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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Insolationsfieber - Inspiration

nenkonstante 2,5 Kalorien, von denen je nach den Verhältnissen des Sonnenstandes, des Dunstgehaltes u. dgl. m. 25-50 Proz. in der Atmosphäre absorbiert werden. Die verschiedenen Strahlen des Sonnenspektrums werden nicht in gleichem Maße von der Atmosphäre absorbiert, sondern je höher der Sonnenstand, desto mehr werden von den nach dem violetten Ende hin liegenden Strahlen absorbiert. Es findet also in Bezug auf die verschiedenen farbigen Strahlen eine auswählende oder "selektive Absorption" statt. Wegen Dünne der Luft in den obern Regionen ist daselbst ihre Erwärmung durch Absorption gering, dagegen wird die direkte I. mächtig empfunden. In den untern Luftschichten wächst zwar die Absorption mit der Dichte der Luft, indessen erwärmen sich doch die untern Schichten vorzugsweise infolge der dunkeln Wärmestrahlen, die der Erdboden aussendet, nachdem er die Sonnenstrahlen absorbiert hat. Hierbei wirkt der Wasserdampf der Luft unterstützend mit, indem er die dunkeln Wärmestrahlen nicht durchläßt, sondern dieselben teils absorbiert, teils reflektiert, letzteres auch dann, wenn der Wassergehalt der Luft in Form von Nebel und Wolken vorhanden ist.

Über die I. in der Medizin s. Hitzschlag.

Insolationsfieber, s. Denguefieber.

Insolent (lat.), ungebührlich, unverschämt, frech; Insolénz, Unverschämtheit, Frechheit, Übermut.

In solidum (lat.), s. Solidarisch.

Insolubel (lat.), unlöslich.

Insolvenz (neulat.), s. Bankrott und Zahlungsunfähigkeit.

Insomnie (lat.), Schlaflosigkeit.

In spe (lat.), in (der) Hoffnung, zukünftig.

In specie (lat.), insbesondere, im einzelnen, auch in klingender Münze.

Inspecteur (frz., spr. -töhr), s. Inspektion.

Inspektion (lat., "Inaugenscheinnahme", "Besichtigung"), im allgemeinen die Prüfung, ob eine Sache sich in der vorschriftsmäßigen Ordnung befindet, im besondern die Behörde, welche eine solche Prüfung vorzunehmen hat. So werden diejenigen Militärbehörden, die für den Zustand und die Ausbildung bestimmter Truppengattungen oder die zweckmäßige Organisation und Leitung bestimmter Dienstzweige in der deutschen Armee verantwortlich sind und dementsprechend öfters Besichtigungen (Inspizierungen) vornehmen, I. genannt. So giebt es I. der Kavallerie, der Artillerie, der Ingenieure und Pioniere, der Jäger und Schützen. Auch die Festungen (s. Ingenieurinspektion), Gewehr- und Munitionsfabriken, Artilleriedepots, das Militärbildungswesen (Kriegsschulen, Infanterieschulen u. a.), die Remontierung, das Militärveterinärwesen, die militär. Strafanstalten sowie im Kriege das Eisenbahn-, Etappen- und Telegraphenwesen sind besondern Inspecteuren, bei sehr großem Wirkungskreise Generalinspecteuren (s. Generalinspektion) unterstellt. In der österr. Armee werden die Inspecteure Inspektoren (Generalinspektoren) genannt.

Um die Gleichmäßigkeit der Ausbildung in den einzelnen Armeekorps der deutschen Armee zu gewährleisten, sind im Frieden immer eine gewisse Anzahl von Armeekorps zu Armee-Inspektionen vereinigt. Gegenwärtig giebt es deren fünf (s. Deutsches Heerwesen, Bd. 5, S. 66 b).

Für die Zwecke des innern Dienstes werden die Infanteriecompagnien in der deutschen Armee in zwei oder drei I. eingeteilt, deren jede einige Korporalschaften umfaßt und einem Lieutenant (Inspektionsoffiziere oder Inspektionsführer) unterstellt ist; doch ist diese Einteilung nicht obligatorisch, sondern dem Ermessen des Compagniechefs überlassen. - über die I. von Brücken s. Brückenprobe; über die der Fabriken s. Fabrikinspektor; über diejenigen der Kriegsschulen s. d.

Inspektionsgrube, s. Rückstaukasten.

Inspektionsoffizier, s. Inspektion und Kriegsschulen.

Inspektor (lat., "Beschauer", "Prüfer"), Titel eines Aufsichtsbeamten; so ist der Ökonomieinspektor mit der Aussicht oder der selbständigen Verwaltung eines landwirtschaftlichen Betriebes, der Versicherungsinspektor mit der Kontrolle der Agenturen einer Versicherungsgesellschaft, der Postinspektor mit der Prüfung der Angelegenheiten der einer Oberpostdirektion unterstellten Postämter beauftragt. Lazarettinspektor und Kaserneninspektor sind Subalternbeamte des deutschen Heers. (S. Inspektion.)

Inspersion (lat.), Einstreuung, Bestreuung.

Inspiration (lat.), die Einatmung, im Gegensatz zur Exspiration, Ausatmung. (S. Atmung.) - In der theologischen Sprache bezeichnet I. eine übernatürliche Einwirkung des göttlichen Geistes, wodurch der Mensch göttlicher Kundgebungen, Belehrungen u. s. w. teilhaftig wird. Es war eine Vorstellung des ganzen heidn. und jüd. Altertums, daß nicht bloß Priester und Priesterinnen, sondern auch Weise, Künstler, Dichter solche göttliche Eingebungen empfingen. (S. Offenbarung.) Daher haben alle Religionsstifter beansprucht, in diesem Sinne "inspiriert" zu sein; so auch die hebr. Propheten, und das spätere Judentum betrachtete auch das Gesetz und sämtliche heiligen Schriften als von Gott eingegeben; die neutestamentlichen Schriftsteller teilten diese Vorstellung, und später wurde dieselbe vom Alten Testament auch auf das Neue übertragen. Alsbald sollten die biblischen Schriftsteller nicht bloß übernatürliche Mitteilungen und den Auftrag, sie niederzuschreiben, von Gott empfangen haben, sondern auch die niedergeschriebenen Worte sollten vom göttlichen Geiste eingegeben sein. Doch lehnte man seit Ende des 2. Jahrh. die ältere Ansicht ab, daß die Propheten und Apostel unbewußte und willenlose Werkzeuge des Heiligen Geistes gewesen seien. Die mittelalterliche Theologie hat nur diese Inspirationslehre übernommen.

Eine neue Form erlangte sie erst im ältern Protestantismus, indem dieser der absoluten Unfehlbarkeit der päpstl. Kirche (s. Infallibilität) die nicht minder absolute Unfehlbarkeit des Bibelbuchstabens gegenüberstellte, da man beiderseits in Sachen des Glaubens eine unantastbare äußere Autorität verlangte, der Protestantismus diese aber nicht in der "Kirche", sondern nur in "Gottes Wort" erkennen zu dürfen glaubte. Infolgedessen wurde die Inspirationslehre zu ihren äußersten Konsequenzen ausgebildet, während die röm. Kirche bei den ältern schwankenden Bestimmungen darüber verharrte. Allerdings finden sich bei den Reformatoren, namentlich bei Luther und Zwingli, noch sehr freisinnige Äußerungen über die Schrift und über den Wert einzelner Bücher derselben, ja die luth. Theologie nahm sogar einen Anlauf zur Erneuerung der historisch-dogmatischen Bibelkritik. Aber wie schon Luther im Kampfe gegen Rom, Zwingli und die "Schwarmgeister" wieder