Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Italienische Viper; Italienische Weine

806

Italienische Viper - Italienische Weine

dium des Italienischen (Zür. 1879); N. Caix in Hillebrandts «Italia», III (Rudolst. 1876).

Die grammatische Behandlung der Sprache begann in Italien im 16. Jahrh. Der erste, welcher Beobachtungen über die Sprache sammelte, war der Kardinal Bembo, dessen Arbeit, vielleicht schon 1500 begonnen, doch erst 1525 u. d. T. «Prose» erschien. Nur mehrere kleine, unbedeutende Arbeiten von Fortunio, Liburnio, Marcantonio Flaminio traten noch etwas früher ans Licht. Die «Prose» selbst, in Gesprächsform, sind weder gründlich noch vollständig und halten sich ausschließlich an Boccaccio und Petrarca. Die Bemühungen des Grafen Giangiorgio Trissino, die Orthographie zu regeln und durch neue Schriftzeichen zu fixieren, hatte nach langem Streit nur den Erfolg, die Buchstaben v und j als eigentümliche Konsonanten einzuführen. Von andern grammatischen Arbeiten machten zu ihrer Zeit Epoche und haben einen bleibenden Einfluß geübt: der «Ercolano» des Varchi (Flor. 1570 u. ö.), dessen Zweck war, die Ansprüche der Florentiner auf Alleinherrschaft in der Sprache geltend zumachen; die «Avvertimenti della lingua» von Salviati (2 Bde., Vened. und Flor. 1584‒86), worin weitschweifig nur von den Buchstaben, vom Nomen und vom Artikel gehandelt wird. Die erste systematische, vollständige, und mit guten Beispielen ausgestattete Grammatik, aus welcher fast alle Neuern geschöpft haben, sind die «Regole ed osservazioni» von Corticelli (Bologna 1745 u. ö.; beste Ausg. von Parenti, Reggio 1826). Von neuern Grammatiken mag als beste genannt werden die «Grammatica italiana dell'uso moderno» von R. Fornaciari (Flor. 1881). Auch in Deutschland sind viele ital. Grammatiken erschienen; die meisten aber, wie die von Jagemann, Flathe, Philippi, Fornasari, Frühauf, Fogolari, Manitius, Sauer, Keller u. a., sind nur für das gewöhnliche Bedürfnis gearbeitet und beruhen auf Corticelli. Die erste selbständige Arbeit ist die «Ital. Sprachlehre» von Fernow (2 Tle., Tüb. 1804); sehr brauchbar die von Mussafia (Wien 1860; 24. Aufl. 1892) und von S. Heim (Zür. 1881; 3. Aufl. 1887). Als der erste gelungene Versuch einer histor.-etymolog. Bearbeitung ist Blancs «Ital. Grammatik» (Halle 1844) zu nennen; dem heutigen Stand der Forschung entspricht diejenige von W. Meyer-Lübke (Lpz. 1890). Eine gute histor. Syntax giebt Vockeradt, «Lehrbuch der I. S.» (Berl. 1878).

Die Lexikographie beginnt in Italien ebenfalls im 16. Jahrh. mit den dürftigen Wörtersammlungen von Minerbi (1535), Fabricio de Luna (1536) und Accarisio (1543). Etwas reicher sind schon Alunnos «Le ricchezze della lingua volgare» (1543) und «Della fabbrica del mondo» (1546). Das erste mehr vollständige Lexikon ist das «Memoriale della lingua italiana» von Pergamini (1568). Endlich erschien, zuerst in Venedig (1612), das «Vocabolario degli Accademici della Crusca», welches mit pedantischer Strenge sich fast ausschließlich auf die Schriftsteller des Trecento und auf Florentiner beschränkte, mit großem Fleiß alle Verstümmelungen, alle schmutzigen Ausdrücke und Redensarten des Pöbels gesammelt, aber die Umgangssprache und die Sprache der Wissenschaften und Künste gänzlich außer acht gelassen hat. Eine zweite, wenig veränderte Ausgabe erschien zu Venedig 1623, die dritte, vermehrte (3 Bde.) 1691, die vierte (6 Bde.) 1729-38 zu Florenz, die fünfte, ^[Spaltenwechsel] begonnen 1860, ist im 7. Bande erst bis zum Buchstaben G angelangt. Das Werk erlebte eine große Zahl von Nachdrucken, Auszügen und Bearbeitungen. Unter letztern sind hervorzuheben die von Ant. Cesari (6 Bde., Verona 1806), besonders aber die von Giuseppe Manuzzi (4 Bde., Flor. 1831-44; 2. Aufl. 1862 fg.). Das erste nicht florentin., sondern wahrhaft ital. Wörterbuch ist das «Dizionario enciclopedico» von Francesco Alberti (6 Bde., Lucca 1797-1805). Unter den seitdem erschienenen größern Wörterbüchern dieser Art sind hervorzuheben: das große «Dizionario universale della lingua italiana» von Mortara, Bellini, Codagni und Mainardi (8 Bde., Mantua 1845-56), die Wörterbücher von Tommaseo und Bellini (4 Bde., Tur. 1864 fg.), Carena (2 Bde., ebd. 1851-53), Fanfani (2 Bde., Flor. 1855; neue Aufl. 1890), das «Vocabolario dell'uso toscano» (ebd. 1863), das Wörterbuch von Rigutini (ebd. 1874), endlich Petrocchis, «Novo dizionario universale della lingua italiana» (2 Bde., Mail. 1887-91). Synonymische Wörterbücher haben Tommaseo (5. Aufl., Neap. 1886) und Zecchini (neue Aufl., Tur. 1892) veröffentlicht. Von den in Deutschland erschienenen Wörterbüchern stehen die von Jagemann, Kramer, Castelli, Veneroni und Flathe nur der Crusca nach; das reichhaltigste und beste ist das «Gran dizionario italiano-tedesco e tedesco-italiano» von Valentini (2 Bde., Lpz. 1831-32), der auch ein sehr brauchbares Taschenwörterbuch (15. Aufl., 2 Bde., ebd. 1892) verfaßt hat; das neueste ist das Handwörterbuch von H. Michaelis (8. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1892). - Von Zeitschriften, die der sprachlichen Forschung des Italienischen und seiner Mundarten gewidmet sind, ist vor allem das von H. I. Ascoli herausgegebene «Archivio glottologico italiano» (bis jetzt 10 Bde.) zu nennen, das eine ganz unentbehrliche Fundgrube ist, sodann die wieder eingegangene «Rivista di filologia romanza» und das «Giornale di filologia romanza».

Italienische Viper, Aspisviper (Vipera aspis Merr.), eine bis 75 cm lange Giftschlange Südeuropas, die auch bei Metz beobachtet worden ist.

Italienische Weine. Italien erzeugt auf einer Anbaufläche von 3430000 ha in mittlern Jahren 30 (1890: 29,45, 1891: 34,97) Mill. hl Wein. An erster Stelle steht Sicilien, dann kommen die südl. Provinzen am Mittelländischen und jene am Adriatischen Meere, endlich Piemont, Toscana, Emilia, Marken und Umbrien, Latium, Lombardei, Venetien, Sardinien und Ligurien. Der Alkoholgehalt der I. W. schwankt je nach der nördlichern oder südlichern Lage der Provinzen zwischen 7,15 (Ferrara, Mantua) bis 15,09 Proz. (Girgenti). Ihrem Charakter nach sind fast alle bessern Weine veredelte Liqueurweine, während die Tischweine auf mittlerer, zum Teil sogar niederer Stufe stehen, da die Behandlung trotz der im letzten Jahrzent von der Regierung getroffenen Maßnahmen immer noch eine mittelmäßige ist. Von den im Altertum bekannten Sorten, die als Falerner, Massicer, Cäcuber, Setiner u. s. w. großen Ruf genossen, haben sich nur wenige, darunter die beiden erstgenannten, unter der ursprünglichen Bezeichnung erhalten. Dagegen sind eine Anzahl neuerer Sorten, unter ihnen Lacrimae Christi, Montefiascone («Est, Est, Est»), Aleatico, Marsala, Chianti, Monte-Pulciano, Orvieto, der Muskatwein von Syrakus, der Wermutwein von Turin zum Teil zu großem Rufe gelangt.