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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jig - Jirecek (Joseph)
der ehemaligen Vefestiguna ist bloß das Walditzer
Thor übrig geblieben. - I. war einst die Haupt-
und Residenzstadt des Herzogtums Friedland, und
Wallenstein erbaute dort 1623-30 ein prachtvolles
Schloß, das jetzt dem Fürsten Trauttmannsdorff
gehört. Nach der Einziehung der Wallensteinschen
Güter kam I. an den General Tiefenbach, später
an den Grafen Sternberg und dann an die Fürsten
Trauttmannsdorff. Nordwestlich von I. ein groß-
artiges Felsenlabyrinth, die Prachower Felsen
<431-452 N).
Geschichtlich bekannt wurde I. im Deutschen
Kriege von 1866 durch das Treffen vom 29. Juni.
Die 5. preuh. Division hatte Befehl erhalten, sich
in den Besitz von I. zu setzen. General von Tümp-
ling teilte seine Kräfte in drei Kolonnen: die mitt-
lere nahm Podulsch, scheiterte aber an Brada, wäh-
rend die rechte Kolonne den Österreichern (1. Armee-
korps, Graf Clam-Gallas) ein siegreiches Waldge-
secht lieferte und die linke ihnen die Ortschaften Za-
inez und Diletz entriß. Um 7^ Uhr abends nötigte
ein vom Feldzeugmeister Benedek auf dem Schlacht-
felde eintreffender Befehl den Kronprinzen von
Sachsen zum Abbrechen des Gefechts. Der Kampf
schloß mit der Erstürmung der Stellung am Priwysin
nach 8 Uhr abends durch die Stunncompagnien des
Generals von Tümpling; es folgte noch ein Nacht-
gefecht, an dem die inzwischen eingetroffene 3. Divi-
sion (von Werder) teilnahm und das die Gefangen-
nahme von drei österr. Bataillonen in zwei getrenn-
ten Straßengefechten in I. zur Folge hatte. Die
Sachsen und Österreicher verloren über 5000 Mann,
darunter fast 2000 Gefangene, die Preußen 1500
Mann. Das Treffen bei I. ermöglichte die Vereini-
gung der Ersten und Zweiten preuh. Armee und da-
durch den Sieg bei Königgrätz (s. d.). Maue.
5i3 lengl., spr- dschigg), Tanz und Tonstück, s.
Iigat, Stadt in Ostindien, s. Dwaraka.
Iijiboy, s. Dschamsched-dschi Dschidschibha'i.
Iijona (spr. chich-), Stadt in der span. Provinz
Alicante, am Südfuße der Sierra Carrasqueta und
am Cosco, hat (1887) 6212 E. und liefert berühm-
ten Konig, Honigkuchen, Marzipan, Leder und
Schuhwerk. Die Stadt liegt in emem engen Thale,
welches im W. drei Hügel beherrschen, auf deren
einem noch der Blayturm aus alter Zeit steht.
Fildis Kiosk (d. h. Stern-Landhaus), Residenz
Sultan Abo ul-Hamids II. in Konstantinopel, un-
weit Veschik-Tasch (s. d.) gelegen, bildet den Mittel-
punkt einer Gruppe von Palästen, Landhäusern
und Kasernen in einem allsgedehnten, ummauerten
Parke. Im I. finden alle Audienzen statt und jeden
Freitag die Ceremonie des Selamlik, d. h. des Be-
suches der Moschee durch den Sultan (gegenwärtig
der von Abd ul-Hamid erbauten Hamidie am Ein-
gänge in die kaiserl. Gärten), verbunden mit
Truppenschau, welche zu den Sehenswürdigkeiten
Konstantinopels gehört. ^schid.
Iima, mythischer König von Iran, s. Dschem-
Iimena de la Frontera (spr. chi-), Stadt in
der span. Provinz Cadiz, in romantischer, aber
armer Gegend, nordwärts von San Roque, an
einem Nebenfluß des Guadiaro, hat (1887) 8622 E.
und ein altes maur. Schloß.
Iimenes, s. Ximenes. "i-alik).
Iinfengwurzel, soviel wie Ginsengwurzel (s.
Iirasek, Alois, geb. 21. Aug. 1851 zu Hronow
(Hronov) in Böhmen, gegenwärtig Professor der
Geschichte an einem Staatsgymnasium in Prag,
zählt zu den besten und fruchtbarsten Talenten der
böhmischen histor. Erzählung. Seine Stoffe bildet
er aus der heimischen Geschichte, deren bedeutendste
Momente sich in seinen Dichtungen abspiegeln. So
ist besonders der hussitischen Bewegung eine große
Romantrilogie "Zwischen den Strömen" ("Nsxi
prouä?"), dann "Gegen Alle" ("?roti vLsm") und
dem 16. Jahrh, die Erzählung "In fremden (bayr.)
Diensten" gewidmet, während in die Zeit Georgs
von Podebrad "Maryla" und "Ende und An-
fang" eingreifen. Die traurigen Zeiten des 17. und
18. Jahrh, schildert I. in den Romanen "Sk^laci",
"Gebirge" und besonders in den tragisch wirkungs-
vollen "Psohlavci". Am zahlreichsten sind I.s Stoffe
aus der Zeit der nationalen Wiedergeburt der Böh-
men, so in "F. L. Vek", "Nachbarn", "Altmodische
Bilder" ("3^1-08^58^6 olirä^k^ ") u. a. Auch im
Drama hat sich I. mit Erfolg verfucht ("Vojnarka",
"Die Wiege"). Seine "Gesammelten Schriften" ("86-
dran6 8pi8^") erscheinen feit 1890 in Prag.
Iirecek (spr. -tscheck), Hermenegild, Ritter von
Samokov, slaw. Rechtshistoriker, geb. 13. April
1827 zu Hohenmauth in Böhmen, studierte in Prag
Philosophie und Rechte. Seit 1853 Beamter im
österr. Unterrichtsministerium, ward er 1883 Mini-
sterialrat daselbst. Er schrieb: "Über Eigentums-
verletzungen und deren Rechtsfolgen nach dem alt-
böhm. Rechte" (Wien 1855), "Die Echtheit der
Königinhofer Handschrift" (ebd. 1862, mit seinem
Bruder Joseph), "Das slaw. Recht in Böhmen und
Mähren bis indas 13. Jahrh." (czcchisch, 3 Bde.,Prag
1863 fg.), "Entstehen christl. Reiche im Gebiete des
heutigen österr. Kaiserstaates" (Wien 1865), "Das
Recht in Böhmen und Mähren" (1. Bd. in 2 Abteil.,
Prag 1867-89), "Ooä6XMi-i8 dolikmici" (11 Ab-
teil., ebd. 1867-92), "3voä 23.K011ÜV 8iovkM8k/c1i"
("Sammlung slaw. Volksgesetze", ebd. 1880), "^.u-
tihUÄk Zo6niiH6 topdFi^pdia IiiZtorica." (ebd. 1892),
"Unser Reich vor 2000 Jahren" (Wien 1893).
Iirecek (spr. -tscheck), Joseph, czech. Philolog und
Literarhistoriker, geb. 9. Okt. 1825 zu Hohen-
mauth in Böhmen, Bruder des vorigen, studierte
in Prag Philosophie und Rechte, trat darauf 1850
als Beamter in das österr. Unterrichtsministerium
ein, war 1871 Kultusminister im Kabinett Hohen-
wart und lebte seitdem in Prag. 1875 ward er
zum Präsidenten der Böhmischen Gesellschaft der
Wissenschaften gewählt, zugleich war er seit 1878
Mitglied des böhm. Landtags und seit 1819 auch
des österr. Reichsrats. Er starb 25. Nov. 1888 in
Prag. An seine amtliche Thätigkeit knüpfen sich
Schriften über die ruthen. Sprache, über die griech.
nichtunierte Kirche in Osterreich, ein "Handbuch
des Unterrichts- und Prüfungswesens in Österreich"
(Wien 1868). Hauptsächlich widmete er sich aber
der Erforfchung der Sprache, Litteratur und Ge-
schichte Böhmens und veröffentlichte in czech.Sprache
neben einer Ethnographie und Grammatik eine
"Anthologie der czech. Litteratur" (3 Bde., Prag
1858 - 61), ein "Bio- und bibliogr. Lexikon der
böhm. Schriftsteller" (2 Bde., ebd. 1874-76),
"II^iuuoIoAiH doutimica" (ebd. 1878), Ausgaben
von Blahoflavs "Böhm. Grammatik", Slavatas
"Memoiren", Koldins "Böhm. Stadtrecht", Dali-
mils "Chronik" (mit zwei deutschen Übersetzungen,
Prag 1878; in "^ont68 reruiu VokßmicHi'uui", III);
ferner mit seinem Bruder Hermenegild in deutscher
Sprache: "Die Echtheit der Königinhofer Hand-
sckrift" (Wien 1862)-, eine deutsche Übersetzung der
58"