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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Juraformation - Juraschek
bat 2 Lyceum, 5 Colleges, 355,5 Km National-
straßen. - Vgl. Oge'rien, Ilistoiie natnrOiie än ^s.
l3 Bde., Lons-le-Saunier 1863-05); A. Melcot,
I^L ^. Dictiounaii o liiätoriliue 6tc. (ebd. 1885); Clerc,
I^Uiäoä cle ßüolo^is militllire. I^o ^. (Par. 1888).
Juraformation (früher Oolithformation),
eine Abteilung der Sedimentär- oder Flözgebilde, !
die zuerst in dem Iuragebirge als eine selbständige
Bildung zwischen der Trias- und Kreidegruppe
erkannt und danach benannt wurde. Sie besteht
von oben nach unten aus drei Hauptabteilungen:
1) Weißer Jura oder Malm, wo hellfarbige
dichte Kalksteine, Rogensteine und oft von Höhlen
durchzogene Dolomite vorherrschen. Zu derselben
gehören die berühmten lithogr. Kaltsteine von Soln-
hofen in Bayern. 2) Brauner Jura oder Dog-
ger, der aus bräunlichem und gelblichem Thon,
Mergel und Sandstein mit Einlagerungen von
Eisenrogenstein besteht, die in der Schwäbischen
Alb zu bedeutender Eisenindustrie Veranlassung
sieben. 3) Schwarzer Jura oder Lias, besteht
aus bituminösem Mergelschiefer, dunkeln Thonen
und Kalksteinen sowie aus Sandstein. Alle diese
Abteilungen sind sehr reich an organischen Nesten, !
namentlich an Korallen (zuweilen ganze Riffe bil- !
dend), Echiniten, zwei- und einschaligen Mollusken, !
Belemniten, Ammoniten, Krebsen, Fischen (und zwar ^
die ersten amphicerken is. Fische, Bd. 0, S.828^)
und Sauriern (Ichthyosaurus, Plesiosaurus, Ptero-
dactylus). S. die Abbildungen einiger Leitfossilien
aufdenTafeln: Petrefatten der Mesozoischen ^
Formationsgruppe II und III, beim Artikel,
Mesozoische Formationsgruppe. In Deutschland!
besitzt die I. drei größere Verbreitungsgebiete: in
Franken und Schwaben bildet sie einen weiten
Bogen, dessen stärkste Krümmung in der Gegend
von Regensburg liegt und dessen Flügel wesentlich
von der Rauhen Alb und von dem fränkischen Jura
dargestellt werden. In Norddeutschland breiten sich
die Schichten der I. in einer von Westen gegen
Osten gerichteten Bucht aus, die sich von der Grenze
Hollands bis in die Gegend von Halbcrstadt er-
streckt. In niedrigen Höhenzügen bilden sie den
südl. Saum des norddeutschen Flachlandes. Das
dritte deutsche jurassische Territorium ist das von
Oberschlesien, das ein Areal von über 22500 ^in
einnimmt. Als äußerste Vorposten dieses Gebietes
sind die aus dem Diluvium hervorragenden isolier-
ten Iuravorkommnisse an den Odcrmünoungen zu
betrachten. Auch in den Alpen, in Italien, Frank-
reich, England und Rußland sind Iurabildungen
sehr verbreitet. - Vgl. von Buch, Der Jura in
Deutschland (Berl. 1839); Oppel, Die I. Englands,
Frankreichs und des südwestl. Deutschlands (Stuttg.
1858)-. Quenstedt, Der Jura (Tüb. 1858); Brauns,
Der untere, mittlere und obere Jura im nordwestl.
Deutschland (3Vde.,Casselu.Vraunschw.1869-74). !
Iuragewäfserkorrektion, die von der schweiz.
Eidgenossenschaft und den Kantonen Bern, Frei-
burg, Solothurn, Waadt und Neuenburg gemein-
sam unternommene Entsumpfung des Westschweiz.
Seelandes durch Tieferlegung der großen Seen am
Rande des Jura und Korrektion ihrer Abflüsse.
Das Bedürfnis nach einer solchen machte sich na-
mentlich seit Ende des 16. Jahrh, geltend. (5inc
Wassersteigung von nur 1 bis 2 m brachte schon
ciner Fläche von 16000 Ii^ Schaden und etwa
2000 Ka wurden bedroht. Eine Reihe von Plänen,
seit Anfang des 18. Jahrh., fanden die nötige Unter-
stützung nicht, bis die Bundesversammlung vom
5. Juli 1867 beschloß, den beteiligten Kantonen eine
Subvention von 5 Mill. Frs. zu bewilligen. Nach
dem Plane begriff die Korrektion folgende Haupt-
arbeiten in sich: Ablenkung der Aare von Aarberg
in den Bielersee durch den Hagnectkanal, Ablenkung
der vereinigten Aare und Zihl durch den Nydau-
Vürenkanal nach Buren, Korrektion der obern Zihl
(Thiele) zwischen Neuenburgcr- und Vielersee,
Korrektion der untern Vroye zwischen Murtcn- und
Neuenburgersee und Korrektion des alten Aare-
laufes mittels vier Durchstichen zwischen Buren und
Attisholz, wodurch der Lauf der Aare um 3,? km
abgekürzt wird. An diefe Arbeiten, die auf
14 Mill. Frs. veranschlagt wurden und 1877 be-
endigt sein sollten, sollte sich als Ergänzung die
Vinnenkorrektion,d. h. die Trockenlegung der Sümpfe
des Seelandes anfchließen.
Im I. 1868 wurden die Arbeiten begonnen; cs
zeigte sich aber bald, daß die Kosten wie Zeitauf-
wand bei weitem zu gering angeschlagen waren.
Die Vundesfubvention wurde deshalb 1883 auf
5 450000 Frs. erhöht. Mit doppeltem Eifer wur-
den die Korrektionsarbeiten fortgeführt und jetzt
sind die drei Seespicgel auf folgende Mittelstände
gesenkt: Murtensee von 434 auf 432,2 in, Neuen-
burgersee von 433,7 auf 431,7 m, Vielerfee von
432,5 auf 430,i m. Hierdurch wurde das Gefalle
der vereinigten Aare und Zihl vermehrt und damit
die Gefahr der Stauung der Aare durcb die Ge-
schiebe der Emme verringert. Durch die Ableitung
der Aare in den Bielersee wurde ihren Geschiebc-
massen ein weites und tiefes Ablagerungsbecken
geboten und dadurch die Vertiefung des Ablaufs
und Aufstauung der Seen sowie die Versumpfung
der obern Gegenden verhütet und die Überschwem-
mungsgefahr für die untern Aargegenden vermin-
dert. Die Hauptförderer waren der Arzt Dr. Joh.
Rud. Schneider (1804-80) und der Ingenieur
Richard Lanicca (1794-1883). - Vgl. Dr. I. N.
Schneider, Das Seeland der Westschweiz und die
Korrektionen seiner Gewässer (Bern 1881), und die
Jahresberichte der I. (Viel, von 1868 an).
Iuraken, samojedischer Volksstamm in Sibirien
zwischen Tas-Bucht, Ienissei und Nördlichem Eis-
meer, 300 Köpfe.
Iuramento, Fluß, s. Rio Salado.
^urainentuin (lat.), Eid, Schwur.
5ura. novit ouria. (lat.), d. h. der Gerichtshof
lmnt das Recht, sodaß ihm die Parteien die Rechts-
sätze nicht nachzuweisen brauchen. Das erleidet nur
eine Modifikation bezüglich des partikularen Ge-
wohnheitsrechts und des ausländischen Rechts, so-
weit solche für die Entscheidung eines CivUyrozesies
erheblich sind.
^nra. gN2.osita. (lat.), s. Erworbene Rechte.
Hnräre in verda. niaHistri (lat.), auf des
Meisters Worte schwören, Citat aus Horaz' "Epi-
steln" (I,1,i4); vgl. Goethes "Faust" (Schülerscene).
Iuraschek, Franz von, österr. Statistiker, geb.
25. Febr. 1849 zu Arad (Ungarn), studierte m Gm,?,
Vreslau und Göttingen und erwarb in Graz den
philos. und juridischen Doktortitel. Ebenda habili-
tierte er sich 1875 für Staatsrccht und 1880 auch
für Statistik. 1881 wurde er als außerord. Professor
nach Czernowitz, 1883 nach Innsbruck berufen. Hier
erhielt er 1885 die ord. Professur. 188? wurde er
als Regierungsrat der k. k. statist. Centralkommission
in Wien angestellt und trägt außerdem an der Uni-