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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jacobische Einheit - Jacobson
zeugen, wurde 19. Sept. 1879 zum Kardinal er-
hoben und erhielt Ende 1880 an Ninas Stelle das
Amt des Staatssekretärs der päpstl. Kurie. Als
solcher gewann er wirklich die preuß. Regierung,
welche sich durch das Angebot päpstl. Unterstützung
gegen Kommunismus, Nihilismus und Socialis-
mus und durch die Erwartung, dem Centrum damit
seine Kampfmittel zu entziehen, zur Aufgabe des
Kulturkampfes bestimmen ließ. I.' starb 28. Febr.
1887 zu Rom. "eter.
Iacobische Einheit, s. Stromstärke und Volta-
Iacobis Deutsche Kaisertranklimonade,
Iacobis Königstrank, s. Geheimmittel.
Jacobs, Christian Friedr. Will)., Philolog
und Schriftsteller, geb. 6. Okt. 1764 zu Gotha,
studierte zu Jena und Göttingen Philologie, er-
hielt 1785 eine Lehrstelle an dem Gymnasium zu
Gotha, 1802 zugleich eine Anstellung bei der
öffentlichen Bibliothek und folgte 1807 einem Rufe
nach München als Lehrer der alten Litteratur am
Lyceum und Mitglied der Akademie der Wissen-
schaften. 1810 nach Gotha zurückgekehrt, wurde er
daselbst Oberbibliothekar und Direktor des Münz-
kabinetts, 1831 Direktor aller Kunstsammlungen,
legte 1842 seine Amter nieder und starb 30. März
1847. Außer mehrern Sammelwerken zur Kritik
und Erklärung der Alten veröffentlichte er Aus-
gaben der "^.nt6ii0iii6i-icH" des Tzetzes (Lpz. 1793),
solche des Bion und Moschus (Gotha 1795), der
"^QtkoloFia FI-N6C3." (13 Bde., Lpz. 1794-1814;
neue Bearbeitung, 3 Bde., ebd. 1813-17), der
"Phönizierinnen" des Euripides (Münch. 1810),
des Achilles Tatius (2 Bde., Lpz. 1821), der "Ima-
ßin68" des Philostratus (mit Welcker, ebd. 1825),
der "Anabasis" des ^enophon (ebd. 1825) und
der Tiergeschichte des Alian (2 Bde., Jena 1832).
Von den Übersetzungen sind zu nennen: die des
Vellejus (Lpz. 1793), eine Sammlung gelungener
Übertragungen der griech. Anthologie u. d. T.
"Tempe" (2Bde., ebd. 1803), des Heliodor (3Bde.,
Etuttg. 1837) und von Demosthenes' "Staatsreden
und Rede sür die Krone" (Lpz. 1805; 2. Aufl. 1833).
Seine und Ukerts "Beiträge zur ältern Littera-
tur" erschienen in drei Bänden (Lpz. 1835-43),
seine Reden und Abhandlungen über Gegenstände
des klassischen Altertums u. s. w. als "Vermischte
Schriften" (Bd. 1-3, Gotha 1823-24; Bd. 4-8,
Lpz. 1829-44). Hierzu veröffentlichte Düntzer als
Band 9 I.' "Briefwechsel mit Franz Göller" (Lpz.
1862). Um den Unterricht in der griech. Sprache
erwarb er sich ein wesentliches Verdienst durch
sein <cElementarbuch der griech. Sprache" (zuerst
4 Bde., Jena 1805-11; seit 1847 fortgefetzt von
Classen: 1880 von Warschauer). Seine belletristi-
schen Schriften, wie "Alwin und Theodor" u. s. w.,
zeichnen sich durch reinen Sinn und lebendige Schilde-
rungen aus. Die meisten erschienen gesammelt u. d. T.
"Schriften für die Jugend" (3 Bde., Lpz. 1841-
46), "Erzählungen" (7Bde., ebd. 1824-37), "Ähren-
lese aus dem Tagebuche des Pfarrers zu Mainau"
(2 Bde., ebd. 1823-25) und in der "Schule der
Frauen" (7 Bde., ebd. 1827-29). Einen Abriß
seines Lebens gab I. felbst in dem "Rückblick auf
70 Jahre" <Gotya1839) und den "Personalien" (Lpz.
1848). Aus seinem Nachlaß veröffentlichte Wüste-
mann Vorlesungen u. d. T. "Hellas" (Berl. 1852).
Jacobs, Jacob, bela. Marinemaler, geb. 19. Mai
1812 zu Antwerpen, bildete sich auf der dortigen
Akademie unter van Br<ie und Wappers und wirkte
seit 1843 an derselben als Professor für Landschafts-
und Tiermalerei. Er vervollkommnete sein Talent
durch Reisen nach dem Orient und nach Skandina-
vien und machte 1847 mit seinem frühern Lehrer
Wappers eine Reise nach Deutschland, wo er die
Galerien eifrig studierte. Zurückgekehrt, stellte er
im Brüsseler Salon aus: Rastende Araber in der
Wüste (angekauft von König Leopold I.); das 1848
gemalte Bild Griechische See besitzt die Berliner
Nationalgalerie. Sein Gemälde: Untergang des
Auswandererschiffs Floridian an der Küste von
Esser 28. Febr. 1848, befindet sich in der Neuen
Pinakothek zu München; ebendort auch: Sonnen-
ausgang im Archipel (1852), und eine Ansicht des
Hafens von Konstantinopel. Das 1852 ausgestellte
Bild: Das Goldene Horn bei Konstantinopel, muhte
I. mehrfach wiederholen. Es folgten 1855 Wasser-
fall des Glommen (Museum in Brüssel), 1857
Ruinen von Karnak, und Sogne Fjord (im Besitz
des Königs Leopold II.). Seine Vielseitigkeit nahm
mit den Jahren noch zu: so vereinte die Antwerpe-
ner Ausstellung 1864 Ansichten aus den verschie-
densten Himmelsgegenden: Eine vor dem Samum
fliehende Karawane, Tempelruinen der Nilinsel
Philä, und daneben: Frische Brise an der sinn.
Küste, Im Golf von Lepanto. Eins seiner letzten
großen Gemälde war die Einfahrt in den Hafen
von Bergen. I. starb 9. Dez. 1879 in Antwerpen.
Iacobsen, Jens Peter, dän. Novellist, geb.
7. April 1847 zu Thisted in Iütland, widmete sich
anfangs der Botanik und war eifrig für die Ver-
breitung der Darwinistischen Theorie thätig. Seit
1872 wandte er sich der Belletristik zu, ward aber
von einem unheilbaren Lungenleiden befallen, das
ihn bald in seine Vaterstadt, bald nach dem Süden
trieb. Später kehrte er nach Kopenhagen zurück,
wo er 30. April 1885 starb. I. ist einer der trefflich-
sten Romanschriftsteller und wohl der tüchtigste Ver-
treter der realistischen Schule seiner Heimat. 1872
erschien seine Novelle "Mogens" (mit andern No-
vellen herausgegeben 1882), 1876 sein Roman "Fru
Marie Grubbe", der auf dem gründlichsten Stu-
dium der dän. Kulturgeschichte des 17. Jahrh, be-
ruht, 1880 "Niels Lyhne" (deutsch von Borch, nebst
einer Biographie I.s von Wolff, Lpz. 1889). Seine
"Samlede Skrifter" erscheinen gegenwärtig in 2.Aufl.
(Kopenh. 1893 fg.).
Iacobsen, Sophus, norweg. Landschaftsmaler,
geb. 7. Sept. 1833 zu Frederikshald, bildete sich
anfangs nach der Natur seiner heimatlichen Land-
schaft. Eine Anzahl solcher Gemälde, besonders
Mondschein-und Herbstlandschaften, kommen in den
Sammlungen zu Kristiania, Stockholm n. s. w. vor.
Er trat 1853 in die Akademie zu Düsseldorf ein und
folgte insbesondere der Malweise Hans Gudes.
Die Studien zu seinen Bildern sammelte er auf feinen
Reisen. Die Mehrzahl seiner seitdem entstandenen
Werke stellen deutsche Gegenden vor. Sie fanden
fowohl im Norden wie in Deutfchland großen Bei-
fall. Er lebt in Düsseldorf.
Iacobson, Eduard, Possendichter, geb. 10. Nov.
1833 zu Groh-Strehlitz in Oberschlessen, studierte
Medizin in Berlin, wo er seitdem lebt. Er trat
zuerst 1856 mit dem Schwank "Faust und Gretchen"
als Bühnendichter auf und schrieb seitdem mit
O. F. Berg, O. Girndt, G. von Moser, I. Rosen,
R. Kneisel, größtenteils aber allein, eine große An-
zahl zugkräftiger Gesangspossen und Schwanke, zu
denenu.a.gehören: "500000Teufel", "DerPostillon