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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jewpatorija - Jicin
"xcbanFs" (1872; 4. Aufl. 1878; deutsch als Bd. 21
der "Internationalen wissenschaftlichen Bibliothek",
Lpz. 1876), "Lks princiMZ ok Lcisucs" (2 Bde.,
1874; 2. Aufl. 1879), "3wäi68 iu äßäuetive lo^io"
(1880), "'Ilie 8wt6 iu rsiation to ladour" (Lond.
1882) und "^I6t1i0ä8 ol 80ci3.1 rklorin auä otiier
papors" (ebd. 1883). I.' Witwe gab seine "I^stters
Huä ^0ui-u3.i8" (Lond. 1886) heraus.
Iewpatsrija, russ. Stadt, s. Eupatoria.
Ieypore, engl. Schreibung für Dschaipur (s. d.).
Ieysulmere, engl. Schreibung für Dschaisal'
nur (s. d.).
Iez (str. jesch), Thomas Theod., Pseudonym des
poln. Schriftstellers Sigismund 3Nilkowski (s.d.).
Iezbekieh, s. Drusen (Bd. 5, S. 543 a).
Zezdegerd, s. Iesdegerd. ^S. 77 d fg.).
Zezid (Iesid), Name von Chalifen (s. d., Bd.4,
Zeziden (Iesiden, Iesidis), die Anhänger
einer religiösen Sekte, deren Bekenner sich auf dem
Gebirge Sindschar in Mesopotamien angesiedelt
haben. Ihre Religion bewahrt Überreste alten
Heidentums in Mohammed, und christl. Umdeutung
und ist demnach ein Gemisch verschiedenartiger
religiöser Elemente; besonders verbreitet ist der
Glaube an Zauberei. Die Entstehung der Ieziden-
sekte fällt nach dem Berichte armenischer Kirchen-
historiker, welche sie mit den Namen Polichäer
oder Thondrakier bezeichnen und für Abtrünnige
der armenischen Kircke halten, in die Mitte des
9. Jahrh. Die I. selbst ehren als ihren Stifter
einen Scheich Iezid, der mit dem gleichnamigen
Omajjadenchalifen,Sohn des Mo'awija, identifiziert
wird; ihr hervorragendster Heiliger ist der wie ein
Abgott betrachtete Scheich Adi, dessen Grabstätte
ein großer Ehren teilhaftiger heiliger Ort der I. ist,
bei welchem ein jährliches Pilgerfest abgehalten
wird. Die I. verbergen ihre religiösen Gebräuche
ängstlich vor den Fremden; besonders gilt dies von
ihrem inLalesch befindlichen Centralheiligtum, einem
großen viereckigen Gebäude, worin ihr heiligstes
Symbol, die Figur eines auf einem Kandelaber
stehenden Vogels, den sieMelekTaus, d. h. "Engel
Pfauhahn" nennen und mit dem Satan identifi-
zieren, zur Verehrung ausgestellt ist; davon haben
sie auch den Namen Teufelsanbeter erhalten.
Ihr geistliches Oberhaupt ist der Scheich Chan,
dessen Sitz nicht weit von Lalesch, in Baädli, nördlich
von Mosul auf dem Wege nach Amadia ist. Die
Zahl der I. wird auf 2-300000 angegeben. - Vgl.
Layard, Muevsk anä it8 reuikiiis (2 Bde., Lond.
1849; deutsch Lpz. 1850); Vi8cov6i'i68 in tiis ruing
0f Xw6V6b auä Lad^ion (Lond. 1853); Menant,
1^68 ^62iäi8. 1.68 käorateurg äu feu (Par. 1892).
Iezirä, d. h. Schöpfung, ursprünglich in der
rabbinischen Litteratur der Name des 1. Buches Mose
(grch. Genesis). Das sog. Buch (Sepher) I.,
das von einigen dem Patriarchen Abraham, von
andern dem Akiba (1. Jahrh. n. Chr.) zugeschrieben
wird, stammt nach Sprache und Ideengang aus
dem 7. oder 8. Jahrh. n. Chr. Es hat zum Zweck,
die Schöpfung in chren mannigfachen Erscheinun-
gen (Zahlenkombinationen und Buchstabenpermu-
tationen) als Einheit darzustellen, wie sie auf den
32 Weisheitswegen (22 Buchstaben des hebr. Alpha-
bets und 10 Zahlen) durch den göttlichen Willen,
der sich zugleich als Wort und Schriftbild mani-
festiert, entstanden ist. Die erste Ausgabe mit fünf
Kommentaren erfchien Mantua 1562. In das Latei-
nische wurde es mehrfach übersetzt, mit Erläuterun-
gen von S. I. Rittanael (Amsterd. 1642), in das
Deutsche von Meyer (Lpz. 1830), ins Englische von
I. Kalisch (Neuyork 1877). - Vgl. Hamburger,
Realencyklopädie für Bibel und Talmud, Abteil. 2
(Strelitz 1883).
Iezo, die nördl. Hauptinsel von Japan, s. Iesso.
Ihansi, engl. Schreibung für Dschhansi (s. d.).
Ihering (spr. jehring), Rud. von, Jurist, geb.
22. Aug. 1818 zu Aurich in Ostfriesland, studiertem
Heidelberg, München, Göttingen und Berlm, habili-
tierte sich 1843 in Berlin,wurde 1845 oro. Professorin
Basel, 1846 in Rostock, 1849 in Kiel, 1852 in Gießen,
1868 in Wien und 1872 in Göttingen. Bei seinem
Abgänge von Wien wurde er vom Kaiser von
Osterreich in den erblichen Adelstand erhoben. Er
starb 17. Sept. 1892 in Göttingen. I. besaß eine
meisterhafte Darstellungsgabe und wußte selbst
den sprödesten jurist. ^>toff fo zu gestalten, daß er
auch für den nicht juristisch gebildeten Leser Interesse
bietet. Sein Hauptwerk ist der "Geist des röm.
Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwick-
lung" (Lpz. 1852-65; 4. u. 5. Aufl. 1878-91, 3 Tle.
mit Register). Außerdem schrieb er namentlich: "Ab-
handlungen aus dem röm. Recht" (Lpz. 1844),
"Civilrechtsfälle ohne Entfcheidungen" (ebd. 1847;
6. Aufl., Jena 1892), "über den Grund des Besitzes-
schutzes" (2. Aufl., ebd. 1869), "DieJurisprudenz des
täglichen Lebens" (ebd. 1870; 9. Aufl. 1893), "Der
Kampf ums Recht" (Wien 1872; 10. Aufl. 1891),
"Der Zweck im Recht" (2 Bde., Lpz. 1877-83;
3. Aufl. 1893), "Vermischte Schriften jurist. Inhalts"
(ebd. 1879), "Das Trinkgeld" (Braunschw. 1882;
3. Aufl. 1889), "Scherz und Ernst in derIurisprudenz"
(1.-3. Aufl., Lpz. 1885; 4. Aufl. 1892), "Gesammelte
Auffätze aus den Jahrbüchern für die Dogmatik
des heutigen röm. und deutschen Privatrechts"
(3 Bde., Jena 1881-86), "Der Vesitzwille. Zu-
gleich eine Kritik der herrschenden jurist. Methode"
(ebd. 1889). - Vgl. M. de Ionae, Rud. von I.
(Berl. 1888); A. Merkel, R. von I. (Jena 1893).
Iherings-Fehnkanal, s. Tabelle zum Artikel
Fehn- und Moorkolonien (Bd. 6, S. 629).
Iibe, Fluß in Deutsch-Ostafrika, f. Pangani.
Iicin (fpr.jitfchihn). 1) Bezirkshauptmannschaft
in Böhmen, hat 818,60 ykm, (1890) 102486 (49422
männl., 53064 weibl.) meist kath. czech. E., 14512
Häuser, 23435 Wohnparteien in 174 Gemeinden mit
262 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke I.,
Libaii, Neu-Paka und Sobotka. - 2) I., deutsch
Gitschin, Stadt und Sitz der Bezirkshauptmann-
schaft, an der Cidlina, in 276 m Höhe, an den Linien
I.-Wostromer (18 km) der Österr. Nordwestbahn und
Nimburg-I. (46km) der Böhm. Kommerzialbahnen,
Sitz einer Finanzbezirksdirektion, eines Kreis- und
eines Bezirksgerichts (286,15 hkm, 55 Gemeinden,
78 Ortschaften, 33 562 czech. E.), eines Hauptsteuer-
amtes, besteht aus der Alt- und Neustadt, der Wal-
ditzer, Holiner und Prager Vorstadt und hat (1890)
8457 meist czech. E., in Garnison (573 Mann) das
3. Bataillon des 74. Infanterieregiments "Freiherr
von Vouvard", Post, Telegraph, schöne 1655 voll-
endete Dekanatskirche, ferner ein ehemaliges Ie-
suitenkollegium, jetzt Kaserne, ein czech. Staats-
obergymnasium, eine czech. Staatsunterrealschule,
czech. Lehrerbildungsanstalt, gewerbliche Fort-
bildungsschule und landwirtschaftliche Winterschule,
eine Bürger- und 5 czech. Volksschulen; große Zucker-
fabrik, Papierwaren-, Kartonnagen-, Sodawasser-
fabriken, Brauerei und starte Getreidemärkte. Von