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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ismail - Isobarometrische Linien
IsmaN. 1) Kreis im südwestl. Teil des russ.
Gouvernements Bessarabien, hat 9250 ykm (davon
942 ywu Seen), 181423 E., Ackerbau, Fischerei
und Schiffahrt. - 2) I., auch Ismail-Tutsch-
kow, Kreisstadt im Kreis I., 858 Ilm südsüdwestlich
von Kischinew, links des Donaumündungsarmes
Kilia, ist Sitz eines Brigadestabsquartiers der Grenz-
wache und hat (1888) 34308 E., ein Knaben- und ein
Mädchen-Progymnasium, lebhafte Schiffahrt und
Ausfuhr namentlich von Getreide, Wolle, Talg und
Fellen. - I. war früher eine starke türk. Festung,
die von den Russen 1770, 1790 und 1809 einge-
nommen wurde. 1812 kam sie zu Rußland und
wurde zugleich Hauptstation der russ. Donauflotte.
1810 bildete sich daneben von aus der Türkei aus-
gewanderten Rumänen, Armeniern und Griechen
die Handelsstadt Tutschkow. Beide Städte er-
hielten 1830 eine gemeinsame Verwaltung. 1856
wurde I. Hauptstadt des von Rußland abgetretenen
bessarab. Grenzgebietes von Rumänien; zugleich
wurden die Festungswerke geschleift. Durch den
Frieden von St. Stefano, 3. März 1878, kam I.
wieder zu Rußland.
IsmaMa, ägypt. Stadt auf dem Isthmus von
Sues, am Sueskanal, am Timsahsee und an der
Bahn von Sagasig nach Sues gelegen, wurde 1863
regelmäßig angelegt, hat breite Straßen und mit
Bäumen besetzte Plätze und wird von einem Süß-
wasserkanal umzogen. Die Stadt ist Sitz eines Ge-
richtshofs erster Instanz, hat (1882) 3364 E. und
nur noch als Sitz der Centralverwaltung des Sues-
kanals Bedeutung, deren Verlegung nach Port-Said
aber auch nahe bevorsteht. Seit Vollendung der
Kanalbauten verödet I. allmählich. - I. heißt auch
ein 1869 neu bebautes, gegenwärtig fast ausschließ-
lich von Europäern bewohntes Stadtviertel von
Kairo (s. d.) und eine Niederlassung im Gebiete der
Bari-Neger in Afrika (s. Gondokoro).
Isma'ilidenoderIsmä'iliten,s.Assassinen,
Dscha'far, Drufen, Fätimiden.
Ismail Pascha, Vicekönig (Chediv) von Ägyp-
ten, der Sohn Ibrahim Paschas, geb. 31. Dez.
1830 zu Kairo, erhielt zu Paris eine europ. Er-
ziehung, wurde nach seiner Rückkehr zu verschiede-
nen diplomat. Missionen nach Konstantinopel, Rom
und Paris verwandt und hierauf von dem Vice-
könig Said Pafcha in den ägypt. Staatsrat berufen.
1861 führte er bei längerer Abwesenheit Said
Paschas stellvertretungsweise die Regierung und
wurde dann nach dem Sudan zur Unterdrückung
eines Aufstandes gefchickt, welche Aufgabe er schnell
und energisch löste. Nach dem am 18. Jan. 1863
erfolgten Tode Saids trat I. P. die Regierung an
und bekannte sich fofort zu den liberalen und refor-
matorischen Grundsätzen seines Vorgängers. Seine
Versuche, in der Richtung nach Süden seine Macht
auszudehnen, hatten nicht alle Erfolg. Er eroberte
zwar 1874 im Sudan die Provinz Darfur und ver-
leibte sie Ägypten ein; aber sein Angriff auf Abes-
sinien mißlang, er wurde mehrmals geschlagen und
konnte kaum den Hafenplatz Massaua retten. In-
folge seiner verschwenderischen Wirtschaft kam es
zu einer ständigen Kontrolle der ägypt. Finanzen
seitens der Großmächte, und da I. P. dieselbe durch
Dekret vom 22. April 1879 zu beseitigen suchte, so
erhielt er auf Drängen der Mächte 26. Juni vom
Sultan den Befehl, sein Amt niederzulegen, und
sein Sohn Tewsik Pascha wurde zum Chediv er-
nannt, worauf sich I. P., der eine Civilliste von
50000 Pfd. St. erhielt, nach Italien begab. Seit
1888 lebt er in Konstantinopel, doch steht er mit
dem Hofe in keinerlei Verbindung mehr und übt
keinen polit. Einfluß aus. I. P. hat sich gro^e Ver-
dienste um Ägypten erworben durch Erweiterung
des Kanalsystems, durch Förderung des Baues des
Suestanals, der 1869 unter seiner Regierung er-
öffnet wurde, durch Anlegung eines trefflichen Eifen-
bahnnetzes im Delta, durch großartige Hafenbauten
in Alexandria sowie durch Errichtung von Schulen.
Aber seine Verschwendungssucht brachte das Land
um alle Vorteile seiner wirtschaftlichen Reformen.
Ismene, Tochter des Oidipus (s. d.), nach der
ältern Dichtung von Euryganeia, nach den Tragikern
von Iokaste (s. d.). Bei Sophokles erscheint sie im
"Oidipus auf Kolonos" und in der "Antigone" als
die mildere, aber weniger entschlossene und opfer-
bereite Schwester der Antigone (s. d.). - I. ist auch
der Name des 190. Planetoiden.
Ismid oderI sk im id, Hafenstadt imnordwestl.
Kleinasien, zum Wilajet Konstantinopel gehörig,
im Hintergrunde des Golfs von I. (siiius ^8ta-
C6NU8) des Marmarameers, auf hohen Hügeln ge-
legen, durch Eisenbahn mit Skutari und Angora
verbunden, ist der Sitz eines Pasckas, eines ariech.
Metropoliten und eines armenischen Erzbischofs,
hat 15000 E., verfallene Häuser und schmutzige
Gassen. Von der alten Prachtstadt Nikomedia sind
nur noch Mauern der Akropole, beim Arsenal ein
schönes röm. Mauerwerk und eine große Cisterne
vorhanden. Haupterwerbszweige sind Seidenwebe-
rei, Töpferei fowie Ausfuhr von Salz und Holz.
I. ist das alte Nikomedia (s. d.) in Bithymen.
Ismir, türk. Name von Smyrua (i. d.).
Isny, Stadt im Oberamt Wangen des würt-
temb. Donaukreises, an der bayr. Grenze, 15 km
östlich von Wangen, in 704 in Höhe, an der Neben-
linie Leutkirch-I. (16 1cm) der Württemb. Staats-
bahnen, hat (1890) 2600 E., darunter zwei Drittel
Katholiken, Post, Telegraph, Vorschußverein, evang.
und kath. Kirche, schönes Rathaus, Benediktinerabtei
(1090), jetzt Residenz der Grafen von Quadt-Isny,
reiches Spital; Maschinenfabrik, Stahlhammer,
Fabrikation von Nähseide und Peitschen, Brauerei,
Gerberei, Holz- und Käsehandel. Von 1635 bis
1803 war I. Freie Reichsstadt.
Ifo..., griech. Vorsilbe, dem deutschen Gleich...
entsprechend, bezeichnet, im Gegensatz zu Hetero...,
das Gleiche (sowohl an Zahl, wie an Wert), Gleich-
artige, Gleich gestaltete.
Isobaren (grch.), die Verbindungslinien der
Orte gleichen Luftdruckes (s. d.). Sie sind cyklonal
gekrümmt, wenn sie um das barometrische Mini-
mum, anticyklonal, wenn sie um das barometri-
sche Marimum als Centrum angeordnet sind. Auf
der hierher gehörigen Karte: Isobaren und
Luftbewegungen auf der Erde fürIanuar,
Jahr und Juli sind die cyklonalen I. mit blauer,
die anticyklonalen mit roter Farbe gezeichnet. Vgl.
zu dieser Karte auch den Artikel Atmosphäre.
Isobarentelegramme, Telegramme mit den
von der Deutschen Seewarte in Hamburg mehrern
Zeitungen übermittelten nötigen Angaben zur
Konstruktion der Isobaren (s. d.) in ihren Wetter-
berichtskärtchen. (S. Wetterberichte.)
Ifobarometrifche Linien, die Verbindungs-
linien aller Orte auf der Erdoberfläche, die in glei-
chen Zeiträumen gleiche mittlere Barometerschwan-
kungen haben.