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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jalousie
(von Fenstern, Schaufenstern der Verkaufsläden,
Vureauräumen, Registraturschränken, Tresoranla-
gen u. s. w.) dient. I. kommen zur Anwendung als
Holzrouleaux, Sonnenblenden, Zugjalousien oder
Stabzugläden und Rollläden oder Rolljalousien,
sie bestehen aus Platten (Stäbchen) von Holz oder
Eisenblech, oder aus Wellblech und lassen sich mittels
eines Mechanismus beliebig auf- und zusammen-
ziehen, öffnen und schließen, oder auf einer Walze
auf- und abwickeln.
Die Zugjalousien oder Stab zu g laden (auch
Brettchenvorhänge) bestehen aus einer Anzahl
dünner Brettchen aus Kiefernholz von 3 mm Stärke
und 60 mm Breite, welche auf an Längsgurten
oder Ketten befestigten Quergurten aufruhen, an
beiden ausgeschnittenen Enden in Drahtführungen
gehen und mittels einer Schnur sich beliebig auf-
ziehen und herabgleiten lassen. Mittels einer andern
Doppelschnur lassen sich die Vrettchen in beliebig
schräge Lage bringen oder ganz aneinander legen,
indem man den hintern Gurt weniger oder mehr
in die Höhe zieht (s. vorstehende Fig. 1). Zugjalou-
sien aus Eisenblechstäben haben sich sehr bewährt,
beanspruchen weniger Raum vom obern Teile des
Fensters und verziehen sich nicht durch Witterungs-
einflüsse. Bei völligem Aufziehen legen sich diefe
Zugjalousien hinter eine, am Sturz des Fensters an-
gebrachte verzierte blecherne Schutz blende (Lam-
orcquins aus gepreßtem Zinkblech, Fig. 8). Profile
von Schattenspendern und Holzrouleaux zeigen
Fig. 6 u. 7. Die Rollläden (auch Rolljalou-
jien) bestehen aus schmalen, auf Leinwandgurte
oder Drell aufgeleimten oder an Stahlbändern oder
Stahlplättchen befestigten, eigentümlich prosilierten
Stäben (Fig. 2 u. 3), die sich entweder vollständig
überdecken oder einen geringen Zwifchenraum zwi-
schen sich lassen oder schlitzartig durchbrochen sind,
sodah bei ganz geschlossener Öffnung noch etwas
Licht einfallen kann, und welche sich mittels eines
Fig. 9.
Fig. 10.
Fig. 11.
Mechanismus auf einer Rolle oder Welle aufwickeln
lassen. Auch können sie nach Art von Marquisen
schräg gestellt werden.
Zum sichern Verschluß von Läden verwendet man
Nolljalousien von Stahlplatten (Panzer-
j alo usi en,Fig.4) oder von Stahlwellblech (Fig. 5,
9-13), insbesondere ist der Mittersche Panzer-
laden zu erwähnen, welcher ein systematisch durch-
brochener Wellblechladen ist, dessen durchbrochene
Wellen hinten aufgebogen sind, um Beschlag- und
Regenwasser nach außen abzuleiten. Die Noll-
lad enw alz e, auf welche sich dieI. aufwickeln, kann
in verschiedener Weise, je nach dem vorhandenen
Platze angebracht werden; gewöhnlich befindet sich
dieselbe über der Öff-
nung in einem Holz^ WR^WR
tasten unterhalb
Deckenbalken oder ^ mW
Eisenträger (Fig. 9). U
Bei vorhandenen >^
Oberlichten oder bei
Ladenthüren wird
dieselbe inmitten der
Öffnung angebracht
(Fig. 10). Biswei-
len befindet sie sich
aber auch unterhalb
der Öffnung in der
Brüstung (Fig. 11).
Letztere Anordnung
bietet den Vorteil,
daß man Rolljalou-
sien auch bei geringer
Höhe anbringen und
einenTeildesSchau-
fensters offen lassen
Fig. 12.
Fig. 13.
und als Oberlicht benutzen kann. - Eine an-
dere Art von Rollladen ist die mit seitlicher, hori-
zontaler Bewegung, bei der die Rolle vertikal
! stehend hinter einem der Gewände sich befindet.
Die Bewegung der Rollläden erfolgt entweder
durch eine fest zuklemmende Schnur, Kette oder
Gurt (Fig. 12) oder mittels Handkurbel und Zahn-
räder (Fig. 13) oder auch durch Federkraft. Welche
Art der bewegenden Kraft für jeden einzelnen Fall
die geeignetste ist, hängt von den besondern örtlichen
Verhältnissen ab.
Vgl. Baukunde des Architekten, Bd. 1, Teil 2
(2. Aufl., Verl. 1891); Schwatlo, Bauanschläge
(9. Aufl., Karlsr. 1891).