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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Indikatrix - Indische Kunst
für Luft und Gas. Von 6 bis a findet die Kompression des angesaugten Gemisches statt, die Kurve steigt wieder bis a an, von wo der Prozeß von neuem vor sich geht.
Ein anderes Gepräge tragen die Diagramme von Pumpen (Fig. 4); das I. hat hier in der Hauptsache rechteckige Form. Der Kolben der Pumpe stehe bei a, das Wasser werde angesaugt. Die Saugperiode erstreckt sich bis b, die Linie verläuft gerade und liegt etwas unter der atmosphärischen Linie A B. In b beginnt die Druckperiode. Die Diagrammlinie steigt plötzlich bis zu dem Druck, welche der Förderhöhe des Wassers entspricht. In dieser Höhe bleibt die Linie bis zum Ende der Druckperiode, von c bis d. In d sinkt die Kurve wieder plötzlich bis zur atmosphärischen Linie, die Saugperiode beginnt und vollzieht sich auf dem Kolbenwege von a bis b u. s. w. Der Flächeninhalt des Pumpendiagramms entspricht der zum Heben des Wassers verbrauchten indizierten Arbeit. Die Schwingungen der Diagrammlinien bei c und a sind eine Folge der bewegten Massen am Indikator.-Litteratur s. beim Artikel Indikator.
^[Abbildung:]Fig. 4.
Indikātrix (neulat.), in der Theorie der krummen Oberflächen der unendlich kleine Kegelschnitt, der von einer der Tangentialebene eines Flächenpunktes unendlich nahen parallelen Ebene ausgeschnitten wird. Die verschiedenen Formen der I. hängen von
dem Vorzeichen des Krümmungsmaßes ab (s. Krümmung). Sie ist elliptisch, wenn dasselbe positiv ist, die Fläche liegt dann auf einer Seite der Tangentialebene und ist konvex. Sie ist hyperbolisch bei negativem Krümmungsmaß; die Tangentialebene schneidet alsdann die sattelförmige, konvex-konkave Fläche. Für Minimalflächen (s. d.) speciell ist die I. eine gleichseitige Hyperbel. Bei geradlinigen (s. d.) und abwickelbaren (s. d.) Flächen zerfällt die I. in gerade Linien. Die I. ist zuerst von Dupin (1822) betrachtet worden und heißt deshalb auch Dupinscher Kegelschnitt.- I. bei der Kartenprojektion (s. d.).
Indiktion (lat., "Ankündigung"), s. Indiktionencyklus.
Indiktionencyklus, eine in der Zeitrechnung angewandte Periode von 15 Jahren, deren Aufkommen man durch die Annahme zu erklären gesucht hat, daß im röm. Kaiserreiche jedesmal nach dem Ablauf eines solchen Zeitraums neue Steuereinschätzungen vorgenommen worden seien. Seit Mitte des 4. Jahrh. pflegte man die Jahre unserer Zeitrechnung auch durch Angabe ihrer Indiktion (Indiktionszahl, auch Römerzinszahl oder Kaiserzahl genannt) zu bezeichnen, d. h. man gab an, das wievielte Jahr es innerhalb dieser 15jährigen Periode war. Der Ausgangspunkt war dabei der 1. Sept. 312 n. Chr. Rechnet man von da rückwärts, so ergiebt sich der 1. Sept. 4 v. Chr. als Anfang einer Indiktionsperiode; das Jahr 3 v. Chr., dessen erste neun Monate dem ersten Cyklusjahre angehören, ist demnach mit der Zahl 1 zu bezeichnen. Die Indiktion eines Jahres wird nun gefunden, wenn 3 M der Jahreszahl (von Christi Geburt an gerechnet) addiert und die Summe durch 15 dividiert wird; der Rest ist die gesuchte Indiktion. Geht die Division gerade auf, so ist die Indiktion 15. Neben dieser vom 1. Sept. 312 n. Chr. ausgehenden griech. oder konstantinopolitanischen Indiktionsära, die im Morgenlande sowie auch im Abendlande lange in Geltung war, bestand noch die des Beda (674-735), die wegen ihrer Anwendung unter den karoling. Kaisern auch als kaiserliche bezeichnet wird, und eine römische oder päpstliche, die in Rom im 11. Jahrh. auskam. Diese beiden letztern Ären haben mit der griechischen das Jahr 312 als Ausgangspunkt gemein, unterscheiden sich jedoch in dem Datum, indem die kaiserl. Ära mit dem 24. Sept., die päpstliche dagegen mit dem Weihnachtstage, an dessen Stelle später der 1. Jan. trat, begann.
Indirekt (lat.), Gegensatz zu direkt, nicht geradezu, mittelbar; indirekter Beweis, s. Apagoge; indirekte Rede,s. Direkte Rede; indirekter Schuß, s. Flugbahn (Bd. 6, S. 927 b).
Indirekte Steuern, nach der gewöhnlichen Auslegung solche Steuern, welche nicht unmittelbar von denjenigen entrichtet werden, die sie nach der Absicht des Gesetzgebers wirklich tragen sollen, sondern von Vermittlern, z. B. den Produzenten steuerpflichtiger Lebensmittel, gewissermaßen vorschußweise bezahlt und dann auf die eigentlichen Steuerträger abgewälzt werden. Diese Definition stimmt indes mit dem Sinne, in dem gewöhnlich von I. S. gesprochen wird, nicht ganz überein. Eine Haus- oder Wohnungssteuer z. B. wird, auch wenn sie vom Hausbesitzer erhoben und von diesem auf die Mieter abgewälzt wird, nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch doch als direkte Steuer bezeichnet, während umgekehrt die Stempelgebühr, die z. B. der Käufer eines Grundstückes zu zahlen und in der Regel auch wenigstens teilweise wirklich zu tragen hat, allgemein als indirekte Steuer gilt. Nach andern sind I. S. solche, die nicht vom Besitz, sondern von einer Handlung, oder solche, die nicht von der Produktion, sondern von der Konsumtion, oder auch solche, die nicht von bestimmten Personen in planmäßig festgesetzten Beträgen erhoben werden, sondern gewisse Verbrauchsgegenstände oder Verkehrsakte belasten. Eine neuerlich mehr in Aufnahme gekommene, auch von den Nationalökonomen Hanssen und Conrad vertretene Begriffsbestimmung geht dahin, daß I. S. solche sind, bei welchen man nicht direkt von den Einnahmen bez. dem Besitz auf die Leistungsfähigkeit, sondern von den Ausgaben auf die Einnahmen und somit erst indirekt auf die Leistungsfähigkeit schließt. Nach dieser Auffassung sind auch die vorgenannten Miets- bez. Wohnungssteuern, ferner Dienstboten-, Hunde-, überhaupt alle Aufwand- und Luxussteuern als indirekte anzusehen. (S. Octroi, Steuern, Verbrauchssteuern, Verkehrssteuern, Zoll.)
Indische Brustbeeren, s. Zizyphus.
Indische Eiche, s. Teakholz.
Indische Feige, s. Opuntia.
Indische Grammatik, s. Indische Litteratur (S. 566 b).
Indische Kartoffel, soviel wie Batate (s. d.).
Indische Krone (Orden der Indischen Krone), s. Kronenorden.
Indische Kunst, die auf dem Boden Vorder- und Hinterindiens, insbesondere im Gebiet des Brahmanismus undBuddhismus, entstandene Kunst. (Hierzu