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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jouvenet - Jovanovic (Stephan, Freiherr von)
uild dazu bestimmt ist, an den Thüren der Manien
angeschlagen zu werden. Das gegenwärtige ^. 0.
trat 1. Jan. 1869 an Stelle des bis dahin als amt-
liches Organ dienenden "Noniwur" (s. d.).
Iouvenet (spr. sckuw'neh), franz. Malerfamilie,
deren Stammvater Jean I. der Alte ans Italien
nach Lyon, dann nach Nonen gekommen sein soll- z
seine beiden Urenkel waren Jean I. und Laurent
I. der Junge. Des letztern Sohn Jean I., genannt
der Große, geb. 21. Aug. 1647 zu Nouen, erhielt
den ersten Unterricht in der Malerei durch seinen
Vater, kam 1664 nach Paris, wo sich Lebrun seiner
annahm. Bald wurde er mit dekorativen Aufgaben
betraut. Bereits 1678 in die Akademie erwählt, lie-
ferte er als Aufnahmestück das Gemälde Esther vor
Ahasverus. Bald darauf wurde er zum Professor,
1707 zum Direktor der Akademie ernannt. 1713
durch Schlagstuß au der rechten Hand gelähmt, ge-
^>v5Me er sich, mit der linken zu malen, worin er es
zu einer solchen Fertigkeit brachte, das; er nocb Die
Begegnung der Frauen im Chor von Notre-Dame
ausfiibrte. Er starb 5. April 1717 zu Paris, ^eine
Gemälde zeigen Kraft und Größe, eine wohlberechnete
Verteilung der Licht- und Schattcnmassen und eine
etwas dunkle Farbenharmonie. Die bedeutendsten
Gemälde, 12 an der Zahl, befinden sich im Louvre,
darunter die Kreuzabnahme (1697), der Wunder-
dare Fischzug(1706), die Auferweckung des Lazarus
<1706), die Vertreibung der Händler aus dem
Tempel und das Mahl bei dem Pbarifäer Simon.
Das Museum zu Nouen hat 25 Bilder von ihm.
Sein bestes Bild, ein gewaltiges Deckengemälde im
Justizpalast zu Rennes, schildert die Rechtsprechung
im Schutze der Religion.
Ioux, Val de (spr. wall de schuh), Hochthal im
westl. Teile des schweiz. Kautons Waadt, an der
Grenze der franz. Depart. Jura und Doubs, be-
wässert von der Orbe, die aus dem kleinenLac des
Rousses (1075 m) kommt, bei La Cure aus dem
franz. Val des Rousjes m das schweizerische I. über-
tritt und sich in den Ioursee ergießt; nach 60 1cm
langem Lauf müudet sie als Thiöle (Zihl) bei ?)ver-
don (437 m) in den Neueuburgersee. Das I.,
links von dem bewaldeten Rücken des Mont-Risour
(1423 m), rechts von der Kette des Mont-Tendre
(1680 m) umschlossen, erstreckt sich 20 km lang, an
der Sohle 1-1^ km breit, in nordöstl. Richtung
von der franz. Grenze bis zum Deut de Vaulion
(1488 m), dessen felsige Vorstufen als Querriegel
das Thal abschließen. Den Hanptfchmuck der Land-
schaft bilden die beiden Seen der Orbc: der Lac
de I. (1009 in ü. d. M., 9 km lang, 1-1'/. km
breit, 26 m tief) und der kleine LacVrenet, der, mit
jenem durch einen schmalen Durchlaß verbunden,
ohne sichtbaren Abfluß seine Wasser durch Trichter-
löcher (Lnt0nn0ii-8)gegen das Thal von Vallorbe ent-
leert, wo sie 2^/2 km nördlicher und 230 m tiefer als
zweite Quelle der Orbe wieder zu Tage treten.
Hauptort ist das Dorf Le Sentier (1026 m) in der
Gemeinde Le Chönit, an der großen Poststraße, die
das ganze Thal durchzieht. Von Le Pont zwischen
den Seen nach Vallorbe führt eine Bahn, direkt zum
Genfersee die Fahrstraße Le Brassus-Rolle von Lc
Sentier über den Col du Marcheiruz (1450 m) und
eine dritte nach Genf durch das Dappenthal und
den Col de la Faucille.
Iouy (spr. schuih), Victor Joseph Etienne, ge-
nannt de I., französischer dramat. Dichter, geb. 1764
in dem Flecken Jouv bei Versailles, durchlebte als
Soldat eine sehr bewegte Jugend, verließ 1797 den
Soldatenstand, um sich schließlich ganz der Littera-
tur zu widmen. Seit 1798 machte er sich durch No-
velleu und einige gute Vaudevitles bekannt. Spä^r
trat er als Dichter in der komischen Oper, in der
großen Heldenoper und in der Tragödie mit vielem
Erfolg auf. Nachdem "1,3. V63tlU0" (1807) mit der
Musik von Epontini ungewöhnlichen Beifall er-
halten hatte, erschienen nacheinander auf der Bühne:
((^oruÄuä Col'te?" (Musik von Spoutini, 1809),
"1^68 LaVlUi0I-63" (1810), "1^63 ^ma20N68" (1812),
"1.68 ^1)Luc6i-raF63" (Musik von Cherubini, 181Z),
"(^nMHnme 1611" (1829, Musik von Rossini) und
"^ii^s" 8iiidv(1813). 1812 bcgaun er den "1Iermit6
äo 1^ (.^^11836" d'^ntin" in der "(3llx6tt6 ä6 l'i'^nce"
zu veröffentlichen (5 Bde., Par. 1812-14), der eine
Tagcschronik der Moden und Abgeschmacktheiten
uud überhaupt eine anziehende Schilderung der
sranz. Sitten seines Zeitalters bietet. Die folgen-
den, u. d.T. "I^IIermit" äs I^^niane" (3 Bde., Par.
1816), "1,'Hei mit6 Ln province" (14Bde., cbd. 1818
-27), "1.63 Il6i'init68 cm pri8on" (2Vde., ebd. 1823)
und "1^68 IIei'init68 eli 1id6i't6" (2 Bde., ebd. 1824)
veröffentlichten Sittenschildcrungen sind von ge-
ringern: Wert. 1815 wurde I. in die Französische
Akademie aufgenommen. Unter der Restauration
hatte er noch einen Erfolg mit der Tragödie "8Ma"
(1822). I. war ein eifriger Vorkämpfer der liberalen
Sache. Nach 1830 ernannte ihn Ludwig Philipp
zum Bibliothekar des Louvre. I. starb 4. Sept.
1846 zu St. Germain - en - Laye. Seine "dXivi-63
c0mMt68" (27 Bde., mit Anmerkungen) erschienen
zu Paris 1823-28.
Iovanovic(spr.-witsch),Iovan, mit dem Schrift-
stellernamen Zmaj, serb. Vichter, geb. 24. Nov.
1833 zu Neusatz, studierte in Pest, Prag und Wien
Rechtswissenschaften, war ein Jahr Stadtschreiber
in Neusatz, studierte dann Medizin und war bis
1870 als Arzt am Tökölyschen Institut in Pest
thätig. Später lebte er in verschiedenen Städten
und lieh sich schließlich in Wien nieder. I. nimmt
in der serb. Litteratur eiuen hervorragenden, wenn
nicht den ersten Platz ein als Lyriker und Humorist.
Er lieferte poet. Beiträge für verschiedene Zeit-
schriften und gründete selbst 1864 in Pest ein hu-
moristisch-satir. Blatt "^Ml^" ("Drache"), das gro-
ßen Anklang fand und dessen Name in der Folge
As Dichtcrname wurde. 1866 erschien sein Schwank
"öiii-kn". Der Tod seiner Frau und seiner ewzMN
Tochter (1872) veranlaßte ihn zu der Gedichtsamm-
lung "1hu1i6i uveoci" ("Welke Rosen"). 1877 erschien
seine "Illustrierte Kriegschronik", 1878 gründete er
das humoristische Blatt "^tai-maii" ("Der Zwerg"),
1880 die Kinderzeitung "^ovon". Eine Sammlung
seiner Werke erschien 1880 in Neusatz. Eine Aus-
wahl ("0äadi'ÄN6 p^68M0 ^Mll.iu. ^-3. ^-ca") für
Kroatien (in lat. Schrift) gab Milivoi Orepel heraus
(Agram 1887) mit Biographie I.s.
Iovanoviö (spr. -witsch), Stephan, Freiherr
von, österr. Feldmarschalllieutenant, geb. 5. Jan.
1828 zu Pazariöte im Komitat Lika-Krbava (Kroa-
tien-Slawonien), trat 1845 in das österr. Heer,
tämpfte 1848 - 49 unter Nadetzty in Italien und
wurde 1850 in den Gcneralstab versetzt. Späterhin,
wurde er Adjutaut des in Süddalmatien befehligen-
den Generals Rodich, dann 1861-65 österr. Gene-
ralkouful in Serajewo. I. kehrte als der beste Ken-
ner von Bosnien, Montenegro, Herzegowina und
der KrivoZije 1865 als Oberst in den Militärdienst