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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Isonandra; Isonephen; Isonitrile; Isonitrosoverbindungen; Isonzo; Isopathie

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Isonandra - Isopathie

(MnCO3) alle isomorph, weil sie sämtlich in Rhomboedern krystallisieren, die nur durch äußerst geringe Winkelunterschiede ihrer Kanten (im ganzen nur 2½°) voneinander abweichen; so sind ferner die Metalle Arsen, Antimon, Tellur, Wismut isomorph (hexagonal); andere isomorphe Gruppen bilden Zinnstein (SnO2), Rutil (TiO2), Zirkon (ZrO2+SiO2), alle übereinstimmend tetragonal, sodann die rhombischen schwefelsauren Salze des Baryums (Schwerspat, BaSO4), Strontiums (Cölestin, SrSO4) und Bleis (Bleivitriol, PbSO4), ferner z. B. Apatit, Pyromorphit, Mimetesit, Vanadinit (pyramidal-hemiëdrisch-hexagonal), unter den Erzen die entsprechenden Schwefelverbindungen (RS2) von Eisen, Kobalt, Mangan, Nickel, auch die rhombischen Antimonglanz (Sb2S3), Wismutglanz (Bi2S3), Selenwismut (Bi2Se3). Bei allen diesen unmittelbar analog zusammengesetzten Substanzen ist nicht nur die Atomzahl, sondern auch die Summe der Wertigkeiten übereinstimmend; ein I. kann aber auch da zu stande kommen, wo bei anscheinend ungleichartig konstituierten Verbindungen insofern eine relative Analogie vorliegt, als bei beiden die Summe der Wertigkeiten in einem ganz einfachen Verhältnis steht, z. B. bei dem triklinen Anorthit, CaAl2Si2O8 (Valenzensumme 32), und Albit, Na2Al2Si6O16 (Valenzensumme 64).

Da indessen mitunter auch Substanzen eine große Ähnlichkeit der Formentwicklung ausweisen, ohne daß die chem. Konstitution irgend eine Analogie erkennen läßt (3. B. Augit und Borax, Kalkspat und Rotgültigerz), so erblickt man ein entscheidendes Merkmal für den wirklichen I. noch darin, daß ein Krystall der einen Substanz, in die Lösung der andern gelegt, fähig ist, darin wie in seiner eigenen weiter zu wachsen, was bei jenen Fällen des bloß scheinbaren I. nicht erfolgt. Hängt man z. B. einen Krystall von dunkelweinrotem Chromalaun in eine gesättigte Lösung von farblosem Kalialaun, so wächst er darin wie in seiner eigenen Lösung unmittelbar fort. Die für sich isomorphen chem. Grundverbindungen, wie die anfangs genannten Salze, haben die Eigenschaft, in schwankenden und unbestimmten Verhältnissen zu einem homogenen und nicht etwa ein mechan. Gemenge darstellenden Individuum zusammen zu krystallisieren, das alsdann vermöge seiner Form mit in die isomorphe Gruppe hineingehört; so giebt es rhomboedrische Krystalle, die zugleich aus kohlensaurem Calcium, Magnesium und Eisen bestehen; es sind das isomorphe Mischungen. Die Krystalle von Mg2SiO4 (Forsterit) und diejenigen von Fe2SiO4 sind z. B. ausgezeichnet isomorph, und die gleichgestalteten Krystalle des Olivins eine isomorphe Mischung beider (x Mg2SiO4 + y Fe2SiO4). Für die Mischkrystalle zweier wirklich isomorpher Substanzen bilden auch die physik. Eigenschaften eine kontinuierliche Funktion ihrer chem. Zusammensetzung. Wenn zwei Verbindungen von analoger chem. Konstitution sich in verschiedenen Proportionen mischen und dabei doch Krystalle von übereinstimmender Form erzeugen, so darf man daraus umgekehrt auf den I. dieser Verbindungen schließen.

Isonandra Wight, Pflanzengattung aus der Familie der Sapotaceen (s. d.), sechs Ostindien und Ceylon bewohnende Arten umfassend, Bäume mit lederartigen Blättern und kleinen unansehnlichen Blüten. Die wichtigste Art ist der Guttapercha- oder Tubanbaum, I. gutta Hook. (s. Textfig. 3 beim Artikel Diospyrinen); er wird bis gegen 20 m hoch und enthält reichlichen Milchsaft, der einige Zeit nach dem Ausfließen zu einer schwammigen Masse erstarrt. (S. Guttapercha.)

Isonephen (grch.), die Verbindungslinien der Orte mit gleicher Stärke der Bewölkung (s. d.), wie sie Renou für Europa und Teisserenc de Bort für einen größern Teil der Erde berechnet und gezeichnet haben.

Isonitrile, s. Carbylamine.

Isonitrosoverbindungen oder Oxime, organische Verbindungen, die die zweiwertige Isonitroso- oder Oximidgruppe N(OH) enthalten. Sie entstehen durch die Einwirkung von Hydroxylamin auf Aldehyde oder Ketone. Hiernach nennt man die entstehenden Verbindungen entweder Aldoxime oder Ketoxime. So bildet Aceton das Acetoxim:

CH3.CO.CH3 + NH2OH = CH3.C:(NOH).CH3 + H2O

Aceton Hydroxylamin Acetoxim.

Ferner bilden sich I. durch die Einwirkung von salpetriger Säure auf Aldehyde und Ketone, so aus Aceton das Isonitrosoaceton

CH3.CO.CH3 + HNO2 = CH3.CO.CH:(NOH) + H2O

salpetr. S. Isonitrosoaceton.

Die I. sind flüssige oder feste Substanzen. Das Wasserstoffatom der Oximgruppe kann durch Alkalimetalle und Alkyle ersetzt werden wie bei den Alkoholen. Beim Kochen mit Säuren werden sie in Aldehyde oder Ketone und Hydroxylamin unter Aufnahme von Wasser gespalten. Durch Reduktionsmittel entstehen aus den I. Aminbasen.

Isonzo (der Sontius der Alten, slowen. Soča), Fluß in der Grafschaft Görz und Gradisca, entspringt am südl. Fuße der Julischen Alpen zwischen Mangart und Triglav im obern Trentathal 816 m hoch, fließt in Krümmungen durch ein Gebirgsthal, berührt die Stadt Görz, nimmt in seinem untern Laufe den Namen Sdobba an und mündet in den Golf von Triest 8 km südlich von Monfalcone. Er ist 128 km lang, aber nur in der Nähe seiner Mündung schiffbar. Zuflüsse sind Idria und Wippach links, Torre-Natisone rechts. Der I. ist bekannt durch die Veränderungen seines Laufs seit der Römerzeit, wie sie umstehende Skizzen (nach Czörnig) zeigen. Damals war der Natisone ein selbständiger Fluß (Fig. 1), dessen Oberlauf der des heutigen I. war, bei Aquileja mündete und nach Strabo bis Aquileja schiffbar war. Derselbe verlor im frühen Mittelalter infolge eines Bergsturzes (585 n. Chr.) seinen Oberlauf, der nun der des I. wurde. Die größern Geröllmassen, die der I. jetzt mit sich führte, verstopften seinen bisherigen unterirdischen Abfluß zum Timavo und führten dadurch die Vereinigung mit dem Natisone herbei (Fig. 2). Seither verlegte der I. seine Mündung immer weiter nach O. und benutzt jetzt das Bett der Sdobba, während die einstige Mündung, die Natisso, als kleines Küstenflüßchen selbständig wurde (Fig. 3). - Vgl. Carl Freiherr von Czörnig, Der I. als der jüngste Fluß Europas (in den "Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien", 1876, XIX, mit 3 Karten); ders., Das Land Görz und Gradisca (Wien 1873).

Isopathie oder Isopathik (grch.), ein von dem Leipziger Tierarzt W. Lux (geb. 6. April 1776, gest. 29. Jan. 1848) erfundenes Heilverfahren, das darin besteht, die Stoffwechselprodukte, welche sich bei gewissen specifischen Krankheitsformen bilden, zu Heilmitteln gegen dieselbe Krankheit zu verwenden. Er