos als die Jungfrau, I. als Bootes (s. d.), Maira als Hundsstern an den Himmel versetzt. Über die undankbaren Athener kam eine Pest, oder, wie andere erzählen, eine Raserei über die Jungfrauen, sodaß sie sich wie Erigone erhängten. Zur Sühnung ward eine Feier jährlich begangen, Vater und Tochter auch sonst in ländlichen Opfern und Gebräuchen bei der Weinlese verehrt.

Ikārisches Meer, s. Ägäisches Meer (Bd. 1, S. 199 b) und Ikaros.

Ikăros, Sohn des Daidalos (s. d.), ward mit seinem Vater im Labyrinth zu Kreta gefangen gehalten. Er floh mit dem Vater vermittelst künstlich mit Wachs zusammengefügter Flügel, stürzte aber unterwegs, weil er der Sonne trotz der väterlichen Warnung zu nahe flog und diese seine Flügel schmolz, unweit der Insel Samos ins Meer. Sein Vater begrub ihn auf der kleinen, fortan nach ihm benannten Insel Ikaria (einer der Sporaden, jetzt Nikaria), westlich von Samos, und das Meer in der Gegend jener Insel hieß seitdem das Ikarische Meer. Die namentlich aus Ovids «Metamorphosen» bekannte Sage findet sich auf einem Relief der Villa Albani in Rom (Daidalos verfertigt mit Hilfe seines Sohnes die Flügel) und auf pompejanischen Wandbildern (Sturz des I.) dargestellt.

Ikelemba, linker Nebenfluß des Kongo (s. d.).

Ikilik, türk. Silbermünze von 2 Piastern, ⅒ des Silber-Medschidjeh oder Iirmilik (s. d.) = 24,957 Pf. Reichswährung. (S. auch Piaster.)

Ikon (Mehrzahl Ikŏnes; grch. eikōn), Bild, Abbild (s. Eikon); ikōnisch, ein gleiches Bild darstellend; ikonische Statue, Statue in Lebensgröße, im Gegensatze zu Kolossalstatue, auch zu Idealstatue.

Ikonĭon, der altgriech. Name der Stadt Konia (s. d.).

Ikōnische Dynastie, s. Seldschuken.

Ikonoborzen, d. h. Bilderstürmer, russ. Sekte, deren Anhänger unter freiem Himmel beten.

Ikonodŭlie (grch.), Bilderverehrung, soviel wie Ikonolatrie; Ikonodūlen, soviel wie Bilderverehrer. (S. Bilderdienst und Bilderverehrung.)

Ikonogrāph (grch.), Bildschreiber, ein der Ikonographie (s. d.) Kundiger; auch ein dem Storchschnabel ähnliches Instrument.

Ikonogrăphie (Ikonologie, grch., d. h. Bilderkunde), die der Erklärung der Bilder gewidmete Wissenschaft, insofern sie namentlich das Verständnis der kirchlichen Kunst früherer Zeiten, ihrer uns fremd gewordenen Gesamtauffassung, der religiösen Symbole, der Attribute der Heiligen u. s. w. fördert. Grundlegend für die ikonographische Wissenschaft sind die Arbeiten von Didron (s. d.) und Springer (s. d.) geworden. – Vgl. ferner Heider,