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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jokos - Jolly (Julius)
von eleganter Form und fasanenähnlicher Haltung
mit wagereckt getragenem, langem, vollem Schwänze,
dessen Sichelfedern beim Hahn bis zu 1 m lang sind
<>m5 mit ihren Enden den Boden berühren. Der auf
ziemlich hohen Beinen stehende Rumpf wird nahezu
wagerecht gehalten, die Flügel werden anliegend ge-
tragen. Der Hals ist lang und wird im Laufen wage-
recht vorgestreckt. Der Kamm ist ein breiter, flacher
Wulst, die Kehllappen sind verkümmert. Die Ge-
fiederfärbung ist weiß mit braunroten Schulter-,
Nucken- und Flügeldeckfedern und beim Hahn rot
getupfter Unterfeite oder auch ganz weiß. Schnabel
und Läufe sind gelb, das Gesicht und die kleinen
Ohrlappen rot, das große Auge rotgelb oder perl-
grau. Die Henne legt wenige und kleine Eier, brütet
aber gut. Die Aufzucht ist schwierig. Das I. ist nur
Iokös, s. <l0cn8. Merhuhn.
Ioktan, s. Kahtan.
Iökull oder Iökul, in Island Bezeichnung für
Schnee und Eis der Hochgebirge; die eigentliche Be-
zeichnung für Gletfcher ist "Skridjöknll" (d. h. Schreit-
eis) Unter I. versteht man auch firnbedeckte Berge,
entsprechend unserm "Schneeberg".
^okus, s. ^ocu8.
Hola (Pola), Hauptstadt von Adamaua (s. d.).
50li (frz., spr. fcholli), hübsch, niedlich.
;oliba (spr. dscholllba), s. Niger.
Foliet (spr. dschölllett), Hauptstadt des County
Will im nordamerik. Staate Illinois, 48 kui süd-
westlich von Chicago, auf beiden Seiten des Des-
plaines-Flusses, der Wasserkraft liefert, am Illinois-
Michigankanal gelegen, zählte 1880 16157, 1890
aber 23264 E. Es kreuzen sich hier die Systeme
derChicago-Alton,derChicago-Rock-Island-Pacific,
der Michigan-Central, der Ehicago-Santa Fe'-Cali-
fornia und zwei kleinere Bahnlinien. I. besitzt ein
Staatszuchthaus und ein schönes Gerichtsgebäude.
Die Industrie ist vertreten durch Kalksteiubrüche
(8ton6 oit^), ferner durch Stahlwerke,Stacheldraht-,
Ackerbaugerät-, Ofenfabrikation und Brauerei.
Wichtig ist der Handel mit Landesprodukten.
Jolle, ein kleines leichtes Boot. Gewöhnlich
nennt man auf größern Schiffen das kleinste der
mitgeführten Boote I., ohne Rücksicht auf Form
und Bauart. In Hamburg bezeichnet der Name I.
eine bestimmte Klasse von etwa 7 m langen Booten,
die vorn und hinten spitz sind, durch einen Mann,
den Iollenführer, mit zwei Rudern fortbewegt
werden und als Fährboote dienen. I. bezeichnet
ferner ein durch einen einfcheibigen Steert- oder
Hakenblock fahrendes Tau (Iolltau), das bei ver-
schiedenartiger Befestigung zum Aufheißen eines
Gegenstandes benutzt wird.
Iolly, Friedrich, Mediziner, Sohn von Philipp
Gust. von I., geb. 24. Nov. 1844 zu Heidelberg, stu-
dierte in München und Göttingen und habilitierte
sich 1871 in Würzburg als Privatdocent mit einer
Abhandlung "Über den Gehirndruck und über die
Blutbewegung im Schädel". 1873 folgte er einem
Rufe als außerord. Professor für Pfychiatrie und
Direktor der pfychiatrifchen Klinik nach Straßburg,
wofelbst er 1875 zum ord. Professor ernannt wurde.
Im Herbst 1890 folgte er einem Rnfe an die Uni-
versität Berlin als ord. Professor und Direktor der
psychiatrischen und Nervenklinik an Stelle (5. West-
phals. Von seinen Schriften sind zu nennen: "Be-
richt über die Irrenabteilung des Julius-Spitals"
(Würzb.1873), der Artikel "Hysterie und Hypochon-
drie" in von Ziemhens "Handbuch der speciellen
Pathologie und Therapie" (Lpz. 1877), "Unter-
suchungen über den elektrischen Leitungswiderstand
des menschlichen Körpers" (Straßb. 1884), "Vor-
geschichte und gegenwärtige Einrichtung der psychia-
trischen Klinik in Strahourg; Rede zur Feier der
Eröffnung des Neubaues der Klinik" (ebd. 1887).
Seit 1890 redigiert er das "Archiv für Psychiatrie
und Nervenkrankheiten".
Iolly, Julius, bad. Staatsmann, geb. 21. Febr.
1823 zu Mannheim, studierte 1840-44 zu Heidel-
berg und Berlin die Rechtswissenschaften, habili-
tierte sich 1847 als Privatdocent in Heidelberg und
wurde 1857 daselbst außerord. Professor. 1861 trat
er als Rat in das Ministerium des Innern unter
Lameys Präsidium ein. In Verbindung mit Rog-
genbach, Mathy u. a. erstrebte er die' Einigung
Deutschlands unter Preußens Führung und galt
als einer der entschiedensten Leiter der nationalen
Partei. Als die bad. Regierung 1866 in das Lager
der mittelstaatlichen Bundespolitikübergehen mußte,
trat er aus dem Ministerium aus und wurde in
den Verwaltungsgerichtshof versetzt. Der Sieg
Preußens über Österreich und den alten Bund im
Sommer 1866 führte ihn in das Ministerium des
Innern zurück, er wurde nun 27. Juli an Lameys
Stelle Präsident desselben. Nach Matbvs Tode
wurde ihm das Staatsministerium und damit die Lei-
tung des Gesamtministeriums übertragen l12. Febr.
1868). I. und die von ihm geleitete Regierung er-
neuerte und belebte wieder die staatliche Reform-
thätigkeit in liberalem Sinne. Um die Einigung
Süddeutschlands, zunächst Badens mit dem Nor-
den, hat I. sich die größten Verdienste erworben. Er
führte in Verfailles die auf den Beitritt Badens
zum Norddeutfchen Bunde bezüglichen Verhand-
lungen und war dann feit 1871 Mitglied des Bun-
desrates. Aber auch für die freie Ausgestaltung
des bad. Staates, vor allem im Kampfe gegen die
übergreifenden Ansprüche der kath. Kirche, hat er
sich bleibende Verdienste erworben. Im Sept. 1876
schied er aus dem Ministerium und übernahm bald
darauf das Präsidium der Oberrechnungskammer.
Er starb 14. Okt. 1891 in Karlsruhe.
Iolly, Julius, Sprachforscher und Sanskritist,
geb. 28. Dez. 1849 zu Heidelberg, studierte 1867
-71 in München, Berlin und Leipzig Philologie,
besonders orientalische, und Sprachvergleichung,
daneben Jurisprudenz. Er habilitierte sich 1872 in
Würzburg als Privatdocent und wurde daselbst
1877 außerord. und 1886 ord. Professor des Sans-
krit und der vergleichenden Sprachwissenschaft. 1882
und 1883 hielt sich I. in Indien auf. Von I.s
zahlreichen Publikationen sind hervorzuheben: "Ein
Kapitel vergleichender Syntax" (Münch. 1872), "Ge-
schichte des Infinitivs im Indogermanischen" (ebd.
1873), "Die Sprachwissenschaft, Whitneys Vor-
lesungen bearbeitet und erweitert" (ebd. 1874),
"Schulgrammatik und Sprachwissenschaft" (ebd.
1874). Auf dem Gebiete des Sanskrit und der ind.
Rechtsgeschichte veröffentlichte I. "Xäi-aäiva Dk^i--
m^l^tra,, or td6 Institutes ok ^Äi^äa" (Lond.
1876), "1Ii6 In8tiwt68 ol Vi^nu" (Oxford 1880;
Bd. 7 der "8Ncr6ä Nooks of ti^6 Nast"), "Visii-
nu8mriti" (Kalkutta 1881), "Reife nach Ostindien"
(1884'; in Bd. 39 u. 40 der "Deutschen Rundschau"),
ttiHSOlß I^V I^60tU1'68. OutIjN68 t)t ÄU iiistOI'V
of tQ6 Hinäu 1g>M ol Mi'tition, inQ6!'iwnc6 Hnä
aäoption" (Kalkutta 1885), " ^HnntikÄ8HNFrHQH "
(ebd. 1885-90), Min-aä^nisiti" (ebd. 1885,188"",