Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

599
Ingramfarben - Ingwer
durch Erstarren des in die Coquillen eingegossenen
flüssigen Stahls entstehen.
Ingrainfarben (engl., spr. -grehn-), künstliche
Farbstoffe, die sich ohne Beize direkt mit der Baum-
wollfaser vereinigen und sich auf der Faser noch
diazotieren und in Azofarbstoffe verwandeln lassen.
Sie müssen eine Amidogruppe enthalten. Zu diesen
I. gehört z. B. das Primulin.
Ingram, I. Kells, engl. Nationalökonom, geb.
7. Juli 1823 in der Grafschast Donegal (Irland),
studierte am ^rinit^ O0U0F6 in Dublin, wurde da-
selbst 1846 Fellow, 1852 Professor der Beredsamkeit
und der engl. Litteratur, 1866 Professor für griech.
Sprache und 1879 Bibliothekar. Außer zahlreichen
Arbeiten über engl. Litteratur und griech. und lat.
Etymologie veröffentlichte er als Präsident der
statist. und volkswirtschaftlichen Sektion der "Vri-
tisd ^Lsociation tor tti6 ^.ävaneement ok 8cieiic6"
die staatswissenschaftlichen Schriften: "^bs pi-686iit
Portion anä pr08p6ct8 olpolitica.! sconom^" (Lond.
und Dublin 1878; ms Deutsche übersetzt von H. von
Scheel u. d. T.: "Die notwendige Reform der Volks-
wirtschaftslehre", Jena 1879), "Higtoi^ of politi-
ca,! econoni)'" (Edinb. 1888; deutsch von Roschlau,
Tüb. 1890).
Ingredlenziett (Ingredienzen; Einzahl:
Ingrediens oder Ingredienz, lat.,das "Hinein-
kommende"), die Bestandteile einer Mischung, die
zur Herstellung einer Mischung oder einer neuen
chem. Verbindung miteinander zu mischenden Stoffe,
im letztern Falle also diejenigen chem. Körper, die
miteinander in den chem. Prozeß eintreten, im
Gegensatze zu den Produkten des chem. Prozesses,
den durch ihn gebildeten neuen chem. Körpern.
Ingremiation (neulat.), Ausnahme in eine
Körperschaft Gremium), besonders geistliche.
Ingres (spr. ä'nggr), Jean Auguste Dominique,
franz. Maler, geb. 15. Sept. 1780 zu Montauban,
erhielt den ersten Unterricht in der Kunst bei Roques
in Toulouse und trat 1796 in das Atelier L. Da-
vids in Paris. 1801 gewann er mit dem Bilde:
Achilles empfängt die Gesandten des Agamemnon
in seinem Zelt, den großen Rompreis, konnte jedoch
infolge der in Rom entstandenen Unruhen erst 1801
die Reise nach Italien antreten, wo er unter andern
1805: Thetis bittet Jupiter um Beistand für ihren
Sohn (Mufeum in Air) vollendete. 1808 nach Paris
zurückgekehrt, schuf er: Adipus löst das Rätsel der
Sphinx (im Louvre), welches Werk aber so wenig
Beifall fand, daß I. unwillig sein Vaterland ver-
ließ und 1810-20 in Rom seinen Aufenthalt nahm,
wo er sich nunmehr von der akademischen Richtuna
lossagte. Von seinen damals entstandenen Gemäl-
den sind hervorzuheben: Messe in der Sixtinischen Ka-
pelle (1810; im Louvre), Tod Leonardo da Vincis
(1818), Befreiung der Angelika (1819), Christus
übergiebt dem Petrus die Himmelsschlüssel (1820;
für Sta. Trinitä de' Monti in Rom; eine Kopie
dort, Original jetzt im Louvre). 1820 - 24 weilte
der Künstler dann in Florenz; nach Paris zurück-
gekehrt, stellte er das ihm von der franz. Regierung
aufgetragene Gelübde Ludwigs XIII. (in der Kathe-
drale zu Montauban) aus und schuf darauf 1827
als Deckengemälde für einen Saal des Louvre die
Apotheofe Homers (durch eine Kopie erfetzt, Origi-
nal imLouvre). 1831 zum Direktor der Französischen
Akademie in Rom ernannt, hielt er sich bis 1841
daselbst auf und vollendete während jener Zeit unter
andern: Etratonike (1836), Apotheose Napoleons I.
für das Hotel de Ville zu Paris (1848; beim Brand
desfelben 1871 zerstört). Von den in den nächst-
folgenden Jahren geschaffenen Werken sind zu nen-
nen: Ieanne d'Arc bei der Salbung Karls VII. in
Reims (1854; im Louvre), Die Quelle (1856; im
Louvre). (S.Tafel: Franz öfifcheKunstVI,Fig.3.>
Auch als Porträtmaler hat I. Treffliches geleistet.
Er starb 13. Jan. 1867 in Paris. - Vgl. (Nuvr65
ä6 .I62N ^UFU8t6 I., Flg.V663 3.U tl3.it PHl ^. lisV^l'i
(mit 102 Kupfertafeln, Par. 1851) fowie die Bio-
graphien von Delaborde und Ch. Blanc (ebd. 1870).
Ingrlen, s. Ingermanland.
Ingrossieren (neulat.), etwas mit großer
("dicker") Schrift ins Reine schreiben, ins Grund-
und Hypothekenbuch eintragen; Ingrossätor, der
Führer eines solchen Buches ;Ingrossation, Ein-
traqung in dasselbe.
In grosso (ital.), soviel wie Nu 3103 (s. d.).
Inguinal (lat.), auf die Leistengegend (s. d.), die
Weichen (inFuen) bezüglich.
Inguiomer (Ing 0 mar), ein mächtiger cherusk.
Gauhäuptling, Vatersbruder des Arminius, trat
15 n. Chr. in dem Kriege gegen Germaniens seinem
Neffen zur Seite, doch wollte er sich der klug ab-
wartenden Strategie Armins nicht fügen und verlor
dadurch den Sieg über das Heer des Cäcina bei
dessen Rückzug durch die Moorgegenden; er wurde
selbst verwundet und vermochte auch im 1.16 keine
Erfolge zu erfechten. Bald darauf fiel I. von Ar-
minius ab und trat auf die Seite Marboos über.
Ingul, Fluh im ruff. Gouvernement Cherson,
entspringt im Kreis Alerandrija, stießt in südl.
Richtung und mündet bei der Stadt Nikolajew links
in den Liman des südl. Bug. Er ist 370 km lang,
wovon 35 km schiffbar sind.
Ingulsz, rechter Nebenfluß des Dnjepr im russ.
Gouvernement Cherson, flieht im allgemeinen paral-
lel dem Dnjepr, und mündet 16 km oberhalb der
Stadt Cherson. Er ist 551 km lang, aber nur auf
eine kurze Strecke schiffbar.
Ingunar-Freyr, Beiname des Freyr (s. d.),
durch Mißverständnis aus Ingvi-Freyr entstanden.
Ingur, Fluß im russ. Gouvernement Kutais in
Transtaukasien, entspringt am Hauptrücken des
Kaukasus, im sog. "Freien Swanctien", in einer
Höhe von 2450 m, fließt zuerst westlich, darauf süd-
westlich und mündet ins Schwarze Meer bei Ana-
klija. Er ist 177 Km lang und nicht sckiffbar. Sein
Flußgebiet beträgt 2782,6 <ikm. Bei Plinius heißt
der I. Sigania, bei Arrian Singames.
Ingväonen, s. Ingävoncn.
Ingvo (Ingo), Sohn des Mannus (s. d.).
Ingweiler, Stadt im Kanton Buchsweiler,
Kreis Zabern des Bezirks Unterelsaß, an der Moder
und der Nebenlinie Buchsweiler-I. (6,6 km) der
Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, Sitz einer Oberförsterei
und eines Konsistoriums Augsburqer Konfession,
hat (1890) 2256 E., darunter 502 Katholiken und
322 Israeliten, Post, Telegraph, Armen- und
Krankenhaus "Asyl Neuenburg"; Glaswaren-,
Strumpfwarenfabrikation, Bleicherei, Gerberei,
Brauerei und Hopfenbau. I. l742 iQAouivvilarch
wurde 1345 von Ludwig dem Bayern mit Mauern
umgeben, von denen Neste erhalten sind.
Ingwer, Ingber MIii20MH Änsid6ri8), das
handförmig verästelte, etwas plattgedrückte Rhizom
von ÄNFidkr okücinals Aoscoe (s. ^inAid^r), einer
in Südasien einheimischen und in verschiedenen
Tropenländern, namentlich Westindien, Eievra