Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

542
Imperativ - Imperial Institute
oder notwendig war, hierdurch das Vermögen des
Berechtigten bereichert, ohne daß derselbe ein Recht
hierauf hätte. Aus diesem Grunde wird in solchen
Fällen, oft mit Berücksichtigung des guten oder
bösen Glaubens des Verwendenden, dem Bereicher-
ten eine Ersatzpflicht auferlegt. (Vgl. Konkursordn.
§. 41, Nr. 7.) Bei der von dem Eigentümer, dinglich
Berechtigten oder dem Erben gegen den Besitzer er-
hobenen Klage auf Restitution einer Sache oder
eines Vermögens kann ein ähnlicher Erstattungs-
anspruch einredeweise geltend gemacht werden.
Imperativ (lat.), die Befehlsform des Ver-
bums. In der Grammatik rechnet man sie gewöhn-
lich zu den Modi, was insofern berechtigt ist, als
ein großer Teil der Imperativformen in den indo-
german. Sprachen Konjunktiv- oder Optativformen
sind. Das Deutsche hat nur noch die zweite Person
im Singular und Plural ("nimm", "nehmt"); Spra-
chen auf älterer Stufe, wie Sanskrit, Griechisch und
Lateinisch, besitzen auch die dritten Personen (z. B.
lat. Ikßiw, er soll lesen; IsFuuto, sie sollen lesen).
- Über den kategorischen und hypotheti -
schen I.s. Sollen.'
Imperator hieß bei den Römern der Inhaber
des Imperiums (s. d.); besonders führte den Titel
der Oberbefehlshaber im Felde. Regelmäßig durf-
ten ihn die Feldherren nach einem entscheidenden
Siege, den sie erfochten, annehmen, fei es, daß sie
vom Senat diese Erlaubnis erhielten oder von den
Soldaten als I. unter allgemeinem Zuruf begrüßt
wurden. Doch durfte der Titel nur so lange geführt
werden, als die Feldherren das Imperium wirklich
innehatten. Erst Cäsar wurde er auf Lebenszeit mit
dem Rechte, ihn weiter zu vererben, verliehen; Cäsar
führte feitdem diese Bezeichnung als ständigen Titel
vor seinen andern Titeln, unmittelbar hinter dem
Namen. Nach ihm nahm ihn (zuerst 40 v. Chr.)
Octavian als Teil des von seinem Adoptivvater
ererbten Namens an, und zwar, da er ihn vor alle
seine andern Namen stellte, als eine Art Vornamen;
hierauf führten ihn, außer Octavians (Augustus)
nächsten Nachfolgern, alle Kaiser, nachdem bis zu
Nero und seinen nächsten Nachfolgern in der Stel-
lung des Namens noch einiges Schwanken ge-
herrscht hatte, als einziges Pränomen oder auch
vor ihrem sonstigen Vornamen.
Impsratoria., s. ?6uc6äkmuiu.
Imperator:", s. Peucedanin.
Imperatorskäja, Bucht im Japanischen Meer,
an der Küste des russ.-sibir. Küstengebietes, be-
steht aus vier Buchten, von denen die in 49° 1^
nördl. Br. liegende Kcmstantinowsche die günstigste
ist, jedoch ist die I. sechs Monate mit Eis bedeckt.
Ilnperatrios (frz., spr. ängpcratrihß'), Kaiserin.
Impercepttbel (frz.), unwahrnehmbar.
Imperfökt (lat.), unvollkommen, unvollendet,
unvollständig.
ImPerfektum (lat.), eine der Formen des Zeit-
wortes, durch welche die Handlung als vergangen
dargestellt wird. Form und Bildung dessen, was
man jetzt in den verschiedenen Sprachen I. nennt,
sind ganz verschieden. Das ursprüngliche I. der indo-
german. Sprachen ist eine vom Stamme des Präsens
abgeleitete Bildung mit dem Augment (s. d.); das
Lateinische bildet sein I. durch Zusammensetzung
mit einem Hilfsverbum (^iu3.-dam). Was man in
der Grammatik des Neuhochdeutschen oder in an-
dern german. Sprachen I. nennt, ist zum Teil (die
sog. starken Formen, wie "ich blicb", im Gegensatz
zu den schwachen, wie "ich lobte") das alte indo-
german. Perfektum. (S. Tempus und Präteritum.)
Imperforabel (neulat.), undurchbohrbar; Im-
perforation, foviel wie Arreste (s. d.).
InKpsrloiÄta., s. Kammerlinge.
Imperial (lat.), kaiserlich, großartig. Als Sub-
stantiv: ein aus Cremor Tartari, Citronen, Zucker
und Wasser bereitetes Erfrischungsgetränk; ferner
ein sehr großes Papierformat, früher 57:78 cm,
jetzt in der Größe schwankend; in der Buchdrucker-
kunst eine Schriftgattung von ungefähr 150 typogr.
Punkten; ein Kartenspiel (s. Imp^i-iais).
Imperial, russ. Goldmünze von 10 Goldrubeln,
die feit 1755 in ganzen und halben Stücken aus-
gemünzt wurde. 1805 wurde jedoch die Ausprägung
von ganzen I. eingestellt, der Zalbimperial (die
russische Pistole) von 5 Goldrubeln zur Haupt-
ssolomünze gemacht und daher gewöhnlich auch bloß
I. genannt. Der von 1763 bis 1885 geprägte
Halbimperial hat gesetzlich ein Gewicht von 6,5440 F,
eine Feinheit von 916 ^3 Tausendteilen oder von
elf Zwölfteln und demnach ein Feingewicht von
5,9987 F --- 16,7364 deutschen Mark. Dieser Halb-
imperial hat die Geltung von 5Nubeln 15 Kopeken
Metallwährung. Seit 1886 ist der Halbimperial an
Gewicht und Feinheit dem 20-Frs.-Stück (s. Frank)
gleich, also - 16,20 M.; er gilt 5 Rubel in Metall-
Währung, sodaß der Goldrubel -- 4 Frs. ist. Auch
ganze I. werden wieder geprägt.
Iiupbria.1dn3ks1(engl.,spr.-pihrläll),s.Bushel.
Imperiäldukaten, russ. Münze, s. Dukaten.
Ilnperia.iV (frz., fpr. ängperiäll), Himmel einer
Kutsche, eines Himmelbetts; das mit Sitzen ver-
sehene Verdeck eines Wagens; ferner der Name für
ein Kartenfpiel zwifchen 2 Personen mit einer Piquet-
karte von 32 Blättern, von denen der König das
höchste ist und das As erst nach dem Buben folgt.
Jeder erhält 12 Karten, die 25. ist Trumpf. Es muß
Farbe bedient oder gestochen werden. Jede yu^i-ts
m^or, desgleichen 4 Könige, 4 Damen, 4 Buben,
4 Asse und 4 Sieben heißen ein I. (^arts drucks
gilt 2 I. Wer zuerst 6 der letztern oder 18 Points
markiert, hat die Partie gewonnen. Man spielt I.
auch zwischen 3 Personen mit 36 Blättern.
Imperialformat, s. Imperial.
Ilnporia.1 Instituts (engt., spr. -pihriäll
institjuht; "Reichs-Anstalt"), eine Anstalt, die den
Gedanken der Einheit des brit. Weltreichs verkörpern
und weiter entwickeln soll, und die auf Veranlassung
des Prinzen von Wales bei Gelegenheit des fünfzig-
jährigen Regierungsjubiläums der Kömgin Victoria
1887 begründet wurde. Das umfangreiche Gebäude
in London, das ihren Zwecken dient, wurde 10. Mai
1893 von der Königin in Anwesenheit von Abord-
nungen aus allen Teilen des brit. Reichs eröffnet.
Das I. I. enthält große Ausstellungsräume, in
denen Muster der Erzeugnisse der verschiedenen
Kolonien, Photographien ihrer charakteristischsten
Gegenden und Denkmäler ihrer Kultur sich befinden,
ferner Konferenzzimmer und Säle für Vorträge,
Lesezimmer und Bibliothekräume mit Zeitschriften
und Nachschlagewerken namentlich über die Kolonien,
endlich auch Räume für den geselligen Verkehr der
Kolonienbewohner, die sich in London aufhalten.
Im Zusammenhang mit dem I. I. steht auch ein
Bureau für Auskunftserteilung über die Kolonien;
auch erscheint ein Jahrbuch "^1i6 ^sar N00K ol tks
1.1." (Lond. 1892 fg.).