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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Industrieausstellungen - Industriepapiere
Staaten
^?^n Darunter
u. Hütten-l ""°
Wesen
Deutsches Reich. . 1882 ^
Osterreich..... 1380 ,
Ungarn....... 1880 !
Italien....... 1871 >
Schweiz...... 1370 !
Frankreich..... 1581
England undWales j 1881
Schottland..... 1881
Irland.......! 1881
Vereinigte Staaten !
von Amerika. . . z 1880
6 396 465
2 287 507
817 588
3 149 937
500 159
4 443 744
2 296 698
777 702
468 246
3 277 307
Torfstich
441 457
117 870
25 991
15 040
1065
463 526
449 639
68 542
2 217
235 659
Von
100 Erwerbs-
thätigen ge-
hörten
zur zum
Indu- Berg-
strie bau
36,3
22,2
12,1
22,8
41,9
31,9
54,5
54,8
23,0
24,4
2,50
1,04
0,39
0,11
0,09
3,33
4,63
4,83
0,10
1,44
Vgl. Grothe, Bilder und Studien zur Geschichte
der I. (Berl. 1870; 2. Aufl. u. d. T. Bilder und
Studien zur Geschichte vom Spinnen, Weben u. s. w.,
ebd. 1875); Haushofer, Der Industriebetrieb
iStuttg. 1874); von <^cherzer, Weltindustrien (ebd.
1880); Brachelli, Die Staaten Europas (4. Aufl.,
Brunn 1884); Röscher, System der Volkswirtschaft,
Bd. 3 (5. Aufl., Stuttg. 1887); Schönberg, Hand-
buch der polit. Ökonomie, Bd. 2 (Tüb. 1891).
Industrieausstellungen, zeitweilige öffent-
liche Ausstellungen, durch die ein übersichtliches
Bild der Leistungen eines Landesteils, eines Lan-
des oder mehrerer Länder auf industriellem Gebiet
im ausgedehntesten Sinn gegeben werden soll. Aus-
stellungen kleinern Unifangs, welche sich vorzugs-
weise auf die Erzeugnisse des Kleingewerbes be-
schränken, nennt man Gewerbeausstellungen.
(^. Ausstellungen.) ^nen.
Industriebahnen, s. Transportable Eisenbah-
Industriell, gewerbfleißig, die Industrie be-
treffend, ^liches Eigentum (s. d.).
Industrielles Eigentum, soviel wie Gewerb-
Induftriepapiere, im Effektenhandel die Aktien
aller Unternehmungen mit Ausnahme von Banken,
Eisenbahnen und Versichenlng^anstalten, ferner auch
die Kuxe (s.d.) von Gewerkschaften (s.d.). Die erstern
helßen im Gegensatz zu den Kuxen auch Dividenden-
papiere (s. Dividende). Ein börsenmäßiger Handel
in Kuxen findet in Deutschland hauptsächlich nur
in einigen Provinzstädten, wie Essen a. Ruhr,
Düsseldorf, Zwickau statt, den Mittelpunkten an-
sehnlicher und zahlreicher Bergwerks - und Hütten-
reviere. Doch notiert auch Leipzig Mansfelder und
Ölsnitzer Kuxe. Auch die Anzahl der börsenmäßig
gehandelten Kuxe ist nicht erheblich. Der amtliche
Kurszettel der Monatsbörse zu Essen a. Ruhr ver-
zeichnete 1. Juli 1893 die Kursnotierung von nur
62 verschiedenen Kuxen. Dagegen ist, wie die unten
folgenden Ziffern lehren, die Beteiligung von Ver-
mögensbesitzern im Handel von I. von so weit-
tragender Bedeutung, daß nicht nur vom Staate
gesetzliche Bestimmungen über die Emission (s. d.)
solcher Papiere getroffen worden sind, sondern auch
bei ihrer Einführung an der Börse von den Börsen-
kommissionen die Veröffentlichung eines gewissen
Anforderungen Genüge leistenden Prospekts ver-
langt wird, um den Gefahren leichtsinniger und
betrügerischer Gründungen (s. d.) und einer gewissen-
losen Ausbeutung der Aktienzeichner, "Subskriben-
ten", vorzubeugen.
Nach der Wochenschrift "Deutscher Ökonomist",
Jahrg. 1892, läßt sich berechnen, daß im Betriebs-
jabr 1889/90 bez. 1890 in 2427 deutschen I. ein
Kapital von etwa 3348 Mill. M. angelegt war, und
daß sich daraus ein Gewinn von etwa 362 Mill. M.
ergab. In der Zeit vom 1. Jan. 1891 bis 1. Juli
1893 wurden 289 Industriegesellschaften mit einem
Kapital von etwa 170 Mill. M. neu gegründet.
In Österreich waren 1891 nach einer amtlichen
Statistik 336 Industrie-Aktiengesellschaften mit
einem Nominalkapital von 376,8 Mill. Fl. vorhan-
den. Die verhältnismäßig viel geringere Ziffer in
Osterreich erklärt sich daraus, daß daselbst die
Gründung einer Aktiengesellschaft der staatlichen
Konzession bedarf. Am 1. Juli 1893 wurden an
der Pariser Börse die Kurse von 109, an der Wiener
von 75, an der Berliner von 263, an der Londoner
von 704 I. notiert.
Folgende Übersicht giebt das Nominalkapital der
in Berlin gehandelten Papiere der Industriegesell-
schaften an.
Industrie gesellschaften
Baugesellschaften..........
Bergwerke und Erz hätten.....
Brauereien.............
Cement- und Chamottefabriken . .
Chemische Fabriken.........
Gas- und Nasserwerke.......
Gummifabriken...........
Maschinen- und Eisenbahnbedarss-
Fadriken.............
Papierfabriken...........
Spinnereien,Webereien,Färbereien,
Tuchfabriken...........
Transportgesellschaften......
Zuckerfabriten...........
Verschiedene andere Gesellschaften.
Gesamtsumme
Kapital in
78 110 000
580 534 860
78 352 050
23 480 200
62 220 400
32 402 000
11 265 000
108 653 550
8 820 000
59 874 800
154 216 000
18 000 000
25> 1 328 520
1 467 257 380
Der Handel in diesen Papieren vollzieht sich, mit
Ausnahme von 13, bei welchen wegen der Bedeu-
tung der in ihnen stattfindenden Umsätze Zeit-
geschäfte (s. d.) stattfinden dürfen, ausschließlich in
Geschäften psr Oassa (s. (^88a und Kurs). Zu jenen
13 Papieren gehören die als Spekulationspapiere
allgemein bekannten Aktien der Königs- und Laura-
hütte, der Harpener Vergwerksgesellschaft, des
Vochumer Gußstahlvereins, der Dortmunder Union
u. s. w., deren Kursschwankungen sogar für die Be-
stimmung der Tendenz (s. d.) der Berliner Börse
eine Unterlage bieten.
Die Ersahrung hat für die Beurteilung des Wertes
von I. eine Reihe von beachtenswerten Gesichts-
punkten herausgebildet. So hat es sich gezeigt, daß
bei jeder allgemeinen wirtschaftlichen Bewegung
sich auf dem Gebiete der Bergwerksaktien, "Mon-
tanwerten", die Kursbewegungen zuletzt vollziehen.
Gute Konjunkturen in allen andern Industrien er-
ux'ckcn schließlich nach Aufarbeitung der Äeftckltde
ein lebhaftes Bedürfnis nach Kohlen; umgekehrt
wird die Einschränkung aller Betriebe durch einen
verminderten Absatz von Kohlen erkennbar, sodah
der Montanmarkt große Kursverluste erst aufzu-
weisen hat, wenn auf andern Aktiengebieten der
Niedergang der Kurse bereits zu einem gewissen
Stillstand gelangt ist. Die Erfahrung hat ferner
gelehrt, daß bei einer rückläufigen Kursbewegung
infolge von mangelndem Vertrauen und geschwäch-
ter Kaufkraft des Publikums selbst die Werte gut
rentierender Unternehmungen außerordentlich im