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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jever - Jevons
goldenes Veilchen. 1325 konstituierte sich die Ge-
sellschaft als ^0U8i8t0ri ä6 1a 3^2. 8ci6N8a mit
einem Kanzler und sieben Mantenedors. 1355
wurden die Preise um eine wilde Rose für das beste
Sirventes oder Pastourelle und um eine Ringel-
blume für das beste Tanzlied vermehrt; zur Auf-
munterung der jüngern Kunstgenossen diente eine
Nelke, alle drei von Silber, dem Erwerber des ersten
Preises wurde außerdem der Titel Baccalaureus
und dem aller drei Preise der Titel Doktor oder
Meister (m^trs) erteilt. (Vgl. Gatien-Arnould,
NouuiiiLiltL äs I2. littsrature romans, pudiieL
80U3 168 3.1181)1068 Ä6 1'^.C3,ä6mi6 äs8 ^6UX üoraux,
3 Bde., Toulouse 1841-51; 1.28 ^073.8 äki 3H7
Lader, hg. von Noulet, ebd. 1849.) Auch in Cata-
lonien und Aragonim bildeten sich gegen Ende des
l.4. Jahrh. Filialgesellschaften; die zu Barcelona
verteilt noch gegenwärtig jährlich Blumenpreise.
Nach dem Verlust ihres Palastes und Gartens in der
bei einer Belagerung geschleiften Augustinervor-
stadt von Toulouse hielt die Muttergesellschaft ihre
Sitzungen im Stadthause bis 1484 fort.
Als in diesem Jahre die ganze Einrichtung in
Gefahr war zu Grunde zu gehen, belebte eine Bür-
gerin von Toulouse, Clömence Isaure, sie durch An-
schaffung neuer kostbarer Preisblumen und durch
eine reiche testamentarische Stiftung, und die Gesell-
schaft nahm nun den Namen ^s. k. an. Aber der
Überfluß störte die Verfolgung des Zwecks der Ge-
sellschaft. Das Stiftungsvermögen wurde in Festen
verpraßt, in Geschenken an die Mitglieder vergeudet,
jodaß endlich der Akademiker Lalouböre von Tou-
louse Ludwig XIV. um Umgestaltung der Gesell-
schaft in eine Akademie bat. Als solche führte sie
seit 1695 den Namen ^caäeuiie ä63 ^6ux üoraux;
der König ernannte ihr einen Kanzler, 35 NaintO-
N6ur8 oder Richter und 20 Na.iti-63. 1773 wurde
das Kanzleramt abgeschafft, das Siegel der Gesell-
schaft einem beständigen Sekretär, das Präsidium
einem alle drei Monate unter den Mitgliedern durch
das Los gewählten Noäölateur anvertraut. Diese
Einrichtungen haben sich säst unverändert bis heute
erhalten und nur durch dre Revolutionsstürme von
1790-1806 eine Störung erlitten. Das seit 1696
erscheinende "Ii.6cii6i1 Bunuel äs I'^caäemi?" er-
lltt um 1700-3 und 1790-1806 Unterbrechungen.
(Vgl. Poitevin Peitavi, N6m0ir68 Mlir 86lvir 2.
I'tn8t0ii-6 ä68^6ux üoi-aux, 2 Bde., Toulouse 1851.)
Eine jüngere Entwicklungsphase der ^s. l. sind die
jährlichen poet. Feste südfranz. Städte, bei denen
besonders in südfranz. Mundarten dichtende Sänger
<^6iibr63, s.d.) mit litterar. Erzeugnissen um Blu-
men u. a. Preise sich bewerben. - Vgl. Böhmer,
Die provencal. Poesie der Gegenwart (Halle 1870);
Schwan, Die Entstehung der Blumenspiele (in den
"Preuß. Jahrbüchern", Bd. 54,1884); Chabaneau,
Oriziue 6t 6t9.d1i886ill6iit äe 1'^.cg.ä6uii6 ä<38 ^6UX
tioi-Älix (Toulouse 1886).
Iever. 1) Amt, ohne die Stadt I., im oldenb.
Verwaltungsbezirk Oldenburg, hat 355,28 ykm,
(1890) 31835 (15 834 mannt., 16001 weibl.) E.,
darunter 1072 Katholiken und 58 Israeliten, 24
Gemeinden und 59 Bauernschaften. - 2) Stadt
und Hauptort des Amtes I. sowie des Iever-
landes, 13 km von der Meeresküste, am Siel-
tief, einem nach dem Hafen von Hooksiel (s. d.)
führenden Kanal, an der Linie Wilhelmshaven-
Wittmund und der Nebenlinie I. - Karolinensiel
(18,i km) der Oldenb. Eisenbahn und der Neben-
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl. IX.
linie Emden-I. (81,5 kill) der Preuh. Staatsbahnen,
Sitz eines Amtes und Amtsgerichts (Landgericht
Oldenburg), hat (1890) 5189 (2418 mannt., 2771
weibl.) E., darunter 147 Katholiken und 219 Is-
raeliten, Postamt erster Klasse, Telegraph, in den
Anlagen em Denkmal des hier geborenen Historikers
Fr. Chr. Schlosser, evang. und kath. Kirche, eine Sy-
nagoge, ein Schloß mit einer kunstvoll geschnitzten
Decke (16. Jahrh.) im Audienzsaal, Rathaus, So-
phienstift (Krankenhaus) und ein großherzogl. Ma-
riengymnasium, 1573 gegründet (Direktor Stein-
vorth, 15 Lehrer, 8 Klassen, 142 Schüler). Die prot.
Kirche enthält das in Künstlerkreisen bekannte Cdo
Wiemken-Grabmal. An Stelle der 1536 erbauten
Festungswerke sind Promenaden angelegt. Der Ge-
werbfleiß erstreckt sich besonders auf Wollspinnerei,
Lederbereitung, Färberei und Brauerei. Der Handel
sowie die Pferde- und Rindviehmärkte sind bedeutend.
DasIeverland, ein Teil des alten Frieslands,
bildet noch jetzt eine eigene Herrschaft (ErbHerr-
schaft I.). Es besteht zum größten Teile aus
fruchtbarer Marfch, welche durch Schleusen ent-
wässert und durch künstliche Deiche vor dem Meere
gesichert wird. In den ersten Jahrhunderten wohn-
ten die Chauken hier, später wanderten die Friesen
ein und legten Deiche an. Infolge der Vernach-
lässigung entfremdete sich das Land dem Reiche und
bildete zwei der sieben Seelande der sog. Friesischen
Republik, nämlich Rüstringen sowie Ostrinsten und
Wangerland, welche 1359 in dem Häuptlmg Edo
Wiemken ein gemeinsames Oberhaupt erhielten und
mit dem gemeinsamen Namen I. unter diesem Herr-
schergeschlecht blieben, bis die Erbtochter Maria,
die ihr Land 1532 von Karl V. als Herzog von
Brabant zu Lehen nahm, dasselbe 1573 testamen-
tarisch an den Grafen Johann XVI. von Oldenburg
vererbte. Des letztern Sohn, Anton Günther, mit
dem das alte oldenb. Haus 1667 ausstarb, ver-
machte das Land seinem Schwestersohn, dem Für-
sten Johann von Anhalt-Zerbst. Bei dem Aus-
sterben dieses Hauses 1793 kam es als Kunkellehn
an die Kaiserin Katharina II. von Rußland, eine
geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst, die hier-
durch Sitz und Stimme auf dem Deutschen Reichs-
tage erhielt. Kaiser Alexander I. trat es 1807 im
Tilsiter Frieden an Holland ab; 1814 wurde es zum
Grohherzogtum Oldenburg geschlagen. - Vgl. Holl-
mann, Geschichte Ieverlands, in dem Ieverschen
Kalender von 1797-1807; Böse, Das Grohhnzog-
tum Oldenburg (Oldenb. 1863); Ammerland. Iever-
land im Großherzogtum Oldenburg (Schlesw. 1865);
Vornsand, Kurzer Abriß der Geschichte Ieverlands
(Oldenb. 1875).
Fevons(spr. dschihw'ns), William Stanley, engl.
Philosoph und Nationalökonom, geb. 1. Sept. 1835
in Liverpool, ging 1854 nach Australien, wo er
bis 1859 an der Münze in Sydney angestellt war,
graduierte 1862 an der Universität London und
wurde 1866 zum Professor der Logik, der Moral-
philosophie und der Nationalökonomie an Owens-
College in Manchester ernannt; 1881 legte er diese
Professur nieder. Er ertrank 13. Aug. 1882 beim
Baden in der Nähe von Hastings. Von seinen zahl-
reichen Schriften sind die bedeutendsten: "kurs
lo^ie, or t1i6 lo^ic ol Hu^lit^ apart lroiQ quautitv"
(1864), "^b6 C02.1 yn68ti'ou" (Lond. 1865; 2. Aufl.,
ebd. 1866), "^ lecturs on traäe^ 30ci6ti68" (1868),
"Ike tkeoi-)' ok politieal sconoiii?" (ebd. 1871;
3. Aufl. 1888), "N0U67 auä tks iu6ekkiii8iii ot
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