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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Japanische Zwerghühner; Japanisches Wachs; Japankampfer; Japara; Japhet; Japhetisch; Japho; Japicx

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Japanisches Wachs – Japicx

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Japanische Sprache, Schrift und Litteratur'

geogr.-topogr. Beschreibungen mit reichen histor. Einzelheiten. Von den japan. Landkarten hat schon Siebold mehrere bekannt gemacht, doch hat seitdem die Kartographie in Japan bedeutende Fortschritte gemacht. Die Naturgeschichte, namentlich die Botanik, hat viele Vertreter gefunden. Auch zahlreiche chines. Werke dieser Art sind in Japan wieder neu bearbeitet worden. Vortrefflich ausgestattet ist die Litteratur der chines. und japan. Lexikographie. Zum Studium des Sanskrit sind gleichfalls Mittel vorhanden; auch giebt es Glossare für die Sprache der Ainu und der Koreaner. Eine reiche Litteratur haben der Confucianismus und der Buddhismus hervorgerufen. Auch die poet. Litteratur ist reich und mannigfaltig. Die Japaner besitzen viele, zum Teil sehr alte Dichtungen mytholog. und histor. Inhalts. Die älteste Sammlung japan. Gedichte ist das sog. «Manjōschū», d.h. «Die zehntausend Blätter», welche auf den Prinzen Moroje (gest. 757 n.Chr.) zurückgeführt wird. An diese schließt sich eine von dem berühmten Dichter Tsurajuki 905 veranstaltete Sammlung, welche u.d.T. «Kokinshū», d. h. «Sammlung von Altem und Neuem», bekannt ist. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich ferner die sog. «Monogatari», eine Art histor. Romane, unter denen das «Heike-monogatari» (übersetzt in der in Genf erscheinenden Zeitschrift «Atsume-gusa», Bd. 1), «Gendschi-monogatari» (übersetzt von Suyematz Kenchio, Lond. 1882) und «Taketori-monogatari» (übersetzt von Dickins, ebd. 1888) hervorzuheben sind. Unter den neuern japan. Romanen dürfte das «Hakkenden» von Bakin die erste Stelle einnehmen. Die dramat. Litteratur weist zwei gesonderte Gattungen auf:

  • 1) die sog. «Nō», eine Art kurzer dramat. Scenen meist mytholog. Inhalts, ungefähr den Mysterien des christl. Mittelalters entsprechend, und
  • 2) das lyrische Drama der Neuzeit.

Die christl. Litteratur ist nicht bedeutend. Das Neue Testament soll schon im 17. Jahrh. (Miako 1613) japanisch vorhanden gewesen sein. Reich sind die Japaner an Sagen und Märchen; jene gehen zurück bis zur Erschaffung der Welt, behandeln dann die Götter- und Heldensagen, bis sie an die geschichtliche Tradition streifen; auch Gespenster- und Lokalsagen sowie an den Buddhismus sich anschließende Legenden sind zahlreich vorhanden.

Vgl. L. de Rosny, Grammaire japonaise (2. Ausg., Par. 1865); ders., Éléments de la grammaire japonaise, langue vulgaire (ebd. 1873); Hoffmann, Japan. Sprachlehre (Leiden 1877); Aston, A Grammar of the Japanese written language (2. Ausg., Lond.-Jokohama 1877); Noack, Lehrbuch der japan. Sprache (Lpz. 1886); Chamberlain, A simplified Grammar of the Japanese language, modern written style (Lond. 1886); ders., A romanised Japanese Reader (ebd. 1886); Lequeux, Le théâtre japonais (Par. 1889); Lange, Lehrbuch der japan. Umgangssprache (Berl. 1890); Walter, Lehrbuch der modernen japan. Umgangssprache (Lpz. 1891); Plaut, Japan. Lesebuch (Stuttg.-Berl. 1891).

Japanisches Wachs (Cera japonica), das Fett in den Zellen des Samengewebes von Rhus succedanea L., eines in Japan und China einheimischen, aber auch in Ostindien kultivierten Baums. Die Samen werden im Herbst geerntet, dann etwa 14 Tage lang getrocknet, schwach geröstet und heiß gepreßt, wobei sie etwa 25 Proz. Fett liefern. Das J. W. kommt meist in großen Blöcken von 40–50 kg Gewicht, neuerdings aber ↔ auch in kleinern Scheiben in den Handel. Es ist von blaßgelber Farbe und muscheligem, etwas glänzendem Bruche, so hart wie Bienenwachs, dessen meiste Eigenschaften es auch hat; der Schmelzpunkt liegt bei den verschiedenen Sorten zwischen 48 und 55 °C. J. W. besteht aus Palmitin und freier Palmitinsäure und gehört daher zu den Fetten und nicht zu den Wachsarten, wenn es auch in seinen äußern Eigenschaften diesen sehr ähnlich ist. Das J. W. bildet einen wichtigen Handelsartikel, es wird namentlich auf der Insel Kiushiu, auf Shikoku und den Liu-kiu-Inseln gewonnen und kommt meist über Hiogo in den Handel. Die Ausfuhr Japans betrug 1889: 19463 Pikuls, 1891: 24207 Pikuls. Hamburg importiert jährlich gegen 250000 kg, England etwa halb soviel. Verpackung in Kisten à 95 kg, Wert etwa 100 M. der Doppelcentner. Verwendung findet es als Ersatz des Bienenwachses, in der Appretur und Kerzenfabrikation.

Japanische Zwerghühner, s. Chabos.

Japankampfer, Bezeichnung für den gewöhnlichen Kampfer (s. d.) zum Unterschied vom Borneol oder Borneokampfer.

Japára (Dschapara), Residentschaft der niederländ. Insel Java, im Malaiischen Archipel, besteht mit ihrer größern Hälfte in einem langen und ebenso breiten Vorsprunge des nördl. Teils der Insel in die Javasee, wird südwestlich und südlich von der Residentschaft Samarang und südöstlich von Rembang begrenzt, hat 3117 qkm und (1891) 936174 E., darunter 891 Europäer und 11396 Chinesen. Mit Ausnahme ihrer Mitte, wo sich eine Anzahl zusammenhängender Bergspitzen erheben, besteht J. in flachem, teilweise morastigem Lande. Die Bodenkultur, besonders von Kaffee und Zuckerrohr, hat allenthalben, wo die Beschaffenheit sie nur zuläßt, eine sehr bedeutende Höhe erreicht. Die Residentschaft zerfällt in die vier Abteilungen Patti, J., Kudus und Djuwana, wozu noch die Inseln Karimon Java kommen. Der Resident hat seinen Sitz in Patti (1889: 21442 E., darunter 137 Europäer, 1557 Chinesen und 27 Araber).

Japhet, nach 1 Mos. 9 und 10 der dritte Sohn Noahs. In der Sage von Noahs Weinbau (1 Mos. 9) erscheint er als Stammvater der Phönizier. Die (jüngere) Völkertafel (1 Mos. 10) macht ihn zu einem der drei Stammväter der nachsintflutlichen Menschheit. Seine Nachkommen bestehen aus kleinasiat. und handeltreibenden Völkern des Mittelmeers. Eine ethnogr. Verwandtschaft zwischen diesen suchen, hieße moderne Anschauungen in 1 Mos. 10 eintragen. Nach arab. Sagen ist er der Stammvater der Türken (durch seinen Sohn Turk) und Barbaren; seine elf Söhne werden als Stammväter ebenso vieler asiat. Nationen bezeichnet. Es sind dies Spekulationen ohne histor. Wert.

Japhētisch (Japhetische Sprachen), s. Indogermanen.

Japho, hebr. Name der Stadt Jaffa (s. d.).

Japicx, Japicks oder Japiks (d. i. Jacobs), Gysbert, der bedeutendste fries. Dichter der ältern Zeit, geb. 1603 als Sohn des Bürgermeisters von Bolsward in der niederländ. Provinz Friesland, seit 1637 Schullehrer in Bolsward, gest. 1666 an der Pest. Seine Gedichte zerfallen in vermischte Liebes- und Scherzlieder, häusliche und vaterländische Gedichte und die Nachdichtung von 52 Psalmen. Er beherrscht seine Sprache in bewundernswerter Weise. Durch J. ist die westfries. Mundart wieder

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 874.