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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Isländisches Recht - Ismael
Jon Espolin (1769-1836), der in 12 Quartbänden die Geschichte Islands behandelte, Sveinbjörn Egilsson (s. d.), Jon Sigurdsson (s. d.), Konrad Gislason (s. d.), Gudbrand Vigfusson (s. d.) und der treffliche Rektor des Reykjaviker Gymnasiums, Jon Thorkelsson. Auch in der Naturwissenschaft haben die Isländer sich mehrfach hervorgethan, vor allen Jonas Hallgrimsson und Thorvaldur Thoroddsen ("Oversigt over de islandske Vulkaners Historie", Kopenh. 1882).
Unter den Dichtern des 18. Jahrh. zeichnet sich namentlich Eggert Olafsson (1726-68) aus, der zugleich ein vorzüglicher Kenner und Forscher des nordischen Altertums war; er stand unter dem Einflüsse des Engländers Pope; seine Gedichte, die die Natur seiner Heimat trefflich schildern, sind voll Kraft und Phantasie, unter ihnen sind die bekanntesten der Liedercyklus "Bunadarbalkur" ("Das isländ. Landleben", 1783). Fremde Stoffe, namentlich Miltons "Paradise lost" und Klopstocks "Messias" übertrug vorzüglich Jon Thorlaksson (1744-1819). Als Satirendichter, der zugleich die ersten isländ. Lustspiele nach Holbergs Vorbild schrieb, ist Sigurdur Pjetursson (1759-1827) hervorzuheben. Einen neuen Aufschwung nimmt die isländ. Dichtung erst in jüngster Zeit. Obenan steht hier Bjarni Vigfusson Thorarensen (geb. 30. Dez. 1786, gest. 24. Aug. 1841), ein Lyriker, wie ihn Island seit dem Mittelalter nicht gehabt hat; seine Gedichte sind voll patriotischen Geistes, voll Witz, voll edler Begeisterung für alles Hohe. In Begeisterung für die Heimat gleich, an Tiefe wohl nach, aber an Formvollendung über Bjarni steht der zweite große Volksdichter Islands, Jonas Hallgrimsson (geb. 16. Nov. 1807, gest. 21. Mai. 1845). Außer diesen sind zu erwähnen der gelehrte Sveinbjörn Egilsson (s. d.), Jon Thoroddsen (geb. 5. Okt. 1819, gest. 8. März 1868), der sich namentlich auch durch seine trefflichen Prosaerzählungen hervorgethan hat ("Piltur og Stúlka", "Jüngling und Mädchen", deutsch von Poestion, Berl. 1884; "Madur og Kona", "Mann und Frau"), und Steingrimur Thorsteinsson. Neuerdings beginnt auch ein nationales Drama auf Island zu erblühen; die Aufführungen geschehen in Reykjavik; Gymnasiasten und Studenten sind die Spieler. - Vgl. Jon Borgfirdingur, Stutt Rithöfundatal á Islandi 1400-1882 (Reykjavik 1884); F. Jonsson, Agrip af Bókwannta sögu Islands (ebd. 1891-92).
Isländisches Recht, s. Nordisches Recht.
Islas Chafarīnas (spr. tscha-), s. Presidios.
Islas de Lobos ("Robbeninseln"), Inseln an der Küste der peruan. Provinz Lambayeque, wichtig wegen ihres Reichtums an Guano. Die größere, Lobos de tierra, liegt nur 6 Seemeilen von der Küste, die kleinere etwa 30 Seemeilen südlich davon. Der Friedensvertrag zwischen Chile und Peru stellte die Inseln unter chilen. Verwaltung, bis 1 Mill. Tonnenladungen Guano entnommen sein werden.
Islas Malvīnas, s. Falklandinseln.
Islas menōres, s. Canarische Inseln.
Islay (spr. eilĕ), die zweitgrößte und fruchtbarste der innern Hebriden (s. d.), der Grafschaft Argyll gehörig, liegt 22 km westlich von Kintyre, ist nicht bergig, hat 608 qkm, (1881) 7759 E., Ackerbau und Viehzucht; auch die Whiskybrennerei ist bedeutend. Hauptstadt ist Bowmore.
Islay, auch Puerto de I., Hafenort der peruan. Stadt Arequipa (s. d.) im Departamento Arequipa, an steiler und ungesunder Küste, hat einen sichern und geräumigen Hafen, der seit Anlage der Bahn Arequipa-Mollendo an Bedeutung einbüßt.
Isle (spr. ihl), alte Form des franz. île, d. h. Insel.
Isle (spr. ihl), Fluß im südl. Frankreich, entspringt in den westl. Bergen von Limousin, stießt durch die Depart. Haute-Vienne, Dordogne und Gironde, nimmt links die Obere Vézère, rechts die Dronne auf und mündet, 235 km lang, bei Libourne rechts in die Dordogne. Sie ist 143 km weit (im untersten Lauf auch für Seeschiffe) fahrbar.
Isle (L’Isle sur la Sorgue, spr. lihl ßür la sorg’), Hauptort des Kantons I. (172,55 qkm, 14093 E.) im Arrondissement Avignon des franz. Depart. Vaucluse, reizend an der zur Rhone fließenden Sorgue gelegen und an der Linie Avignon-Pertuis der Mittelmeerbahn, hat (1891) 3586, als Gemeinde 6003 E., Reste alter Befestigungswerke, eine schöne Kirche mit verschiedenen Kunstwerken; Seidenhaspeleien und -Spinnereien, Wollspinnereien, Fabrikation von Wolldecken, Hüten, Lederriemen und Konserven.
Isle Bonaparte (spr. ihl bonapárt), 1809-14 Name der Insel Réunion (s. d.).
Isle de Bourbon (spr. ihl dĕ burbóng), vor der Französischen Revolution und 1814-48 Name der Insel Réunion (s. d.).
Isle-de-France (spr.ihl dĕ frangß’), ehemalige franz. Provinz um Paris, welche bis 1790 die in den gegenwärtigen Depart. Seine, Oise, Seine-et-Oise, Seine-et-Marne, Eure-et-Loir und Aisne enthaltenen Landschaften Hurepoix, Brie Française, Gâtinois-Français, Mantais, Vexin Français, Beauvaisis, Valois, Soissonnais, Noyonnais, Laonnais, Tardenois und Thimerais umfaßte. Es war dieser Landesteil als Erbland der Kapetinger der Kern Frankreichs. - I. nannten die Franzosen auch die Insel Mauritius (s. d.), die sie von 1715 bis 1810 im Besitz hatten.
Isle Madame (spr. ihl madám), Insel im S. von Kap Breton (s. d.).
Islettes, Défilé des (spr. däsislétt), s. Argonnen.
Isleworth (spr. eilwörth), Ort in der engl. Grafschaft Middlesex, im W. von London, an der Themse, hat als Zählbezirk 26271 E. und viele Villen.
Islimjé, Stadt in Ostrumelien, s. Slivno.
Islington (spr. íßlingt’n), Stadtteil von London (s. d.) in Middlesex, nördlich von London Bridge, aus Ost- und West-Islington bestehend, hat (1891) in 38259 Häusern 319433 E. und wählt 4 Abgeordnete zum Parlament. Viele Pianoforte-, chem. und Eisendrahtfabriken finden sich hier.
Isluga, Vulkan (5200 m), an der Grenze zwischen Chile und Bolivia auf der Westcordillere, im O. von Pisagua. An seinem Fuße der Pichutapaß.
Isly, Fluß in Marokko, nahe der alger. Grenze, an welchem der franz. Marschall Bugeaud (s. d.) 14. Aug. 1844 mit 10000 Franzosen und 400 Mann arab. Hilfstruppen das marokk. Lager bei Dscharf el-Akbar angriff, 11 Geschütze, 18 Fahnen und alle Zelte erbeutete und das feindliche Heer, welches den Emir Abd el-Kader (s. d.) unterstützt hatte, gänzlich zersprengte. Dieser Sieg trug dem Marschall die Erhebung zum Herzog von I. ein.
Ismăel, ein südlich von Juda hausendes Nomadenvolk; in der israel. Sage der Sohn Abrahams, der ihm von seiner ägypt. Sklavin Hagar (s. d.) geboren und dann Ahnherr von 12 Fürsten nomadischer Stämme geworden sein soll.